So kontrollieren Sie die Temperatur in der Küche: praktische Brat-, Ofen- und Kühlschrankthermometer

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So kontrollieren Sie die Temperatur in der Küche: praktische Brat-, Ofen- und Kühlschrankthermometer

Immer mehr Menschen wenden sich dem Thema Hobbyküche zu und versuchen sich an Gerichten, die die großen Starköche ihnen vorgekocht haben. Das liegt auch an einem Einstellungswandel. Weg von Fertiggerichten, die ungesund sind und dick machen, hin zu gesunden Speisen aus frischen Zutaten. Wer in seiner Freizeit Hobbykoch ist oder ganz generell Spaß am Kochen hat, der wird schon einmal auf ein Problem gestoßen sein. Beim Kochen oder Backen mit temperaturempfindlichem Gargut geht einfach viel zu oft etwas schief. Trotz genauer Brat- oder Backzeit und der richtig eingestellten Temperatur will das Ergebnis nicht so aussehen, wie es sollte. Was kann man da machen?

Die Lösung ist denkbar einfach. Mit Thermometern für Braten, Ofen und Kühlschrank können Sie sichergehen, dass Ihre Speisen immer mit den richtigen Temperaturen gegart und gelagert werden. So garantieren Sie sich optimal zarten Braten, perfekt gebackenen Kuchen und vieles mehr. Alles zum Thema Thermometer im Küchenbereich erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Bratenthermometer – nicht nur für Profiköche geeignet

Aus Kochsendungen und den Shows von Profiköchen kennt vielleicht so mancher Zuschauer auch ein Bratenthermometer. Doch ist das überhaupt für den Heimgebrauch sinnvoll? Kann ein Hobbykoch damit wirklich etwas anfangen oder liegt das Thermometer dann als High-Tech-Schnickschnack immer ungebraucht im Küchenschrank? Die Antwort hängt natürlich davon ab, wie viel Sie als Hobbykoch damit beschäftigt sind, Braten zuzubereiten oder Kuchen zu backen. Wer viel mit temperaturempfindlichem Gargut zu tun hat, für den lohnt sich die Anschaffung eines Bratenthermometers in jedem Fall. Aber auch, wer es nur wenige Male im Jahr zu besonderen Anlässen benötigt um den perfekten Braten zuzubereiten, muss vor der Anschaffung nicht zurückscheuen. Bratenthermometer sind schon zum kleinen Preis zu haben und daher auch immer noch eine lohnenswerte Anschaffung, wenn sie nur relativ selten zur Benutzung hervorgeholt werden.

Wer einmal ein Bratenthermometer hat, wird auch sehen, dass es immer öfter zum Einsatz kommt. Auch im Sommer beim Grillen der Steaks, verlässt man sich plötzlich auf das praktische Helferlein. Dann gibt es nie wieder halb rohe Steaks oder viel zu trockene. Bratenthermometer werden übrigens auch manchmal als Fleischthermometer bezeichnet. Es handelt sich dabei jedoch um die gleiche Art Thermometer.

Fleisch auf den Punkt bringen

Was genau ist nun der Trick an einem Bratenthermometer? Es misst die Temperatur einer Speise während des Garvorgangs. Dies ist vor allem dann praktisch, wenn es nicht möglich ist, sich das Innere des Gargutes anzusehen. Es betrifft also alle größeren Bratenstücke, deren Aussehen durch das Aufschneiden zerstört werden würde, genauso wie Kuchen und andere empfindliche Backstücke. Wer sich auf das Äußere des Gargutes verlassen muss, der kann später böse Überraschungen erleben. Der Kuchen ist innen noch viel zu feucht, obwohl er außen schon halb verbrannt wirkt. Und der Braten ist noch halb roh oder schon zu trocken. Wer beim Garvorgang in der Lage ist mithilfe eines Bratenthermometers vorsichtig ins Innere des Gargutes zu schauen, dem kann das nicht passieren.

Wie wird ein Bratenthermometer verwendet?

