So finden Sie die richtige See- oder Flugfunkantenne

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So finden Sie die richtige See- oder Flugfunkantenne

Warum benötigen Sie eine See- oder Flugfunkantenne auf See?

Besonders als Besitzer eines Sportbootes haben Sie möglicherweise ein großes Interesse daran, dass Ihre Seefunkantenne über eine möglichst große Reichweite zum Senden und Empfangen verfügt. Herkömmliche CB-Funk-Antennen eignen sich dazu in der Regel nicht, da sie auf Kurzwelle im 11-Meter-Band senden und empfangen, während der Frequenzbereich für Seefunk im Ultrakurzwellenbereich bei 156 MHz (2-Meter-Band) liegt. Sportboote zählen zwar normalerweise nicht zu den Fahrzeugen, die von der Ausrüstungspflicht betroffen sind, allerdings hat ein Funkgerät im Notfall schon viele Menschenleben gerettet. Auf eine Installation sollte – vor allem aus Kostengründen – also nie verzichtet werden.

Rechtliche Grundlagen

Ein Funkgerät dürfen Sie allerdings nur in Verbindung mit einem Funkzeugnis nutzen. Während des Kurses, der zum Erwerb dieses Zeugnisses führt, werden in erster Linie Grundlagen zur richtigen Abwicklung einer Funkverbindung behandelt. Zudem wird auf die rechtlichen Bedingungen hingewiesen, die das Betreiben einer Funkanlage zwangsläufig nach sich zieht. Zunächst muss eine Frequenzzuteilungsurkunde für das entsprechende Boot beantragt und ausgestellt worden sein. Ohne diese oder ein funktionierendes Funkgerät ist die Inbetriebnahme des Bootes künftig nicht mehr erlaubt. Das Funkgerät muss zudem immer eingeschaltet und empfangsbereit sein – der Verkehrskreis Schiff-Schiff darf dabei höchstens kurzfristig verlassen werden. Für Sie als Führer des Schiffes gilt immer die Funkzeugnispflicht. Wenn sich andere Führerscheininhaber an Bord befinden, die eigentlich in der Lage wären, das Sportboot zu steuern, müssen auch diese über dieses Zeugnis verfügen. Diese Punkte müssen vor der Installation einer Antenne samt Funkgerät dringend beachtet werden, um somit einen reibungslosen Ablauf auf der See zu gewährleisten.

Was Sie beim Kauf eines Funkgeräts und bei der Installation beachten müssen

Die Installation einer Funkantenne auf dem Boot sollte – wenn möglich – immer von einem Experten vorgenommen werden, der Ihnen Schritt für Schritt erklären kann, was zu beachten ist. So sind Sie bei einem Ausfall oder Defekt der Anlage auf See eventuell in der Lage, sie selbst wieder zum Laufen zu bringen. Wenn Sie auf die Konsultation eines Fachmanns verzichten, sollten Sie unbedingt mit äußerster Vorsicht agieren – denn es kann schnell zu kleinen Fehlern kommen, für die Sie unter Umständen zur späteren Zeit Verantwortung übernehmen müssen. Für sich genommen ist jeder einzelne nicht der Rede wert, aber in der Summe kann die Funkanlage durch unnötige Unachtsamkeiten lahmgelegt werden.

Unter den häufigsten Fehlern, die bei der Installation einer Seefunkantenne auftreten können, sind Unterbrechungen an Anschlüssen oder Steckverbindungen. Da Antennen über ein Koaxkabel am unteren Ende eingespeist werden, verfügen sie über ein Anpassungsnetzwerk, welches sich in der Verdickung am Fuß befindet. Dadurch sind die Antennen „DC-closed” und es kommt bei Gleichstrom zu einem Kurzschluss. Sie können die Anlage mit einem am Koaxkabel angeschlossenen Multimeter ganz leicht auf Durchgang prüfen, falsche Verbindungen und lockere Anschlüsse werden in diesem Zuge schnell bemerkt. Ein Vorteil, den viele Bootsführer nicht kennen.

