So finden Sie einen geeigneten Vogelkäfig

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So finden Sie einen geeigneten Vogelkäfig

Worauf Sie beim Kauf eines Vogelkäfigs achten sollten

Beim Kauf eines Vogelkäfigs gibt es mehr Dinge zu beachten, als man auf den ersten Blick glauben mag. Den richtigen Käfig zu finden ist ausschlaggebend für die Lebensqualität Ihres Vogels. Dabei ist nicht nur die Gesamtgröße des Käfigs entscheidend. Faktoren wie die Vogelart, die Menge an Platz, den Sie zur Verfügung haben, der richtige Standort und ob Sie in dem Käfig mehr als ein Tier halten wollen, spielen eine Rolle. Auch Ihr Budget hat natürlich einen Einfluss auf die Auswahl des richtigen Käfigs.

Der richtige Standort für den Vogelkäfig

Bevor sie sich entscheiden, welcher Vogelkäfig der richtige für Sie ist, müssen Sie erst einmal sehen, ob Ihr Zuhause an einem geeigneten Standort genug Platz bietet. Bei der Wahl des Standortes für den Käfig sollten Sie darauf achten, dass dieser sich an einem hellen Ort befindet. Vermeiden Sie hierbei allerdings, den Vogel der prallen Sonne oder Zugluft auszusetzen, da dies Krankheit bzw. einen Hitzschlag zur Folge haben kann. Ein dunkler Raum oder ein Raum in dem es nur künstliches Licht gibt, eignet sich nicht zur Unterbringung eines Vogelkäfigs. Stoffwechsel, Immunsystem sowie der Biorhythmus der Tiere werden durcheinandergebracht, wenn sie keinen Zugang zu Tageslicht haben.
Auch sollte Ihr gefiederter Freund nicht in der Küche hausen. Kochdämpfe, trockene Heizungsluft bzw. durch Kochen entstehende Hitze können die Atemwege der Tiere beschädigen. Die optimale Zimmertemperatur für die Haltung der meisten Vögel liegt zwischen 18 und 25°C. Damit Vögel sich sicher fühlen, sollte sich der Käfig, sofern möglich, in erhöhter Position befinden. Dies simuliert die natürliche Perspektive der Vögel, die sie einnehmen, um ihren Lebensraum überblicken zu können und sich so vor Fressfeinden zu schützen.

Die richtige Größe und Form des Käfigs

Als Faustregel für die Wahl der richtigen Größe des Vogelkäfigs gilt, dass das Tier seine Flügel ganz ausbreiten können sollte. Dabei muss beachtet werden, dass der Käfig ja nicht nur das Tier, sondern noch auch noch Futter, einen Schlafplatz, Stangen, Spielzeug, ein Badehaus und anderes Käfigzubehör enthalten wird.
Des Weiteren ist natürlich wichtig, dass der Käfig ausbruchssicher ist. Um dies zu gewährleisten, ist es wichtig, den Abstand der Gitterstäbe sowie die Gitterstärke an die Vogelart anzupassen. So brauchen Wellensittiche und Kanarienvögel andere Maße als größere Vögel wie z.B. Papageien. Wählt man einen zu großen Abstand bei den Gitterstäben oder eine zu geringe Gitterstärke, steigt das Fluchtrisiko. Ein zu kleiner Abstand erhöht die Verletzungsgefahr des Vogels, da er beim Klettern in den Zwischenräumen der Gitterstäbe hängen bleiben kann.
Auch die Form, die ein Vogelkäfig hat, ist nicht unwichtig. Es gibt runde Vogelkäfige, eckige Vogelkäfige, Turmkäfige und vieles mehr. Wichtig ist, dass der Vogel innerhalb des Käfigs Orientierungspunkte hat. Aufgrund dieser Tatsache sind rechteckige Käfige zu bevorzugen. Diese haben auch den Vorteil, dass sie eine größere Grundfläche haben. Die meisten Vögel fliegen horizontal und profitieren somit nicht von einem Käfig, der sehr hoch ist, dafür aber kaum in die Breite geht.