Ein Bratenthermometer besteht zumeist aus einer Temperaturanzeige und einem langen, dünnen Dorn, der in den Braten oder Kuchen gesteckt wird. Dadurch behalten diese nicht nur ihr ansprechendes Aussehen beim Servieren. Besonders der Braten profitiert auch davon, dass nicht so viel Eigensaft verloren geht und er somit saftig bleibt. Das Thermometer misst dann die Kerntemperatur des Gargutes mithilfe eines Sensors am Ende des Dorns. Es ist wichtig den Dorn dort hineinzustecken, wo das Gargut am dicksten ist, um auch wirklich die Kerntemperatur ermitteln zu können. Bei Fleisch müssen Sie darauf achten, mit dem Dorn keinen Knochen zu berühren. Das kann sonst die Temperaturmessung verfälschen.

Die ideale Gartemperatur für Ihr Gargut

Was Sie nun kennen müssen, ist die ideale Gartemperatur für Ihr Gargut. Bei Fleisch ist dies von Sorte zu Sorte unterschiedlich und kann auch von der Garmethode abhängig sein. Gerade bei der Niedriggarmethode ist es aber wichtig, die Temperatur konstant richtig zu halten und das Fleisch somit auf den Punkt zu bringen. Für Roastbeef etwa ist eine Kerntemperatur von 58 Grad perfekt, ein Rinderbraten dagegen benötigt etwa 80 Grad. Einige Kerntemperaturen für verschiedene Garstücke sind:

  • Schweinefilet: 65 – 70 Grad
  • Schweinehaxe: 80 – 85 Grad
  • Fisch: 70 – 80 Grad
  • Huhn, Ente, Truthahn: 80 Grad
  • Gans: 75 – 90 Grad, je nach gewünschtem Gargrad
  • Rehrücken: 60 Grad
  • Wildschwein: 75 Grad

Wer den Braten lieber rosa mag und noch nicht komplett durch, der sollte bei diesen Temperaturen jedoch immer um 2 – 3 Grad nach unten korrigieren. Bei Kuchen sind die Angaben im Rezept zu beachten.

Mechanische und elektronische Bratenthermometer im Vergleich

Es gibt zwei verschiedene Arten von Bratenthermometern, die sich im Prinzip nur in der Messart unterscheiden. Mechanische Thermometer arbeiten mithilfe eines Bimetallmessfühlers. Dieser ist über den Dorn mit der Anzeige des Bratenthermometers verbunden. Es kann bei diesen Thermometern eine Weile dauern, bis die Temperatur korrekt ausgemessen ist. Allerdings sind diese Thermometer hitzebeständig und können während der gesamten Garzeit eingesteckt bleiben. Schneller und präziser sind die elektronischen Bratenthermometer. Diese verfügen über einen Sensor an der Spitze des Dorns. Dieser misst die Temperatur schnell aus und stellt die ausgelesene Temperatur an der analogen oder digitalen Anzeige zur Verfügung. Allerdings sind diese Thermometer nicht hitzebeständig. Es gibt sie daher in zwei Ausführungen.
Die einfachere ist die Variante, bei der Anzeige und Sonde fest miteinander verbunden sind. Dabei wird immer nur kurz gemessen und das Bratenthermometer dann wieder entfernt. Die zweite Variante verfügt über eine hitzebeständige Sonde, die im Bratgut verbleiben kann, während die hitzeempfindliche Anzeige sich außerhalb des Ofens befindet. Sonde und Anzeige sind dann entweder per Kabel (digitales Bratenthermometer) oder sogar über Funk (Funkthermometer) miteinander verbunden. Digitale Thermometer benötigen allerdings Batterien, mechanische keine. Wer nicht ständig nachsehen will, ob die Kerntemperatur erreicht ist, der kann auf digitale Thermometer mit Signalton zurückgreifen. Hier stellt man einfach die gewünschte Temperatur ein. Bei Erreichen dieser Temperatur informiert das Thermometer sie dann per Signalton. 

Preislich unterschieden sich analoge und digitale Thermometer etwas. In der Regel sind analoge Bratenthermometer deutlich günstiger.

