So finden Sie die richtigen DJ-Mixer und Mischpulte

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So finden Sie die richtigen DJ-Mixer und Mischpulte

Das Mischpult gehört zu den wichtigsten Werkzeugen eines DJ. Es stellt die zentrale Steuerung aller Komponenten eines DJ-Setups dar und sollte daher mit Sorgfalt ausgewählt werden.

Wenn man die heutige Mixer-Landschaft genauer betrachtet, wird man schnell feststellen, dass sich im Groben zwei verschiedene Klassen von DJ-Mischpulten herausgebildet haben.

Auf der einen Seite befinden sich die sogenannten Battlemixer. Diese werden vor allen Dingen in der Hip-Hop- und Scratch-Szene verwendet. Auf der anderen Seite befinden sich die sogenannten Club- oder Installationsmixer. Diese sind besonders im Techno-, House- und Trance-Bereich anzutreffen.

Wie bei eigentlich den meisten technischen Geräten bleibt auch bei den DJ-Mixern die Entwicklung nicht stehen. Der Wandel von analoger zu digitaler Technik hält auch bei diesen Mischpulten Einzug. Darüber hinaus werden DJ-Mixer heutzutage mit immer mehr Funktionen und Features versehen.

Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die noch über keinen großen Erfahrungsschatz im Bereich der DJ-Mixer verfügen. Der Ratgeber möchte eine erste Einführung in das Thema leisten und einige Grundinformationen vermitteln.

Wozu dient ein Audio-Mischpult?

Ganz generell ist ein Mischpult im Audiobereich dazu da, elektrische Tonsignale zusammenzuführen. Die Tonsignale kommen dabei von unterschiedlichen Quellen: Zum Beispiel von einem Mikrofon, von einem CD-Player oder einem Plattenspieler. Je nach dem, wie viele Kanäle dem Mischpult zur Verfügung stehen, werden die Tonsignale auf diese entsprechenden Kanäle „summiert“. Ein Stereo-Mischpult verfügt zum Beispiel über zwei Kanäle für „Links“ und „Rechts“.

Audio-Mischpulte besitzen die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete. Sie können beispielsweise für die Aufnahme und Abmischung im Tonstudio verwendet werden. Oder sie sorgen bei Live-Beschallung und Musik-Events für die richtige Mischung. Für jeden dieser Anwendungsbereiche existieren spezielle Mischpult-Typen. Diese können sich in der Größe, in Klangeigenschaften, der Verarbeitung und dem Funktionsumfang stark voneinander unterscheiden.

Das Mischpult besitzt verschiedene Funktionsbereiche

Der erste Funktionsbereich beim Mischpult bildet die verschiedenen Eingangskanäle des Mischpultes ab. Diese können, je nach Modell des Mixers, in verschiedene Gruppen (beispielsweise für Mono- und Stereo-Eingänge) sortiert sein.

Nur bei größeren Mischpulten finden sich sogenannte Subgruppen. Mit deren Hilfe lassen sich mehrere eingehende Tonsignale zusammenfassen. Damit lassen sich diese beispielsweise gleichzeitig in der Lautstärke regeln oder an verschiedene Spuren eines Aufnahmegerätes senden.

Wichtige Komponenten

Mit Rückkanälen lassen sich Signale, die möglicherweise zu einem Effektgerät geschickt wurden, wieder zum allgemeinen „Summensignal“ zumischen. Mit der Master- bzw. Summenfunktion wird der finale Mix über einen Master-Fader an eine PA-Anlage, an Aufnahmegeräte oder Sender geschickt.

Eine weitere Funktion, die bei allen Mischpultformen vertreten ist, stellt die Möglichkeit bereit, das Tonsignal abzuhören. Dies kann an verschiedenen Punkten des Signalweges geschehen und erfolgt zumeist über einen Kopfhörer oder einen speziellen Lautsprecher.

