So finden Sie ausgefallene Mosaik-Techniken

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Mosaik-Techniken: Ein historischer Rückblick

Der Begriff Mosaik geht zurück auf die Musen, die in der griechischen Mythologie vor allem als Schutzgöttinnen der schönen Künste, der Kultur und der Wissenschaften eine bedeutende Rolle spielten. Entsprechend ist das "Museum" ein Ort, an dem unter anderem künstlerische Werke gesammelt und für die Öffentlichkeit zugänglich aufbewahrt werden. Die Mosaiktechnik selbst wird in seiner ursprünglichen Form der gestaltenden Malerei zugeordnet. Dabei handelt es sich um eine Fertigkeit, bei der einzelne Fragmente – ob aus Papier, Glas, Stein oder sonstigen Materialien – zu einem Gesamtkunstwerk zusammengefügt werden.

Die ältesten bekannten Mosaiken stammen aus der sumerischen Zeit, ihr Alter wird auf circa 5.000 Jahre geschätzt. Dabei handelte es sich um Palmenstämme, die mit kleinen Steinen verziert wurden. Zu den bekannten Mosaikkünstlern der jüngeren Zeit zählt zum Beispiel der aus Katalonien stammende Architekt Antoni Gaudi. Seine Mosaikarbeiten sind vor allem in Barcelona zu sehen. Viele seiner Bauten sind kunstvoll mit Mosaiken aus Bruchglas oder Keramikscherben verziert. Vergleichbare Werke stammen von dem aus Wien kommenden Künstler Friedensreich Hundertwasser.

Im Grunde steckt in jedem Mensch ein Mosaikkünstler: Wer hat nicht als Kind aus bunten Papierschnipseln ein einfaches Mosaik gebastelt? Viele hat die Faszination dieser kreativen Technik auch später nicht mehr losgelassen. Nachfolgend finden Sie Informationen, Anregungen und Ideen, wie Sie mit verhältnismäßig einfachen Mitteln beeindruckende Kunstwerke hervorbringen können.

Die Grundmaterialien und Werkzeuge für Mosaiktechniken

Im Prinzip reichen bunte Papierschnipsel und ein geeigneter Bastelkleber, um kleine Kunstwerke zu entwerfen. Etwas figürlicher wirken Mosaiken, wenn Mosaiksteine verwendet werden – erhältlich sind diese im Fachhandel ebenso wie bei zahlreichen Anbietern im Internet. Um mit Mosaiksteinen arbeiten zu können, benötigen Sie einige zusätzliche Hilfsmittel.

Zu den Grundmaterialien zählen:

  • Mosaikkleber,
  • Fugenmasse,
  • eine Schüssel,
  • Rührwerkzeug (ein Löffel tut es sehr gut),
  • ein Schwamm und
  • Einweghandschuhe (bei empfindlichen Händen).

Mit diesen wenigen Hilfsmitteln können Neueinsteiger bereits tolle Ergebnisse erzielen.

Die richtigen Werkzeuge

Wer seine Arbeit und die Mosaiktechnik noch weiter individualisieren und verfeinern möchte, benötigt zusätzliche Werkzeuge zur Bearbeitung und zum Brechen der gewählten Materialien. Dazu zählen etwa:

Mit der Mosaikzange lassen sich Glasstücke recht einfach zerbrechen. Es ist empfehlenswert, dabei Handschuhe und eine Schutzbrille zu tragen, damit mögliche Verletzungen durch Glassplitter vermieden werden. Mit der Glaskröselzange können scharfe Kanten „entschärft“ werden, um auch hier bei der nachfolgenden Arbeit Verletzungen zu vermeiden. Gegenüber der normalen Mosaikzange verfügt die spezielle Glasbeißzange zusätzlich über Schneidrädchen, mit denen sich Bruchstücke sehr exakt selbst basteln lassen – sowohl aus Glas wie aus Steingut jeglicher Art. Mit dem Glasschneider lassen sich Glas, Spiegel oder auch Glasmasse schneiden. Professionelle Glasschneider verfügen dabei über einen Behälter für Petroleum im Griff. Durch diese Flüssigkeit werden Sprünge beim Bearbeiten des Materials vermieden. Beim Anritzen entstehen Sollbruchstellen, an denen das Glas dann durch Ausübung von Druck durchtrennt wird. Wer massivere Materialien wie Marmor, Sandstein und Ähnliches bearbeiten möchte, benötigt den Mosaikhammer, ähnlich geformt wie der spitze Pflasterhammer.