Ofenthermometer: Die genaue Lufttemperatur im Backofen messen

Ofenthermometer finden sich in Haushalten häufiger als Bratenthermometer. Im Gegensatz zu diesen messen sie nicht die Temperatur im Gargut selbst, sondern die Temperatur im Backofen. Man nennt sie deshalb auch Backofenthermometer. Aber wozu ein Backofenthermometer kaufen, wenn es am Backofen doch eine Temperaturanzeige gibt? Profiköche wissen es alle: die Temperatur in Backöfen kann teils deutlich von der angezeigten Temperatur abweichen. Dies ist recht normal und auch bei höherpreisigen Backöfen oft der Fall. Da sich nicht anders feststellen lässt, wie hoch die tatsächliche Temperatur im Backofen ist, sind Backofenthermometer eine nützliche Anschaffung. Bei manchen Backöfen sind die Temperaturunterschiede zur eingestellten Temperatur nur minimal und betragen wenige Grad. Bei anderen Backöfen können die Temperaturen um mehr als 10 Grad wanken. Wer einen Kuchen oder einen Braten mit Niedriggarmethode im Ofen hat, wird bei solch einem Ofen kein gutes Ergebnis bekommen.
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Backofen derart starke Temperaturunterschiede aufweist, ist die Anschaffung eines Ofenthermometers dringend nötig. Diese günstigen Backofenthermometer sind zumeist Bimetallthermometer und somit hitzebeständig. Sie bleiben als immer im Backofen. Ein Backofenthermometer kann entweder an einem Haken im Inneren des Backofens aufgehängt werden oder verfügt über einen Ständer. So kann die Temperatur bequem von außen durch die Scheibe abgelesen werden.

Wichtig: Da die Temperatur innerhalb des Backofens auf den verschiedenen Schienen unterschiedlich sein kann, sollte das Thermometer sich auf derselben Höhe wie das Gargut befinden. So wird immer die richtige Temperatur gemessen.

Das Kühlschrankthermometer – optimale Haltbarkeit für alle Lebensmittel

Ein Kühlschrank kühlt Lebensmittel, um diese möglichst lange haltbar zur Verfügung zu haben. Allerdings gibt es auch im Kühlschrank unterschiedliche Temperaturen. So ist es im untersten Teil des Kühlschranks, wo sich zumeist das Gemüsefach befindet, am kältesten. Manche Kühlschränke sind auf eine bestimmte Temperatur voreingestellt. Andere Kühlschränke verfügen über die Möglichkeit, die Temperatur einzustellen. Wer die Temperatur einstellen kann, sollte darauf achten, dass diese bei etwa 6 Grad liegt. Das Gemüsefach im unteren Bereich sollte jedoch bei etwa 4 Grad laufen. Nur bei den richtigen Temperaturen gelten dann auch die Mindesthaltbarkeitsangaben auf den Verpackungen ihrer Lebensmittel.
Um genau zu prüfen, ob die Temperaturen in Ihrem Kühlschrank auch stimmen und die Lebensmittel optimal gelagert sind, empfiehlt sich die Messung mit einem Kühlschrankthermometer. Dieses unterscheidet sich von normalen Thermometern für den Zimmerbereich. Sie verfügen in den meisten Fällen über eine Möglichkeit, sie innerhalb des Kühlschranks aufzuhängen, sind aber so konstruiert, dass die Außenhülle isolierend wirkt. So wird nicht aus Versehen statt der Lufttemperatur im Kühlschrank die Temperatur des Gitters gemessen, an dem das Thermometer hängt. Zudem sind Kühlschrankthermometer auch besonders genau in den Temperaturbereichen, auf die es im Kühlschrank ankommt.

Milchschaumthermometer und andere Thermometer für den Spezialfall

Neben den vorgestellten Küchenthermometern gibt es noch eine Reihe andere Thermometer für den Haushalt. Wer ein Fan des Milchschaums für Kaffeegetränke ist, kann sich zum Beispiel ein Milchschaumthermometer besorgen. Dieses kann direkt in die Tasse eingehängt werden und sorgt dafür, dass Ihr Milchschaum nie heißer wird als 60 Grad. Ab dann ist der Milchschaum nämlich nicht mehr perfekt. Für Teetrinker gibt es zudem Teethermometer, die die ideale Wassertemperatur für verschiedene Teesorten messen. Daneben finden sich noch Einkochthermometer und viele andere praktische Temperaturmesser für den Küchenbereich.

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