So findet man Lots und Sammlungen auf eBay

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So findet man Lots und Sammlungen auf eBay

Lots und Sammlungen – die faszinierende Welt der Briefmarken entdecken

Wie, wo und wann einen die Sammelleidenschaft packt, dazu wird jeder Philatelist seine eigene Geschichte erzählen können. Bei manchen ist es eine einzige Briefmarke gewesen, die die Neugier geweckt hat, andere wiederum kommen über das eigene Elternhaus oder durch Freunde in Berührung mit dem Thema – viele weitere Faktoren können eine Rolle spielen. Wichtig bei der Briefmarkensammlerei ist, sich in diesem nahezu unüberschaubaren Feld auf bestimmte Gebiete und Inhalte zu spezialisieren – eine Art Generalsammlung auf die Beine stellen zu wollen, erinnert eher an den Kampf von Don Quijote gegen die Windmühlen.

Zu Beginn vielleicht noch ein paar Begriffserklärungen, gedacht vor allem für Einsteiger, die sich noch in der Orientierungsphase befinden: Als Posten oder Lot wird in der Philatelie im Normalfall eine kleiner Sammlung an Briefmarken bezeichnet, wobei die Grenzen zu umfangreichen Sammlungen fließend sind. Dies hängt vor allem damit zusammen, mit welchen Schlüsselwörtern Anbieter ihre Sammlungen im Internet zum Verkauf anbieten. Manchmal wird auch der Begriff Konvolut als Synonym verwendet.

Als Philatelie wird das systematische Sammeln von Postwertzeichen, Ersttagsbriefen oder auch Ganzsachen bezeichnet. Ersttagsbriefe sind zumeist eine Kombination aus Briefumschlag, Postkarten und Marke, die am Tag der Ausgabe abgestempelt werden. Ganzsachen unterscheiden sich von den Ersttagsbriefen dadurch, dass das Postwertzeichen direkt auf die Karte oder Hülle aufgedruckt ist. Diese sind beliebt bei Sammlern vor allem dann, wenn sie den Postweg durchlaufen haben, also versendet wurden, denn jeder Stempel erzählt seine eigene Geschichte.

Sammeln mit System – ein paar Grundzüge

Lots und Sammlungen bieten generell eine recht gute Gelegenheit, um grundsätzlich in das Thema der Philatelie einzusteigen und die Vielfalt der Motive zu entdecken. Beim Durchstöbern der Angebote ist leicht erkennbar, dass Sammler hier unterschiedlich vorgehen. Daher hier die zwei wesentlichen Arten, wie eine Sammlung aufgebaut werden kann:

  • Nach Ländern/Zeiträumen oder Jahrgängen
  • Nach Motiven

Hat man sich diesbezüglich festgelegt, steht einer etwas zielgerichteteren Suche nichts mehr im Wege. Generell lassen sich Themengebiete noch viel weiter herunterbrechen, um den Suchumfang einzugrenzen. Gerade für Einsteiger empfiehlt es sich, hier gezielt in Abhängigkeit der eigenen Interessen zu suchen. Im nachfolgenden Einkaufsratgeber finden Sie einige Tipps und mögliche Ansatzpunkte. Welche Richtung Sie am Ende einschlagen, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Noch ein Hinweis in diesem Zusammenhang: Bevor Sie loslegen, ist es kein Fehler, ein Startbudget festzulegen.

Erfahrene Sammler werden bei dieser möglichen Vorgehensweise vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber: Jeder hat irgendwann einmal angefangen. Natürlich wird man Sammlungen und Lots nach vielen weiteren Kriterien beurteilen. Wenn möglich, werden diese nach einzelnen Stücken durchforstet, die im eigenen Album noch fehlen. Dabei wird der Kaufpreis verglichen und sorgfältig abgewogen, ob es noch andere Möglichkeiten des Erwerbs gibt. Einem Anfänger fehlt hier in der Regel noch die nötige Erfahrung – die aber mit Sicherheit kommen wird, wenn man am Ball bleibt.

