So finden Sie heraus, welche Winterreifen Sie verwenden können

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Machen Sie Ihr Auto winterfest – so finden Sie heraus, welche Winterreifen Sie verwenden können

Spätestens im Herbst, wenn die Blätter fallen, wird es für viele Autofahrer Zeit, sich wieder der Auswahl der richtigen Reifen zu widmen. Die Sommerreifen haben langsam ausgedient, und wenn der erste Schnee fällt, sollten die Winterreifen montiert sein. Viele Autofahrer lassen sich aufgrund der teilweise milden Winter dazu verleiten, dass Winterreifen nicht mehr nötig sind. Das ist jedoch ein Irrtum, der sich als folgenschwer herausstellen kann. Mit Sommerreifen kommen Sie jetzt nicht mehr weit und im Sinne der Fahrsicherheit sollten Sie in der kalten Jahreszeit immer Winterreifen verwenden.
Schon bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius lassen die Fahreigenschaften von Sommerreifen rapide nach. Die Reifen verlieren an Bodenhaftung, was zu weniger Traktion führt. Schnelle Kurvenfahrten werden zu einer echten Gefahr und auch der Bremsweg verlängert sich bei schwierigen Witterungsbedingungen merklich, wenn Sie Sommerreifen verwenden. Daher sollten Sie sich rechtzeitig um das Thema Winterreifen kümmern, möglichst noch, bevor die ersten Schneeflocken vom Himmel rieseln. So haben Sie die Möglichkeit, passende Winterreifen zu finden und diese einzulagern, bis sie gebraucht werden.

Dieser Ratgeber sagt Ihnen, wie Sie herausfinden, welche Winterreifen Sie verwenden können und wie Sie feststellen, ob diese für Ihr Fahrzeug geeignet sind. Zudem erfahren Sie, ob es überhaupt eine Winterreifenpflicht gibt und welche Reifen laut Straßenverkehrsordnung als Winterreifen gelten.

Herrscht überhaupt eine Winterreifenpflicht?

Zunächst stellt sich die Frage, ob man als Autofahrer überhaupt verpflichtet ist, Winterreifen aufzuziehen. Die klare Antwort: ja. Seit Dezember 2010 gilt in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht. Diese fußt auf § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung. Dieser Absatz besagt, dass Fahrzeuge mit Sommerreifen nicht bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte auf öffentlichen Straßen fahren dürfen. Die Straßenverkehrsordnung spricht davon, dass bei den genannten Witterungsbedingungen nur mit M S-Reifen gefahren werden darf. Die einzelnen Witterungsbedingungen lassen natürlich einen gewissen Interpretationsspielraum, denn wann herrscht Reifglätte und ab wann genau Schneeglätte?

Hier sollten Sie jedoch kein Risiko eingehen und die Interpretation allzu großzügig vornehmen. Im Zweifel sind Sie meist der Leidtragende, denn die Kaskoversicherung kann die Regulierung an Ihrem Fahrzeug verweigern, wenn sich die falsche Bereifung als Unfallursache herausstellt. Hintergrund: Aus Sicht der Versicherer handelt der Versicherungsnehmer grob fahrlässig, wenn er bei winterlichen Straßenverhältnissen, also Schneeglätte, Reifglätte oder Schneematsch, mit Sommerreifen unterwegs ist. Zu beachten ist hier, dass lediglich der Kaskoschutz entfällt, die Haftpflichtversicherung, sofern vorhanden, ist von diesem Problem nicht betroffen.

Natürlich kann die falsche Bereifung nicht nur im Falle eines Unfalls ärgerlich sein. Wer ohne entsprechende Bereifung bei winterlichen Straßenverhältnissen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von 40 bis 80 Euro.

Vorsicht gilt bei Fahrten ins Ausland. Dort können Winterreifen explizit vorgeschrieben sein. Der Kompromiss der Ganzjahresreifen ist häufig nicht zulässig. In einigen Ländern sind Winterreifen zu bestimmten Jahreszeiten vorgeschrieben, unabhängig davon, welche Witterungsbedingungen herrschen. Zudem setzen einige Länder einen höheren Maßstab bezüglich der Profiltiefe an. Vor Ihrer Reise in den Skiurlaub sollten Sie sich also auf jeden Fall über die aktuellen Bestimmungen Ihres Reiseziels erkundigen. Falls Sie abgesichert sein möchten können Sie sich gerne die Auswahl bei eBay an Winterreifen mit Felgen anschauen.

Welcher Reifen gilt als Winterreifen?

