So schließen Sie einen Stereo-Receiver an

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So schließen Sie einen Stereo-Receiver an

Zur Grundausstattung vieler Haushalte gehört eine Musik- und/oder Heimkinoanlage. Mit der richtigen Ausrüstung holen Sie sich hochauflösendes Fernsehen und klanglich hochwertige Musikerlebnisse direkt ins Wohnzimmer. Zur akustischen Unterstützung trägt seit langer Zeit die Stereo-Anlage bei. Sie genießen mit ihr nicht nur Musik in höchster Qualität. Auch Ihre Fernseherfahrung bereichert sie in hohem Maße.

Der vorliegende Ratgeber vermittelt Ihnen Wissenswertes über den zentralen Bestandteil einer jeden Stereo-Anlage, den Receiver. Informationen zu Funktionsweise, Verwendung und Anschluss unterstützen Sie bei der Installation Ihres eigenen Soundsystems. Bei der Auswahl eines passenden Geräts stehen Ihnen die Ratschläge als Orientierungshilfe zur Seite. Ein abschließender Überblick über die wichtigsten Hersteller rundet die kurze Einführung ab.

Wie funktioniert ein Stereo-Receiver und welche Aufgaben hat er?

Stereo-Receiver sind die zentralen Schnittstellen von Stereo-Anlagen. Die Signale der angeschlossenen Geräte laufen in ihnen zusammen. In Aussehen und Funktion ähneln sie den bekannten Sat- und Kabelreceivern. In einem quaderförmigen Gehäuse vereinen sie zwei Geräte, einen Tuner und einen Verstärker.

Tuner sind Empfangsgeräte. Sie nehmen von Radiostationen ausgesandte Wellen auf und modulieren sie. Der wichtigste Schritt dabei ist die Herabsetzung der Frequenz. Damit bereiten Sie sie so vor, dass sie vom Verstärker weiterbearbeitet werden können. Signale mit geringerer Frequenz sind mit weniger Aufwand verstärkbar. Neben Radiosignalen empfängt der Tuner der Stereo-Anlage die Signale angeschlossener Quellgeräte. Hierzu zählen DVD-, CD- und BluRay-Player. Spielekonsolen schließen Sie ebenso an wie Kassettenrekorder und MD-Player.

Der Verstärker ist das zweite wichtige Glied in der Signalverarbeitungskette. Er setzt die geringe Spannung der eingehenden Audiosignale herauf. Diese Verstärkung ist notwendig, damit die elektrischen Impulse die Membran des Lautsprechers ausreichend in Schwingung versetzen können.

Ein Großteil der Stereo-Receiver vereint Vorverstärker, Verstärker und Tuner in einem Gehäuse. Es steht Ihnen darüber hinaus frei, sich Ihre Anlage in Einzelkomponenten zusammenzustellen. Tuner, Verstärker und Vorverstärker sind separat erhältlich. Diese Form der Zusammenstellung bietet Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist der größere Handlungsspielraum. Viele Varianten ermöglichen eine individuelle Nuancierung einzelner Klangaspekte. Die Kompaktgeräte bieten daneben den Vorteil, dass die einzelnen Komponenten vom Hersteller bereits aufeinander abgestimmt sind. Durch die Vereinigung in einem Gehäuse sind die Kabelwege kürzer. Signalverluste werden minimiert.

Der Anschluss des Stereo-Receivers

Auf der Rückseite eines jeden Stereo-Receivers sind verschiedene Anschlüsse vorhanden. Sie sind funktional nach Gruppen untergliedert. Zur einfachen Orientierung sind die einzelnen Anschlussgruppen mit Überschriften versehen.

Audio-, Digital- und HDMI-Eingänge

Die erste Anschlussgruppe sind die Audio-Eingänge (AUDIO IN). Sie finden darunter häufig folgende Anschlüsse: CD, Video, DVD und AUX.  Für jedes Gerät sind zwei Eingänge vorhanden, ein roter und ein weißer. Zur Verbindung der externen Wiedergabegeräte mit dem Receiver verwendet man Audiokabel. Sie enden in einer Gabelung mit zwei Cinch-Steckern. Der weiße Stecker kommt in de weißen Eingang (linker Kanal), der rote entsprechend in den roten Eingang (rechter Kanal). Der AUX-Eingang ist für Geräte wie MP3-Player geeignet. Zum Anschluss verwenden Sie ebenfalls ein Audio-Kabel.

