So finden Sie die richtigen Ersatzteile für MD-Player & Rekorder

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
So finden Sie die richtigen Ersatzteile für MD-Player &  a  data-cke-saved-name=_GoBack name=_GoBack  /a -Rekorder

Einst als Nachfolgemedium für die Musikkassette der 80er Jahre gedacht, haben sich Minidisc-Player und Rekorder inzwischen weitgehend als Nischenprodukt für Kenner und Liebhaber etabliert. Entsprechend wichtig ist es für diese, daher die passenden Ersatzteile zu finden, zumal MD-Player seit einigen Jahren auch nicht mehr in Europa hergestellt und nur noch recht selten verkauft werden. Wenngleich die Minidisc einst verstärkt als Musikabspielgerät beworben wurde, kann Sie auch hervorragend als Datenspeicher genutzt werden, insbesondere für die Aufnahme von Audiodateien. Im Folgenden finden Sie daher eine Übersicht über dieses höchst eigene Aufnahme- und Wiedergabe-Projekt, welche einen umfassenden Einblick in die Welt der Minidisc geben soll.

Kompaktes Nachfolgemedium für die Kompaktkassette - zur kurzen Geschichte der Minidisc

Bei der Minidisc handelt es sich um ein magnetisch-optisches Speichermedium, welches vom japanischen Elektronikriesen Sony erstmals im Jahr 1991 eingeführt wurde. Ursprünglich sollte auf diesem Weg eine kompaktere und digitale Alternative zur Kompaktkassette etabliert werden. Aber auch als Ersatz für die DAT-Kassette im privaten oder professionellen Sektor war die Minidisc angedacht. Minidiscs zeichnen sich durch große Robustheit sowie eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber Schmutz aus. Durch das auf Aufkommen der CD und den entsprechenden Boom zu Beginn der 90er Jahre konnte sich die Minidisc trotz ihrer geringeren Größe allerdings nicht in dem gewünschten Maße durchsetzen, wenngleich es auch Dualgeräte gab, welche auch die Möglichkeiten zum Abspielen von CDs besaßen.

Den eigentlichen Todesstoß gab es dann mit dem Aufkommen der noch kompakteren mp3-Player, was dazu führte, dass Sony den Verkauf der Player und Rekorder im Jahr 2011 zuerst für Europa aufgab und letztendlich im Jahr 2013 die Produktion der Geräte, welche sich zuletzt im asiatischen Raum noch erhöhter Beliebtheit erfreuten, komplett einstellte. Bis heute wurden rund 27 Millionen Geräte verkauft.

Leistungsstark und handlich zugleich – die technischen Fakten des Mediums

Mit normalem Kompressionsverfahren lassen sich bis zu 80 Minuten Musik auf eine Minidisc spielen, also in etwa soviel, wie bei einer handelsüblichen CD. Sollten Sie in puncto Klangqualität bereit sein, ein paar Abstriche zu machen, so passen bis zu 320 Minuten auf eine Disc. Beim Dateiformat handelt es sich hierbei wahlweise um ATRAC oder MDLP. Als Datenspeichermedium bietet die Minidisc dabei Platz für bis zu 140 MB. Es gibt sowohl fertig bespielte Discs, als auch wiederbeschreibbare Vertreter, Letztere stellen dabei die gängigere Variante dar. Die Discs sind dabei lediglich 1,2 mm dick und kommen in Verbindung mit einem Kunststoffgehäuse mit 72 x 68 mm Kantenlänge und einer Dicke von 5 mm, was in etwa der Größe einer handelsüblichen 3,5-Zoll-Diskette entspricht.

