So finden Sie geeignete Teleskope für Hobby-Astronomen

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So finden Sie geeignete Teleskope für Hobby-Astronomen

Beim Kauf eines Teleskopes gilt es, Einiges zu beachten. Vor allem wenn sie ein Neueinsteiger in diesem Bereich sind, treten häufig Fragen zu Einsatzgebiet und der Qualität der angebotenen Teleskope auf. Dieser Ratgeber soll Ihnen bei der Auswahl eines für Sie passenden Teleskopes behilflich sein.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Vorab: Wenn Sie sich ein Komplettpaket kaufen möchten, kann es sein, dass Sie dabei Kompromisse eingehen müssen. Als empfehlenswert gilt, sich nach und nach die jeweiligen Komponenten anzuschaffen.

Beim Kauf eines Teleskopes sollten sie unter anderem beachten, dass die Montierung über ausreichend Stabilität verfügt. Bei den meisten Anbietern ist es möglich, aus mehreren unterschiedlichen Montierungen auszuwählen. Sollten Sie es in Erwägung ziehen, die Fotografie in ihrer Anwendung mit einzubringen, sollte es sich in jedem Fall um eine stabile Montierung beziehungsweise ein Stativ handeln. Am besten erfolgt dies in Kombination mit einem Refraktor in einem Brennwert von 80 mm. Weiter sollten Sie Rücksicht darauf nehmen, ob Ihnen ihr Rektaszensionsmotor die Möglichkeit gibt, Nachrüstungen vorzunehmen. Ebenfalls zur Verfügung stehen sollte ein sogenanntes 1.25 Zoll Okular oder ein Anschluss. In diesem Bereich ist ein 0,96 Zoll Okular nur bedingt einsetzbar und grundsätzlich nicht empfehlenswert. Linsenteleskope weisen häufig Farbfehler auf in denen vor allem helle Objekte ein farbiges Koma anzeigen. Zwar sind diese Farbfehler reduzierbar, die erforderlichen Linsen jedoch kostenintensiv. Als Richtlinie können Sie sich an der folgenden Regel orientieren: Je langbrenniger ihr Teleskop, umso geringfügiger treten Farbfehler auf. Als langbrennig bezeichnet man hier einen Wert von 10 und höher der sich aus der Teilung von dem Optikdurchmesser und der Brennweite errechnen lässt. Teleskope mit einer kurzen Brennweite gelten als praktischer und einfacher, doch überwiegen dabei recht häufig die auftretenden Farbfehler. In der Verwendung von Langzeitbelichtungen benötigen Sie eine Nachführung und häufig auch eine Montierung, die stabiler ist. Das Dobson-Teleskop eignet sich zum Beispiel weniger für die Langzeitbelichtung.

Was gibt es an Zubehör?

Sie benötigen für eine Austrittspupille von 1-6 Millimetern ein Okular mit einer Brennweite von 10-60 Millimetern. Grundsätzlich sind Brennweiten von 15, 32 und 7 bis 8 Millimeter sinnvoll. Als bewährter Okulartypus gilt das sogenannte Plössl Okular mit einer 32 mm Brennweite. Oder Sie verwenden orthoskopische Okulare. Als nachteilig ist hier die große Öffnung zu bezeichnen, da Sie schon für geringe Vergrößerungen sehr große 2 Zoll Okulare benötigen. Andererseits liegt die darauf folgende Vergrößerung bereits bei einem Okularwert von 8 bis 10 Millimetern und zeigt ein gutes Einblickverhalten. Auch die Feldlinse zeigt sich hier als komfortabel in ihrer Ausführung. Bei Sonnenbeobachtungen ist ein Projektschirm erforderlich.

Die Montierung

Die Montierung ist im Prinzip nichts anderes, als das Gestell auf dem das Teleskop angebracht wird – wie das Stativ bei einer Kamera in Kombination mit einer Vorrichtung, die der Nachführung von Himmelsbewegungen dient. Die Funktion einer Montierung besteht darin, diese Wege nachverfolgen zu können und dies auf eine möglichst „empfindliche" Weise. Das Teleskop verfügt über eine Verstärkung des 100-200 fachen und somit liegt auch die Verstärkung der eventuell auftretenden Fehler in genau diesem Bereich. Auch unbeabsichtigte Bewegungen durch den Anwender können von einer guten Stabilisierung gedämpft werden, sodass eine schnelle Bildruhe eintritt. Eine gute Stabilisierung gilt als präzise und ist leicht zu führen. Vor allem bei Neuausrichtungen gilt dies als optimal.

