So gewöhnen Sie Ihr Kind bereits im Vorschulalter an selbstständiges Lernen

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So gewöhnen Sie Ihr Kind bereits im Vorschulalter an selbstständiges Lernen

Mit der Schuleinführung eines Erstklässlers beginnt für das Kind die Notwendigkeit, selbstständig und gezielt zu lernen. Das fällt manchen Kindern recht schwer. Der Übergang vom lockeren Umgang in der Kita oder zu Hause zum geordneten Schulalltag ist nicht immer leicht. Deshalb ist es wichtig, die Kinder bereits vor dem ersten Schultag auch an ein selbstständiges Lernen zu gewöhnen. Kinder im Vorschulalter lernen freiwillig spielerisch. Sie sind wissensdurstig und interessiert an Neuem.

Mit dem Schuleintritt ändern sich die Lerninhalte und vor allem die Anforderungen an die Kinder. Sie müssen über längere Zeiträume still sitzen, aufmerksam den Ausführungen der Lehrer folgen und sich zusätzlich auch Lernstoff selbstständig erarbeiten. Das fällt vielen Kindern am Anfang schwer, wenn sie sich das selbstständige Lernen nicht bereits im Vorschulalter angeeignet haben. Deshalb ist es in Ihrem Interesse und im Interesse Ihres Kindes, bereits im Vorschulalter das selbstständige Lernen zu trainieren. 

So funktioniert das spielerische Heranführen an ein selbstständiges Lernen

Eltern, Großeltern, Tagesmütter sowie Erzieherinnen und Erzieher, die mit Vorschulkindern Kontakt haben, beschäftigen sich mit den Kindern, indem sie mit ihnen spielen und sie zum Lernen anregen. Im Alter von etwa drei Jahren liegt der Schwerpunkt noch nicht auf dem selbstständigen Lernen, sondern vorerst auf dem gemeinsamen spielerischen Lernen, zum Beispiel mit den Lernspielen ab drei Jahre.

Die Lernspiele sind für verschiedene Altersgruppen vorgesehen und in Abhängigkeit von der Lernfreude eines Kindes können die Spiele für unterschiedliche Altersgruppen genutzt werden. Wichtig ist zudem, sich nicht nur auf das theoretische Lernen zu beschränken, sondern auch praktische Übungen, zum Beispiel zur Sprachentwicklung mit den Lernspielen ab 4 Jahren durchzuführen. Solche Spiele sollten Sie immer gemeinsam mit Ihren Kindern spielen und sie Stück für Stück auch an die selbstständige Nutzung dieser Lernspiele heranführen. Deshalb sollten die Erwachsenen dabei immer nur so viel Hilfestellung geben, wie unbedingt erforderlich ist und auch immer nur dann, wenn das Kind wirklich nicht mehr weiter weiß. Zusätzlich sollten Sie das Kind stets dazu animieren, selbstständig die Lösung eines Problems zu finden. Nach dem Motto: „Ich kann das schon allein" wollen Vorschulkinder ihre Möglichkeiten selbst austesten. Das ist der erste Schritt zum selbstständigen Lernen. Außerdem ist das Vorbild der Erwachsenen eine wichtige Motivation. Kinder nehmen sich fast unbemerkt ein Beispiel an den Personen, mit denen sie etwas zu tun haben. Ein Kind, das in seinem familiären Umfeld feststellt, dass auch die Erwachsenen viel und gerne lernen, sei es im Beruf oder im Studium, wird diese Einstellung auch für sich selbst richtig finden.

Abwechslung der Lerninhalte beachten

Vorschulkindern sollten Sie viele verschiedene Spiele und Spielgeräte anbieten, das Kind dabei aber nicht überfordern. Die Vielfalt der unterschiedlichen Lernformen bringt einerseits Abwechslung in das Spiel, so wird es nie langweilig. Andererseits wird das Lernen durch die verschiedenen Inhalte erleichtert.

