So finden Sie komplette Motorblöcke für die Ducati Monster auf dem Gebrauchtteile-Markt

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So finden Sie komplette Motorblöcke für die Ducati Monster auf dem Gebrauchtteile-Markt

Sogenannte Naked Bikes sind quasi Klassiker oder zumindest nachempfundene Klassiker, die an frühere Zeiten der Zweiräder erinnern sollen. Das zeigen solche Naked Bikes anhand ihrer gänzlich mangelnden Verkleidung, die beim Motorrad erst gegen Mitte und Ende der 1980er üblich wurde. Bis dahin waren Motorräder schlichtweg nackt oder eben „naked", zeigten offen ihren Motor und daneben lediglich die typischen Elemente wie Lenker, Lampen, Räder, Auspuffanlage, Tank und Sitzbank.

Moderne Rennmaschinen sind aufgrund der besseren Aerodynamik komplett verkleidet, trotzdem sind Naked Bikes bis heute kaum weniger beliebt. Selbst neuere Modelle erlangen mitunter einen gewissen Ruhm, den sich die Hersteller selbstredend zunutze machen - etwa die Ducati Monster. Alles zum italienischen Naked Bike und vor allem dessen Motor, erfahren Sie hier in unserem kleinen „Monster-Ratgeber".

Modellreihe: Die Ducati Monster kam Anfang der 1990er

Zuerst einmal: Die Ducati Monster ist nicht nur ein Modell, sondern eine ganze Modellreihe. Die erste Monster stellte Ducati bereits Anfang der 1990er auf die Räder, genauer 1992. Ein Jahr nach der offiziellen Premiere und somit 1993 rollte die Monster auf den Markt. Für Ducati war oder ist die Monster eine Art Meilenstein, denn mit dem Modell gingen die Italiener neue Wege.

Mitten in einer Unternehmenskrise setzte Ducati zur Reduzierung der Kosten auf das heute überall gängige Baukastensystem. Der Motor der ersten Ducati Monster wurde beispielsweise aus der Supersport-Serie übernommen, Rahmen und Fahrwerk - jeweils in einigen Details modifiziert - von der Superbike-Reihe Ducati 851 beziehungsweise Ducati 888.

Ducatis Rechnung sollte aufgehen, zumal auch das schlichte Streetfighter-Design aus der Feder von Miguel Angel Galluzzi überzeugen konnte. Der ersten Monster M900 folgten mehr oder weniger schnell weitere Versionen und Entwicklungen. Schon 1994 kam die Monster M600 in den Handel, 1996 die Monster M750. 1997 folgten außerdem die besonderen Monster Dark-Modelle, die allesamt und ausschließlich in Schwarz lackiert sind.

Nackt, aber modern: Die Ducati Monster wird noch gebaut

Mit den Jahren kamen immer mehr Monster-Bikes auf den Markt, produziert wird die Serie bis heute. Das bis dato letzte Modell der Reihe stellt die Ducati Monster S4Rs, die als typisches Naked Bike weiterhin auf jede Form der Verkleidung verzichtet und quasi offen zeigt, was sie hat.

Das offenbart sich dem Fan vor allem in Form des Zweizylinders in L- beziehungsweise V-Form samt vier Ventilen pro Zylinder. Der verhilft dem italienischen Bike aus 998 Kubikzentimetern Hub zu 95,7 kW oder 130 PS sowie 104 Nm maximales Drehmoment. Kombiniert wird der V2 mit Kettenantrieb, respektive einer sogenannten O-Ring-Kette, Wasserkühlung, Nasssumpfschmierung oder einem G-Kat. Daneben bietet die 181 Kilogramm schwere Ducati Monster S4Rs 1.440 Millimeter Radstand sowie 80 Zentimeter Sitzhöhe.

