So führen Sie Wärme richtig ab – ein Leitfaden

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So führen Sie Wärme richtig ab – ein Leitfaden

Die Verwendung von Kühlkörpern für die CPU oder die Grafikkarte reicht alleine nicht aus, um die heiße Luft aus einem PC-Gehäuse zu befördern. Ebenso wichtig sind die Gehäuselüfter, mit denen ein Luftstrom erzeugt werden kann, der durch das ganze Gehäuseinnere führt. Auf diese Weise tragen Sie dazu bei, dass die Gesamttemperatur im Computer abgesenkt wird.

Darum ist die Kühlung des PCs so wichtig

Die ausreichende Kühlung des Computers ist für Sie von größter Bedeutung. Nur ein System, das auf einer angemessenen Temperatur operieren kann, ist leistungsfähig und stabil zugleich. Sämtliche Komponenten des Computers wie etwa der Hauptprozessor, die Grafikkarte und die Festplatten sowie das Netzteil produzieren Abwärme in hohem Maße und werden damit im Zeitablauf heißer. Wenn dieser Entwicklung nicht gegengesteuert wird, kommt es ab einem gewissen Punkt zur Überhitzung und das System wird ausfallen. Ein solcher Ausfall kann in einem einfachen Einfrieren des Bildschirms bestehen oder in schlimmeren Fällen in einem Defekt einer Komponente. Damit es zu einem solchen Szenario nicht kommt, müssen Sie eine Kombination aus Kühlern und Lüftern oder Wasserkühlungen verwenden, um die Temperaturen auf einem angemessenen Niveau zu halten. Ganz besonders wichtig ist hierbei jedoch der letzte Schritt, bei dem durch die Gehäuselüfter die Abluft aus dem Inneren des Computers geleitet wird und endgültig kein Problem mehr darstellt.

Bei welcher Temperatur kommt es zu Problemen?

Ab welcher Temperatur sich Probleme ergeben, hängt dabei von der jeweiligen Komponente ab. Eine Grafikkarte ist für sehr viel höhere Temperaturen spezifiziert als etwa die Speicherbausteine oder die Chips auf einer Festplatte. Bei der Lüftung des Gehäuses jedoch spielen nicht die Temperaturen der einzelnen Komponenten eine Rolle, sondern die Gesamttemperatur. Sie ist das Ergebnis der von allen Komponenten abgeleiteten Luft in das Innere des Gehäuses mittels passiver und aktiver Kühlungen. Einige Chips erhalten auch gar keine Kühlung und geben die Hitze damit direkt ab. Die Aufgabe einer guten Gehäuselüftung besteht nun darin, diese Luft in Bewegung zu setzen und aus dem Gehäuse zu leiten. So können Sie die Gesamttemperatur absenken und dafür sorgen, dass ein stabiler Betrieb des Systems möglich wird.

Eine gute Lüftung realisieren

Um eine gute Lüftung zu realisieren, müssen Sie sich dabei über folgende Fragen Gedanken machen: Welche Lüfter kann ich in meinem System verbauen und welche sind notwendig, um eine ausreichende Lüftung zu konstruieren? Wie müssen diese Lüfter platziert werden, damit der Luftstrom im Inneren des Gehäuses möglichst alle Komponenten erfasst und die Luft dennoch auf möglichst direktem Wege aus dem Computer leitet? Und auf welche Weise können geschickt platzierte Lüftungsgitter bei der Bewältigung dieser Aufgaben helfen?

So werden passende Gehäuselüfter ausgewählt

Bei der Auswahl der Gehäuselüfter müssen Sie berücksichtigen, welche Leistung Sie benötigen und welche Montageplätze Ihr Gehäuse anbietet. Die meisten Montagegelegenheiten für Lüfter finden Sie in den großen Big-Towern, doch auch Midi- und selbst Mini-Tower können bis zu drei Lüfter oder sogar mehr beherbergen. Big-Tower hingegen können sechs oder noch mehr Lüfter aufnehmen und bieten damit deutlich mehr Möglichkeiten. Bei besonders kleinen Gehäusen wie etwa ITX-Gehäusen ist es hingegen häufig so, dass Lüfter in Standardgröße gar nicht verbaut werden können bzw. dass Sie sich mit den Lüftern der Komponenten selbst begnügen müssen.

