So finden Sie geeignete Studioblitzgeräte für Hobby und Beruf

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Helles Licht und große Leistung – so finden Sie geeignete Studioblitzgeräte für Hobby und Beruf

In der Fotografie werden Studioblitzgeräte vor allem in Studios verwendet, wobei sie gerade für Pass- und Porträtfotos zum Einsatz kommen. Sind Sie hingegen Hobbyfotograf und machen gerne Porträt- oder andere Aufnahmen, bei denen es auf eine besonders gute Belichtung ankommt, können Sie ebenfalls oft nicht auf ein Studioblitzgerät verzichten. Doch egal, ob Profi oder nicht: Wegen der vielfältigen Auswahl ist es nicht so einfach, die richtige Kaufentscheidung zu treffen.

Studioblitzgeräte lösen, je nach Modell, auf unterschiedliche Weise aus beziehungsweise zünden den Blitz jeweils anders. Sie können sie entgegen der weitläufigen Meinung nicht nur in einem abgeschlossenen Fotostudio verwenden, sondern sie eignen sich auch für den Einsatz in anderen zu dunklen Räumen.

Es handelt sich bei allen Studioblitzgeräten um Elektronenblitzgeräte, die helles Licht erzeugen und über eine große Leistung verfügen. Zumeist wird zur Leistungsgenerierung Energie aus einem Hochspannungs-Stromnetz eingespeist. Da Sie ein Studioblitzgerät separat von Ihrer Kamera verwenden, ist es wichtig, das Zubehörteil auf ein Stativ zu montieren. Das Licht können Sie formen, indem Sie mit verschiedenem Zubehör aufrüsten. Zu all diesen Aspekten erfahren Sie Wissenswertes an späterer Stelle, nachdem die Grundlagen erklärt sind.

Die wichtigsten Einsatzgebiete von Studioblitzgeräten

In erster Linie sollten Sie Studioblitzgeräte in Räumen verwenden, die von der Außenbeleuchtung abgeschirmt werden können oder dies bereits sind. Häufig werden die sperrigen Gerätschaften daher – wie bereits erwähnt – bei der Porträtfotografie, für Produktfotos oder klassisch für Model-Bilder verwendet. Sie sind allgemein betrachtet jedoch relativ flexibel in der Anwendung, sodass eine Benutzung zu Hochzeiten oder für Tieraufnahmen nicht strikt ausscheidet. In der Modefotografie – analog zur Ablichtung von Models – sollten Sie jedenfalls auf leistungsstarke große Blitze nicht verzichten. Ein geeignetes Gerät für diesen speziellen Zweck ist beispielsweise das Dörr DSP301. Dieses Modell verfügt über eine uneingeschränkt zu empfehlende stufenlose Helligkeitsregulierung, allerdings mit nur geringer Leuchtkraft.

Für das Fotografieren von größeren oder kleineren Personengruppen, von Inneneinrichtungen und für die detaillierte Einrichtungsdarstellung können Sie Studioblitzgeräte ebenso hervorragend einsetzen. Bei den zumeist weitwinkligen Aufnahmen sind allerdings kleine Blenden wichtig, damit Sie genügend Tiefenschärfe erzeugen.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Tabletop-Fotografie. Viel zusätzliche Lichtleistung kann Ihnen in diesem Fall helfen, sofern Sie bereits vor dem Kauf auf regulierbare Leuchtkraft achten. Zusammen mit mehreren individuell einstellbaren Blitzköpfen entsteht die Möglichkeit, sehr effektvolle Fotografien anzufertigen, da eine Beleuchtung von allen Seiten ganz und gar nicht den täglichen Sehgewohnheiten entspricht. Seien Sie an dieser Stelle kreativ und probieren Sie verschiedene Ansätze mit Neugierde aus.

Was Sie über die Technik von Studioblitzgeräten wissen sollten

Studioblitzgeräte werden generell mit Energie aus Netzstrom betrieben. Im Blitzgerät befindet sich häufig ein Blitzgenerator mit Kondensatoren, die diese Energie in eine höhere Spannung umwandeln und speichern. Betätigen Sie den Auslöser, wird die benötigte Energie von den Kondensatoren an den Blitzkopf abgegeben, wobei sodann durch eine Gasentladung die Energie in Licht umgewandelt wird.

Je nach Einsatzbereich kann Ihnen des Weiteren ein zusätzliches Leuchtmittel als Dauerlicht oder Einstelllicht bei Ihrem Anliegen behilflich sein. Mit einem Einstelllicht können Sie den Lichtverlauf bereits bei der Lichtsetzung kontrollieren und müssen nicht erst mehrere Testaufnahmen anfertigen, was zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt.