Neben den analogen Eingängen sind moderne Receiver zunehmend mit Digitaleingängen ausgestattet. Dazu gehören Anschlüsse für Koaxial- und optische Kabel. Als Nutzer eines HD-fähigen Fernsehgeräts machen Sie Gebrauch von den HDMI-Eingängen. Bedenken Sie, dass externe Geräte wie DVD-Player nicht direkt an den Fernseher angeschlossen werden. Der Receiver fungiert als alleinige Schnittstelle. Die Verbindung erfolgt über HDMI-Kabel.

Video- und Antenneneingänge

Für die Nutzung externer Wiedergabegeräte ist ein zusätzlicher Anschluss notwendig (Video). Sie finden auf der Rückseite Ihres Receivers Eingänge für DVD (DVD-IN), Videorekorder (Video-IN) und weitere Geräte. Es gibt verschiedene Anschlussmöglichkeiten. Eine davon bezeichnet man als Composite. Sie führen einen gelben Cinch-Stecker in den Video-Eingang des Receivers an. Das Kabel überträgt ausschließlich Bildsignale.

Bei einigen Geräten erfolgt der Anschluss über Scart-Kabel. Damit werden Audio- und Videosignale gleichzeitig übertragen. Sollte die Notwendigkeit bestehen, verwenden Sie einen Cinch-Scart-Adapter. Damit leiten Sie auch über Cinch-Kabel Signale an den SCART-Anschluss.

Neben Video-Eingängen gibt es Schnittstellen für Antennenkabel. Sie nutzen zum Anschluss Koaxialkabel mit entsprechendem Anschluss. Häufig finden F-Stecker Anwendung. Beachten Sie immer, dass der Stecker die gleiche Impedanz wie das Kabel selbst hat. Nur so werden Reflexionen wirkungsvoll vermieden.

Wofür nutzen Sie den Pre-Out?

Manche Stereo-Receiver verfügen über einen Pre-Out-Ausgang. Um den Zweck dieses Anschlusses zu verstehen, halten Sie sich vor Augen, wie der Verstärker im Receiver aufgebaut ist. Er besteht aus zwei Teilen, einem Vorverstärker und einer Endstufe. Der Vorverstärker nimmt das Signal auf und stimmt es so ab, dass die Endstufe damit arbeiten kann. Er moduliert Frequenz, Pegel, Kapazität und Impedanz. Da das Signal nur in seiner Qualität, nicht aber in seiner Stärke umgewandelt wird, ist eine zusätzliche Endstufe nötig. Erst sie kräftigt es so, dass es zum Betrieb der Lautsprecher genügt.

Ist Ihnen die Leistung Ihres Receivers zu gering, schließen Sie über den Pre-Out-Ausgang eine zusätzliche Endstufe an. Das Audiosignal geht dann vom Vorverstärker aus nicht an die interne, sondern an die externe Endstufe.

Unter der Sektion Pre-Out finden Sie ebenfalls Ausgänge für den zusätzlichen Anschluss von Subwoofern. Diese Lautsprecher sind für die Wiedergabe tiefer Frequenzen optimiert.

Lautsprecher und Fronteingänge

Die übrigen Anschlüsse sind für die Lautsprecher vorgesehen. Wie bei den Audio-Kabeln gibt es Ausgänge für den linken und rechten Kanal. Zur Verbindung des Receivers mit den Lautsprechern verwenden Sie Lautsprecherkabel. Auf eBay finden Sie eine große Auswahl. Die Kabel werden in praktisch aufgerollter Form angeboten. Steckverbindungen sind in der Regel nicht vorhanden. Sie schneiden die Kabel auf die gewünschte Länge zurück und befestigen sie mittels Schraubzwingen an Lautsprecher und Receiver.

Weitere praktische Eingänge sind an der Front des Geräts vorhanden. In den meisten Fällen gehört dazu ein Eingang für Kopfhörer. Zwei zusätzliche Audio-Eingänge und ein Video-Eingang auf der Vorderseite nutzen Sie zum schnellen Anschluss von Spielekonsolen.

Stereo-Receiver und Lautsprecheranlage

Bei der Auswahl eines Stereo-Receivers ist nicht allein die Anzahl der Anschlüsse von Bedeutung. Da er seine Klangcharakteristika erst in Wechselwirkung mit den Lautsprechern entfaltet, muss diesen beim Kauf ebenfalls große Bedeutung zugewiesen werden.

Am wichtigsten ist die Kompatibilität. Man orientiert sich an der Impedanz von Lautsprecher und Verstärker. Mit dem Begriff Impedanz bezeichnet man den Wechselstromwiderstand. Er wird in Ohm angegeben. Man erfasst damit die Leistung, die notwendig ist, um die Lautsprecher zu betreiben. Für einen reibungslosen Betrieb von Verstärker und Lautsprecher ist es wichtig, dass die Impedanz beider Geräte gleich ist. Starke Abweichungen führen zu schweren Beeinträchtigungen.

