So ermitteln Sie den richtigen Härtegrad für Ihre Matratze

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So finden Sie den richtigen Härtegrad von Matratzen für sich heraus

Matratzen – ihre verschiedenen Materialien, ihre Härtegrade sowie ihre Vor- und Nachteile

Der Kauf einer Matratze ist ein wichtiger Kauf, auf den man sich vorbereiten sollte. Matratzen unterscheiden sich zum einen hinsichtlich der verwendeten Materialien, zum anderen gibt es unterschiedliche Härtegrade. Während vor einigen Jahren noch harte Matratzen als die idealen Schlafstätten angepriesen wurden, geht heute der Trend zur weicheren Matratze. Die Entscheidung für eine Matratze sollte auch unter Berücksichtigung von Alter, Gewicht, Körpergröße und Körpergewicht getroffen werden. Und dann gibt es da noch das ganz persönliche Empfinden und den individuellen Geschmack. Wer Rückenprobleme hat, sollte das beim Matratzenkauf gebührend in die Entscheidung mit einbeziehen. Welche verschiedenen Arten von Matratzen es gibt, aus welchen Materialien sie bestehen, welche Vor- und Nachteile sie aufweisen, welche verschiedenen Härtegrade es gibt und wie diese jeweils berechnet werden, erfahren Sie hier.

Härtegrade von Matratzen – der Versuch einer Definition

Tatsächlich kann bei der Einteilung von Matratzen in unterschiedliche Härtegrade nur von einem Versuch gesprochen werden. Um es gleich vorwegzunehmen: „Die Härtegrade“ gibt es nicht. Denn es fehlt an einheitlichen Richtlinien, an Standards und Normen. Insoweit können die Härtegrade von Matratzen nicht mehr als lediglich eine Orientierungshilfe sein. Der Härtegrad einer Matratze wird mit dem Buchstaben „H“ bezeichnet. Die Skala der unterschiedlichen Härtegrade reicht von H1 bis H3. Eine Matratze mit dem Härtegrad H1 ist eine weiche Matratze, eine mit dem Härtegrad H2 ist mittelhart und eine Matratze, die mit H3 gekennzeichnet ist, ist eine harte Matratze. Die Einteilung in unterschiedliche Härtegrade steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Körpergewicht. So wird der Härtegrad H1 Menschen mit einem Körpergewicht von bis zu 60 Kilogramm empfohlen. Die mit H2 gekennzeichneten mittelharten Matratzentypen werden Menschen zugeordnet, deren Körpergewicht zwischen 75 und 80 Kilogramm liegt. Alle anderen, die gewichtsmäßig darüber liegen, sollten sich für eine Matratze mit dem ausgewiesenen Härtegrad H3 entscheiden, also für eine harte Matratze.

Einteilung in verschiedene Härtegrade und ihr Nutzen für den Verbraucher

Wie bereits erwähnt, dient die Einteilung in verschiedene Härtegrade lediglich als Orientierungshilfe. Dafür gibt es eine Reihe guter Gründe. Die Skala der Härtegrade ist nicht auf H1 bis H3 begrenzt. So gibt es manche Hersteller, die diese Härtegrade noch verfeinern und Matratzen Härtegrade von H1 bis H5 zuordnen. Das bedeutet, dass Matratzen mit der Kennzeichnung H1 besonders weich sind, während solche mit einem mit H5 angegebenen Härtegrad ausgesprochen hart sind. Diese uneinheitliche Benennung von Härtegraden hat weitreichende Konsequenzen, da sich die einzelnen Härtegrade von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. So kann es in der Praxis passieren, dass eine Matratze mit dem Härtegrad 2 eines Herstellers wesentlich härter ausfällt als eine Matratze eines anderen Herstellers mit dem Härtegrad 3. Diese Problematik kann sich noch zuspitzen, wenn die Matratzen aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sind, deren Härtegrade jeweils verschieden berechnet werden.

Größe und Körperbau werden oft nicht berücksichtigt

Ein weiterer Kritikpunkt an der Einteilung in Härtegrade besteht darin, dass sie ausschließlich mit dem Körpergewicht verbunden werden. Dabei werden andere, wesentliche Gesichtspunkte vollkommen außer Acht gelassen, beispielsweise die Körpergröße und der individuelle Körperbau. Außerdem ist der Kauf einer Matratze und die Wahl des Härtegrads auch eine Sache des persönlichen Empfindens. So gibt es Menschen, die harte Matratzen favorisieren, und wiederum andere, die nur auf sehr weichen Matratzen gut schlafen. Und schließlich soll eine Matratze dem individuellen Liege- und Schlafkomfort entsprechen – was nützt eine dem Härtegrad nach korrekt ausgewählte Matratze, auf der man nicht schlafen kann? Einen Grundsatz gibt es allerdings in diesem Zusammenhang: Wer ein höheres Gewicht hat und sich für eine weiche Matratze entscheidet, muss damit rechnen, dass sich deren Lebensdauer durch eine überdurchschnittliche Abnutzung verkürzt. Das gilt auch umgekehrt. Entscheidet sich ein normalgewichtiger Mensch für eine harte Matratze, darf er damit rechnen, dass sie sehr langlebig sein wird.

