So finden Sie die DVB-T Antenne mit der richtigen Länge für Ihr Wohngebiet

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So finden Sie die DVB-T Antenne mit der richtigen Länge für Ihr Wohngebiet

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, digitale Rundfunksendungen ins Haus zu holen, primär TV, bei digitalen Radiosendungen muss zumeist mit regionalen Einschränkungen gerechnet werden. Laut verschiedener Angaben gehört Berlin etwa zu den Regionen, bei denen auch Radiosendungen empfangen werden können, ansonsten kommt DAB( ) ins Spiel (Digital Audio Broadasting). Nachfolgend die Liste mit einer jeweils kurzen Beschreibung, wobei das Kürzel DVB immer für Digital Video Broadcasting steht:

  • DVB-T für den terrestrischen und damit bodengestützten Empfang
  • DVB-S oder DVB-S2 für den Empfang via Satellit
  • DVB-C weist auf den Empfang per Kabelanschluss hin.

Im nachfolgenden Ratgeber liegt der Schwerpunkt - wie es die Überschrift bereits andeutet, beim terrestrischen Empfang, jedoch werden die anderen Empfangsmöglichkeiten vereinzelt mit einbezogen, um Ihnen eine bessere Orientierung zu geben, wann und vor allem wo der DVB-T Empfang die richtige Option für Sie ist.

Empfang über DVB-T

Wie bereits zuvor erwähnt, funktioniert DVB-T über bodengestützte Sendemasten, die in Deutschland relativ flächendeckend zur Verfügung stehen, in angrenzenden Ländern kann diese unterschiedlicher Ausprägung sein. Je näher man sich an einem dieser Sendemasten befindet, umso besser ist das Empfangssignal über die DVB-T Antenne. Neben dem Grundprinzip kann es nicht schaden, sich ein wenig über die technischen Details zu informieren.

Senderempfang

Aufgrund der Erdkrümmung können Sender nur regional über die entsprechenden DVB-T Sendeantennen empfangen werden, kommen weitere Hindernisse wie etwa bergiges Land hinzu, kann die Empfangsqualität je nach Standort und Größe der Sendeantenne zusätzlich leiden. Dies bringt dann mit sich, dass an Ihrem Wohnort nur die Sender erreichbar sind, die tatsächlich eingespeist werden: Es ist also notwendig, sich vorher zu erkundigen, für welche Sender das zutrifft. In der Regel zählen die Öffentlich Rechtlichen dazu, ebenso wie viele Privatsender und so einige Nischenanbieter. Über das Internet lässt sich relativ einfach herausfinden, welche Sender wo erreichbar sind.

Senderbereiche

Terrestrische Sender setzen auf den ehemals analogen Low-Band Bereich auf, der die Frequenzen von 10,7 GHz bis 11,7 GHz abdeckt, die Lizenzen für die einzelnen Frequenzen sind jedoch vergeben, aktuell werden in Deutschland schlicht keine HD-Sendungen über terrestrische Anlagen ausgestrahlt.

Das HDTV (High Definition Television) spielt sich aus diesem Grund vor allem im sogenannten High-Band Bereich ab, mit Frequenzen von 11,7 GHz bis 12,75 GHz. Zu berücksichtigen ist, dass in einigen Ländern durchaus auch HDTV über DVB-T-Antennen empfangen werden kann, weil sie dort eben ausgestrahlt werden, wie zum Beispiel in Italien, Norwegen oder Polen.

Abzuwarten bleibt, ob und wann der Nachfolger DVB-T2 kommt, zuverlässige Prognosen gibt es derzeit noch nicht, ARD und ZDF haben jedoch angekündigt, ab 2017 mit der sukzessiven Umstellung auf DVB-T2 zu beginnen. Eine wichtige Zielgruppe wären dabei laut eigener Aussage etwa Smartphone- oder Tablet-Inhaber, um diesen einen mobilen Empfang von HD-Sendungen auch unterwegs zu ermöglichen.

Benötigte Länge der DVB-T Antenne

Grundsätzlich hängt die Größe bzw. Länge der DVB-T Antenne von zwei äußeren Faktoren ab: Zum einen davon, wie weit der nächst erreichbare Sendemast entfernt ist, in bestimmten Lagen können es auch mehrere Sendeantennen sein, was zumeist die Programmvielfalt erhöht. Zum anderen müssen die landschaftlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden, die im direkten Umfeld vorherrschen - Flachland bedeutet höhere Reichweiten als hügeliges oder bergiges Gelände.