Erhältlich sind dabei sowohl stationäre Minidisc-Decks, aber auch kleinere portable Geräte, welche optional auch eine Aufnahmefunktion besitzen. Gerade diese handlichen Player präsentieren sich als flexible und leistungsstarke Abspielgeräte mit bis zu 135 Stunden Akkulaufzeit. Die Qualität der Audioaufnahmen variiert je nach Kompressionsgrad, erreicht dabei aber durchaus mp3- und CD-Qualität. Der eingebaute Puffer beträgt bei stationären Geräten sechs Sekunden und bei tragbaren Geräten bis zu 200 Sekunden. Teilweise ermöglichen diese Puffer auch ein recht energiesparendes Abspielen von Dateien. MD-Rekorder besitzen darüber hinaus auch die Möglichkeit, die aufgenommenen Dateien zu editieren, zu verschieben, zu löschen oder alternativ zu benennen. Aufgrund zu hoher Anschaffungskosten und der zunehmenden Marktführerschaft von CD-Brennern und wiederbeschreibaren CDs konnte sich diese Variante auf dem Markt allerdings kaum durchsetzen. Einige PCs, sowie tragbare Stereoanlagen besitzen heutzutage noch einen integrierten MD-Player. Prüfen Sie diese Verfügbarkeit gegebenenfalls vor der Investition in einen Minidisc-Player.

Weit mehr als nur Sony - eine Übersicht über die wichtigsten MD-Hersteller

Wenngleich Marktführer Sony das Prinzip der Minidisc entwickelt und etabliert hat, haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren auch diverse Drittanbieter an das Medium herangewagt und verschiedene Player und Rekorder auf den Markt gebracht, welche teilweise in dieser Form noch erhältlich sind und aktiv auf dem Markt hergestellt werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Aiwa
  • Sharp
  • Panasonic
  • Onkyo
  • JVC
  • Kenwood

In einigen Fällen handelt es sich dabei auch um duale Geräte, die gleichzeitig auch CDs und mp3s abspielen können und damit flexibel an moderne mediale Möglichkeiten angepasst sind.

Welche austauschbaren Ersatzteile lassen sich mittels Gebrauchthändler und Technikfreunden finden?

Nicht automatisch ist eine Neuanschaffung von Nöten, sollte der Minidisc-Player den Geist aufgeben. Besonders aufgrund der Tatsache, dass Branchenprimus Sony die Neuproduktion der Geräte vor Kurzem eingestellt hat, sind viele Sammler und Bastler auf Ersatzteile von Zwischenhändlern angewiesen. Hier lassen sich mit etwas Geduld und intensiver Suche die richtigen Elemente finden. Folgende Geräteteile können dabei von Schäden betroffen und für den Sammler von Interesse sein:

  • Interner Akku des Gerätes
  • Akku-Ladegerät, 2 bzw. externe Stromversorgung
  • Gehäuse
  • Deckel/ Klappe
  • Fernbedienung (über Infrarot)

Schäden an der empfindlichen Elektronik des Gerätes, wie zum Beispiel am Laser, sollten hingegen eher von professioneller Seite her übernommen werden. Wägen Sie dabei stets ab, inwiefern sich die Reparatur wirtschaftlich rentiert und nicht ein Neukauf am Ende die preisgünstigere Variante darstellt. Gerade viele Drittanbieter und private Händler stellen dabei eine gute Alternative da. Spezielle Internetforen von Minidisc-Liebhabern sind darüber hinaus eine weitere sehr gute Anlaufstelle.

HD-MD als das neueste leistungsintensive Nachfolgeprodukt zur traditionellen Minidisc

Um im Konkurrenzkampf gegen immer leistungsstärkere digitale Speichermedien und Abspielgeräte bestehen zu können, führte Sony im Jahr 2004 die HD-Minidisc ein, welche mit einem Gigabyte Speicher deutlich mehr Platz bot, als der Vorgänger. Neben Sony stellte auch Onkyo Geräte für dieses Format her und tut dies, nach dem Ausstieg des Marktführers, heute auch immer noch. Bei einer Bitrate von 48 kbit/s können somit bis zu 45 Stunden Musik gespeichert werden, in der Regel im speziellen ATRAC3-Format. Bei einer Standard-Kompression wie 132 kbit/s macht dies etwas mehr als 16 Stunden. Auch externe Mikrofone können dabei an die Geräte angeschlossen werden.

In Verknüpfung mit einem Computer lassen sich die Dateien auf diesem Weg auch übertragen und bearbeiten, optional wird dabei aber noch eine spezielle Software benötigt. Besonders als Diktiergerät oder zur Aufnahme von Gesprächen und Geräuschen eignet sich das Medium dabei hervorragend und wird auch immer noch gern in diesem Sektor benutzt. Allerdings konnte sich das neue Format aufgrund des hohen Preisniveaus und der populäreren Konkurrenz insgesamt weniger stark durchsetzen, als erwartet und die Produktion von Geräten wurde – zumindest vonseiten Sonys – inzwischen eingestellt.

