So gelingt die Filmvorführung zu Hause – Filmprojektoren und Zubehör für Schmalfilme kaufen

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So gelingt die Filmvorführung zu Hause – Filmprojektoren und Zubehör für Schmalfilme kaufen

Die Funktion eines Filmprojektors oder Laufbildprojektors ist der, den mit einer Filmkamera belichteten Film auf eine Bildwand zu projizieren. In aller Regel werden hierbei pro Sekunde 24 Einzelbilder gezeigt. Da 24 aufeinander folgende Hell-Dunkel-Wechsel aus menschlicher Sicht als störendes Flimmern wahrgenommen werden würden, wird jedes einzelne Standbild zusätzlich von einer Umlaufblende unterbrochen. Hierdurch nimmt das menschliche Auge 48 Wechsel wahr, d. h., jedes Bild des Films wird zwei Mal vorgeführt. Es gibt auch Schmalfilm-Projektoren für Super-8-Filme mit 18 oder für Fernsehfilme mit 25 Bildern pro Sekunde. Schmalfilm werden sämtliche Filmformate genannt, die schmaler sind als der 35 Millimeter breite Normalfilm.

Die historische Entwicklung des Schmalfilms

1889 präsentierte die Firma Kodak einen transparenten Film auf Basis von Nitrozellulose. Dieser Film war der Vorläufer der späteren Schmalfilme. 1908 präsentierte Kodak den ersten Sicherheitsfilm auf Azetatzellulose-Basis. Hiermit schuf das Unternehmen die Voraussetzung zur sukzessiven Abschaffung der feuergefährlichen Träger aus Nitro-Film. 1923 stellte Kodak den 16-Millimeter-Umkehrfilm auf Sicherheitsunterlage vor und brachte 1932 den Doppelachtfilm, der durch Teilung des 16-Millimeter-Films entstanden war und damit erheblich wirtschaftlicher und für den Markt der Amateurfilmer interessanter wurde. So verbreitete sich das Filmen im Amateurbereich. 1935 präsentierte Kodak dem Handel den ersten 16-Millimeter-Umkehrfarbfilm, der ein Jahr später auch als 8-Millimeter-Material und als Kleinbildfilm der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Daneben präsentierte Kodak 1964 das damals neuartige Super-8-Programm und begann 1965 mit der Auslieferung. In den darauf folgenden 70er-Jahren, also zu der Zeit vor der Videotechnik, war der Schmalfilm besonders im Amateurbereich das publikumswirksamste Medium des Films. Daneben wurden auch sogenannte B-Movies in diesem Filmformat produziert.

Auch heute noch gebräuchliche Formate des Schmalfilms

16 mm: Die Einführung dieses Formats war 1923. Die Breite war fünf/achtel Zoll, entsprechend 15,875 Millimeter, die Grundlage des Einzelbildes war 0,3 Zoll mal 0,4 Zoll. Anfangs war der Film bei diesem Format auf beiden Seiten perforiert, den 16-Millimeter-Film gibt es jedoch auch lediglich mit einer Lochreihe. Der 16-Millimeter-Film ist das weltweit am weitesten verbreitete semiprofessionelle Filmformat. Zum Beispiel wurden Fernsehsendungen vor der Einführung der Videorecorder in diesem Format aufgezeichnet. Bis zur Einführung der professionellen Camcorder in den 1980er-Jahren wurden alle Fernseh-Reportagen hiermit gedreht.

9,5 mm wurde auch als Pathé-Baby-Film bezeichnet. Seine Breite ist 9,525 Millimeter. Die Perforation liegt in der Filmmitte. Der 9,5-Millimeter-Film weist mit 72 Prozent die größte Materialausnutzung sämtlicher Filmformate aus. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch den breiten Bildstrich unsichtbare Klebestellen realisierbar sind. Bildgröße und damit die Auflösung sind dem 16-Millimeter-Film ähnlich. Die Kameras sind jedoch teilweise erheblich handlicher als 16-Millimeter-Apparate. Zwei Magnet-Tonspuren sind möglich. Kopien konnten zum Teil auch mit Licht-Ton hergestellt werden. Der 9,5-Millimeter-Film wurde durch die später eingeführten Formate 16- und 8-Millimeter verdrängt und besitzt heute nur noch in Frankreich und England eine gewisse Verbreitung. Das eigentliche Format wurde nach der französischen Firma Pathé benannt. Seit Dezember 1921 ist es in Form von käuflichen Kopien zum Pathé-Baby-Projektor im Handel. 1922 erschien die erste Pathé-Baby-Kamera zusammen mit Roh-Film.

