So erweitern Sie sinnvoll Ihr Notebook mit Steckkarten

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So erweitern Sie sinnvoll Ihr Notebook mit Steckkarten

Der Funktionsumfang eines Notebooks ist immer recht begrenzt, sodass die Standardausführung besondere Ansprüche kaum erfüllt. Notebooks, die über einen Erweiterungsschacht verfügen (PCMCIA oder ExpressCard), sind mithilfe von Steckkarten optimal erweiterbar. Auf diese Weise sind Sie in der Lage, Ihr Notebook schnell und unkompliziert an unterschiedliche Anwendungsfälle anzupassen. Zum Wechseln der Karten muss das Notebook nicht ausgeschaltet werden, der Wechsel ist im laufenden Betrieb möglich.

Was die Unterschiede zwischen den beiden Erweiterungsschächten sind, wie Sie den Funktionsumfang Ihres Notebooks mithilfe einer Steckkarte erweitern und welche weiteren Möglichkeiten zur Erweiterung gegeben sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Der Erweiterungsschacht

Wer sich nach der Anschaffung eines Notebooks weiterhin alle Optionen offenhalten möchte, neue Funktionen oder Schnittstellen selbst nachzurüsten, sollte bei der Auswahl darauf achten, dass das Notebook über einen PCMCIA-Kartenschacht oder den Nachfolger, den ExpressCard-Kartenschacht verfügt.

Die PC Karte – PCMCIA-Kartenschacht

Die PCMCIA (Personal Computer Memory Card International Association) wurde 1990 gegründet und ist Namensgeber für den Standard der Erweiterungskarten für Notebooks. Die Steckkarten werden PC Karte (PC Card) oder PCMCIA-Karte genannt. Dank Unterstützung der Hot-Plug-Funktion ist die PC Karte während des Betriebes wechselbar. Schnelles und komfortables Plug and Play ist möglich, da die notwendigen Treiberinformationen auf der Karte selbst gespeichert sind.

PCMCIA Release 1.0

Die erste Version des Standards war für die Verwendung zur Erweiterung des Speichers gedacht.

PCMCIA Release 2.0

Das Release 2.0 wurde bereits ein Jahr später (1991) veröffentlicht. Damit wurden Kommunikationsschnittstellen bereitgestellt, wodurch die Verwendung einer PC Karte als mobiler Speicher möglich ist. Release 2.1 folgte 1993.

PC Card Standard 5.0

1995 wurde der CardBus-Standard eingeführt, seitdem man PCMCIA-Karten als PC Karten bezeichnet.

Die PC Karte mit 16-Bit-Datenbus ermöglicht Datenraten von 16 MB/s, womit diese mit einer 16-Bit-ISA-Karte vergleichbar ist. Diese Karten sind mit 3,3 Volt oder 5 Volt betreibbar.

Der CardBus hat einen 32-Bit-Datenbus. Auf der Oberseite befindet sich, verglichen mit der PC Card zusätzlich ein goldener Kontaktstreifen. Die maximale Datenübertragungsgeschwindigkeit beträgt 132 Mb/s, womit diese mit einer PCI-Karte vergleichbar ist. Alle CardBus-Karten werden mit einer Spannung von 3,3 Volt betrieben.

Im Jahr 2001 wurde CardBay entwickelt. Ziel des Projekts war es für Kompatibilität zwischen IEEE1394 (FireWire) und USB zu sorgen. Das Projekt wurde jedoch nicht weiter verfolgt, stattdessen wurde die ExpressCard entwickelt.

Unterschiedliche Bauformen der PC Karte

Alle PC Karten sind 85,6 mm lang und 54,0 mm breit. Unterschiede bestehen jedoch in der Dicke der Karten. Der Typ 1 (3,3 mm dick) wird hauptsächlich für Speicherkarten eingesetzt. Der Typ 2 (5,0 mm) kommt meist bei Netzwerkkarten, Modems etc. zum Einsatz. Der Typ 3 (10,5 mm dick) ist ursprünglich für steckbare Festplatten gedacht gewesen, bei den modernen Notebooks jedoch kaum noch vertreten.

Kompatibilität ist gegeben

Die PC Karte ist vollständig abwärtskompatibel. Ein CardBus-Slot ist somit in der Lage eine 16-Bit-Karte zu betreiben. Typ-2-Slots können Typ-1-Karten jedoch keine Typ-3-Karten verarbeiten. Eine PC-Card-16 ist mithilfe des passenden Adapters in einem Kompaktflash-Slot verwendbar. Für den PCI-Bus eines Desktop-PCs sind ebenfalls Adapter erhältlich, sodass die PC Karte auch an diesem betrieben werden kann (PCMCIA-PCI-Adapter).