Der richtige Käfig für die richtige Vogelart

Wellensittiche

Wellensittiche sind soziale Tiere und müssen daher mindestens Paarweise gehalten werden. Die Größe des Wellensittichkäfigs muss somit für mindestens zwei Tiere konzipiert sein. Die Maße des Käfigs sollten im Bereich der Grundfläche mindestens 150x60 cm betragen und eine Höhe von 100 cm aufweisen. Damit der Käfig die richtige Mischung aus Ausbruchssicherheit und einem minimalen Verletzungsrisiko hat, sollte der Stangenabstand 1,3 cm und die Gitterstärke 3 mm betragen. Bei der Wahl des Materials für den Käfig ist wie für alle Vogelarten zunächst ein Metallkäfig zu empfehlen. Diese Käfige haben den Vorteil, dass sie haltbar, sicher und einfach zu reinigen sind. Sollten Sie sich für einen Holzkäfig entscheiden, so ist darauf zu achten, dass das Holz nicht splittert und keine giftigen Lackierungen oder Farben verwendet wurden.

Kanarienvögel

Ähnlich wie die Wellensittiche auch, sind Kanarienvögel gesellig und sollten somit in Gruppen gehalten werden. Dabei ist zu beachten, dass während der Brutzeit nur verpaarte Vögel gemeinsam in einem Käfig gehalten werden. Außerhalb der Brutzeit ist eine Gruppenhaltung von mehreren Paaren zu empfehlen. Da Kanarienvögel und Wellensittiche von der Größe her zu vergleichen sind, sind auch hier die Abmessungen von 150 cm x 60 cm für die Grundfläche und eine Höhe von 100 cm als Mindestmaße anzusehen. In einem Käfig dieser Größe finden ein bis drei Vogelpaare Platz. Der Stangenabstand sollte zwischen 0,6cm und 1,3cm, die Gitterstärke 3mm betragen. Den Tieren muss durch Sitzstangen, Äste oder Zweige die Möglichkeit gegeben werden, zu sitzen. Diese Sitzmöglichkeiten sollten in verschiedener Höhe angebracht sein. Dabei sollte der Flugraum der Tiere so wenig wie möglich beeinflusst werden. Für optimale Hygiene und Wohlbefinden sollte den Tieren stets eine Bademöglichkeit mit sauberem Wasser zur Verfügung stehen.

Nymphensittiche

Da sie auch aus der Familie der Sittiche stammen, empfiehlt es sich, diese Vögel in Gruppen von ein bis drei Paaren zu halten. Nymphensittiche sind größer als Wellensittiche und brauchen somit auch größere Käfige. Ein Nymphensittichkäfig sollte eine Grundfläche von mindestens 200x60 cm und eine Höhe von 150 cm haben. Da diese Tiere, wie schon erwähnt, größer als ihre Artgenossen sind, ist ein größerer Gitterabstand von 1,3 cm bis 1,6 cm optimal. Eine Gitterstärke von 3 mm reicht allerdings auch hier aus. Sitz- sowie Klettermöglichkeiten in Form von Ästen, Zweigen und Sitzstangen sollten so angebracht werden, dass sie die Flugmöglichkeiten der Tiere innerhalb des Käfigs nicht behindern. Außerdem ist darauf zu achten, dass auch mehrere Tiere auf den Sitzmöglichkeiten Platz finden. Neben der obligatorischen Bademöglichkeit für die Tiere mögen es Nymphensittiche auch mit Wasser aus einer Sprühflasche besprüht zu werden. Dieses Wasser darf keine Seife oder andere Zusätze enthalten, da diese das Gefieder der Tiere verkleben können.

Papageien

Papageien unterscheiden sich von Sittichen, Kanarienvögeln und anderen Gattungen, die sich zur Haltung zu Hause eignen. Sie sind größer und intelligenter, werden älter, sind aber auch lauter und machen mehr Arbeit. Man muss sich intensiv mit ihnen beschäftigen. Die Wahl des richtigen Papageienkäfigs hängt von der Papageienart ab, da diese sich vor allem in ihrer Körpergröße stark unterscheiden.

Aras

Aras sind die Tiere, die man vor Augen hat, wenn man das Wort "Papagei" hört. Sie sind groß, bunt gefiedert und haben einen gebogenen schwarzen Schnabel. Da sie bis zu einem Meter groß werden, sollte ein großer Käfig mit einer Grundfläche von 400 cm x 200 cm und einer Höhe von 200 cm angeschafft werden. Wer sich einen oder mehrere Aras anschafft, muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Tiere bis zu 60 Jahre alt werden können. Noch mehr als bei anderen Vögeln ist hier also auf eine exzellente Qualität und damit verbundene Haltbarkeit des Käfigs zu achten. Der große Schnabel und die damit verbundene Schnabelstärke erfordert eine Gitterstärke von mindestens 4 mm.
Da Aras hochintelligent und kontaktfreudig sind, sollten sie entweder in Paaren gehalten oder viel beschäftigt werden. Spielzeuge wie Kletterseile und Kletterringe, von Ketten hängende Figuren und Leitern unterhalten den Vogel und beugen Depression vor. Dabei ist wichtig, dass die Materialien, aus denen das Spielzeug besteht, hochwertig sind, die Farben oder Lackierungen keine Giftstoffe enthalten und das Holz nicht splittert. Futtertrog und Badewanne müssen an die Größe des Tieres angepasst sein. Sitzgelegenheiten sollten möglichst denen der Natur entsprechen. Äste aus Hartholz (z.B. aus Nussbaum, Kirsche oder Buche) sind hier besonders zu empfehlen.