Je höher die Funkantenne angebracht ist, desto besser

Entscheidend für die Reichweite einer Antenne ist immer die Aufbauhöhe und nicht, wie landläufig vermutet, die Sendeleistung. Daher ist es wichtig, die Antenne immer am höchsten Punkt des Bootes zu befestigen – bei einem Segelboot also auf dem Mast. Die Reichweite einer Antenne lässt sich näherungsweise mit der folgenden Formel berechnen: D=2,075(H1+H2). Für H1 und H2 wird die Länge der sendenden und die der empfangenden Antenne in Metern eingesetzt, D entspricht dann der Distanz in Seemeilen, die der Funkpartner entfernt sein darf, damit noch eine ausreichende Kommunikation möglich ist. Haben beide Funker ihre Antenne in 10 Metern Höhe montiert, darf der Partner laut Formel rein rechnerisch 41,5 Seemeilen entfernt sein. In der Realität liegt dieser Wert sogar noch um ein paar Meilen höher. Entscheidend ist in diesem Kontext, dass ein minimaler Freiraum zur absoluten Gewährleistung des Funks vorhanden ist.

Der sogenannte Antennengewinn spielt hingegen keine allzu große Rolle und sollte Ihre Kaufentscheidung nicht beeinträchtigen. Antennen mit diesem Gewinn sind zwar länger, allerdings werden sie auf Grund der vertikalen Anbringung auch sehr schnell instabil, was wiederum zu einem Sendeverlust führen kann. Da vor allem auf hoher See zumeist sehr windige Bedingungen herrschen, ist es nur bedingt sinnvoll, wobei hingegen ruhige Gewässer von dieser Art profitieren. Eigenschaften wie Wetterfestigkeit und Stabilität sollten daher entscheidend für den Kauf der Antenne sein.

Sparsamkeit bei der Funkantennen-Dämpfung zahlt sich nicht immer aus

Eine Dämpfung von 3 dB verringert die Sendeleistung der Kabel um etwa die Hälfte, weswegen diese eher für die „kleinere” Bootsfahrt geeignet sind. Billige Kabel, die pro Meter nur sehr wenig kosten, weisen oft eine Dämpfung von 19 dB bei einer Länge von 100 m auf. Teure Kabel kommen auf einen guten Wert von 7,9 dB und sind für Profis wie auch auf der See geeignet. Bei einer Kabellänge von 10 Metern entspricht dies einem Unterschied von etwa 1,1 dB und demzufolge bei 20 Metern einem Unterschied von ungefähr 2,2 dB. Sie sollten sich also vorab ausrechnen, wie viele dB Sie für Ihr Vorhaben auf dem Wasser effektiv nutzen möchten. Dabei ist es sinnvoll, eine längere Antenne vorzuziehen, statt am Ende an einer zu hohen Dämpfung zu leiden. An diesem Punkt müssen Sie sich natürlich entscheiden, ob Sie trotz der größeren Dämpfung noch über eine ausreichende Sendeleistung verfügen. Es ist daher ratsam, sich über das Gewässer genau schlau zu machen. Reicht die Sendeleistung aus, sollten Sie das zusätzliche Geld nicht investieren. Aber wenn das Geld keine Rolle spielt, sollten Sie immer in teurere Kabel investieren, da deren Qualität den günstigeren Modellen gegenüber in der Regel überwiegt. Das Gleiche gilt auch für die im Funkgerät verbauten Steckverbindungen.

Flugfunk – Drahtantenne oder Gummiantenne?

Prinzipiell ist beim Empfang von Flugfunk zu bemerken, dass Drahtantennen permanent eine höhere Sendeleistung und eine geringere Dämpfung aufweisen als vergleichbare Gummiantennen. Die Nutzung beschränkt sich dabei eher auf den sogenannten Kurzwellenbereich – dies gilt sowohl für portable also auch für fest installierte Antennensysteme. Handelsübliche Flugfunkantennen erzielen die beste Leistung im Frequenzbereich von 108-170 MHz und sind für den Bereich, in dem der Flugfunk sendet (118-136 MHz), optimal angepasst. Flugfunk wird vertikal gesendet, dementsprechend müssen also auch die Antennen vertikal montiert werden. Dies ist ein häufiger Störgrund, weshalb Sie diesen Punkt besonders sorgfältig durchführen sollten.

