So fotografieren Sie bei Nacht mit Ihrer Sucherkamera

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So fotografieren Sie bei Nacht mit Ihrer Sucherkamera

Nachtaufnahmen gehören zu den interessantesten Herausforderungen für Hobbyfotografen. Motive, die bei Tage eher uninteressant sind, können bei nächtlichen Lichtverhältnissen einen ganz besonderen Reiz erlangen. Das kann an der Konzentration auf Formen und Silhouetten liegen, die das Verschwinden der Farben des Tages mit sich bringt. Es kann aber auch an den Effekten verschiedener nächtlicher Lichtquellen liegen, seien es Himmelskörper oder nächtliche Beleuchtung auf der Erde. Nicht zuletzt reizt das kühle Licht der Sterne und des Mondes, mit Nachtaufnahmen zu experimentieren. Noch interessanter wird es, wenn Planeten, Kometen oder Lichtreflexe wie die Nordlichter am Himmel sichtbar werden.

Allerdings sind es gerade die interessanten Lichtverhältnisse, die Nachtaufnahmen zu einer gewissen Herausforderung machen. Als Schnappschuss ohne jede Vorbereitung gelingen die Aufnahmen eher selten. Die Ausrüstung dazu ist aber durchaus erschwinglich. Auch mit relativ einfach gebauten Sucherkameras können wirklich gute Aufnahmen gelingen. Ergänzt mit einigen Zubehörteilen und beispielsweise einer großen Kanne Kaffee gegen die Müdigkeit bringen Ihnen diese Apparate wunderschöne Aufnahmen von den Stunden zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.

Das brauchen Sie für Nachtaufnahmen mit einer Sucherkamera

Die Ausrüstungsgegenstände, die für Nachtaufnahmen benötigt werden, sind keine vollkommen speziellen Geräte und Zubehörteile. Alle können auch für andere Aufnahmen verwendet werden, einige sind aber bei Aufnahmen im Dunkeln fast unersetzbar.

Sucherkamera

Selbstverständlich benötigt man für Aufnahmen mit Sucherkamera zunächst einmal die Kamera. Sucherkameras sind leichter als Spiegelreflexkameras, weil die Suchoptik getrennt von der Aufnahmeoptik ist und das Bild vom Aufnahmeausschnitt nicht über das komplexe Spiegelsystem geleitet werden muss. Natürlich entfällt auch der Mechanismus, mit dem das Spiegelsystem für die Aufnahme aufgeklappt wird. Bei den Sucherkameras gibt es Modelle mit Wechseloptik und mit festem Objektiv. Letztere sind vor allem als Kompaktkameras bekannt und für Nachtaufnahmen weniger geeignet. Modelle mit Wechseloptik erlauben in der Regel wie die Spiegelreflexkameras neben automatischer auch eine manuelle Einstellung der Aufnahmeparameter wie Entfernung, Blendenöffnung und Verschlusszeit. Am besten sind Sucherkameras mit manueller Einstellmöglichkeit für Nachtaufnahmen geeignet. Weil Sucherbild und tatsächliche Aufnahme leicht voneinander abweichen können, sollten Sie darauf achten, dass die Bildgestaltung nicht von einer vollkommenen Übereinstimmung mit dem im Sucher erscheinenden Bild übereinstimmt und minimale Abweichungen beim fertigen Bildausschnitt in die Überlegungen einbeziehen.

Stativ

Ein fast unersetzliches Hilfsmittel bei Nachtaufnahmen ist ein Stativ. Auch bei langen Blendenöffnungszeiten bleibt die Kamera unbeweglich an ihrem Ort, ohne dass die Aufnahme verwackelt. Manuell lässt sich das nur annähernd erreichen, wenn die Kamera fest aufgesetzt werden kann und man es schafft, sich während der Aufnahme so still zu halten, dass der Fotoapparat nicht verrutscht. Natürlich schränkt diese Behelfsmethode die Motive stark ein. Sie müssen im Aufnahmebereich der auf diese Weise in ihrem Bewegungsradius stark eingeschränkten Kamera sein. Aus Fenstern heraus oder beispielsweise an Mauern können so aber auch schöne Bilder gelingen. Bei langen Blendenöffnungszeiten freihändig zu fotografieren gelingt nur sehr wenigen Fotografen. Wichtig ist eine gute Standfestigkeit des Stativs, darum sind Dreibeinstative für Nachtaufnahmen die vorteilhafteste Lösung. Auch der Mechanismus zum Festschrauben der Kamera muss einwandfrei funktionieren, damit der Apparat nicht durch Abstürze zu Schaden kommen kann.