Lüftergrößen

Zur Auswahl stehen Ihnen im Wesentlichen Lüfter in den Größen 80-, 120- und 140-mm. In Ausnahmefällen können auch noch kleinere oder noch größere Lüfter zum Einsatz kommen. Ein größerer Lüfter deckt eine größere Fläche ab und kann bei gleicher Rotationsgeschwindigkeit mehr Luft bewegen. Das ist bei der Lüftung des Gehäuses grundsätzlich von Vorteil, hat jedoch auch seinen Preis. So müssen Sie darauf achten, dass für diese Lüfter in der Regel am wenigsten Montageplätze zur Verfügung stehen, da diese Modelle sehr ausladend sind und nicht überall im Gehäuse verbaut werden können. Meistens werden diese Lüfter auf der Vorderseite installiert und dienen dem Ansaugen von Luft von außen.

Gezielter eingesetzt werden können hingegen die kleineren Lüfter mit 80 mm. Diese Lüfter haben einen sehr konzentrierten Luftstrom und sind zum Beispiel dann geeignet, wenn Sie die Luft gezielt auf eine einzelne Komponente lenken wollen. Diese Lüfter werden häufig auf der Rückseite des Towers verbaut und überall dort, wo die großen 120-mm-Lüfter keinen Platz finden. Die kleinen Lüfter haben jedoch den Nachteil, dass sie bei gleicher Umdrehungszahl pro Minute (RPM) lauter sind als Lüfter mit einem größeren Durchmesser. Aus diesem Grund wird die Anzahl der kleinen Lüfter häufig reduziert, wenn die Geräuschreduktion das Ziel ist. Hier müssen Sie ein Gleichgewicht zwischen Leistung und Lautstärke finden.

So wird ein effektiver Luftstrom konstruiert

Damit die Lüftung des Computers ihre Aufgabe optimal erfüllen kann, ist ein funktionierender Luftstrom die wichtigste Voraussetzung. Entgegen der häufig gemachten Annahme, dass es stets vorteilhaft sei, die Luft auf direktem Wege aus dem Gehäuse zu befördern, kann ein Luftstrom sinnvoll sein, der die heiße Luft längere Zeit durch den Tower bewegt. Der Grund hierfür ist darin zu sehen, dass ein solcher Luftstrom einen Zug entwickelt, der alle Teile des Gehäuses erfassen kann, die Luft schneller bewegt und so zu einer gründlicheren Ableitung der Hitze sorgt.

Anordnung der Lüfter

Welche Form ein solcher Luftstrom annehmen sollte, hängt dabei von den jeweiligen Gegebenheiten Ihres Systems ab. Die klassische Anordnung der Lüfter sieht so aus, dass kalte Luft auf der Vorderseite des Towers angesaugt und auf der Rückseite des Towers wieder nach draußen geleitet wird. Auf diese Weise wird ein einfacher Luftstrom erzeugt, der in gerader Linie von vorne bis nach hinten durch das Gehäuse führt. Ebenfalls möglich ist es, dass die Luft auch auf der Rückseite von außen angesaugt und durch Lüfter im Gehäuseboden nach oben befördert wird. Auf diese Weise wird die heiße Luft in Richtung des Netzteils getrieben, das bei größeren Towern zumeist über dem Mainboard installiert wird. Die Abluft wird dann vom Lüfter des Netzteils nach draußen transportiert. Es können keine allgemeinen Aussagen dazu gemacht werden, welche Form des Luftstroms am effektivsten wäre. Hier müssen Sie experimentieren, bei welcher Anordnung der Lüfter sich im Gehäuse die niedrigsten Temperaturen ergeben.