Mit Logik ins Detail und zum Ziel

Genau genommen unterscheidet sich die Suche nach Sammlungen kaum von der nach einzelnen Postwertzeichen. Zunächst einmal muss man sich das notwendige Wissen rund um das persönlich ausgewählte Themengebiet aneignen. Wer sich für spezielle Motive wie etwa Blumen oder Tiere entschieden hat, wird sich etwas leichter tun und im ersten Schritt vermutlich nicht zusätzlich nach Ländern und Zeiträumen aufgliedern, sondern sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Besitzt man selbst ein Pferd, wird man womöglich nach der entsprechenden Rasse suchen. Das können etwa Araber sein oder auch Hannoveraner, um zwei Beispiele zu nennen.

Deutlich mehr Wissen ist erforderlich, wenn man sich etwa auf historische Briefmarken spezialisieren möchte. In diesem Fall muss man schon sehr genau wissen, was man eigentlich sucht. Insgesamt gilt noch anzumerken, dass die Suchergebnisse gerade im Internet davon abhängen, wie Anbieter ihre Einzelmarken oder Sammlungen verschlagworten. Anders gesagt: Durch Ausprobieren von Suchbegriffen kann man deutlich variierende Ergebnisse erzielen. Bei Bedarf besteht zudem die Möglichkeit, die Suche auf internationale Angebote auszuweiten. Ein Beispiel dafür finden Sie im nächsten Abschnitt.

Deutschland, Europa und der Rest der Welt

Glaubt man verschiedenen Zahlen, gibt es weltweit über 600.000 verschiedene Briefmarken, diese lassen sich zum Glück jedoch in einem ersten Schritt in Kontinente, Länder oder Regionen aufgliedern. Dabei handelt es sich zumeist immer noch um ein relativ grobes Raster, die Ergebnislisten fallen entsprechend umfangreich aus. Wer etwa nach Sammlungen von Briefmarken Deutschland sucht, kann sich hier noch viel weiter spezialisieren, zum Beispiel auf die Jahre vor 1945 oder alles, was danach ab 1945 erschienen ist. Wer philatelistisch in die Zeit vor 1945 eintauchen möchte, wird vermutlich das notwendige historische Wissen mitbringen, andernfalls könnte eine solche Sammlung ein eher schwieriges Unterfangen darstellen. Spezialgebiete wären hier zum Beispiel Sammlungen aus dem ehemaligen Protektorat Böhmen und Mähren oder das Saargebiet mit seiner wechselvollen Geschichte. Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrags im Januar 1920 wurde dieses Industrierevier für 15 Jahre von Deutschland abgetrennt als Kompensation für die in Frankreich entstandenen Schäden während des Ersten Weltkriegs. Dieses Beispiel soll exemplarisch veranschaulichen, wie eng die Beziehung zwischen Briefmarken und Historie sein kann. Die erste deutsche Briefmarke – der Schwarze Einser – stammt übrigens aus dem Jahr 1849 und wurde zu seiner Zeit im Königreich Bayern herausgegeben. Nominalwert: ein Kreuzer.

Je nachdem, wie die eigenen Interessen gelagert sind, ist die Vorgehensweise in Bezug auf andere Länder ähnlich strukturiert, nur dass die jeweils nationalen Eckdaten zum Tragen kommen. Wer sich zum Beispiel mit Spanien oder Portugal beschäftigt, wird früher oder später auf deren Kolonialgeschichte mit all ihren Facetten stoßen. Wer weiß, dass Kuba von 1763 bis 1898 eine spanische Kolonie war, kann auch nach entsprechenden Briefmarken suchen. Die frühe Kolonialzeit kann an dieser Stelle vernachlässigt werden. Dies wäre ein ganz spezielles Gebiet, bei dem Sie erst durch die Ausweitung der Suche auf internationale Anbieter einige wenige Lots finden werden.

Ein recht beliebter Ansatz für eine europäische Sammlung sind die sogenannten CEPT-Marken (Conference Europenne des Administrations des Postes et des Telecommunications). Jährlich werden zu ausgewählten Themen Gemeinschaftsausgaben herausgegeben, sodass man gezielt eine Sammlung aus Posten oder Lots selbst anlegen oder erwerben kann – eine sehr schöne Art, sich intensiver mit Geschichte und Kultur der europäischen Länder zu beschäftigen. Die Liste an Beispielen ließe sich hier nahezu unendlich fortsetzen, allerdings sind diese Sammlungen vom materiellen Standpunkt her durch die großen Stückzahlen kaum interessant.