Zu den verschiedenen Mosaiktechniken und die dafür benötigten Werkzeugen und Materialien gibt es ein großes Angebot an Ratgebern mit hilfreichen Tipps und zahlreichen Anregungen für alle, die sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchten.

Der Einstieg in die kreativen Mosaiktechniken

Mosaike mit Papierschnipseln basteln

Der einfachste Einstieg – vor allem für Kleinkinder geeignet – ist das Aufkleben von bunten Papierschnipseln auf eine geeigneten Unterlage wie etwa festeres Papier. Am meisten Spaß wird es den Kindern vermutlich machen, ein farbenfrohes Chaos zu gestalten. Der Vorteil bei der Arbeit: Eine Verletzungsgefahr ist eigentlich so gut wie ausgeschlossen.

Sind die ersten Versuche gelungen, steht der nächste Schritt an: Mit einem Stift zeichnet man einfache Figuren auf die Unterlage – das können Tiere, Menschen, Häuser, Bäume oder Autos sein, die durch Papierschnipsel mit unterschiedlicher Farbe nachgebildet werden. Praktisch dabei: Die Papierfetzen lassen sich in Form und Größe prima an die Vorlage anpassen. So entstehen kleine Kunstwerke, die sich in einem Bilderrahmen aus Holz sehr schön als Wanddekoration für das Kinderzimmer eignen. Eine weitere Einstiegsmöglichkeit bieten Mosaik-Bastelsets speziell für Kinder: Spielend leicht lässt sich das Prinzip erlernen, zudem wird die Kreativität gefördert.

Mosaiksteine und Bruchmosaik

Etwas anspruchsvoller wird es, wenn andere Unterlagen wie etwa Teller, Vasen, Windlichter oder ähnliche Objekte mit einem Mosaik verziert werden sollen und dafür Mosaiksteine oder auch Bruchmosaik verwendet wird. Empfehlenswert ist es dabei, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, welche Motive zu welchen Objekten passen. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, findet in Bastelbüchern ebenso wie bei der Bildersuche im Internet zahlreiche Vorlagen als Ideenquelle.

Ist das Motiv gefunden, geht es an die eigentliche Bastelarbeit: Für erste Gehversuche sind Mosaiksteine geeignet, die zumeist eine einheitliche oder sehr ähnliche Form haben. Als Beispiel soll ein möglichst flacher Teller mit einem hübschen Mosaik verziert werden: Hier bieten sich natürlich kreisförmige Anordnungen an. Ob dabei vom äußeren Rand des Tellers aus begonnen wird oder von innen, spielt keine Rolle. Schöne Muster ergeben sich, wenn man abwechselnd runde und eckige Mosaiksteine verwendet, die eine möglichst identische Höhe haben. Diese werden im gewünschten Abstand voneinander auf den Teller geklebt – je dichter, desto intensiver wirkt das entstehende Mosaik.

Sind die Mosaiksteine angetrocknet, ist es an der Zeit, die Fugenmasse anzurühren. Mit dieser werden im Anschluss die Zwischenräume gefüllt, am besten mit einem weichen Kunststoffspachtel. Die Abschlusskanten am Tellerrand können gut mit einem angefeuchteten Finger verfeinert werden. Mit einem Schwamm entfernt man nach der Antrockenzeit überflüssige Fugenmasse – und der erste selbst gebastelte Mosaikteller ist fertig.

Diese Vorgehensweise eignet sich praktisch auch für alle anderen Objekte. Mit ein wenig Übung und ein wenig gestalterischem Fingerspitzengefühl erzielt man vergleichbar schöne Ergebnisse mit Bruchmosaik. Dabei werden die kleine Bruchstücke unterschiedlichster Form zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Für diese Mosaikbastelei sollte etwas mehr Zeit eingeplant werden, damit das Ergebnis am Ende stimmt.

Mosaiktechniken- und Materialien für geübte Bastler

Geübte Bastler schrecken auch nicht davor zurück, Bruchstücke für ein Mosaik selbst zu basteln. Dafür werden zusätzliche Werkzeuge und Hilfsmittel benötigt. Dabei lassen sich aus unterschiedlichsten Materialien Bruchstücke herstellen – von Naturstein wie Marmor oder Schiefer bis hin zu keramischen Produkten wie zum Beispiel Porzellan. Es gibt jedoch auch andere Wege, um Mosaiksteine selbst herzustellen:

Als Grundmaterial eignet sich bei diesem Vorschlag möglichst weißer Gips. Dieser wird zunächst entsprechend der beigefügten Gebrauchsanweisung angerührt und danach in dünne Gipsplatten gegossen. Als Behälter eignen sich zum Beispiel Plastikdeckel mit Rand (circa 3 bis 5 Millimeter), wie man sie von Kunststoffboxen kennt. Wichtig ist, dass das Material flexibel ist, da sich Gips beim Trocknen ausdehnt und aus starren Formen nicht mehr entnommen werden kann.