Zu prüfen ist nun, was denn überhaupt als Winterreifen gilt. Eine einheitliche Definition für „Winterreifen" gibt die Straßenverkehrsordnung nicht her, hier ist nur der Verweis auf die sogenannten M S-Reifen zu finden. Das Kürzel steht für „Mud and Snow", was übersetzt „Matsche und Schnee" bedeutet. Das M S-Kürzel ist jedoch keine Auszeichnung eines Reifens als Winterreifen. Eher wird als M S-Reifen ein Reifen bezeichnet, der im Sommer und Winter gefahren werden kann. Daher tragen solche Reifen häufig den Namen „Ganzjahresreifen".

M S-Reifen weisen bei nassen und glatten Fahrbahnen bessere Fahreigenschaften auf als reine Sommerreifen. Mit den Fahreigenschaften echter Winterreifen können sie jedoch meist nicht mithalten. Daher rät der ADAC dazu, M S-Reifen zu montieren, die zusätzlich mit einem Schneeflockensymbol ausgestattet sind. Dabei handelt es sich um eine kleine Schneeflocke, die vom einem gezackten Berg umrahmt auf dem Reifen zu sehen ist. M S-Reifen, die mit einem Schneeflockensymbol ausgestattet sind, weisen bei schwierigen Witterungsbedingungen bessere Eigenschaften auf und tragen damit zur Fahrsicherheit bei. Fazit: M S-Reifen sind gesetzeskonform, M S-Reifen mit Schneeflockensymbol sorgen jedoch für mehr Fahrsicherheit.

Warum werden Winterreifen benötigt?

Vielleicht stellt sich Ihnen jetzt die Frage, warum Sie überhaupt Winterreifen auf Ihr Fahrzeug ziehen sollten.

Wie bereits erwähnt, ist die Verwendung von der richtigen Bereifung bei schwierigen Witterungsbedingungen in der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben. Sie riskieren mit der Missachtung dieser Vorschrift ein Bußgeld in beträchtlicher Höhe.

Viel wichtiger als die gesetzliche Regelung ist jedoch die Fahrsicherheit und damit auch Ihr eigenes Interesse. Die Gummimischung, aus denen Sommerreifen gefertigt werden, zieht sich bei kalten Temperaturen stark zusammen und der Härtegrad der Reifen steigt. Dadurch werden die einzelnen Rillen des Reifenprofils kleiner und die Traktion des Reifens verschlechtert sich dramatisch. Die Folge: Sie rutschen mit Ihrem Fahrzeug über die Straße und haben kaum noch Kontrolle über Ihr Auto. Zudem verlängert sich der Bremsweg enorm.

Die Gummimischung von Winterreifen ist speziell für die kalte Jahreszeit ausgelegt. Winterreifen bleiben auch bei kalten Temperaturen stabil im Härtegrad und sorgen damit für ein konstant hohes Gripniveau. Als Faustregel gilt die sogenannte „7-Grad-Grenze". Sinken die Temperaturen konstant unter 7 Grad Celsius, sollten Sie auf Winterreifen wechseln.

So finden Sie heraus, welche Winterreifen Sie mit Ihrem Fahrzeug verwenden können

Jeder Winterreifen verfügt über eine spezifische Reifenzeichnung. Lesen Sie nun, wie Sie anhand der Reifenbezeichnung den richtigen Winterreifen für Ihr Auto finden.

Die Reifenbreite

Jede Reifenbezeichnung beginnt mit einer Angabe, die in etwa so aussieht „195/80" Zu Beginn einer Reifenbeschreibung finden Sie Angaben zur Reifenbreite, hier also 195. Die Angabe erfolgt in Millimetern. Bei einem klassischen PKW-Reifen reicht die Querschnittsbreite in der Regel von 125 bis 335 Millimeter. Wie breit die Winterreifen sein müssen, die auf Ihrem Fahrzeug montiert werden, können Sie der Zulassungsbescheinigung Teil I, umgangssprachlich auch als Fahrzeugschein bezeichnet, entnehmen. Dort finden Sie eine Angabe zur zulässigen Reifengröße.

Das Verhältnis von Höhe und Breite

Der zweite Wert der Reifenbeschreibung, im oben genannten Beispiel der Wert „80", gibt Ihnen Aufschluss über das Verhältnis der Reifenhöhe zur Reifenquerschnittsbreite. Diese Angabe erfolgt in Prozent. Im oben genannten Beispiel ist der Reifen also 80 Prozent so hoch, wie er breit ist. Besonders sportlich aussehende Reifen haben ein niedriges Höhe-Breite-Verhältnis. Wenn Sie also Wert auf ein sportliches Reifendesign legen, sollten Sie auf das Verhältnis der Reifenhöhe zur Reifenbreite achten.