Graupapageien

Graupapageien haben eine Körpergröße von 30 bis 42 cm. Sie gehören somit zu den kleineren Papageienarten. Zu glauben, dass dies heißt, man benötige nur einen kleinen Käfig, ist allerdings ein Fehlschluss. Denn diese Tiere müssen mindestens Paarweise gehalten werde, um psychische Probleme zu verhindern. Psychische Probleme bei Papageien resultieren aus zu wenig Beschäftigung und Kontakt. Tiere, die davon betroffen sind, neigen dazu sich selbst zu verstümmeln, indem sie sich beispielsweise selbst die Federn rupfen.
Eine angemessene Käfiggröße für ein Graupapageienpaar hat eine Grundfläche von 200 cm x 100 cm und eine Höhe von 200 cm. Graupapageien gehören zu den Papageien, die Geräusche nachahmen können. Man kann ihnen also Worte der menschlichen Sprache beibringen. Graupapageien sind sehr sensible Tiere, die intensiver Betreuung bedürfen. Auf räumliche Veränderungen reagieren sie sehr stark negativ. Daher ist es wichtig, einen hochwertigen Käfig zu haben, um die Wahrscheinlichkeit diesen austauschen und den Tieren ihr gewohntes Umfeld nehmen zu müssen, zu minimieren. Da Papageien dazu neigen, viel zu picken, sollten ihnen in dieser Hinsicht ausreichende Möglichkeiten gegeben werden. Frische Zweige sowie morsches Holz bieten eine natürliche und unbedenkliche Art der Beschäftigung und ermöglichen den Vögeln diesem Verhalten nachzugehen.

Machen Sie sich das Leben leichter

So unterschiedlich die Bedürfnisse verschiedener Vogelarten bei der Käfigauswahl auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: Pflegebedürftigkeit. Sich einen Vogel zu halten bedeutet viel Arbeit für den Halter. Käfig, Sitzstangen, Futtertrog, Wasserspender sowie Badewanne des Tieres müssen regelmäßig und gründlich gereinigt werden, um das Wohlgefühl des Tieres und seine Gesundheit zu gewährleisten. Eine intensive Reinigung des Käfigs sowie das Wechseln des Vogelstreus sollte alle zwei bis drei Tage vorgenommen werden. Machen Sie sich das Leben also nicht schwerer als nötig und achten Sie bereits beim Kauf Ihres Käfigs darauf, dass dieser einfach zu reinigen ist.
Hier ist noch einmal zu betonen, dass ein rechteckiger Käfig Vorteile hat. Verschnörkelte Gitter und hohe Türme haben oft schwer erreichbare stellen. Futtertrog, Wasserspender und Badewanne sollten einfach zu entfernen sein. Das gründliche Reinigen ist so im Waschbecken oder der hauseigenen Badewanne ganz einfach möglich. Der Käfigboden sollte auch komplett herausnehmbar sein, da dies das Entsorgen alten Vogelstreus und das Verteilen des neuen ungemein erleichtert. Sitzstangen und Spielzeuge müssen stabil im Käfig angebracht, aber trotzdem ohne größere Probleme entfernbar sein, da auch diese regelmäßiger Reinigung bedürfen.

Geben Sie den Tieren ein schönes Zuhause

Die Auswahl des passenden Käfigs für Ihren Vogel ist kompliziert. Es gibt vieles zu beachten und viele Fehler, die man machen kann. Beschäftigen Sie sich aber intensiv mit der Materie, wird ihr Haustier es Ihnen mit einem langen, gesunden, glücklichen Leben danken. Nehmen Sie sich darum die Zeit, Ihrem Vogel das schönst mögliche Zuhause zu schaffen und Ihrer Verantwortung als Halter gerecht zu werden.

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