Auch aus Büchern kann ein Vorschulkind bereits mit Unterstützung der Eltern selbstständig lernen, zum Beispiel das Lesen der Uhrzeit. Die Grundregel, dass aufeinanderfolgende Lernabschnitte sich inhaltlich stark voneinander unterscheiden sollten, trifft auch für Vorschulkinder zu. Das heißt im Klartext, ein Lernspiel, das sich zum Beispiel auf das Erkennen von Zahlen oder Buchstaben konzentriert, sollte durch eines abgelöst werden, für das motorische Fähigkeiten erforderlich sind. Das kann ein Geschicklichkeits- oder auch ein Bewegungsspiel sein. Durch diese Abwechslung werden die Lerninhalte besser gespeichert und nicht von ähnlichen Inhalten überlagert. Außerdem lernt das Kind dadurch, dass auf ein abgeschlossenes Lernspiel eine Abwechslung folgt. Wie Sie Ihr Kind an das selbstständige Lernen heranführen, hängt im Wesentlichen auch vom Kind selbst ab. Manche Kinder sind von sich aus wissbegierig und wollen selbstständig lernen, andere wiederum müssen behutsam und mit viel Geduld motiviert werden. Für alle Varianten gibt es Hilfsmittel, die das Heranführen an selbstständiges Lernen erleichtern.

Hilfsmittel, die für das Lernen im Vorschulalter geeignet sind

Neben den verschiedenen Lernspielen unterschiedlicher Formate ist vorgefertigtes Vorschul-Lernmaterial, das Übungshefte beinhaltet, hilfreich für Sie und für Ihr Kind. Diese Lernbücher und Lernspiele für die Vorschule arbeiten mit Übungsheften, in die Kinder selbstständig ihre Lösungen eintragen können. Das Eintragen ist mit Hilfe eines Bleistifts möglich, praktischer sind jedoch die Lernbücher, die mit Folienschreibern beschrieben werden und auf denen das Geschriebene abgewischt und neu geschrieben werden kann. Lernhefte und Lernbaukästen helfen dabei, dass die Kinder bereits im Vorschulalter mit dem selbstständigen Umgang mit Lernhilfsmitteln, zum Beispiel zum Erlernen der Buchstaben, vertraut gemacht werden. Ähnliche Lernmethoden werden später auch in der Schule angewandt. Die Kinder können solche Lernhefte, unter Anleitung, selbstständig ausfüllen, die Ergebnisse mit den Lösungen vergleichen und Korrekturen vornehmen.

Lernbücher gibt es unter anderem für Deutsch und für Mathematik, außerdem für Geografie. Hier können die Vorschulkinder mit Druckbuchstaben schreiben und mit den Grundrechenarten rechnen lernen. Auch die Uhrzeit kann so geübt werden. Das eigenständige Kontrollieren der Ergebnisse durch Ihr Kind fördert das selbstständige Lernen und Arbeiten. Für die Auswahl der richtigen Fördermethode können Sie Bücher zu Rate ziehen, wie zum Beispiel Auch das Lernen kann man lernen. Hier wird den Eltern ein Ratgeber an die Hand gegeben, der ihnen erläutert, wie sie ihr Kind am besten motivieren, sodass es später in der Schule selbstständig und gerne lernt.

Moderne Technik kann sinnvoll für das Lernen eingesetzt werden

Lernspiele wie Kartenspiele, Buchstaben- und Zahlenbausätze, Lernbücher und andere Lernutensilien sind so wichtig wie nie zuvor. Im Zeitalter der modernen Kommunikationsmittel ist ein praktisches Lernhilfsmittel hinzugekommen, der Computer. Bereits die kleinen Kinder registrieren, wie Eltern und andere Erwachsene mit diesen Geräten umgehen. Dass die Kinder es ihren Eltern gleichtun möchten, kann für die Motivation der Kinder und für das Lernen ausgenutzt werden. Lernspiele und Lernprogramme können auf CDs oder DVDs, auch bei eBay, erworben werden. Diese Software, zum Beispiel die PC-Vorschule, wird auf dem Computer oder Laptop der Eltern abgespielt. Sie sollten Ihr Kind dabei jedoch nicht unbeaufsichtigt lassen. Diese Lern-Software gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und für unterschiedliche Altersklassen. Auch später, für das Lernen in der Schule, kann solche Software hilfreich sein, vor allem dann, wenn sich das Vorschulkind bereits damit auskennt. Neben Lernprogrammen auf Datenträgern für den heimischen Computer stehen Lernprogramme über das Internet zur Verfügung. Lernspiele, die online gespielt werden können, sollten für das Vorschulkind aber immer nur unter Aufsicht der Eltern genutzt werden.