Single-8: Dieses Format ist seit 1965 im Handel. Es weist die gleichen Abmessungen wie das Super-8-Format auf und ist nach der Entwicklung auch ohne Einschränkung kompatibel zu Super-8-Projektoren. Jedoch werden andere Kassetten für andere Kameras und eine andere Filmunterlage benötigt. Im Gegensatz zur Super-8-Kassette sind bei diesem Format der Filmrücklauf und auch das Rückspulen erlaubt. Daneben ist die Filmandruckplatte ein Bestandteil der Kamera. Es können ebenfalls zwei unterschiedlich breite Magnettonpisten aufgebracht werden.

Doppel-8 trägt die internationale Bezeichnung "Double 8", Abkürzung "D-8". Doppel-8 sollte nicht verwechselt werden mit dem Consumer Videoformat "Digital8" und wird nach der Entwicklung zu einem Normal-8-Film. Das Doppel-8-Format besitzt eine Breite von 16 Millimetern, beide Ränder des Films sind perforiert. Als erstes wird die eine Hälfte des Filmes belichtet, anschließend im Rücklauf die andere Hälfte. Der Bildstrich fällt mit je einem Loch der Perforation zusammen. Nach der Entwicklung wird der Film in Längsrichtung in zwei 8 Millimeter breite Streifen geschnitten. 1932 wurde das Format eingeführt und ist nicht kompatibel mit Doppel-Super-8, ebenso wenig wie Normal-8 mit Super-8. Bei diesem Format können zwei unterschiedlich breite Magnettonpisten aufgebracht werden.

Super-8 hat die internationale Abkürzung S-8: Dieses Format weist eine Breite von 8 Millimetern auf, nur ein Rand des Films ist perforiert und verglichen mit dem Normal-8-Format ist das Perforationsloch deutlich kleiner. Der Bildstrich befindet je zwischen zwei Löchern der Performation. Die Größe des Bildfeldes beträgt 5,46 × 4,01 Millimeter. Auf den Film können zwei Magnettonpisten von unterschiedlicher Breite aufgebracht werden. Kopien konnten unter Umständen auch mit Licht-Ton gefertigt werden. 1964 wurde das Format auf der Photokina und 1965 auf der IPEX vorgestellt.

Doppel-Super-8, seit 1966 ist dieses Format im Handel. Es wird international auch "Double-Super-8" oder "DS-8" genannt. Seine Breite beläuft sich auf 16 Millimeter, beide Ränder des Films sind perforiert. Das Format wird wie der herkömmliche Doppel-8-Film verwendet und hat eine Super-8-Perforation. Wie der Single-8 stellt der Doppel-Super-8 eine interessante Möglichkeit dar, die technischen Nachteile der Super-8-Kassette zu vermeiden.

Die wichtigsten Komponenten eines Filmprojektors

Die wichtigsten Bestandteile eines Filmprojektors sind:
  • Die Lichtquelle: Bei dem 35-Millimeter-Film, wie er in aller Regel in Kinos gespielt wurde, waren dies früher Kohlebogen-Lampen, in neueren Zeiten waren es Xenon-Bogenlampen mit üblicherweise zwischen 900 Watt und 10 Kilowatt elektrischer Leistung. Die größten im Handel befindlichen Xenon-Lampen haben 7.000 Watt. Bei 16-mm-Filmen werden zum Teil Xenon-Lampen, zum Teil Halogen-Glühlampen eingesetzt. 8-mm-Filmprojektoren weisen fast immer Halogen-Glühampen auf. Die frühen 35-Millimeter-Filmprojektoren für den privaten Gebrauch verwendeten auch normale Glüh-Lampen oder gar Petroleum-Lampen.
  • Der Filmantrieb, der den Film in der Dunkelphase transportiert, um ihn in einer Phase der Helligkeit möglichst lange projizieren zu können. Beispielsweise kann dies ein Malteser-Kreuz-Gesperre in Verbindung mit einer Schaltrolle oder einem Greifer sein. Der Film läuft in einer sogenannten Film-Bahn. Hierin läuft er quer, längs und entsprechend der optischen Achse.
  • Das Ton-Gerät für Magnet- oder Licht-Ton, hier werden die Tonspuren des Filmes abgetastet.
  • Die Umlaufblende wird auch Sektor-Scheibe genannt, diese Komponente unterbricht den Lichtstrahl, während der Film transportiert wird, und dann noch ein weiteres Mal während des kurzen Zeitraums, in dem das Bild gezeigt wird.
  • Die Bildmasken oder auch Bildfenster für die unterschiedlichsten Bild- oder Projektionsformate, damit Performation und Tonspur nicht ebenfalls auf der Leinwand sichtbar werden.
  • Ein Kondensor, welcher die Lichtquelle auf die Blendenebene des Objektivs projiziert.
  • Das Projektionsobjektiv, das das Bild entzerrt oder scharf sowie in der richtigen Größe auf die Bildwand projiziert.