Die Federkernmatratze – Woraus besteht sie und wonach bestimmt sich ihr Härtegrad?

Es gibt verschiedene Arten von Federkernmatratzen, nämlich Bonnellfederkernmatratzen, Leichtfederkernmatratzen, Taschenfederkernmatratzen und Tonnentaschenfederkernmatratzen. Sie alle haben ein gemeinsames Merkmal, nach dem sie auch benannt sind, den Stahlfederkern. Die einzelnen Arten der Federkernmatratze unterscheiden sich hinsichtlich der Form und der Funktion dieses Federkerns. Bonnellfederkernmatratzen bestehen aus taillierten Stahlfedern, die durch eine Spirale miteinander verbunden sind. Nach dem gleichen Prinzip sind Leichtfederkernmatratzen gebaut, mit dem Unterschied, dass ihre Federn leichter sind. Das führt dazu, dass die Leichtfederkernmatratze vergleichsweise leichter und deshalb auch bequemer ist. Bei Taschenfederkernmatratzen sind die kleinen zylindrischen Federn jeweils einzeln in Stofftaschen aus Vlies eingenäht und miteinander verbunden. Auf diese Weise reagieren sie punktgenau auf unterschiedliche Belastungen und können diese wesentlich besser dämpfen als reine Metallfedern. Die Federn der Tonnentaschenfederkernmatratze haben eine bauchige Form, die wie bei der Taschenfederkernmatratze in einzelne Stofftaschen genäht sind. Durch ihre Form verfügen sie über eine hohe Flexibilität und bieten unter den Federkernmatratzen den höchsten Komfort.

Weitere Qualitätsmerkmale

Die Qualität und der Preis dieser Matratzen sind abhängig von der Anzahl der verwendeten Federn und deren Qualität sowie der Verarbeitung. Für den Liegekomfort und auch für den Härtegrad sind verschiedene Materialien verantwortlich, die als Polsterträger und Polsterung über dem Federkern eingearbeitet werden. Polsterträger reichen von preisgünstigem dünnem Vlies bis zu einer Filzplatte bei hochwertigen Federkernmatratzen. Die eigentliche Polsterung besteht bei Federkernmatratzen aus Schaumstoff. Polsterung und Polsterträger schützen gemeinsam vor dem Abrieb durch die Metallfedern. Die Bezugsstoffe von Federkernmatratzen sind meist aus Baumwolle oder Baumwoll-Viskose-Mischungen.

Der Härtegrad einer Federkernmatratze ergibt sich aus der Drahtstärke

Der Härtegrad von Federkernmatratzen definiert sich unter anderem durch die für den Federkern verwendete Drahtstärke. Haben sie einen Durchmesser von zwei Millimetern, begünstigen sie einen weichen Härtegrad. Die mittelfeste Ausführung hat eine Drahtstärke von 2,2 Millimetern, während der Härtegrad 3 eine durchschnittliche Drahtstärke von 2,4 Millimetern hat. Um den Härtegrad noch zu erhöhen, werden anstelle von Schaumstoff Naturmaterialien als Polsterung verwendet, beispielsweise festes Rosshaar oder Sisal. Wird als Polsterung Schaumstoff verwendet, ist der Gradmesser für die Dichte das sogenannte Raumgewicht.

Vorteile und Nachteile von Federkernmatratzen

Die Federkernmatratze verfügt aufgrund der verwendeten Materialien über ein ausgesprochen gutes Raumklima, da durch die Konstruktion ständig Frischluft in das Innere der Matratze gepumpt wird. Schimmelbildung ist deshalb nahezu ausgeschlossen, da auftretende Feuchtigkeit sofort nach außen abgegeben wird. Auch Milben haben es aufgrund der guten Belüftung schwer, sich zu vermehren. Wegen des Federkerns und der zugrunde liegenden Metallkonstruktion wahren Federkernmatratzen lange Zeit ihre ursprüngliche Form und sind sehr robust. Die Preispalette reicht von den günstigen Bonnellfederkernmatratzen bis zu den höherpreisigen und komfortablen Taschenfederkernmatratzen. Nachteilig ist, dass Federkernmatratzen aufgrund ihres Metallkerns weniger flexibel sind und sich deshalb weniger als Auflage für variable Lattenroste eignen.

Die Latexmatratze – Woraus besteht sie und wonach bestimmt sich ihr Härtegrad?