Grundsätzlich gilt, dass Sie Blitze der diskutierten Größe auf einem speziell dafür vorgesehenen Stativ befestigen sollten, da so eine bequemere Handhabung gewährleistet ist und ein Umfallen des teuren Equipments effektiv vermieden wird. Achten Sie in diesem Zusammenhang auf eine gute Standfestigkeit Ihres Stativs, denn ein Lichtformer hat oft ein beachtliches unterschätztes Gewicht. In der Model-Fotografie können Sie statt eines Stativs alternativ ebenso ein Schienensystem verwenden, das an der Decke angebracht und an dem eine Befestigung möglich ist. So ist beim Fotografieren mehr Bewegungsfreiheit gewährleistet, was ungewöhnlichen Perspektiven zugutekommt.

Ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Accessoire eines Studioblitzgerätes ist der Lichtformer, der das Licht des Blitzes zielgerichtet einsetzbar macht. Das Thema Lichtformung alleine ist schon derart ergiebig, dass es den vorliegenden Rahmen sprengen würde. Festhalten lässt sich jedoch, dass es neben unterschiedlichen Formen und Größen selbst unterschiedliche Farben und Lichtdurchsätze gibt. Es kommt letztlich allerdings nur darauf an, dass Sie für Ihr Einsatzgebiet den richtigen Lichtformer verwenden und keinen, der zu groß für den Blitz ist. Lichtformer sind nichtsdestotrotz stets als reine Hilfsmittel zu betrachten – die Lichtsetzung ist maßgeblicher und Ihre Hauptaufgabe.

Wie Sie die Blitzanlage des Studioblitzgerätes auslösen

Damit Sie zur korrekten Zeit additives Licht setzen, benötigen Sie einen Auslöser oder Trigger, der den Blitz synchron ansteuert. Ein erleichternder Faktor ist, dass bereits grundlegend alle Blitzgeräte dieser Kategorie mit einem Standardsynchronkabel geliefert werden. Bei vielen Kameras findet sich als Gegenstück eine Synchrobuchse, während andere Fotoapparate nur mit einem Kontaktschuh ausgestattet sind. Ist das bei Ihrer Kamera ausnahmsweise der Fall, müssen Sie zusätzlich einen Synchro-Adapter kaufen, um überhaupt eine Kommunikation zwischen Sender und Empfänger zu bewerkstelligen. Haben Sie Glück und verfügen über eine Kamera mit Buchse, verbinden Sie das Synchrokabel direkt, sodass alle weiteren Blitze durch die eingebaute Synchrozelle und den Lichtimpuls mit ausgelöst werden.

Statt eines Standardsynchrokabels können Sie auch verschiedene Alternativen nutzen – nur eine davon ist der IR-Auslöser. Es handelt sich dabei um einen kleinen Auslöser für den Blitzschuh, der einen Infrarotlichtimpuls an die Synchrozellen der Blitzköpfe sendet und diese auslöst. Einen solchen IR-Auslöser können Sie prinzipiell in allen Räumen verwenden, die keine internen Sichtblockaden besitzen. Die Auslösesicherheit ist zudem vom Reflexvermögen der Wände und der Positionierung der Studioblitzgeräte abhängig.

Eine weitere Alternative ist ein Funkauslöser, der eine sichere Auslösung ermöglicht, auch wenn kein Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger mehr besteht. Vorteilhaft ist: Funksender sind kleine Geräte. Bei großen Blitzanlagen verwenden Sie am besten zur Eliminierung etwaiger Interferenzen Funkauslöser mit vier Kanälen, beispielsweise das Walimex 4-Kanal-Funkauslöserset CY-A 16245. Wenn Sie jeden Blitzkopf mit einem eigenen Empfänger ausrüsten, können andere Personen in Ihrem Umfeld, die ebenfalls fotografieren, keine Fehlauslösungen verursachen, die Ihr aufwendiges Set-up durchkreuzen.

Worauf Sie beim Kauf eines Studioblitzgerätes achten sollten

Studioblitze können Sie – wie alle Fotoartikel – in verschiedenen Ausstattungsvarianten, für Einsteiger und für Profis, auswählen. Als Einsteiger erhalten Sie mit dem Jinbei DM2-300 bereits ein leistungsfähiges und preiswertes Gerät. Es ist über 7 Blenden in 1/10 Schritten regelbar – ein Regelbereich, der nur von wenigen Herstellern geboten wird. Die Wiederaufladezeit liegt bei 0,3 bis 1,3 Sekunden und das Gerät verfügt über eine integrierte Schirmhalterung. Das geringe Gewicht von 1,85 kg spricht für eine immerhin eingeschränkte Portabilität.