Viele Modelle: Ducati Monster im schnellen Zeitraffer

Zwischen der ersten und bisher letzten, quasi aktuellen Ducati Monster liegen jedoch, wie gesagt, etliche Versionen, die allesamt im Vergleich zu ihren direkten Vorgängern und oft nur in kleinen Details verbessert wurden. Meist betrafen die Änderungen oder Neuerungen den Motor der Monster, dazu aber später mehr. Denn auch andere Teile wurden optimiert.

2000 wurde das Fahrwerk der Monster mit neuen Komponenten versehen, 2004 folgte mit der Monster S4R ein Modell mit einer neuen Einarmschwinge - eine einseitige Radführung - einem Windschild sowie einem größeren beziehungsweise breiteren Hinterrad in Form von 180er-Pneus. 2006 brachte die damals neue Ducati Monster 800 S2R neue Doppelschalldämpfer mit, obendrein ein 6-Gang-Getriebe. Für die Monster 696 ab 2008 entwickelte Ducati einen gänzlichen neuen Hybrid-Rahmen, der Stahl mit Aluminium kombinierte. Parallel erfuhr die Monster optische Änderungen, etwa einen nunmehr ovalen Scheinwerfer, neue Lufteinlässe in der Tankverkleidung oder ein 2-in-2-Endschalldämpfer, der konisch geformt war. 2009 führte Ducati mit der Monster 1100 S sogar das Hightech-Material Carbon ein.

1.000 Kubik: Zahlen und Daten zur Ducati Monster

Die größten Neuerungen betrafen jedoch im Lauf der Jahre die verbauten Motoren. Allen Monster-Varianten gemein ist das V2-Triebwerk mit 90-Grad-Winkel und desmodromischer Ventilsteuerung. Hubraum und Leistung waren jedoch nicht immer gleich. Lieferte die erste Monster M900 aus 904 Kubikzentimetern 67 PS bei 75 Nm, kam die Nachfolgerin Monster M600 bei 583 Kubikzentimeter nur noch auf 51 PS und 50 Nm.

2000 wurde der Monster S4 erstmals ein wassergekühltes Aggregat verbaut, das aus dem Supersportler Ducati 916 stammte. Jener Ducati 916 Motor lieferte aus 916 Kubikzentimetern bereits 101 PS und ein maximales Drehmoment von 92 Newtonmeter. Noch mehr Leistung lieferte 2006 die Ducati Monster S4Rs Testastretta, deren Triebwerk aus 998 Kubikzentimetern 130 PS und 104 Nm lieferte. Damit stellt die S4Rs Testastretta die stärkste Monster, die jemals von Ducati gebaut wurde. Der Motor war obendrein alles andere als unbekannt und kurzerhand aus der Ducati 998 und Ducati 999 übernommen.

Der Motor: Ducati Monster setzt auf Einspritzung statt Vergaser

Die ersten Modelle waren zudem wenig überraschend noch mit Vergaser ausgestattet, den Ducati allerdings schon 2000 auf Direkteinspritzung umrüstete - die im Motorradbau jedoch erst Mitte der 200er populär wurde. Allerdings baute Ducati nicht allein wegen des technischen Fortschritts um, sondern vor allem, um die neuen und härteren Vorschriften der EU in punkto Abgase und Emissionen einhalten zu können.

Der Grund pro Einspritzanlage und somit quasi kontra Vergaser ist leicht erklärt: Eine Einspritzanlage garantiert zum einen eine bessere Dosierung des Kraftstoffs. Zum anderen steigert die Einspritzanlage die Leistung, womit im Fazit mehr Kraft bei weniger Verbrauch erreicht wird.

Monster mit Motorschaden: Wie macht sich der Defekt bemerkbar

Die ganze Vorgeschichte insbesondere zu den Motoren der Ducati Monster ist übrigens nicht allein aus „historischer" Sicht interessant. Denn obwohl ein Motor ein Motorradleben hält, geht so mancher Motor doch einmal kaputt. Ducati Motoren nehmen sich da nicht aus, wobei der berühmte Teufel oftmals im Detail steckt und nicht immer gleich ein kapitaler Motorschaden zu befürchten ist.