Der ExpressCard-Kartenschacht

Die ExpressCard ist der Nachfolger der 32-Bit-PC-Card. Diese gibt es als ExpressCard/34 (34 mm breit) und ExpressCard/54 (54 mm breit). Wie die PC Karte ist auch die ExpressCard während des Betriebs austauschbar. Die kleinere ExpressCard ist ungefähr nur halb so groß, wie die PCMCIA-Karte. Die ExpressCard ist im Vergleich zur PCMCIA-Karte doppelt so schnell (250 MB/s). Eine Abwärtskompatibilität zu den normalen PCMCIA-Karten ist nicht gegeben. Mithilfe eines Bridging-Adapters ist eine Verbindung von ExpressCard zu PCMCIA möglich. Die Energieaufnahme ist mit 1,5 Volt bzw. 3,3 Volt niedriger als bei dem Vorgänger, was eine geringere Erwärmung der Karte zur Folge hat.

Übersicht über nützliche Steckkarten für Ihr Notebook

Um den Funktionsumfang und die zur Verfügung stehenden Schnittstellen zu erweitern, sind diverse Steckkarten erhältlich. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die erhältlichen Karten.

WLAN-Steckkarte

Wenn Ihr Notebook mit einer veralteten, defekten oder gar keinen WLAN-Schnittstelle ausgestattet ist, lohnt sich die Investition in eine WLAN-Steckkarte. Auch wenn Sie in Ihren eignen vier Wänden Ihr Notebook immer über das LAN-Kabel mit Ihrem Router verbinden, ist eine WLAN-Karte in vielen Fällen nützlich. Sobald Sie das Notebook in einem Café oder einem anderen öffentlichen Platz nutzen möchten, um im Internet zu surfen, ist die WLAN-Karte Gold wert. Mit dieser wird eine Verbindung zum WLAN-Netz hergestellt, nach Eingabe des Passworts ist alles fertig und die Verbindung steht. Bei eBay sind WLAN-Steckkarten als PC Karte (WLAN-PCMCIA) und ExpressCard (WLAN-ExpressCard) erhältlich. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass Sie nach Möglichkeit eine zusätzliche Antenne an die Karte anschließen können. Durch Verwendung einer hochwertigen WLAN-Antenne wird das Empfangssignal deutlich verstärkt.

LAN-Steckkarte

Verfügen Sie bei Ihrem Notebook über keine Gigabit-Netzwerkkarte, lohnt sich der zusätzliche Einbau. Besonders im lokalen Netzwerk wird dann von der schnelleren Übertragungsgeschwindigkeit profitiert. Entsprechende Steckkarten sind als PC Karte (LAN-PCMCIA) und ExpressCard (LAN-ExpressCard) erhältlich. Geeignet ist die Nachrüstung auch, wenn die interne Netzwerkkarte defekt ist.

UMTS/HSDPA-Steckkarte

Die Zukunft des Internets liegt in der mobilen Breitbandversorgung. Mit HSDPA sind Übertragungsgeschwindigkeiten von 7,2 MBit/s möglich. Dank UMTS und HSDPA sind Sie nicht nur mit Handy oder Smartphone schnell im Internet unterwegs. Für Notebooks sind UMTS- und HSDPA-Modems als Steckkarte (HSDPA-PCMCIA, HSDPA-ExpressCard) erhältlich. Die SIM-Karte des Providers wird einfach in die Steckkarte eingelegt und schon kann das Vergnügen beginnen. Vorausgesetzt natürlich, Sie befinden sich in Netzreichweite. Zur Verstärkung der Signalqualität ist hierbei ebenso der Anschluss einer zusätzlichen Antenne möglich. Achten Sie bei der Auswahl der Steckkarte darauf, dass die Antenne abschraubbar ist, denn so ist eine Auswechslung gegen eine hochwertigere machbar.

LTE-Steckkarte

HSDPA ist zwar ein sehr schneller mobiler Breitband-Standard, wesentlich schneller ist jedoch die LTE-Technologie. Der Mobilfunkstandard der 4. Generation (4G) ermöglich Downloadraten von bis zu 300 Mbit/s, derzeit eher angeboten werden 100 Mbit/s. Damit dringt das mobile Breitbandinternet in neue Sphären vor. Der Stream eines HD-Films ist so kein Problem mehr. Mithilfe einer LTE-Steckkarte ist Ihr Notebook für die neue Generation des rasend schnellen mobilen Internets bereit. Um die schnelle Netzverbindung zu nutzen, ist eine entsprechende Netzabdeckung notwendig.