Eine Übersicht

Reflektoren verfügen zumeist über eine sehr gute Leistung in der Abbildung. Sie gelten weiterhin als für Anfänger geeignet, da sie recht unempfindlich sind. In ihrer Ausstattung sind sie dagegen als „einfach gebaut" zu beschreiben. Der Einblickswinkel gestaltet sich unter anderem problematisch bei der senkrechten Zenitbeobachtung und es treten gelegentlich Farbfehler auf. Um diese zu reduzieren, sollten Sie sich für ein Modell mit langer Brennweite entscheiden. Als sehr gut geeignet gelten Reflektoren in der Planetenbeobachtung, denn sie erschaffen ein kontrastreiches Bild. Ein kleines bis mittelgroßes Teleskop reicht für diesen Einsatzbereich aus. Die optimale Einstiegsgröße liegt bei 80 bis 90 mm. Empfehlenswert sind die Newton-Teleskope, die zu den Teleskopen der kleineren Größe zählen. Die Position und das Einblicksfeld über dem Tubus gelten als gut.

Ein gutes Allround-Talent stellt vor allem das Newton Teleskop auf parallaktischer Montierung dar. In Bezug auf die Teleskopgröße gilt das Dobson Teleskop als empfehlenswert. Hier unterscheiden sich die Angebote allein in Ausführung und Zubehör. Beim Dobson Teleskop ist es als nachteilig zu benennen, dass die Nachführung des Tubus schwerer zu lenken ist als die Steuerung der Achse an der Montierung. Auch das Einblickverhalten gestaltet sich aufgrund der geringen Höhe- vor allem bei horizontalen Objekten- als eher ungünstig. Die Stärke des Dobson Teleskop liegt ganz klar im Einsatz von Beobachtungen lichtschwacher Himmelsobjekte. Hier gilt es als eines der lichtstärksten Refraktoren. Gängig ist die Beigabe eines Super-Plössl Okulares beim Erwerb eines Dobson Teleskopes. Grundsätzlich sollten sie beim Kauf auf das Zubehör und die Ausstattung achten und Angebote vergleichen.

Empfehlungen für Teleskope

Hier erhalten Sie einen Überblick über die geeigneten Einsteiger Teleskope

Das 1:80-90 Refraktor Teleskop

Ein Refraktor mit einer Öffnung von 800-900 mm Brennweite gilt als sehr gutes Teleskop für die Planetenbeobachtung. Beispielsweise bei der Sonnenbeobachtung sind größere Teleskope eher ungünstig, da sie in noch stärkerem Maße die Strahlung bündeln, die ohnehin schon besteht. Wenn Sie gerade an den Planetenbeobachtungen interessiert sind oder stadtnah leben, sind die Teleskope dieser Größe gut geeignet. Über das günstigste Einblickverhalten und die schärfsten Bilder verfügt das sogenannte Linsenteleskop. Bereits eine Maximalgröße von einem 7 mm Okular gilt hier als günstig.

Das 100-120 mm Newton auf parallaktischer Montierung

Das Newton Teleskop gilt als ein gängiges Einsteigerteleskop. Das Newton bietet sich für jeden Einsatzbereich gut an und ist damit ein Universalgerät. Als geringfügiger Nachteil ist zu bemerken, dass es in Bezug auf die Bildschärfe nicht ganz so gut abschneidet wie der Refraktor und in der Detailangabe von schwachen Objekten nicht als optimal gilt. Das Dobson Teleskop ist zum Beispiel für den Einsatz der Astrofotografie im Gebrauch, da es zumeist parallaktisch montiert und mit Nachführmotoren ausgestattet ist. In Bezug auf das Verhältnis der Öffnung befindet es sich mit einem Wert zwischen 7 und 8 genau mittig von Refraktor mit einem Wert von 10 und dem Dobson mit einem Wert von 6.

Wie bei dem Refraktor bereits ausgeführt, sollte auch bei dem Newton-Teleskop nicht an einer stabilen Montierung gespart werden. Des Weiteren sollten Sie auf hochwertige Okulare, einem Sonnenprojektionsschirm sowie Spiegelmaterial Wert legen. Empfehlenswert sind hier Okulare in 6, 10, 20 und 35 Millimeter Ausführungen. Auch ein Dreierset mit Brennweiten von 15, 32 und 7 Millimetern bietet sich für den Einsatz an. Informieren Sie sich auch hier über die Möglichkeiten der Nachrüstung und Nachmontierung.