Um einen Motordefekt identifizieren zu können, sollten Sie sich jedoch halbwegs auskennen. Obendrein gilt es, die einzelnen Symptome und Anzeichen eines nicht mehr ganz einwandfreien Motors ausmachen zu können, um den schlimmsten Fall - eben einen kapitalen Motorschaden - eventuell noch zu vermieden. Anzeichen für ein Motorenproblem finden Sie zuerst in nachlassender Leistung, gleichzeitig steigt meist der Verbrauch. Hier könnte das Problem aber schon mit einer fehlerhaften Einspritzanlage oder einem verstopften Vergaser erklärt sein.

Andere typische Symptome sind Probleme im Anzug, Motoraussetzer, Qualm oder Rauch aus dem Auspuff sowie selbstredend ein komplett streikender Motor.

Gebraucht statt neu: Motor für die Ducati Monster finden

Im schlimmsten aller möglichen Fälle reicht es nicht, Vergaser oder Einspritzanlage zu tauschen, sondern schlichtweg den kompletten Motorblock der Ducati Monster. Leider kann ein solcher Motorblock schnell einige Tausend Euro kosten, weswegen es durchaus lohnt, wenn Sie sich nach einem gebrauchten Ersatz umschauen.

Spezielle Märkte für Gebrauchtteile sind im Internet bei eBay schnell zu finden. Hier finden Sie entsprechende Motorblöcke schon für zugegeben hohe dreistellige Summen, bestimmte Einzelteile sogar für nur runde 100 Euro. Der Preisvorteil gebrauchter Ersatzteile - insbesondere beim Thema Motor und Antrieb - ist also mehr als deutlich. Trotzdem sollten Sie bei einem gebrauchten Motor für Ihre Ducati Monster nicht allein auf den Preis achten und einige andere Punkte einbeziehen.

Neuer Motorblock: Was gilt es bei der Ducati Monster zu beachten

Zeigt der Motorblock beispielsweise Ölspuren? Oder sieht der Motor deutlich alt oder gar verwahrlost aus? Dann halten Sie sich mit einem Kauf zurück, auch gebrauchte Ersatzteile können - und sollten - einen gepflegten Eindruck machen.

Klar erkennbare Beschädigungen am Motorblock, etwa durch einen Sturz oder unsachgemäße Reparaturen, sind ebenfalls ein guter Grund, den Erwerb zu unterlassen. Fragen Sie außerdem gezielt nach der bisherigen Laufleistung des Motors und bereits eventuell getätigter Reparaturen beziehungsweise Überholungen. Seriöse Verkäufer geben gern und vor allem ehrlich Auskunft, wobei gewerbliche Händler sogar vorzuziehen sind. Laut Gesetz müssen diese nämlich einerseits eine Garantie - wenn auch nicht auf alle Motorenteile - leisten, sowie außerdem ein Umtauschrecht gewähren. Letztgenanntes gilt vor allem bei einem Fernkauf wie im Internet.

Achtung TÜV: Was darf am Motor der Ducati Monster geändert werden

Obendrein sollten Sie sich nach entsprechenden Papieren erkundigen. Wer dem TÜV keinen Besuch abstatten mag, sollte übrigens einen Original-Motor mit der gleicher Leistung verbauen, die im Zulassungsschein angegeben sind. Stärkere Motoren sind zwar durchaus erlaubt, müssen jedoch vom TÜV abgenommen und entsprechend wieder in den Papieren Ihrer Ducati Monster verewigt werden.

Es lohnt daher, einen gebrauchten Motor zu kaufen, der dem alten Aggregat entspricht und für Ihren Modelltyp zugelassen ist. Ein guter Rat wäre zudem ein vorheriger Besuch beim TÜV oder einer anderen Organisation, die offene Fragen sicherlich besser und ausführlicher beantworten können. Ebenfalls kann eine Anfrage direkt beim Hersteller kaum schaden, zumal die Italiener auch deutsche Niederlassungen betreiben.

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