Damit Farbe ins Spiel kommt, bemalt man die Oberfläche der Gipsplatte zum Beispiel flächig mit gewünschten Aquarellfarben. Ist das Material durchgetrocknet, überzieht man die Oberfläche mit einer Schicht Klarlack, um den Farben einerseits mehr Brillanz zu verleihen und sie andererseits haltbarer zu machen. Am Ende entfernt man die trockene Gipsplatte aus dem Behälter und verarbeitet diese zu kleinen Teilen. Sollen diese Bruchstücke eine bestimmte Form wie etwa Rechtecke oder Dreiecke haben, müssen mit einem Lineal sowie einem Messer Sollbruchstellen eingeritzt werden, solange der Gips noch leicht feucht ist. Diese Vorgänge lassen sich beliebig wiederholen, um Gipsplatten in verschiedenen Farben herzustellen.

Um hieraus beispielsweise eine mediterran anmutende Wanddekoration zu fertigen, bastelt man dazu einen schönen Holzrahmen. Als Untergrund wird eine dünne Sperrholzplatte verwendet, dazu wird ein Streckmetallgitter benötigt, das in passender Größe auf der Platte befestigt wird – bitte den Rand für den Rahmen freilassen. Im Anschluss wird der Holzrahmen angefertigt und auf die Untergrundplatte um das Streckmetall herum geklebt. Nun rührt man Gips an und mischt ein wenig Essig dazu, damit der Gips langsamer trocknet, und gießt ihn in den vorgefertigten Rahmen – das Streckmetall dient als Bindeglied zwischen Gips und Holz. Solange der eingegossene Gips noch feucht ist, drückt man die zuvor angefertigten Gipsbruchstücke vorsichtig ein und kreiert dabei ein individuelles Mosaikmuster – fertig ist die Wanddekoration.

Ausgefallene Mosaiktechniken realisieren

Schöne Effekte werden mit der sogenannten Window-Color-Mosaiktechnik erzielt. Dafür benötigt man zunächst spezielle Farben, die sogenannte Window-Color-Fensterfarbe, und dazu passende Folien als Malunterlage. Um die Konturen der Vorlage möglichst genau nachzuziehen, empfiehlt sich eine Spritzdüse mit einem entsprechenden Reinigungsdraht. Für die Nachbearbeitung genügt ein einfacher Zahnstocher. Und so funktioniert die Window-Color-Mosaiktechnik:

Zunächst werden mit einen Stift die Konturen des gewünschten Bildes auf ein Blatt Papier aufgezeichnet. Das können Rechtecke, Dreiecke, Kreise wie auch freie Formen sein – der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ist die Vorlage fertig, wird darüber die durchsichtige Window-Color-Folie fixiert. Mit einer Farbe eigener Wahl werden im nächsten Schritt die Konturen unter Verwendung der Spritzdüse sorgfältig nachgezogen. Durch die spezifischen Eigenschaften der Farbe entsteht der Konturrahmen. Diesen lässt man eine Zeit lang antrocknen. Danach kann die Fläche zwischen diesen Konturen mit den vorhandenen Farben ausgefüllt werden. Gegebenenfalls wird die Farbe mit Hilfe des Zahnstochers bis direkt an die Ränder verteilt. Schöne Effekte ergeben sich zudem, wenn innerhalb einer Fläche zwei oder mehr Farben verwendet werden, die man ebenfalls mit dem Zahnstocher ineinanderfließen lassen kann. Ist das Bild trocken, wird es vorsichtig von der Trägerfolie abgezogen und in Mosaikteile zerlegt, die dann auf dem gewünschten Glasobjekt angebracht werden.

Die Windows-Color-Mosaiktechnik eignet sich vor allem auch für Windlichter aus Glas. Lässt man einzelne Flächen innerhalb der Konturen frei oder trägt die Farbe dünner als in anderen Flächen auf, kann das Licht entsprechend intensiver durchscheinen. Speziell für Kinder gibt es zudem tolle Sets mit unterschiedlichen Motiven als Bastelvorlage.

Fazit: Mit Mosaiktechniken lassen sich unterschiedlichste Kunstwerke selbst realisieren. Viel Spaß dabei beim Entdecken und Ausprobieren.

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