Analoge und digitale Mischpulte

Wie bereits erwähnt, findet heutzutage eine Entwicklung von analoger zu digitaler Mischpulttechnik statt, gerade auch im DJ-Bereich. Neben rein analogen und rein digitalen Mixern haben sich jedoch auch Hybride am Markt etabliert. Alle Techniken besitzen dabei ihre Vor- und Nachteile.

Zwar können kleine Mischpulte relativ günstig mit Analogtechnik hergestellt werden, da weniger Schaltungen verbaut werden müssen. Mit einem Digitalmischpult lässt sich beispielsweise an der Anzahl der Bedienelemente sparen, da eine Taste oder ein Regler mit mehreren Funktionen belegt werden kann. Das macht auch Digitalpulte zum Teil preisgünstiger.

Egal ob analoges oder digitales Mischpult: Wesentliche Merkmale eines Mischpultes sind die Anzahl der Eingangs- und Ausgangskanäle, die Möglichkeiten zur Klangbearbeitung, sowie eine adäquate Handhabbarkeit des Gerätes. Darüber hinaus ist auf der technischen Seite die Qualität des Signals das wichtigste Merkmal: Ein möglichst lineares Signal und ein hoher Dynamikbereich sind hier zu empfehlen.

Der DJ-Mixer ist ganz auf die Anforderungen der Live-Beschallung ausgelegt. Zu den größten Unterschieden im Vergleich zu anderen Mischpulten im PA-Bereich gehört das Vorhandensein eines Crossfaders sowie die Einschränkung auf Line-Signale. Der DJ-Mixer besitzt in der Regel eine einfachere Ausstattung und ist robust konstruiert. Mit der Zeit haben sich besonders zwei Varianten von DJ-Mixern herausgebildet.

Clubmixer sind oft stationär und besitzen einen größeren Funktionsumfang

Clubmixer sind oft als fest installierte Mischpulte in Discos, Clubs und sonstigen gastronomischen Betrieben anzutreffen. Sie werden auch Installations-Mixer genannt. Diese werden mit einer unterschiedlichen hohen Zahl an verfügbaren Kanälen angeboten.

Der Clubmixer wird in diesem Zusammenhang in verschieden Versionen angeboten. Je nach Bedarf sind Modelle zwischen vier und sieben verfügbaren Kanälen erhältlich. Die 4-Kanal-Version ist jedoch die häufigste Variante.

Schnittstellen-Vielfalt

Diese Mischpulte bieten eine große Anzahl an verschiedenen Audioschnittstellen und Anschlussmöglichkeiten, zum Beispiel für Plattenspieler oder Line-Pegel-Geräte. Somit wird ein flexibles „Routing“ möglich, ohne dass die Verkabelung neu konfiguriert werden müsste.

Bei Clubmixern findet man auch oft eine Schnittstelle für Mikrofone. Ebenso sind Effektschleifen bei Clubmixern keine Seltenheit. Auf der Ausgangseite sind Clubmixer zumeist mit mehreren unabhängigen Master- und Monitoringausgängen ausgestattet. Außerdem sind spezielle Rekordausgänge keine Seltenheit bei stationären Clubmixern. Ein 3-bandiger Equalizer übernimmt bei diesen Geräten die Klangregelung.

Clubmixer warten in der Regel mit einer Bandbreite an verschiedenen Effekten und Filtern auf, mit deren Hilfe Tonsignale verändert werden können. Diese leisten einer kreativen Ausgestaltung der DJ-Darbietung Vorschub.

Battlemixer unterscheiden sich in Funktionsumfang und Ausstattung von Clubmixern

Battlemixer sind für die speziellen Bedürfnisse der Hip-Hop-Szene ausgelegt. Sie sind im Besonderen zum Scratchen und zum Beatjuggling entworfen. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale zum Clubmixer ist der Crossfader und ein unverbauter Bereich um ihn herum. Dieser ist wichtig, damit genügend Platz für eine kreative Performance vorhanden ist.