Dualgeräte in Kombination mit CD-Playern als Alternative zum Standardgerät

Eine moderne und zeitgemäßere Alternative zu den traditionellen MD-Abspiel- und Aufnahmegeräten stellen Kombigeräte mitsamt integriertem CD-Player dar. Diese Variante dürfte für Sie von Interesse sein, wenn Sie Ihrer Hi-Fi-Anlage nur eine Komponente hinzufügen wollen und dabei noch keinen funktionierenden CD-Player haben. Die Musik von CD auf die Minidisc zu übertragen gestaltet sich dabei als unkompliziert. Achten Sie stets darauf, welche Rohlinge der CD-Rekorder benötigt. Teilweise werden ausschließlich spezielle Formate unterstützt, die preislich über den standardisierten Discs liegen. Die Titelbezeichnungen der CD werden in der Regel bei der Übertragung auf die Minidisc übernommen. Dualgeräte verknüpfen dabei spielend leicht die Eigenschaften beider Playertypen.

Exkurs: Warum der MD-Player trotz viel Potential auf dem Markt scheiterte

Rückblickend betrachtet mag es durchaus verwundern, wieso die Minidisc auf dem Elektronikmarkt scheiterte. Die Vorteile liegen auf der Hand. Das Medium ist sehr handlich, robuster als eine CD und bietet ausreichendes Speicherpotenzial. Auch die MD-Player sind kompakter als die CD-Varianten. Viel hing im Falle von Sony mit einem eher unzureichenden Marketing zusammen. Zu oft wurde die Minidisc als Musikmedium angepriesen, zu wenig als Datenspeicher. Im Musiksektor hatte das Medium gegenüber der alteingesessenen Kompaktkassette zulange das Nachsehen, auch weil die Anschaffungskosten von Gerät und Medium zu hoch wahren. Spätestens mit dem Siegeszug der CD ab Mitte der 90er Jahre war eine Vormachtstellung kaum noch möglich.

Viel eher hätte die Minidisc and handlicher kleiner Datenspeicher bestehen können, besonders in der Zeit, als USB-Sticks noch nicht entwickelt oder weit verbreitet waren. Doch dies wurde von den Entwicklern nur unzureichend kommuniziert. Hinzu kam eine zu rigorose Preispolitik, die dafür sorgte, dass die Geräte stets teurer waren, als die damalige Konkurrenz. Sony verstärkte dies bei den Musikplayern unter anderem durch einen recht komplizierten Kopierschutz bei den eigenen Musikdateien, die unter anderem ein eigenes Dateiformat beinhalteten. Dateien ließen sich auf diesem Weg nur bedingt mehrmals kopieren, auch wurde der Kopiervorgang oft durch das Vorhandensein einer eigenen Software unnötig verkompliziert.

Die Fakten sprechen für die MD-Player und Rekorder, das verpasste Marketing und die schlechte Promotion in Kombination mit viel zu hohen Preisen sprachen allerdings gegen den Siegeszug der kleinen Geräte.

Fazit: Minidisc-Player werden in absehbarer Zeit ein wichtiges Liebhaberthema werden.

Sollten Sie sich für den Kauf eines Minidisc-Players entscheiden, so bekommen sie in jedem Fall ein leistungsstarkes Aufnahme- und Wiedergabegerät, das modernen Anforderungen in jedem Fall gewachsen ist. Es ist kompakt und für häufige Nutzung ausgelegt und eignet sich hervorragend für die Aufnahme von Radiosendungen, Musikstücken, Interviews oder anderer Tonaufnahmen. Sollten Sie mit Gedanken spielen, dies im professionellen Sektor zu tätigen, empfiehlt sich ein Blick auf die HD-MD-Variante.

Allerdings sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass das Medium keinen allzugroßen Support mehr vonseiten der Hersteller bekommt und damit in den nächsten Jahren langsam aber sicher zu einem reinen Liebhaberthema für Sammler und Technikfans werden wird, welche die Vorzüge des Mediums zu schätzen wissen. Hier bietet sich allerdings somit auch die Möglichkeit zum regen Austausch, gerade wenn es um Ersatzteile geht.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden