So schließen Sie den Verstärker & Vorverstärker richtig an

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So schließen Sie den Verstärker & Vorverstärker richtig an

Ein Verstärker, oder Amplifier, ist ein Gerät, welches ein eingehendes, analoges Signal verstärkt. Das heißt im Audiobereich grob gesagt, dass es lauter wird. Dieser Vorgang wird mittels Stromzufuhr ausgeführt, denn mehr Leistung erfordert schließlich auch mehr Energie. Ein Verstärker bildet das eingehende Signal einfach auf einer höheren Stromstärken-Stufe nach. Diese Verstärkung geschieht in der Regel linear. Abweichungen dieser Linearität führen zu Verzerrungen und Klangverfälschungen. Das geschient meist dann, wenn der Verstärker auf sein Maximum aufgedreht wird. In einigen Musikstilrichtungen wie dem Rock ist dieses Verzerren des Sounds ein gewünschter Effekt. Er wird traditionell vor allem im E-Gitarren- und im E-Bass-Bereich eingesetzt. Das Verzerren mittels Verstärker birgt allerdings den Nachteil, immer auf voller Lautstärke spielen zu müssen.

Verstärker können in folgende Kategorien unterteilt werden:

  1. Ein Röhrenverstärker nutzt für die Verstärkung der Signale Elektronenrohre. Dieser Verstärkertyp ist im Rockbereich besonders beliebt, weil er einen sehr warmen Sound erzeugt. Genau dieser Sound hat sich in den Ohren aller Hörer und Musiker als der typische Rock-Sound eingeprägt. Wer also „richtigen Rock“ spielen möchte, verzichtet nur ungern auf das Verstärken mit Röhren. Allerdings sind gute Vintage-Röhrenverstärker sehr teuer in der Anschaffung.
  2. Transistorverstärker arbeiten statt mit Röhren mit verschiedenen Halbleiterbauelementen, sogenannten Transistoren, um das Signal zu verstärken. Sie verändern den Sound nicht, er bleibt neutral und sauber. Genau dieser Effekt kann aber ungewohnt klingen, wenn Sie mit dem Sound von Röhrengeräten vertraut sind. Dafür sind diese Geräte leichter als Röhrenverstärker und günstiger in der Anschaffung. Es werden auch Hybridformen hergestellt, welche die Röhren mit einer digitalen Verstärkung kombinieren. Auf diese Weise soll unter anderem ermöglicht werden, dass auch Transistorverstärker den gewünschten Rock-Sound erzeugen.
  3. Audio-Verstärker dienen der Verstärkung von Signalen von Radios, CD-Playern, Plattenspielern und anderen Geräten. Diese Verstärker sind breitbandig und arbeiten so verzerrungsfrei wie möglich. Was bei einer E-Gitarre ein erwünschter Effekt ist, wird bei Audio-Verstärkern möglichst vermieden. Kaum jemand möchte schließlich, dass sich seine Lieblings-Beethoven-Platte anhört wie ein Jimi Hendrix-Konzert.
  4. Vorverstärker, auch Pre-Amplifier genannt, sind dazu da, verschiedene eingehende Signale zu nivellieren, ehe diese zum Verstärker weitergeleitet werden. Pegel, Frequenzbereich, die Kapazität der Signale und deren Impedanz sollen auf ein Level gebracht werden. Entsprechend der verschiedenen Verstärker-Typen gibt es auch passende Pre-Amp Modelle. Pre-Amps haben oft viele weitere nützliche Funktionen, vor allem im Instrumente-Bereich. Sie können beispielsweise durch die Low Cut Funktion störende Frequenzen im Bassbereich wegschneiden oder mittels des Phase-Reverse Schalters Störungen durch sich überlagernde Frequenzen auslöschen.

Was ist eigentlich Amp-Modeling?

Zudem gibt es immer mehr Vorverstärker in Form eines Amp-Modelers. Amp-Modeling beschreibt eine Technik, die es ermöglicht, bestimmte Klangbilder digital nachzustellen. Mit dieser Funktion kann auch ein Transistorverstärker (fast) wie ein Röhrengerät klingen. Diese Amps unterscheiden sich in drei verschiedenen Funktionen: Sie imitieren ein bestimmtes Verstärkerverhalten, ein bestimmtes Boxenverhalten oder ahmen gewisse Gitarrensounds nach.

Sowohl Verstärker als auch Vorverstärker sind für den richtigen Sound auf der Bühne, im Proberaum und auch zu Hause unerlässlich. Die große Frage ist jedoch: Wie schließt man diese Geräte richtig an? Über welche Schnittstellen verfügen sie und mit welchen anderen Geräten lassen sie sich kombinieren? Um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, werden hier die wichtigsten Anschlüsse- und Kabel vorgestellt.

Das Netzteil: So schließen Sie ihre Verstärker an den Strom an

Einem jedem Verstärker, Vorverstärker liegt ein Netzteil bei. Ein Ende muss in die Steckdose gesteckt werden, so dass das Netzkabel das Gerät über einen passenden Anschluss mit Strom versorgen kann. Netzteile, die mit einem Verstärker mitgeliefert werden, sind an dessen Strombedürfnis angepasst. Sollten Sie fremde Netzteile benutzen, so müssen Sie darauf achten, dass dieses auch die passende Spannung produziert. Für gewöhnlich besitzen Netzteile allerdings eine Sicherung gegen Überstrom und zu hohe Temperaturen. Mit diesem ersten und wichtigsten Anschluss bringen Sie ihren Amp oder ihren Pre-Amp auf jeden Fall zum Laufen.

Wie Sie Ihre Gitarre, Bass oder andere Instrumente anschließen können

Das Zauberwort heißt hier Klinkenkabel. Diese Steckverbindungen übertragen Strom sowohl im Wechsel- als auch im Gleichstrombereich und können Audio-Signale weiterleiten. Monostecker übertragen Signale asymmetrisch. Stereostecker hingegen können Audio-Signale auch symmetrische Verbindungen herstellen. Klinkenkabel werden unter anderem für die Anschlüsse von Gitarren, Bässen, Lautsprechern an Lautsprecherboxen und Mischpulte verwendet. Klinkenstecker sind in verschiedenen Größen erhältlich. Während die Mini-Klinken für wirklich kleine Anschlüsse wie Smartphone-Kopfhörer gedacht sind, wird die Klinke mit 6,3 mm Durchmesser für die oben genannten Instrumente als Monostecker verwendet. Die Instrumentenanschlüsse werden auf den Verstärkern oder Pre-Amps meist als Line-Input gekennzeichnet.

Wissenswertes über Anschlüsse

Über die Klinkenbuchsen können nicht nur Instrumente, sondern auch beispielsweise Fußschalter angesteckt werden. Amp-Modeler sind besonders in Form von Fußschaltern bei Bühnenauftritten beliebt.

Amplifier und Pre-Amps können zwischen Master Output und Monitor Output unterscheiden. Ersterer geht direkt an das Mischpult oder Aufnahmegerät. Der Monitor Output sorgt für ein unverfälschtes Signal auf der Monitorbox. Diese Ausgänge werden ebenfalls meist mit Klinkenkabeln verbunden.

Die Bezeichnung von Line/D.I. Outputs variiert je nach Hersteller. Da D.I.-Anschlüsse auch meist mit Klinkenkabeln funktionieren, ist ein Blick in die Bedienungsanleitung zu empfehlen, um auch tatsächlich den richtigen Eingang zu finden. Eine Anwendungsmöglichkeit von D.I. Boxen, die über die D.I. Anschlüsse angesteckt werden können, ist beispielsweise das Wandeln eines asymmetrischen Signals in ein symmetrisches und umgekehrt.

Klinkenkabel werden so häufig eingesetzt, weil sie sehr klein sind und wenig Platz brauchen. Sie sind sehr universell einsetzbar und auch einfach zu handhaben. Nachteilig ist allerdings, dass sie wegen mangelnder Kontaktqualität Störungen durch Wackelkontakte hervorrufen können. Zudem verursachen sie beim Einstecken in ein eingeschaltetes Gerät Störgeräusche. Diese Geräusche entstehen durch eine kurzfristige Überbelastung und können sich schädlich auf das angeschlossene Gerät auswirken.

Die richtigen Kabel und Stecker für Ihr Mikrofon

Die wohl verbreitetste Verbindungsart im Musikbereich ist der XLR-Stecker. Diese Steckverbindungen können analoge und gleichermaßen digitale Signale weiterleiten. Die dreipolige Version ist im Tontechnikbereich am meisten verbreitet. Für den Anschluss eines Mikrofons ist ein XLR-Kabel unumgänglich, denn Mikrofone benötigen zumindest einen XLR-Stecker, um angeschlossen zu werden. Das andere Ende des Kabels muss nicht unbedingt ebenfalls einen XLR-Anschluss zur Verfügung stellen. Mikrofone können auch über Klinken angeschlossen werden. Ein besseres Ergebnis erzielen Sie allerdings, wenn auch der zweite Anschluss ein XLR-Stecker ist. Fast alle Pre-Amps besitzen eine passende XLR-Buchse. Diese wird meist als MIC Input gekennzeichnet. Da Mikrofone meist nur sehr schwache Audiosignale weiterleiten, werden sie automatisch schon mehr verstärkt als andere Signale. Das Verzichten auf einen Anschluss mittels Klinkenkabel macht also durchaus Sinn.