Es gibt Latexmatratzen aus synthetischem Latex und aus natürlich gewonnenem Latex, die ein Laie so gut wie gar nicht voneinander unterscheiden kann. Während das synthetische Latex ein Nebenprodukt der Erdölraffinerie ist, stammt das natürlich gewonnene Latex aus dem Milchsaft Kautschuk produzierender Pflanzen. Die Verarbeitung beider Materialien ist identisch, denn sie werden ähnlich wie Waffeln in einem Waffeleisen gebacken, indem sie in Stahlformen gegossen und anschließend erhitzt werden. Die für eine Latexmatratze charakteristischen Löcher erhält sie während dieser sogenannten Vulkanisation durch eingearbeitete Heizstifte. Während der Härtegrad von Schaumstoff nach Raumgewicht beurteilt wird, wird Latex nach Härtegraden von weich bis sehr hart –H1 bis H3 –eingestuft. Dabei bezieht sich der Härtegrad immer auf den Latexkern, was letztendlich nicht eindeutig etwas über den Härtegrad der fertig produzierten Matratze aussagt. Außerdem wird Härtegrad H1 kaum noch angeboten. Die beiden anderen Härtegrade H2 und H3 unterscheiden sich dadurch, dass beim letzteren einfach mehr Material verwendet wird, was sich auf das Gewicht der Matratze auswirkt.

Vorteile und Nachteile von Latexmatratzen

Eine Latexmatratze zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie sehr formbeständig, hochelastisch und strapazierfähig ist. Dadurch passt sie sich exzellent an verschiedene Körperkonturen an und ist vor allem für verstellbare Lattenroste geeignet. Sie ist staubfrei, weich und hygienisch. Allerdings muss sie vor intensiver Lichteinstrahlung geschützt werden, da sie ansonsten ihr exzellentes Federungs- und Rückstellungsverhalten zumindest teilweise einbüßt. Nachteilig ist ihr vergleichsweise hohes Gewicht, durch das sie unhandlich wird. Allerdings wirkt sich die hohe Dichte dieses Materials dahin gehend positiv aus, dass Latexmatratzen auch für schwerere Menschen geeignet sind.

Die Schaumstoffmatratze – Woraus besteht sie und wonach bestimmt sich ihr Härtegrad?

Im Wesentlichen werden zwei Arten von Schaumstoffmatratzen unterschieden. Wird eine Matratze kalt unter Hinzufügen von Wasser aufgeschäumt, spricht man von der Kaltschaummatratze. Sie wird je nach Hersteller auch als PUR-, PU- oder als Polyurtehanmatratze bezeichnet, obwohl es sich um immer dasselbe Produkt handelt.
Doch es gibt noch eine zweite Art von Schaumstoffmatratze, die aus viskoelastischem Schaumstoff besteht und deshalb als viskoelastische Matratze bezeichnet wird. Ihre Besonderheit ist, dass sie aus sogenanntem Gedächtnisschaum besteht. Er vermittelt ein vollkommen neues Liegegefühl und schmiegt sich intensiver als andere Matratzentypen an den Körper des Liegenden oder Schlafenden an, wobei er Abdrücke hinterlässt und erst langsam wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt. Die Flexibilität und der Härtegrad einer Schaumstoffmatratze bemessen sich nach der unterschiedlichen Dichte der in der Sandwichbauweise verbauten Schaumstoffe. Der Härtegrad wird nach dem Raumgewicht (RG) bemessen, das in Kilogramm pro Kubikmeter errechnet wird. Die Gebrauchseigenschaften einer Schaumstoffmatratze nehmen mit höherem Raumgewicht zu. Auf dem Etikett des jeweiligen Produkts wird das Raumgewicht vermerkt, wobei sich ein Wert von mindestens 40 RG bewährt hat. Je höher dieser Wert über diesem Richtwert liegt, desto hochwertiger ist die Matratze, während solche mit darunter liegendem Raumgewicht eher zur einfachen Ausstattung zählen. Es ist deshalb wichtig beim Kauf auf das Raumgewicht zu achten, das die Qualität der Matratze und damit den Schlafkomfort bestimmt.

Vorteile und Nachteile von Schaumstoffmatratzen

Der Vorteil von Schaummatratzen liegt in ihrer hervorragenden Anpassungsfähigkeit an die Körperkonturen. Da sie auch vom Gewicht her nicht schwer sind, können sie leicht gedreht, gewendet und bezogen werden. Darüber hinaus gibt es sie in unterschiedlichen Qualitäten und Preisklassen. Vor allem viskoelastische Matratzen zeichnen sich durch ein komfortables Liegegefühl aus, das sich von anderen Matratzenarten deutlich unterscheidet. Ideal für viskoelastische Matratzen ist ein eher konstantes Raumklima, da sie bei sehr kalten Temperaturen dazu neigen härter zu werden und umgekehrt.

Es ist mit einigen Mühen verbunden, den richtigen Härtegrad einer Matratze zu bestimmen und für sich herauszufinden. Entscheidend sind die für die Fertigung der Matratze verwendeten Materialien, deren Härtegrad auf ganz unterschiedliche Weise berechnet und angegeben wird. Eine mögliche Orientierungshilfe ist das individuelle Körpergewicht, das jeweils einem bestimmten Härtegrad zugeordnet wird. Letztlich werden jedoch das persönliche Empfinden und die Materialverträglichkeit darüber entscheiden, welcher Härtegrad und welche Matratze die Richtige ist.

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