In vielen Fällen ist es tatsächlich so, dass sich ein solcher Luftstrom in einem kleinen Gehäuse leichter realisieren lässt als in einem großen Tower. Das liegt daran, dass in einem großen Gehäuse mehr freies Volumen vorhanden ist, in dem die Luft ebenfalls in Bewegung gebracht werden muss, wofür mehr Lüfter notwendig sind. Zudem bringen die vielen freien Räume im Gehäuse das Problem mit sich, dass die Luft sich schnell in mehrere Richtungen verteilt und dadurch schlechter gelenkt werden kann. Bei einem großen Tower ist es daher ganz besonders wichtig, dass die gesamte Luft im Gehäuse in Bewegung gebracht wird. Realisiert werden kann das durch die Verwendung größerer Lüfter und durch eine größere Anzahl von Lüftern.

Eine weitere wichtige Frage besteht darin, ob ein Lüfter ansaugen oder ableiten soll. Auf dem Gehäuse fast aller Lüfter werden Pfeile aufdruckt, die die Bewegungsrichtung der Luft angeben. Zu Beginn des Luftstroms muss die Luft angesaugt werden, am Ende des Luftstroms muss sie nach außen geleitet werden. Sollten sich trotz der Installation mehrerer Lüfter noch immer Temperaturprobleme ergeben, kann es hilfreich sein, eine andere Orientierung der Lüfter auszuprobieren.

Lüftergitter und anderes wichtiges Zubehör

Durch das passende Zubehör kann die Lüftung des Gehäuses auf vielfältige Weise unterstützt werden. Hierzu gehören insbesondere Lüftergitter, Staubfilter und anderes Zubehör aus dem Bereich des PC-Moddings. Der Staubfilter ist im Prinzip ein Komplementärprodukt zum Lüfter und sollte in keinem Computer fehlen. Der Staubfilter verhindert, dass die Staubpartikel sich mit der Zeit auf den Rotorblättern der Lüfter absetzen und damit dafür sorgen, dass deren Leistung eingeschränkt wird. Bei einer Luftkühlung besteht grundsätzlich das Problem, dass durch die Bewegung von viel Luft auch viel Staub in das Gehäuse geleitet wird. Diesem Problem sollten Sie durch die Installation von Staubfiltern begegnen. Hiermit vermeiden Sie auch, dass Sie das Gehäuse allzu häufig öffnen und reinigen müssen.

Ebenfalls sinnvoll ist die Verwendung von Lüftergittern. Die Lüftergitter stellen weitere Öffnungen im Gehäuse zur Verfügung, durch die die Abluft nach draußen transportiert werden kann. Solche Lüftergitter können in die Seitenwand des Gehäuses eingelassen sein oder auf der Rückseite des Computers verwendet werden. Ein Lüftergitter sorgt dafür, dass Luft sich frei bewegen kann und das Gehäuse trotzdem abgeschlossen bleibt.

Steuerung der Lüftung per Mainboard oder Netzteil

Den letzten Feinschliff geben Sie der Lüftung Ihres Computers durch eine kluge Steuerung der Lüfter. Deren Umdrehungszahl sollte dem Bedarf angepasst werden, sodass unter Last und im Falle der Übertaktung der Komponenten die Lüfter schneller drehen und damit mehr Luft bewegen. Die Steuerung der Lüfter kann auf vielfältige Weise realisiert werden, wird in der Praxis aber in der Regel vom Mainboard übernommen. Eine Steuerung über das Mainboard bzw. dessen BIOS erfolgt automatisch, Sie können als Anwender jedoch im BIOS auch manuelle Einstellungen vornehmen. Damit die Lüfter geregelt werden können, müssen diese direkt an das Mainboard angeschlossen werden und über die Funktion des PWM verfügen. Hierbei handelt es sich um ein Powermanagement, das die Regulierung der Drehzahl erlaubt. Sollte ein Lüfter über kein PWM verfügen, ist eine Regelung nicht möglich. Sollten Sie in Ihrem Computer besonders viele Lüfter verbauen wollen und das Mainboard hierfür nicht genügend Anschlussmöglichkeiten bieten, können Sie einzelne Lüfter auch an das Netzteil anschließen. In vielen Fällen ist auch das Netzteil in der Lage, eine Regelung vorzunehmen.

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