Porterweiterungs-Steckkarte

Ein Notebook verfügt selten über ausreichend Schnittstellen, über die externe Geräte verbunden werden können. Besonders die schnellsten und aktuellsten Schnittstellen sind häufig bei der Serienausstattung eines etwas älteren Notebooks nicht integriert. Eine Porterweiterungskarte schafft hier jedoch Abhilfe. Eine solche Steckkarte wird für zahlreiche Schnittstellen wie USB 3.0, FireWire, eSATA und vielen mehr angeboten. Vor allem bei der Verbindung mit einer schnellen externen Festplatte ist die Bereitstellung einer ebenso schnellen Schnittstelle wichtig, um die maximale Übertragungsgeschwindigkeit zu nutzen.

Soundblaster-Steckkarte

Wenn der in Ihrem Notebook verbaute Soundblaster Ihren Ansprüchen nicht genügt, investieren Sie in eine hochwertige externe Soundkarte. So wird Ihr Notebook zu einem wahren Sound-Experten, der Anschluss von Dolby-Surround-Lautsprechern ist dann z. B. möglich.

Kartenlesegerät-Steckkarte

Auf dem Markt sind zahlreiche unterschiedliche Speicherkarten mit verschiedenen Ausmaßen, Geschwindigkeiten und Kapazitäten erhältlich. Zwar sind viele moderne Notebooks bereits mit einem Multi-Kartenlesegerät ausgestattet, sämtliche Modelle werden jedoch nie unterstützt. Eine Kartenlesegerät-Steckkarte erweitert die zur Verfügung stehenden Schnittstellen und macht so auch das Lesen einer älteren Speicherkarte möglich (PCMCIA-Cardreader, ExpressCard-Cardreader).

Fernseh-Steckkarte

Das digitale Fernsehen (DVB-T) ist nicht nur mit speziellen Endgeräten für den Fernseher empfangbar, sondern auch mit praktischen Erweiterungskarten für das Notebook. Diese sind sowohl für den PCMCIA-Schacht (PCMCIA-DVB-T) als auch ExpressCard-Schacht (DVB-T-ExpressCard) erhältlich. Auf diese Art und Weise verfolgen Sie Ihre Lieblingssendung auch im Garten, Park oder sogar am Strand. Erneut ist bei der Auswahl darauf zu achten, dass die Antenne abgeschraubt werden kann. So ist der Anschluss der stärkeren Hausantenne oder einer anderen leistungsstarken und kompatiblen Antenne möglich.

Messkarten

Für den privaten Gebrauch wenig interessant, dafür im Bereich der Wissenschaft und Forschung umso wichtiger. Diverse Messkarten für spezifische Einsatzzwecke können über den PCMCIA- oder ExpressCard-Schacht mit einem Notebook verbunden werden.

Grafik-Steckkarte

Verschiedene Hersteller bieten 3D-Grafikkarten zum Nachrüsten für Notebooks an. Eine solche externe Grafikkarte wird in den ExpressCard-Schacht eingesteckt und macht das Spielen auf einem Notebook möglich.

Weitere Möglichkeiten um den Funktionsumfang Ihres Notebooks zu erweitern

Um den Funktionsumfang Ihres Notebooks auf andere Weise zu erweitern, müssen Sie das Notebook nicht aufschrauben. Für den USB-Port sind zahlreiche Geräte erhältlich, mit denen sich dies einfach gestalten lässt. Dazu zählen USB-WLAN-Sticks, USB-Netzwerkkarten, USB-Surfsticks, USB-Speicherkartenlesegeräte, USB-Fernsehkarten und vieles mehr. Das vollständige Angebot der Erweiterungsmöglichkeiten für Ihr Notebook über die USB-Schnittstelle finden Sie bei eBay. Bei Geräten, die eine hohe Datenübertragungsgeschwindigkeit erfordern, ist die Verwendung einer Steckkarte zu bevorzugen. Ein weiterer Vorteil der Steckkarten ist, dass die Geräte nahezu vollständig im Gehäuse des Notebooks verschwinden und lästige Kabel somit nicht im Weg sind.

Fazit

Steckkarten sind der ideale Weg, um den Funktionsumfang Ihres Notebooks zu erweitern, ohne das Gehäuse öffnen zu müssen. Ein komplizierter Einbau entfällt. Die Steckkarten können während des Betriebs ausgetauscht werden und sind sowohl für den älteren PCMCIA- wie auch neueren ExpressCard-Schacht erhältlich. Den Einsatzmöglichkeiten sind so kaum Grenzen gesetzt. Neben der Erweiterung mit weiteren Funktionen ist die Bereitstellung schneller Schnittstellen über eine Steckkarte verbreitet. Optimieren Sie Ihre Netzwerkkarte, erweitern Sie die zur Verfügung stehenden Schnittstellen und genießen Sie das Fernsehprogramm auf Ihrem Notebook-Bildschirm. Mit den richtigen Steckkarten ist all das möglich. Ein umfangreiches Sortiment sinnvoller Steckkarten für Ihr Notebook finden Sie bei eBay.

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