Wie der Film im Projektor geführt wird

Der gewundene Weg, den der Film innerhalb des Projektors zurücklegt und der als Filmkanal bezeichnet wird, ist mit mehreren Rollen und Zahnrollen bestückt. Diese sind mit seitlichen Stegen ausgestattet, welche dafür sorgen, dass der Film genau mittig in der Laufrichtung liegt. Eine erste Zahnrolle zieht den Film aus der sogenannten Abwickelspule, die sich in der oberen Feuerschutztrommel befindet. Bei Spulentürmen und Tellerbetrieb sorgen hierfür vorgesehene Motoren für kontinuierliche Zuführung des Films. Es folgt eine erste, obere Filmschlaufe als Übergang von der kontinuierlichen Bewegung zum Transportieren und Abstoppen durch die Schaltrolle. Oberhalb dieser Schlaufe befindet sich der Filmriss-Schalter, der angehoben wird, wenn sich bei einem Filmriss der Film zwischen Vorwickelrolle und Filmkanal anstaut. Dadurch werden Ton-Lampe und Antriebsmotor abgeschaltet, darüber hinaus schließt sich eine Lichtschutzklappe vor dem Bildfenster. Da in früheren Zeiten feuergefährliche Nitro-Filme eingesetzt wurden, war ein Brandschalter vorgesehen, der durch eine separate Nitrofilm-Schleife vorgespannt wurde. Wen nun die durchlaufende Kopie zu brennen begann, verbrannte auch diese Schleife und löste den Brandschalter aus. Hierbei wurde die gleiche Funktion wie beim Filmriss-Schalter ausgelöst. ZU alledem wurden auch noch Fallklappen vor den Schau- und Projektionsöffnungen der Vorführkabine ausgelöst.
Im Filmkanal wird der jeweilige Film zwischen Film-Bahn mit Samtauflage und zwei Andruckkufen geführt. Im Bildfenster der Maske wird ein entsprechender Bildausschnitt von der Lampe beleuchtet und vom im Objektivträger eingespannten Objektiv projiziert. Zur Kühlung des Apparates bzw. des Films im Filmkanal ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich ein Kühlwasseranschluss mit Zu- und Ablauf vorhanden. Einige Geräte-Varianten verfügen zusätzlich zur Wasserkühlung über eine zwischen Lampe und Bildfenster angeordnete Druckluftkühlung des Bildfensters oder einen Wärmeschutzfilter.

Auch heute noch im Handel befindliche Schmalfilm-Projektoren

Auch heute noch gibt es ein großes Angebot von teilweise antiquarischen Schmalfilm-Projektoren. Beispiele hierfür sind:
  • S8/8 Millimeter Schmalfilm-Projektor MeOpta - MEOLUX Projektor Meopta Meolux 85113
  • antiker 35mm Schmalfilmprojektor Bing-Werke AG Nürnberg
  • Schmalfilmprojektor RUSS 8 Millimeter Normal & Super-8 Filme plus Bedienungsanleitung
  • Kodascope acht Modell 44 Schmalfilmprojektor Projektor Film Baujahr 1937
Wer zu Hause durch eine Schmalfilm-Vorführung realisieren möchte, wird sich gern mit den entsprechenden Filmprojektoren und ihrem Zubehör beschäftigen. Die entsprechenden Komponenten für die Vorführung von Filmen Verwendung der Projektoren, die sich durchaus auf die gesamte Zeit der vergangenen Geschichte der Darstellung von Filmen beziehen und überaus historischen Charakter haben können, lassen sich bei etlichen Anbietern beziehen. Hier reicht das komplette Portfolio von den Anfängen der Filmvorführung bis in die heutigen Tage hinein und das eine oder andere Schnäppchen - sowohl in preislicher als auch Sammlerhinsicht wartet hier darauf, den Weg zu interessierten neuen Besitzern zu finden. Bevor Sie sich für das passende Format entscheiden, lohnt es durchaus, sich zunächst eingehend mit den verschiedenen Möglichkeiten zu beschäftigen.
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