Ist der Widerstand des Lautsprechers zu gering, erhöht sich der Stromfluss des Verstärkers unverhältnismäßig. Dies führt nach kurzer Zeit zur Überhitzung des Verstärkers oder der Box. Die Elektronik schmort durch und wird irreparabel geschädigt. Ist der Widerstand des Lautsprechers zu hoch, bleibt ein großer Teil der Verstärkerleistung ungenutzt. Die Boxen geben weit weniger Lautstärke aus, als der Verstärker eigentlich erzeugen könnte.

Die Leistungswerte sollten sich annähernd entsprechen. Man gibt sie in Watt an. Ist die Leistung des Verstärkers zu hoch, zerstört er die Lautsprecher bei zu hoher Lautstärke. Ist die Leistung zu gering, muss der Verstärker permanent an der Leistungsgrenze betrieben werden. Ein Aufdrehen des Lautstärkereglers führt dann nicht mehr zu einer Erhöhung der Lautstärke, sondern zu verstärktem Klirren des Tons. Man spricht hierbei von Clipping.

Klang und Leistung des Receivers

Machen Sie sich vor dem Kauf bewusst, dass Sie sich allein anhand technischer Daten kein aussagekräftiges Bild von der Tonqualität eines Receivers machen können. Toneindrücke sind subjektiv. Sind die technischen Werte zweier Geräte gleich, können sie dennoch dem einen angenehm sein, dem nächsten missfallen. Nutzen Sie technische Beschreibungen und Testberichte aus diesem Grund immer nur als Anhaltspunkte. Ein persönliches Antesten der Geräte vor dem Kauf ist unbedingt anzuraten.

An einigen Klangcharakteristika können Sie sich trotz aller individuellen Vorlieben orientieren. Holen Sie nach Möglichkeiten Informationen zum Frequenzverlauf ein. Ist die Linie annähernd gerade, ist der Klangeindruck ausgewogen. Die Frequenzen sind gleich stark vertreten. Beim Hören orientieren Sie sich an allgemeinen Klangeigenschaften. Die Bässe sollten druckvoll und definiert sein, das Höhenspektrum durchsetzungsstark und transparent.

Viele Produkte werden mit Vorliebe unter Angabe ihrer Leistung in Watt beworben. Lassen Sie sich von diesem Wert nicht irritieren. Er macht keine zuverlässigen Angaben zur möglichen Lautstärke. Die Watt-Zahl gibt lediglich an, bei welcher Leistung der Verstärker maximal betrieben werden kann. Aussagekräftigere Informationen zur Effizienz des Geräts macht der Wirkungsgrad. Er gibt das Verhältnis zwischen eingehender und ausgehender Leistung an. Ein guter Wirkungsgrad sorgt dafür, dass Sie bereits mit 10 Watt hohe Lautstärken wiedergeben.

Auf eBay finden Sie viele Geräte, die die Anforderungen in hohem Maße erfüllen. Die wichtigsten Hersteller sind:

Wie optimieren Sie den Klang Ihrer Stereo-Anlage?

In den meisten Fällen sind keine technischen Probleme für schlechte Klangeigenschaften ursächlich. Bereits geringfügige Abweichungen bei der Aufstellung sorgen für Qualitätseinbußen. So leicht, wie die Probleme entstehen, sind sie in der Regel behoben. Zum Abschluss dieses Ratgebers erhalten Sie einige Hinweise darauf, wie Sie mit wenigen Handgriffen, die häufigsten Probleme lösen.

Dröhnen Ihre Lautsprecher, stehen sie möglicherweise zu nah an der Wand. Die tiefen Frequenzen werden reflektiert, der von den Boxen ausgegebene Ton verschlechtert. Um dies zu unterbinden, stellen Sie sie ein Stück weit von der Wand weg. Tritt das umgekehrte Phänomen auf, stehen sie zu weit von der Wand entfernt. Ein schwacher Ton resultiert aus der fehlenden Resonanzwirkung einer nahen Wand. Bewegen Sie die Lautsprecher in diesem Fall darauf zu.

Ein weiteres häufiges Problem besteht in fehlenden Höhen. Richten Sie die Lautsprecher auf Ohrhöhe genau auf Ihren Kopf aus. Im umgekehrten Fall positionieren Sie sie parallel zur Wand. Die Hörerposition sollte mit den Lautsprechern darüber hinaus immer ein gleichschenkliges Dreieck bilden. Nur so werden alle Frequenzbereiche gleichmäßig ausgegeben.

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