So gelingt die Bepflanzung der Flachwasserzone in Ihrem Gartenteich

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Gewusst wie: Flachwasser stellt besondere Anforderungen an die Bepflanzung des Gartenteichs

In jedem Garten stellen Teiche einen besonderen Blickfang dar: Weil sich in ihnen oft Pflanzen und Tiere selbstständig ansiedeln und weil Wasser grundsätzlich Ruhe und Erfrischung bedeuten, richten sich viele Gartenbesitzer am Ufer eine Sitzecke ein: Von einer Gartenbank lässt sich der Blick auf den Teich genießen. Ganz besonders wichtig ist die richtige Gestaltung der Teichanlage, wenn Sie viel Freude daran haben wollen. Deshalb müssen Sie verschiedene Punkte beim Bau Ihres Teiches gut bedenken und beachten.

Bewusst naturnah oder eher künstlich designt?

Wenn Sie darüber nachdenken, einen Teich anzulegen, steht ganz am Anfang die Frage: Soll der Teich naturnah sein? Dann stellt er für einheimische Pflanzen und Tiere eine Art Ersatzbiotop dar und ergänzt das Angebot an Kleingewässern in Ihrem Wohnumfeld. Selbstverständlich ist eine solche Bereicherung der Umwelt durch einen Gartenteich eine gute Sache. Die Entscheidung dafür hat aber auch gewisse Konsequenzen: Sie sollten, wenn Sie einen naturnahen Teich bauen, nur einheimische Pflanzenarten verwenden und falls Sie Tiere in den Teich einsetzen möchten, darauf achten, dass die von Ihnen gewählten Tierarten zur einheimischen Fauna gehören.

Sie können sich selbstverständlich auch dafür entscheiden, dass der Teich nicht unbedingt ein einheimisches Gewässer nachahmen soll: Ob Sie Koikarpfen halten wollen, asiatische oder afrikanische Schwimmpflanzen auf Ihrem Teich wünschen, einen Springbrunnen integrieren wollen oder ob Sie bunte Lichteffekte in der Nacht setzen möchten: Planen Sie es möglichst konsequent von Anfang an.

In der Flachwasserzone, also dem Gebiet des Teiches zwischen Sumpfbeet und Tiefwasserbereich, sollten Sie die meisten Pflanzen setzen. Unsere einheimischen Wasserpflanzen sind häufig recht robust und neigen dazu, oft schon sechs Wochen, nachdem Sie den Teich angelegt haben, durch ihr üppiges Wachstum zu verblüffen. Wenn Sie in direkter Nachbarschaft Exoten pflanzen, müssen Sie unter Umständen mit ansehen, wie diese nicht-einheimischen Pflanzen in nur einer Saison vollkommen verdrängt werden. Das ist ärgerlich, gerade weil exotische Pflanzen oft teurer in der Anschaffung sind als einheimische. Unter diesem Aspekt ist es eben wichtig, dass Sie planvoll vorgehen.

Wie Sie die Flachwasserzone in sich nochmals untergliedern können

Zunächst einmal gilt es festzustellen, dass Flachwasser nicht gleich Flachwasser ist. Egal, ob Ihr Gartenteich direkt in den Boden gegraben und mit Lehm sickerfest gemacht wurde, ob er gemauert oder betoniert ist, ob Sie Teichfolie oder eine Teichschale verwendet haben, um ihn wasserdicht nach unten abzuschließen: Die Flachwasserzone reicht von einer Tiefe ab etwa 20 Zentimeter bis hinab auf circa 60 Zentimeter. Diese 40 Zentimeter umfassende Spanne taugt für sehr unterschiedliche Pflanzen und natürlich mögen dabei manche eher den flacheren Bereich, andere bevorzugen eine größere Wassertiefe. Deshalb sollte das Wasser rings um Ihren Gartenteich nicht überall schlagartig von 20 auf 60 Zentimeter absinken. Sie können zum Beispiel zwei umlaufende Stufen in die Flachwasserzone einarbeiten. Oder aber Sie gestalten Ihren Flachwasserbereich ganz bewusst mit unterschiedlichen Höhenniveaus, die einmal ansteigen, dann wieder sanft abfallen. Wichtig ist, dass Sie dabei darauf achten, dass ein freier Wasseraustausch zwischen allen Teichbereichen möglich ist.