Montagetipps

Für die Montage sind aufgrund der Höhe zum Beispiel der Dachboden oder die Decke am besten geeignet. Beachten Sie dabei jedoch, dass die Antenne fernab von metallischen Gegenständen platziert werden sollte, da ansonsten im gleichen Maße Störungen auftreten, die die Leistung respektive das Ergebnis nachhaltig beeinflussen. Schon auf dem Dachboden gelagerte alte Musikinstrumente bewirken einen messbaren negativen Effekt. Theoretisch entspricht der Mindestabstand 2,4 Meter, also eine vollständige Wellenlänge – je nach Antenne kann dieser Wert aber durchaus variieren. Auch außerhalb dieses Abstandes können leitende Materialien, wie Kohlefasern, der menschliche Körper oder Lacke, einen blinden Fleck beim Senden und Empfangen verursachen. Bei der Installation müssen Sie diese Gegebenheiten also ebenfalls berücksichtigen. Wenn es gar nicht anders möglich sein sollte, muss die Antenne zumindest senkrecht zu diesen Objekten stehen und nicht parallel – diese Variante ist jedoch tunlichst zu vermeiden.

Auch Zuleitungen und andere Antennen führen zu Leistungsverlust

Nicht nur externe Bedingungen können den Empfang stark beeinträchtigen, auch anderweitige Faktoren haben Sie zu bedenken, sofern Sie von einer sehr guten Verbindung profitieren möchten. Es gibt dabei einige Grundregeln zu beachten.

Weitere Antennen sollten ebenfalls mit ausreichendem Abstand montiert werden, denn aufgrund des leitfähigen Materials kann es zu Induktionsspannungen kommen, die im schlimmsten Fall das Funkgerät zerstören können. Beachten Sie dies, wären Sie bestens für Ihr Vorhaben gerüstet. Zuleitungen zu den Antennen dürfen nicht aufgerollt oder um Metallteile gewickelt werden, da es sonst zu einem zu großen Leistungsverlust kommt bzw. die Leistungsfähigkeit unter Umständen reduziert wird. Dieser nimmt auch mit Länge der Zuleitung zu, also sollten Sie diese immer so kurz wie möglich halten. Denn auch wenn die Antenne optimal positioniert ist, sorgt ein unsauber verlegtes Kabel für eine starke Beeinträchtigung der Leistung der gesamten Anlage und daher sollten Sie gewährleisten, dass die verbaute Antenne freiliegt, um von Störungen verschont zu bleiben. Um diesen Effekt zu minimieren, ist die Zuleitung immer senkrecht zur Antenne verlegt. Ein zweiter Aspekt, der von Ihnen nicht vernachlässigt werden sollte, bezieht sich auf Stecker und Buchsen – diese sollten in einer adäquaten Anzahl verfügbar sein. Es wichtig, dass Sie darauf achten, stets nur so viele Bauteile zu verwenden, wie Sie benötigen, denn auch in diesen Bauteilen kommt es in der Regel zu einem Leistungsverlust.

Ein Stehwellenmessgerät ist unbedingt vonnöten

Auch wichtig: passende Apparaturen, die die Installation auf Funktionalität überprüfen, sogenannte Stehwellenmessgeräte. Schenken Sie dabei unbedingt dem Frequenzbereich Beachtung, denn dieser sollte bis 140 MHz nutzbar sein, um auch die oberen Frequenzen abzudecken. Fragen Sie im Zweifel einen Experten, denn eine unsachgemäße Herangehensweise führt im schlimmsten Fall dazu, dass die gesamte Anlage beschädigt oder zerstört werden kann und das Verschulden dann letztendlich bei Ihnen selbst liegt. Eine derartige Stehwellenmessung sollten Sie sich vor der ersten eigenen Durchführung also zumindest einmal professionell vorführen lassen, damit Sie im Anschluss richtige Messungen durchführen können. Zu vermeiden sind Stehwellenverhältnisse über 2 – in diesem Fall erhielte man eine zu geringe Empfangs- und Sendeleistung und liefe Gefahr, das Funkgerät zu beschädigen.

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