Radialreifen und Felgengröße

Nach der Angabe zur Reifenbreite und zum Höhe-Breite-Verhältnis folgt in der Reifenbeschreibung eine Angabe, die in etwa so aussieht: „R15". Der Buchstabe „R" steht dabei für „radial" und bezeichnet die Bauart des Reifens. Ein Radialreifen ist mit radial angeordneten Karkassfäden ausgestattet. In der Regel werden heutzutage nur noch Radialreifen verbaut, andere Bauarten sind meist nur noch bei älteren Fahrzeugen oder Oldtimern zu finden. Wichtig zu wissen ist, dass Sie an einem Fahrzeug nur Reifen einer Bauart montieren dürfen. Laut Straßenverkehrsordnung ist es verboten, Reifen unterschiedlicher Bauart an einem Fahrzeug zu verwenden.

Das „R" für „radial" wird von der Angabe zum Felgendurchmesser gefolgt, auf welcher der Reifen verwendet werden muss. Die Angabe erfolgt in Zoll. Die meisten Reifen werden auf einer Felge verwendet, die zwischen 10 und 20 Zoll groß ist. Um den richtigen Winterreifen für Ihr Fahrzeug zu finden, müssen Sie also die Felgengröße kennen, die Sie für den Winterreifen verwenden möchten.

Die Belastbarkeit des Reifens

Am Ende der Beschreibung eines Winterreifens finden Sie Angaben zur Belastbarkeit des Reifens. Dazu gehört zunächst der sogenannte „Load Index", auch Tragfähigkeitskennziffer genannt, der in Form eines LI-Wertes angegeben wird. Mit Hilfe dieses Wertes und einer dazugehörigen Tabelle können Sie ablesen, wie stark ein Reifen laut Hersteller belastet werden kann. Grundsätzlich gilt: je höher der LI-Wert, desto belastbarer der Reifen. Die Skala reicht von einem Load Index von „19", was einer zulässigen Last von 77,5 Kilogramm pro Reifen entspricht, bis zu einem Load Index von „204", was einer zulässigen Last von 16.000 Kilogramm pro Reifen entspricht. Reifen mit einem solch hohen Load Index kommen jedoch nur bei LKW zum Einsatz.

Am Ende der Reifenbeschreibung finden Sie eine Bezeichnung die Ihnen angibt, mit welchen Geschwindigkeiten Sie den Winterreifen fahren können. Hier gilt Vorsicht, denn in der Regel können Winterreifen nur mit niedrigen Geschwindigkeiten gefahren werden als Sommerreifen. Die Angabe der maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit erfolgt mit Hilfe des „Speed Index". Dabei handelt es sich um eine Kennziffer, die Ihnen, ähnlich wie der „Load Index", mithilfe einer Tabelle sagt, wie flott Sie mit dem Reifen unterwegs sein dürfen. An diese Angabe sollten Sie sich auf jeden Fall halten. Durch die sich entwickelnde Hitze bei höheren Geschwindigkeiten kann es sonst zu Ablösungserscheinungen im Reifen selbst kommen. Diese sind von außen häufig nicht sichtbar, stellen jedoch eine echte Gefahr dar. Im schlimmsten Fall platzt der Reifen während der Fahrt. Der Speed Index ist also vor allem dann wichtig, wenn Sie ein leistungsstarkes Fahrzeug, beispielsweise einen Sportwagen, fahren.

Sie sehen, die Wahl der richtigen Winterreifen ist gar nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick scheint. Mit dem Fahrzeugschein Ihres Autos können Sie alle für den Kauf wichtigen Informationen nachlesen und sich anschließend auf die Suche nach einem Reifen begeben, welcher diese Anforderungen erfüllt. Die Reifenbezeichnung liefert Ihnen die notwendigen Infos. Zur Sicherheit sollten Sie auf den Kompromiss der Ganzjahresreifen verzichten. Diese sind zwar gesetzeskonform, haben bei wirklich schwierigen Witterungsbedingungen jedoch das Nachsehen gegenüber echten Winterreifen. Mit einem M S-Reifen, der mit einem Schneeflockensymbol ausgestattet ist, können Sie beruhigt unterwegs sein, auch wenn es draußen schneit.

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