Besonders Tierliebhaber sollten bei der Gestaltung von Sumpf- und Flachwasserzone im Auge behalten, dass Larven und Jungtiere immer für die sensible Phase, wenn sie noch sehr klein sind, eine sichere Zuflucht benötigen, um heranwachsen zu können. Eine Art Schutzzaun können Sie vor allem für Jungfische und Kaulquappen im Bereich der Flachwasserzone Ihres Teiches einrichten – auch in der freien Natur würden Jungtiere im seichten Wasser Schutz vor Fressfeinden suchen. Eine Barriere, die einerseits vor größeren Fressern schützt, wie zum Beispiel vor ausgewachsenen Fischen, die andererseits aber den Durchschlupf der Jungtiere und Larven ermöglicht, kann aus Pflanzenstängeln bestehen. Vor allem kleine Schilf- oder Binsengürtel eignen sich, um unerwünschte große Fische aus bestimmten Regionen Ihres Teiches fernzuhalten. Das Wasser kann durch die Pflanzen frei zirkulieren, die Jungtiere können sich ebenfalls ungehindert bewegen, aber die Pflanzen stellen ein Hindernis für größere Organismen dar. Mit ein bisschen Geschick können Sie auch selbst aus biegsamen Weidenruten solch eine Barriere flechten – aber Vorsicht: Weiden können lange, nachdem sie geschnitten wurden, noch ausschlagen!

Wie betten Sie Ihre Pflanzen ein?

Mit Ausnahme vom Schwimmpflanzen können Sie nicht einfach Gewächse in Ihren Teich setzen und darauf hoffen, dass die schon irgendwo Wurzeln schlagen werden. Teichpflanzen müssen einbettet werden. Es gibt ein großes Angebot von verschiedenen Pflanzerden, die sich dafür ideal eignen. Normalerweise reicht es, wenn Sie all Ihre Wasserpflanzen in sogenannte Teicherde einbetten. Für Seerosen, die es nebenbei bemerkt auch für geringere Wassertiefen gibt, können Sie selbstverständlich spezielle Seerosenerde wählen. Viel wichtiger als die Frage nach der Spezialerde ist die, wo hinein Sie Erde und Pflanze einfüllen, denn da gibt es wieder mehrere Möglichkeiten.

Was sind Vor-und Nachteile eines Kiesbettes?

Wenig spricht aus Gründen der Praktikabilität dafür, in Kies zu pflanzen. Erde und Wasserpflanzen einfach in flache Mulden zu setzen, die Sie auf dem Boden der Flachwasserzone aufschütten und formen, ist gewiss der natürlichste Weg, den Teich zu begrünen. Die Pflanzen können frei und ungehindert im Kiesbett ihre Wurzeln ausstrecken – und genau das tun sie dann auch. Abgesehen davon, dass Kies schwer ist und dass Sie ihn zum Teich transportieren müssen, hat die Bettung der Wurzeln zwischen Steine den Nachteil, dass die Pflanzen ungehindert in alle Richtungen wachsen. Später können Sie den sicher entstehenden Schlamm auf dem Teichboden schlecht zwischen den Kieseln entfernen. Die Pflanzen lassen sich nicht gut teilen und schon gar nicht als Ganzes versetzen, wenn sie in Kies wurzeln.

Was spricht für eine Einbettung der Pflanzen in Kunststoffkörbe?

Vieles spricht für die Verwendung von Pflanzkörben aus Plastik. In aller Ruhe können Sie am Ufer auch Arrangements verschiedener Pflanzen zusammenstellen und in Wasserpflanzenerde betten. Kies auf der Oberfläche sorgt dafür, dass beim Absenken des Korbes nicht allzu viel Erde aufwölkt. Außerdem bildet der Kies den notwendigen Ballast für die Körbe. Der Pflanzkorb stellt eine gute Barriere dar: Es dauert eine Zeit, bis sich Rhizome bilden, also Ausläufer der Pflanzen, die Neuland erobern wollen – und diese Ableger können Sie einfach kappen, damit die Teichanlage lange so bleibt, wie Sie sie konzipiert haben. Wenn Sie doch einmal umräumen möchten oder sich der Standort eines Gewächses als ungünstig erwiesen hat, ist ein Umbau mit Pflanzkörben einfach möglich

Wenn es Ihnen widerstrebt, in Ihrem Teich Kunststoff zu verwenden, dann greifen Sie doch auf Weidenkörbe zurück. Sie können beim Pflanzen dieselben Vorteile nutzen wie bei den Plastikmodellen, aber die Weidenschalen verrotten mit der Zeit. Dann machen sich Wurzeln wieder ungehindert breit und an ein Versetzen der Pflanzen ist meist bald nicht mehr zu denken.