Bedenken sollten Sie in jedem Fall, dass nicht überall, wo Sie Fotos aufnehmen möchten, ein Stromanschluss vorhanden ist. Sinnvoll ist es daher – nur wenn Sie häufig an solchen Orten Fotos aufnehmen möchten –, ein Studioblitzgerät mit Akkubetrieb zu kaufen. Ein solches komplettes Kit können Sie in Form des K-300 AD von Mettle mit einer maximalen Blitzleistung von 300 WS erwerben. Der Akku ermöglicht bis zu 300 Auslösungen, allerdings nur bei 200 WS. Verwenden Sie bei einem Gerät mit Akkubetrieb mehrere Blitzköpfe, so halbiert sich die Menge der Auslösungen noch einmal.

Wie bereits angeklungen, ist bei der Wahl eines Studioblitzgerätes das primäre Leistungsmerkmal die Blitzleistung. Bei Studioblitzgeräten ist diese Lichtleistung immer deutlich höher als bei den Systemblitzen. Welche Blitzleistung Sie wählen, hängt vordergründig vom Einsatzbereich ab. Sie erhalten Generatoren bereits mit einer Leistung von 100 WS, doch die Kapazitäten nach oben sind schier unbegrenzt. Leistungsstarke Varianten mit ca. 10.000 WS gehören zum High-End-Bereich und sind dazu geeignet, selbst starkes Umgebungslicht gekonnt auszuschalten. Welche Lichtstärke Sie wählen, hängt weiterhin davon ab, ob Sie häufig aus der Nähe oder aus der Ferne fotografieren möchten. Da die Lichtstärke mit zunehmender Entfernung der Lichtquelle quadratisch abnimmt, sollten Sie bei großer Distanz selbstredend ein Gerät mit einer großen Lichtstärke kaufen. Möchten Sie hauptsächlich Porträtfotos und andere Fotos aus der Nähe aufnehmen, dann genügt eine niedrige WS-Zahl.

Bei der Auswahl Ihres Studioblitzgerätes müssen Sie schließlich eventuell noch das integrierte Einstelllicht in Ihre Kaufentscheidung einbeziehen. Profi-Geräte verfügen über Untergrenzen von 250 Watt, komfortabel sind jedoch 600 Watt. Bei Einsteigergeräten, wie sie von Walimex angeboten werden, liegt das Einstelllicht leistungstechnisch ungefähr bei 150 Watt.

Ein weiteres Kriterium für den Kauf stellt die imaginäre Lichtcharakteristik dar. Beziehen Sie abhängig von Ihren Konzeptvorstellungen hinsichtlich der Beleuchtung nur jene Geräte mit ein, die Ihnen eine entsprechende Umsetzung ermöglichen. Gerichtetes oder ungerichtetes Licht und hartes sowie weiches Licht sind stets zu unterscheiden, werden jedoch in erster Linie durch weiteres Zubehör kreiert. Während eine kleine, punktförmige Lichtaustrittsfläche hartes Licht mit harten Licht-Schatten-Übergängen erzeugt, bringt eine große Lichtaustrittsfläche weiches Licht und weiche Licht-Schatten-Übergänge.

Korrelation besteht in diesem Aspekt mit der Blende. Ist sie zu klein, so kann dies bereits zu Problemen bei Porträtfotos führen. Bei Modellen der Einsteigerklasse können Sie die Leistung über vier oder fünf Blenden regeln. Bei Profi-Modellen hingegen ist der Regelbereich deutlich größer, Sie haben mehr Freiheit bei knapper Schärfentiefe.

Warum mehrere Blitzköpfe sinnvoll sind

Für eine gute Ausleuchtung des Motivs kommt es neben der korrekten Lichtsetzung als solches abschließend darauf an, dass Sie ausreichend viele Blitzköpfe verwenden. Bei zwei Blitzköpfen haben Sie bereits viele Möglichkeiten für unterschiedliche Helligkeitsabstufungen und zahlreiche Positionsvarianten. Verwenden Sie zusätzlich einen dritten Blitzkopf, so können Sie ihn vielfältig verwenden. Ausgestattet mit einem Spotvorsatz, erzeugen Sie damit eine kleine Ausleuchtfläche für effektvolle Highlights. Interessante Effekte erzielen Sie außerdem mit Abschirmklappen, mit denen Sie die Ausleuchtfläche als solches verändern können.

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