Fernbedienung

Ideal ist es, wenn man eine Fernbedienung mit Kabel an die Kamera montieren kann. So können Erschütterungen an dem empfindlichen Apparat vermieden werden, die durch das Bedienen des Auslösers bewirkt werden. Ersatzweise kann auch ein Selbstauslöser gute Dienste leisten. Hier bleibt nach Einstellen des Auslösemechanismus noch Zeit, den Bildausschnitt zu kontrollieren.

Objektive

Wie beim Fotografieren bei Tageslicht können auch bei Nachtaufnahmen Objektive mit allen Varianten in der Brennweite verwendet werden. Bei Teleobjektiven geht durch die Länge des Objektivs und die Stärke der Linsen besonders viel Licht verloren. Das muss bei der Wahl der Verschlusszeiten berücksichtigt werden. Auch stellte ein Teleobjektiv wegen seines Gewichts bei der Fixierung der Kamera eine besondere Herausforderung dar. Es verschiebt den Schwerpunkt des Fotoapparates weg von dessen Korpus. Eine hohe Stabilität des Stativs ist also von besonderer Bedeutung. Aufnahmen mit aufgelegter und festgehaltener Kamera verlangen eine kräftige und sichere Hand. Weitwinkelobjektive können für Aufnahmen des Sternenhimmels verwendet werden. Aber auch in Glücksfällen wie die Gelegenheit, Nordlicht oder ähnliche Himmelserscheinungen aufnehmen zu können, leisten ihre spezifischen Eigenschaften gute Dienste.

Filter

Filter, die vor das Objektiv geschraubt werden, absorbieren Licht, das für die Belichtung dringend benötigt wird. Darum gibt es nur wenige Filter, die für Nachtaufnahmen zu empfehlen sind. Bei starken Lichtquellen wie nächtlicher Beleuchtung in Städten und bei Anlagen kann eine Gegenlicht- oder Sonnenblende gute Dienste leisten. Sie wird am Objektiv festgeschraubt und schottet es seitlich ab. So werden unkontrollierte Reflexe durch nahe Lampen oder aber einen besonders hellen Mond vermieden. Wenn wegen der nächtlichen Lichtquellen der Kontrast zwischen besonders hellen und besonders dunklen Bereichen des gewünschten Bildabschnitts zu extrem ist, kann ein Verlaufsfilter für einen Ausgleich und eine bessere Tiefenschärfe der dunkleren Region sorgen. Er wird nicht fest an das Objektiv, sondern in einem Rahmen davor geschraubt und sorgt mit verschiedenen, zum Teil verschiebbaren Graustufen für eine Harmonisierung der Dunkel- und Hellbereiche.

Tasche für Zubehör

Gerade bei Nachtaufnahmen und ihren schlechten Lichtverhältnissen ist eine sichere und geräumige Aufbewahrungsmöglichkeit von besonderer Bedeutung. Alle Ausrüstungsteile, die gerade nicht benötigt werden, sollten darin übersichtlich aufbewahrt werden können, damit sie schnell wieder aufgefunden werden können. Natürlich sollte auch die Kamera selbst bei der Motivsuche und nach Ende der Aufnahmen dort stoßsicher verstaut werden können. Auch zur eigenen Sicherheit in Bezug auf Hängenbleiben und Stürze ist eine geräumige Fototasche, die sicher am Körper getragen werden kann, die beste Lösung. Praktisch ist sicherlich, wenn diese Tasche auch eine Taschenlampe enthält, die beim Aufbau oder beim Suchen heruntergefallener Teile schnelle Hilfe leistet.

Fazit

Ein ebenso reizvoller wie herausfordernder Bereich der Fotografie sind Nachtaufnahmen. Auch mit den relativ einfach gebauten Sucherkameras können Sie dabei erfolgreich experimentieren. Einige Hilfsmittel aus dem großen Reservoir des Fotozubehörs können dabei sehr hilfreich sein. Wenn Sie sich von vornherein klarmachen, welche Teile Sie benötigen und welchen Rahmen Ihr Budget hat, ist eine langfristige Zufriedenheit mit der gekauften Ausrüstung garantiert. Dabei können Sie sich auf neue Artikel konzentrieren oder auf gebrauchte Technik zurückgreifen.

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