Nach Jahrgängen sammeln – alles zu seiner Zeit

Dass man sich bei Jahrgängen zumeist auf bestimmte Länder konzentriert, ist naheliegend, denn anders könnte man kaum auch nur halbwegs den Überblick behalten. In den allermeisten Fällen gilt die Konzentration genau dem Land, in dem man selbst lebt und mit dem man am ehesten vertraut ist. Beispielhaft seien deutsche Komplettsammlungen aus dem Jahr 2006 genannt, das mit der Fußball-WM als Sommermärchen unzertrennbar verbunden ist. In Österreich könnte ein Schwerpunkt in den Jahrgängen bis 2001 liegen, denn bis zu diesem Jahr gab es noch Briefmarken, die auf Schilling ausgestellt waren. Ein wenig Nostalgie darf bei jeder Sammlung mitschwingen.

Auf die Motive kommt es an

Viele Philatelisten konzentrieren sich auf das Sammeln bestimmter Motive und Motivgruppen – einige Beispiele wurden bereits vorab genannt. Bei dieser Art des Sammelns kann die Vorgehensweise deutlich intuitiver gestaltet werden, die Ziele liegen in der Regel recht klar vor Augen in Form bestimmter Themengebiete. Im Bereich Sport etwa interessiert man sich für die eine Sportart mehr, für die andere eher weniger. Im Fokus steht mit Sicherheit der Fußball, entsprechend werden Posten und Lots angeboten. Bei den Schießsportarten wird das schon schwieriger, hier führt der Weg zum Ziel eher über einzelne Postwertzeichen. Häufig im Vordergrund stehen auch Ereignisse wie Weihnachten, für die es immer wieder ein ansprechendes Angebot an Sammlungen gibt.

Der Weg über den Briefmarken-Katalog

Das Thema Katalog ist vor allem deshalb erwähnenswert, weil es sich schlecht suchen lässt, wenn man keinen genaueren Überblick über das eigene Sammelgebiet hat. Wie soll man in diesem Fall die Frage beantworten, welche Stücke in der Sammlung noch fehlen? Offizielle Kataloge für private Sammlungen und Lots gibt es in diesem Sinne nicht, aber man kann sich auf der Basis von Einzelmarken auf die Suche begeben.

Zu den wichtigen Standardwerken gehört zum Beispiel der Michel-Katalog mit zahlreichen Ausgaben, die sich an Ländern und Regionen sowie an Jahrgängen orientieren. Die Strukturierung gliedert sich wie nachfolgend auf:

  • Deutschland-Kataloge
  • Europa-Kataloge
  • Übersee-Kataloge
  • Spezial-Kataloge

Seit einigen Jahren bringt der Schwanenberg-Verlag zudem Kataloge für Motivmarken heraus, die ebenfalls eine gute Orientierung bieten. Ein Vergleich mit der eigenen Sammlung zeigt zuverlässig auf, welche Postwertzeichen noch fehlen oder um welche der abgebildeten Motive man diese ergänzen möchte. Vor allem für Einsteiger eignen sich die Kataloge von Philex, praktisch bei diesen ist, dass die Michel-Katalognummern übernommen werden. Es besteht daher die Möglichkeit, anhand dieser nach einzelnen Marken zu suchen. Ergeben sich keine Treffer, können die Sammlungen und Lots durchforstet werden, sofern der jeweilige Anbieter Abbildungen mit zur Verfügung stellt.

Für Philatelisten, die sich intensiv mit ihrer Sammlung beschäftigen, bieten sich auch Online-Kataloge an, wie sie Michel zusätzlich zu den Printkatalogen offeriert. Je nach Version sind bei der Nutzung monatlich unterschiedliche Beiträge fällig. Zudem wird sich das Angebot an Software für die Briefmarkenverwaltung in Zukunft sicherlich noch ausdehnen. Zum Teil gibt es auch kostenlose Software im Internet, hier sollte der Käufer auf die Seriosität der Download-Quelle achten.

Weitere Sammelkriterien

Posten, Lots und umfangreichere Sammlungen können natürlich auch nach Kriterien wie postfrisch oder abgestempelt sowie nach vielen weiteren Eigenschaften erstellt werden. Es gibt entsprechende Fachpublikationen sowie Internetquellen, über die Sie weiterführende Informationen erhalten.

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