Die benötigte Länge einer DVB-T Antenne können Sie auch selbst berechnen, was vorab allerdings ein wenig Recherche erfordert: Sie müssen den Sendemast ermitteln sowie die dort mit der jeweils kleinsten und größten UHF-Frequenz verfügbaren Sender, die Bandbreite reicht insgesamt von minimal 470 MHz bis maximal 790 MHz (Kanäle 21 bis 60). Die Berechnung erfolgt dann unter Einbeziehung der Lichtgeschwindigkeit (Lamda) über den Mittelwert, der lediglich als Beispiel für einen Standort mit der gesamten Bandbreite dient:

  • Mittelwert berechnen: (470 MHz 790 MHz) / 2 = 630 MHz
  • Länge mit Lamda ermitteln: 299.792 km/s / 630 MHz = 480 mm (aufgerundet)

Die Antenne müsste also eine theoretische Länge von 45 cm haben. Wenn Sie diese zum Beispiel mit einem Koaxialkabel selbst bauen möchten, sollten Sie dabei noch das Massegeflecht sowie den Innenleiter beachten, die sich allerdings nicht auf die Gesamtlänge auswirken.

Kauf einer DVB-T Antenne

Beim Kauf einer DVB-T Antenne haben Sie zusätzlich noch die Wahl zwischen einer aktiven Variante und einer passiven Variante: Liegt der Sendemast sehr nahe zum Wohngebiet, eignet sich eine passive Antenne in Stabform, um einen guten Empfang zu gewährleisten. Hier kommt noch die Sendeleistung (ERP = Effective Radiated Power) der Mastbetreiber mit ins Spiel, die in Watt angegeben wird - ist diese hoch und liegt Ihr Wohngebiet dazu in der Hauptstrahlrichtung, sollten sie keine Probleme haben.

Wer sich dagegen im Randgebiet eines Senders befindet, sollte eher auf eine aktive DVB-T Antenne zurückgreifen. Mithilfe des integrierten Signalverstärkers kann die Empfangsqualität spürbar verbessert werden, die Kennzahl wird in dB (Dezibel) angegeben - je höher der Wert, umso mehr wird das Signal verstärkt. Bei aktiven Antennen kommt jedoch hinzu, dass diese zwingend eine Stromquelle benötigen - entweder über den angeschlossenen Receiver oder über ein separates Netzteil. Entsprechend muss auch die Einstellung am angeschlossenen Receiver oder Fernsehgerät mit integriertem Tuner vorgenommen werden.

So erzielen Sie guten Empfang

Befindet sich Ihre Wohnung oder Ihr Haus in einem guten bis sehr guten Empfangsbereich, tut es meist eine einfache Zimmerantenne, dabei gilt: Je höher das Stockwerk und je näher die Antenne am Fenster positioniert wird, desto besser funktioniert der Empfang.

Verschiedene Standorte ausprobieren

Optimieren lässt sich die Qualität durch ausprobieren verschiedener Standorte sowie das Drehen und Neigen der Antenne. Für alle anderen Fälle wird eher eine Außenantenne empfohlen, da der Empfang innerhalb geschlossener Räume immer etwas niedriger liegt, auch hier sollten Sie vor der Montage den besten Standort vorab testen.Wichtig bei einer Antenne ist der angegebenen Empfangsbereich für das VHF- sowie für das UHF-Band; wird das gesamte Spektrum angeboten, ist die Auswahl je nach Standort größer als bei eingeschränkten Bereichen.

 Filter

Bei der Verwendung einer DVB-T-Antenne kann es zusätzlich noch zu verschiedenen Störungen, etwa mit schnurlosen Telefonen oder Smartphones, kommen, was in Klötzchenbildung oder gar in einem Totalausfall mündet, wenn gerade telefoniert wird. Manche Modelle bieten entsprechende DECT oder GSM/UMTS Filter an, um dies zu vermeiden. Laut verschiedener Berichte kann auch der neue Mobilfunk-Standard LTE (Long Term Evolution) zu Beeinträchtigungen führen, da die UHF-Frequenzbereiche 791-862MHz (Kanal 61 bis 69) inzwischen durch die Bundesnetzagentur an Mobilfunk-Anbieter versteigert worden sind. Zwar gehen diese offiziell erst 2016 an den Start, der Testbetrieb ist allerdings schon im Gang. Antennenhersteller richten sich darauf ein und bieten Produkte mit LTE-Filter an, was entsprechend in der Produktbeschreibung mit erwähnt wird.