Der Crossfader, der stufenlose Übergange zwischen zwei Musikquellen ermöglicht, sollte dabei eine lange Lebensdauer sowie eine gute Leichtgängigkeit besitzen. Digitale Technik kommt auch in diesem Bereich immer öfter zum Einsatz. Diese kann beispielsweise die Faderbewegungen abtasten. Gegenüber einer analogen Lösung entsteht hier keine mechanische Abnutzung.

Battlemixer-Anschlüsse 

Was die Anschlüsse anbelangt, so besteht ein klassisches Battlemixer-Setup aus zwei Phono- und zwei Line-Eingängen und einem Anschluss für ein Mikrofon. Integrierte Effekte sind beim Battlemixer sehr selten. Externe Effektgeräte lassen sich jedoch bei vielen Modellen anschließen.

Audioausgänge sind für den Anschluss an die PA-Anlage sowie an Monitorlautsprecher vorhanden. Zusätzliche Rekordausgänge sind für die Aufnahme des DJ-Set vorgesehen, aber eher selten vorhanden. Wichtig ist – und auch bei jedem Mixer vorhanden – ist die Vorhörmöglichkeit (Cue) sowie ein entsprechender Kopfhörerausgang. Die Klangregelung wird – wie beim Clubmixer – zumeist über einen dreibändigen Equalizer realisiert.

Komponenten des Battlemixers

Mithilfe des Source Selector-Schalters lässt sich die Klangquelle auswählen. Der Trim-Regler sorgt dafür, dass das Audiosignal richtig eingepegelt werden kann. „Trimmt“ man das Signal zu hoch ein, kommt es zu Signalverzerrungen.

Der Equalizer (s.o.) steuert den Klang des Audiosignals. Mithilfe einer „Killswitch-Taste“, über die nicht alle Mixerequalizer verfügen, lassen sich sofort alle Frequenzen des jeweiligen Frequenzbandes entfernen.

Der Channel Fader ist für die Lautstärke eines einzelnen Kanals zuständig. Mit dem Crossfader lassen sich weiterhin zwei Kanäle miteinander überblenden. So lässt sich der neue Track einblenden, während der alte automatisch ausgeblendet wird.

Der Master-Level-Regler steuert die Lautstärke des Ausgangssignals. Der Booth Level Regler ist für die Einstellung des zweiten Stereoausgangs gedacht. Die Pegelanzeige bietet den DJ Kontrolle über die Ausgangslautstärke.

Ein Monitorsignal wird per Kopfhörer ausgegeben und beeinflusst das Master-Signal in keiner Weise. Diese Abhörmöglichkeit ist besonders wichtig. Manche Geräte verfügen auch über eine sogenannte „Talk-Over-Funktion“. Diese senkt die Audiosignale automatisch ab, wenn das Mikrofon benutzt wird.

Ein Beat-Counter zeigt die Geschwindigkeit des aktuellen Titels (in Beats pro Minute) an. Er erleichtert somit das Überblenden. Der Hamster-Switch schließlich gehört ebenso zu einer typischen DJ-Mixer-Ausstattung. Er ermöglicht die Umkehrung der Crossfader-Richtung.

Fazit

Es zeigt sich, dass die Auswahl eines geeigneten Mixers ganz vom jeweiligen DJ-Bereich abhängt. Dabei haben sich in den letzten Jahrzehnten zwei unterschiedliche Typen herausgebildet. Battlemixer und Clubmixer finden in unterschiedlichen DJ-Bereichen Anwendung. Eine zumeist robuste Bauweise ist Ihnen gemeinsam. Der Funktionsumfang kann sich je nach Modell jedoch stark unterscheiden. Als bekannte und große Markenhersteller von Mischpulten und DJ-Mixern sind American AudioBehringer und Numark ebenso wie von OmnitronicReloop oder Pioneer zu nennen.

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