Das 150-200 mm Dobson Teleskop

Eine Richtlinie: Wählen Sie eher ein kleines Teleskop in dafür guter Ausstattung. Ein Dobson eignet sich ausschließlich für Himmelsbeobachtungen sehr gut. Ein Fotografieren ermöglicht das Dobson Teleskop nicht, da Sie hier den Tubus per Hand lenken müssen, was sich zusätzlich aufgrund des Tubusgewichtes als problematisch erweist. Als Ausnahme gilt hier allerdings aufgrund der kurzen Belichtungszeiten das Abfotografieren des Mondes. Beobachtungen, die horizontnah liegen, erfasst das Dobson nur geringfügig, da sein Gewichtszentrum niedrig ausgerichtet ist. Als gut geeignet zeigt sich das Dobson allerdings bei geringfügigen Vergrößerungen an schwach leuchtenden Himmelskörpern. Das Dobson bietet Ihnen zusätzlich die Planetenbeobachtung an, während Sie hierfür das Refraktor bevorzugt behandeln sollten. Im Preisverhalten gelten Dobson als empfehlenswert, weisen aber Abstriche im Komfort auf. Die Sucher aller Dobson Teleskope liegen – ohne ein sogenanntes Dachkantenprisma- bei 6 x 30. Damit Sie einen 90-Grad-Okulareinblick erhalten ist es empfehlenswert, sich ein Dachkantenprisma zu beschaffen. In ihrem Zubehör sind die meisten Dobson Teleskope mit 9 und 25 Millimeter Plössl Okularen ausgestattet. Als optimal gilt es, diese mit einem 5 mm und 15 mm Okular zu ergänzen. Komplett abgedeckt sind sie mit einer Serie von 5,10,20 und 35 Millimeter Okularen. Bei einem Teleskop mit einem 2-Zoll-Anschluss und einem Weitwinkel von 35 mm ist ein Sucher entbehrlich, da das Blickfeld hier recht groß bemessen ist. Auch Motor und Sonnenprojektionsschirm fallen weg.

Tipp: Der Tubus eines Dobson Teleskopes sollte im besten Falle aus Aluminium bestehen. Falls Sie ihr Teleskop im Außenbereich – zum Beispiel in der Garage- aufbewahren wollen, benötigt es Umgebungstemperatur. Ansonsten eignet sich auch ein Pyrex Teleskop in seinem Einsatz im Außenbereich. Das Pyrex Teleskop verfügt über den Vorteil, dass es rasch abkühlt und die Bilder in ihrer Schärfe besser dargestellt werden.

Zusammenfassung

Achten Sie bei der Auswahl des Zubehöres und bei Teleskopen, die parallaktisch in ihrer Ausführung angeboten werden, auf eine ausreichend stabile Montierung. Bei einer Angabe von einem 100 Millimeterwert in der Optik für eine Montierung empfiehlt es sich, diese als Richtlinie und Orientierungspunkt beizubehalten. Bei der Angabe der Tragfähigkeit vergleichen Sie diese mit den Angaben zur Optik und nutzen die Tragefähigkeit nur im Rahmen ihrer Angaben aus. Okulare, Suchfernrohre und Digitalkameras ändern das Ursprungsgewicht ihres Teleskopes erheblich. Beziehen Sie in die Information über die Größe der Optik die maximale Öffnung als Grenzwert mit ein.

Richtlinie: Erwerben sie eher ein kleines Teleskop mit einer guten Montierung als ein großes Modell, das über eine nur unzureichende Montierung verfügt, da ein Teleskop sich schnell auf einen Faktor von 100 erweitert und so Störfaktoren begünstigt. Eine gute Montierung lohnt sich in jedem Fall auch für den späteren Einsatz an einem größeren Teleskopmodell oder für die Nachführung einer Kamera.

Achten Sie in der Folge darauf, in wieweit sich Ihr Modell nachrüsten und aufrüsten lässt, und welche entsprechende Komponenten erforderlich sind. Als Anfang reichen des Weiteren 2-3 Okulare in der Plössl- oder orthoskopischen Ausführung völlig aus.

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