Welche Pflanzen können Sie im Flachwasser setzen?

Bei den Gewächsen im flachen Bereich des Teiches ragen Blätter und Stängel mehrheitlich über die Wasseroberfläche. Im Prinzip gilt hier bei der Bepflanzung dasselbe wie überall im Garten: Beachten Sie die Blütezeiten, damit jederzeit während der Vegetationsperiode auch Blüten sichtbar sind. Wenn Sie es ganz genau nehmen, können Sie natürlich die Pflanzen auch so zusammenstellen, dass bestimmte Farbakzente gesetzt werden. Studieren Sie darüber hinaus, wie hoch die verschiedenen Pflanzen werden. Zur Mitte des Teiches hin sollten die Gewächse angesiedelt werden, die am höchsten wachsen. Aber bedenken Sie bitte, dass Sie Ihre Seerosenblüte nicht verpassen!

Fieberklee gehört mit 20 bis 30 Zentimetern zu den niedrigen Flachwassergewächsen. Tannenwedel wird lediglich bis 40 Zentimeter hoch und ist insgesamt recht unscheinbar, jedoch als Sauerstofflieferant von Bedeutung. Einfacher Igelkolben, der weniger mit seiner Blüte als mit den stacheligen Fruchtständen besticht, ziert lange Zeit, hat aber den Nachteil, dass er sich stark ausbreitet. Bunter Kalmus verfügt über grün und weiß gestreifte Blätter. Froschlöffel, der große, filigran verzweigte Blütenstände hat, wächst bis zu einem Meter hoch. Die Schwanenblume, die sich stark versät, blüht den ganzen Sommer lang weiß, rosa oder rot. Sehr dekorativ in gelb oder lila blühen die Sumpfschwertlilien. An ihren Stängeln und Blättern kann man oft Libellenjungfern beim Schlüpfen zusehen. Pfeilkraut blüht ebenfalls recht lang zwischen Juni und August. Hechtkraut hat tiefblaue Blüten und setzt damit schöne Farbakzente. All diese Gewächse sowie Zwergsimsen sind Beispiele für typische Flachwasserpflanzen. Den dekorativ blühenden Zungen-Hahnenfuß, der mit seinen bis zu 150 Zentimetern Wuchshöhe die größte dieser Pflanzen ist, setzen Sie besser nur in ausreichend großen Teichen ein, denn er neigt dazu, sich stark auszubreiten.

Wenn Sie Teichpflanzen im Container kaufen, sollten Sie sich unbedingt die Mühe machen, falls Wasserlinsen – auch Entengrütze genannt – auf der Erde haftet, diese notfalls Blättchen für Blättchen mit der Pinzette abzuzupfen. Nur eine einzige Pflanze wird sich in Ihrem neu angelegten Teich sonst sehr schnell unausrottbar breitmachen. Wasserlinsen sind aus einem begrünten Gewässer zwischen den dort wachsenden Pflanzen einfach nicht restlos zu entfernen und können ganze Teiche überziehen.

Vorsicht auch bei allen Schilfgewächsen: Sie werden von unerfahrenen Teichgärtnern zunächst mit großer Begeisterung gesetzt, weil sie ein neu angelegtes Gewässer schnell begrünen. Aber mit Schilf ist das buchstäblich eine zweischneidige Sache: Es gibt dem Gewässer zwar schnell ein natürliches Aussehen, entzieht dabei auch dem Wasser viele Nährstoffe und sorgt auf diese Weise dafür, dass keine Trübungen durch Algen entstehen und dass es klar bleibt. Aber wenn Sie einmal Schilf im Teich haben, werden Sie es nie wieder los! Die scharfkantigen Blätter können so stark schneiden, dass Sie nur mit dicken Lederhandschuhen im Schilf arbeiten sollten.

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