Lerncomputer für Kinder

Es gibt aber auch Lerncomputer und das bereits für Kinder ab drei Jahren. Für diese Altersgruppe sehen die Lerncomputer bunt und verspielt aus, die Kinder werden durch die kindgerechten Bilder und Animationen zum Spielen und damit zum Lernen angeregt. Vorgefertigte Lernspiele zu verschiedenen Themen werden in Form von Karten in das Gerät eingesteckt und die Kinder können nun spielerisch lernen, damit umzugehen. Lerncomputer fördern durch ihre Unbestechlichkeit das selbstständige Lernen und den Ehrgeiz. Wird auf eine Frage aus dem Computer die Antwort als falsch eingestuft, sollte das Kind dazu animiert werden, die richtige Antwort selbstständig zu finden.

Eine weitere Form von Lerncomputern sind neuerdings auch Lernpads, ähnlich den Pads wie iPad oder Android-Tablets. Die einfachen Geräte, die als Kinder-Lerncomputer bezeichnet werden, verfügen nicht über ein LCD-Display zur Steuerung, sondern nur über Auswahl-Buttons für verschiedene Lerninhalte. Höherwertige Lernpads funktionieren wie normale Pads und können wie diese, jedoch auf kindlichem Niveau, genutzt werden.

Anspruchsvolle Lerncomputer wie der von Medion sind den normalen Notebooks schon recht ähnlich, sie können von älteren Vorschulkindern zum Lernen genutzt werden. Es ist immer wieder bewundernswert, wie unbefangen bereits Vorschulkinder mit moderner Technik umgehen können. Sie sollten Ihren Kindern also viel zutrauen. Da die Entwicklung der Kinder untereinander in jeder Altersgruppe unterschiedlich verläuft, sollten Sie immer nach dem Entwicklungsstand Ihres Kindes gehen und sich nicht zu fest nach den Altersangaben der Hersteller richten. Ein Kinder-Lerncomputer, der für Kinder ab 6 Jahren geeignet sein soll, kann durchaus auch für ein motiviertes fünfjähriges Kind sinnvoll sein. 

So setzen Sie die Lernmittel altersgerecht, praktisch und effektiv ein

Egal, wie und womit Sie Ihr Kind zum selbstständigen Lernen motivieren, es ist immer wichtig, dies altersgerecht zu tun und den Lernstoff vom Einfachen hin zum Komplizierten aufzubauen. Das Lernen muss den Kindern Freude bereiten und Spaß machen, sonst ist alle Mühe vergeblich. Lernspiele, die eine Interaktion erfordern, sind für Kinder besonders interessant. Welche Lehr- und Lernmittel Sie dabei einsetzen, bleibt Ihnen überlassen, Eltern können am besten einschätzen, was sie ihrem Kind zumuten können und wann es angebracht ist, beim Lernspiel einmal eine Pause einzulegen. Da Kinder unterschiedliche Interessen und Vorlieben haben, sollten die Lehrstoffe und die Lernmittel vorrangig auf die Interessen der Kinder abgestimmt werden, nur so werden sie Freude und Spaß am Lernen haben. Computer-Spiele, ob Lernspiele oder andere, haben oft den Nachteil, dass sie die Kinder überfordern können. Das sollten Sie gut beobachten und ein Computerspiel gegebenenfalls auch einmal abbrechen bzw. auf ein anderes Lernspiel umsteigen. Die Gefahr der Überforderung besteht bei den meisten analogen Lernmitteln, also Bücher, Baukästen oder Arbeitsblätter, nicht. Kinder, denen das Lernen Spaß macht, lernen leichter als andere. Haben die Kinder das Lernen erst einmal gelernt, werden sie sich später auch mit ungeliebten Lernstoffen auseinandersetzen.

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