XLR-Kabel werden für gewöhnlich für symmetrische Verbindungen verwendet. Diese Übertragungsverfahren funktionieren mit zwei Signalleitern, deren Differenz weiter verarbeitet wird. Dadurch werden Störungen von außen, die in der Regel auf beide Leiter einwirken, eingedämmt oder sogar ausgelöscht.

XLR-Kabel und Stecker sind so beliebt, weil sie auch bei großer Kabellänge qualitativ hochwertiges Arbeiten ermöglichen. Zudem treten beim Anstecken, im Gegensatz zur Klinke, keine schädlichen Störgeräusche auf. Durch das Gehäuse um die Kontaktfläche herum ist der XLR-Anschluss vor Spannungen aus dem Außenbereich geschützt.

Welche Stecker eignen sich für das Anschließen der Lautsprecher?

Boxen- oder Lautsprecherkabel werden oft besonders dick und robust hergestellt. Zu den beliebtesten Anschlusssteckern gehören die Speakon Stecker. Sie ähneln den Klinkensteckern, haben aber eine größere Kontaktfläche. Sie arbeiten weitgehend störungsfrei, auch bei meterlangen Verbindungskabeln. Speakonkabel können über bis zu acht Pole verfügen und sind dadurch geeignet, mehrere Sound-Systeme miteinander zu verbinden. Auch ein vierpoliger Stecker ist nämlich mit einer beispielsweise achtpoligen Buchse kompatibel. Der Name Speakon leitet sich von der Herstellungsfirma ab. Mittlerweile gibt es auch als Lautsprecher- oder Boxenkabel deklarierte Kabel gleicher Art von anderen Firmen.

Was Sie mit MIDI-Schnittstellen anfangen können

Vor allem Pre-Amps haben oftmals MIDI-Schnittstellen verbaut. Diese ermöglichen es, verschiedenste elektronische Geräte wie Computer, Effektgeräte, Sampler, Drum-Machines und andere mit dem Pre-Amp zu verbinden. Die Schnittstellen arbeiten mit seriellen Datenübertragungen. MIDI-Schnittstellen sind durch die große Varietät an elektronischen Geräten im Musikbereich sehr vielseitig einsetzbar. Über das Verbinden mit einem MIDI-Controller haben Sie beispielsweise die Möglichkeit, den Sound extern zu steuern.

Es gibt drei verschiedene Arten von MIDI-Anschlüssen, die allerdings zusammengehören. MIDI-IN wird als Signalempfangsanschluss verwendet. Über den MIDI-OUT Anschluss werden Signale gesendet, die von anderen Geräten empfangen werden sollen. Über den MIDI-THROUGH Anschluss können Signale, die bereits im MIDI-IN gelandet sind, unbearbeitet weitergeleitet werden.

Überlegen Sie, wie Sie den Verstärker einsetzen wollen

Nicht alle Amplifier und Vorverstärker haben die gleichen Anschlüsse, oder gar die gleiche Anzahl an Anschlüssen. Vor einem Kauf sollten Sie daher erst darüber nachdenken, wofür genau Sie das neue Gerät einsetzen wollen. Möchten Sie mit vielen Mikrofonen arbeiten, so wird beispielsweise ein MIC IN Anschluss nicht ausreichen. Klinkenanschlüsse sind zumeist ausreichend vorhanden. Doch wenn Sie vorhaben, eine ganze Palette an technischen Geräten über den Amp laufen zu lassen, stellen Sie sicher, dass diese auch angeschlossen werden können. AUX-Anschlussstellen, MIDI-Schnittstellen und auch USB-Anschlüsse sind dabei hilfreich.

Kabel nicht unterschätzen

Ein weiterer Tipp: Gute Kabel sind für ein erfolgreiches Arbeiten mit verstärkter Musik unumgänglich. Ein falsches Aufwickeln, unsachgemäßes Aufbewahren oder schlichtweg häufige Verwendung kann Kabel beschädigen und brüchig werden lassen. Auch Stecker, die zu grob behandelt wurden, verlieren schnell an Festigkeit und halten dann nicht mehr oder lassen sich nur schwierig anstecken. Mit einem neuwertigen Set guter Kabel werden Sie bestimmt über einen längeren Zeitraum hinweg Freude haben. Denn auch der teuerste und beste Röhrenverstärker ist schlussendlich von den Anschlusskabeln abhängig.

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