Analog-Antenne

Befindet sich auf Ihrem Hausdach noch eine Antenne aus den analogen Zeiten, ist das eine prima Sache, da sie sich wunderbar für den Empfang terrestrischer Digitalsendungen eignet. Das liegt einfach daran, dass über die gewohnten analogen Kanäle im UHF- (Ultra High Frequency) und VHF-(Very High Frequency)-Frequenzband ausgestrahlt wird, letzteres auf Deutsch als UKW (Ultrakurzwelle) bekannt.

In diesem Zusammenhang kommt jedoch noch die Polarisation mit ins Spiel: Beim Analog-Empfang lag immer eine vertikale Polarisation vor, nach der die Antenne ausgerichtet wurde. Das digitale Signal wird mit einigen Ausnahmen zumeist horizontal polarisiert, die alte Dachantenne müsste praktisch in einem Winkel von 90° verdreht werden. Welche Sender mit welcher Polarisation ausgestrahlt werden, können Sie leicht über das Internet oder die Homepages der jeweiligen Anbieter herausfinden. Möchten Sie eine DVB-T Außenantenne fest installieren, muss der Polarisations-Faktor ebenfalls berücksichtigt werden, sofern in der Beschreibung nicht anders angegeben.

Zusätzliche Geräte

Welche zusätzlichen Geräte benötigt werden, gilt es zu prüfen: Hat Ihr Fernseher zum Beispiel einen integrierten Triple-Tuner mit DVB-S, DVB-C sowie DVB-T, wird kein externer Receiver benötigt, die Antenne kann direkt mit einem Koaxialkabel angeschlossen werden. Ähnliches gilt auch für Receiver: Es gibt Modelle, die rein auf den terrestrischen Empfang ausgelegt sind sowie andere Varianten, die für alle drei Empfangsmöglichkeiten gerüstet sind, entsprechende Angaben finden Sie in den Produktbeschreibungen der Anbieter auf eBay.

Im Abschnitt DVB-T und HDTV wurde bereits erwähnt, dass DVB-T2 mit großer Sicherheit kommen wird. Auf die DVB-T-Antenne selbst hat das nicht unbedingt einen Einfluss, auf die weitere Hardware schon: Im Fernsehgerät integrierte Tuner oder externe DVB-T-Receiver sind derzeit noch nicht darauf ausgelegt, das um zwei Operationsmodi veränderte Modulationsverfahren zu interpretieren, achten Sie daher bei einem Neuerwerb möglichst darauf, ob Set-Top-Box oder Fernsehgerät bereits T2 tauglich sind.

DVB-T auch unterwegs nutzen

Für Camper ist DVB-T ebenfalls eine Alternative, die in Betracht gezogen werden kann, wenn das Fernsehen unterwegs eher weniger im Vordergrund steht. Aufgrund der eingeschränkten Reichweite der Sendemasten mit ungefähr 50 bis 150 Kilometern sollte allerdings berücksichtigt werden, dass nur regionale Sender eingespeist werden, oder anders gesagt: In Italien empfangen Sie abgesehen von Randgebieten nur italienischsprachige Sender, um nur ein Beispiel zu benennen.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, den Empfang mit einer DVB-T Antenne zu gewährleisten und zu optimieren - die im Ratgeber gelisteten Informationen dienen dabei als Orientierung, um Ihnen die Recherche zu erleichtern. Detaillierte Berichte finden sich zudem in verschiedenen Fachzeitschriften und Ratgebern mit entsprechenden Schwerpunkten. Als ein weiterer Pluspunkt bei DVB-T sind die geringen Einstiegskosten zu benennen, wie bei Sat-TV entstehen keine laufenden Kosten, sofern bei DVB-S oder DVB-S nicht zusätzliche Bezahlsender hinzu gebucht werden.

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