So erleichtern Sie sich die Suche nach Ersatzteilen für Ihre Horex

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So erleichtern Sie sich die Suche nach Ersatzteilen für Ihre Horex

Als Friedrich Kleemann das kleine Motorenwerk Columbus-Motorenbau AG in im hessischen in Bad Homburg vor der Höhe erwarb, konnte er noch nicht ahnen, dass die später in diesem Betrieb gefertigten Motorräder eine ganze Generation im Nachkriegsdeutschland in Verzückung versetzten würde. Anfangs wurde in dem Unternehmen ein 1-PS-Fahrrad-Hilfsmotor unter der Bezeichnung Gnom hergestellt. Dieser Antrieb wurde unmittelbar vor dem Tretlager im Fahrrad befestigt. Zwischen 1935 und etwa 1955 war der Name des Unternehmens Horex-Columbus-Werk KG, im Anschluss daran Horex-Werke KG. Der Markenname Horex setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben des Städtenamens Homburg, ergänzt um den Markennamen REX der elterlichen REX-Konservenglasgesellschaft Bad Homburg. Die Daimler-Benz AG übernahm 1960 die Horex-Werke und beendete die Produktion. Eine neu gegründete Horex GmbH existiert seit 2010 in Augsburg, verfügt über die Markenrechte und stellt Motorräder unter dem alten Namen her.

Die Geschichte der Firma Horex

Schon 1923, im Gründungsjahr des Unternehmens, konstruierte der damals 22-jährige Fritz Kleemann die erste Horex. Dies war eine 248-Kubikzentimeter-Maschine, die auch im Rennsport erfolgreich eingesetzt wurde. Die ersten Rennsiege waren einem Zylinder aus Leichtmetall mit eingeschrumpfter Laufbuchse zu verdanken. Der einprägsame Leitspruch und Werbeslogan „Gebaut von Motorradfahrern für Motorradfahrer" verhalf der Maschine zu den ersten Verkaufserfolgen. Horex und Columbus fusionierten 1925, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der beiden Firmen zu lösen. In den folgenden Jahren entstand eine Angebotspalette, die Motorräder mit einem Hubraum von 250 bis 800 Kubikzentimeter umfasste.

Eine wegweisende Entwicklung Hermann Reebs, der 1927 dem Unternehmen beigetreten war, stellte der im Jahr 1932 konstruierte Parallel-Zweizylinder mit obenliegender Nockenwelle dar. Dieses Antriebsaggregat war mit einer dreifach gelagerten Nockenwelle und einer ebenfalls dreifach gelagerten Kurbel versehen, die mithilfe eine Kette an der rechten Seite des Gehäuses in Gang gesetzt wurde. Die Motoren wiesen serienmäßig einen 90 Millimeter großen Hub auf. Auf diese Weise ergaben sich mit einer 65 Millimeter Bohrung etwa 600 Kubikzentimeter Hubraum und etwa 24 PS bei 5.000 Umdrehungen pro Minute. Beim Modell S 8 mit 75 Millimeter Bohrung waren es rund 800 Kubikzentimeter und 30 PS bei 5.000 Umdrehungen pro Minute.

Die Horex im Rennsport

Während dieser Motor im Rennsport recht erfolgreich war, wurde die Serienfertigung aus wirtschaftlichen Gründen zugunsten von Einzylindern eingestellt. Das Triebwerk wurde allerdings nach wie vor für die Tornax Tornado gebaut. Einer der größten sportlichen Erfolge ist die deutsche Meisterschaft mit dem Fahrer Karl Braun in der Gespann-Klasse. Bei dieser Rennversion waren der Motor auf einen Liter Hubraum vergrößert und ein Gebläse zur Aufladung hinzugefügt worden. Unter der Federführung der beiden Konstrukteure Hermann Reeb und Richard Küchen entstand zwischen 1936 und 1938 der 350-Kubikzentimeter-Langhub-Viertaktmotor „SB 35", der eine bedeutende Innovation darstellte. Bis zum Beginn des 2. Weltkriegs wurde dieser mit einigen Modifikationen und einer um 2 PS gesteigerten Leistung auch für die Modelle KR 35-WH , KR 35-SN und KR 35-SS der Nürnberger Victoria-Werke bereitgestellt. In der Zeit der Kriegswirren wurde die Herstellung von Motorrädern eingestellt. 1948 wurde die Produktion des Modells SB 35 erneut aufgenommen. Die letzten Fahrzeuge der Serie, die in die Schweiz ausgeliefert wurden, besaßen schon eine Teleskopgabel statt der Trapezgabel, jedoch nach wie vor keine Hinterradfederung.

Die große Zeit der Horex

Horex brachte im Jahr 1950 die Weiterentwicklung unter der Typenbezeichnung SB 35 mit dem Markennamen Regina in den Handel. Dieses Motorrad war mit einer Teleskopgabel und einer Geradweg-Hinterradfederung ausgestattet. Die Regina mit dem 350-Kubikzentimeter-Einzylindermotor war das erfolgreichste Motorrad der Werksgeschichte. Es wurde 1952 mit 20.400 produzierten Exemplaren die meistverkaufte 350er-Maschine der Welt. Allerdings gingen die Verkaufszahlen kontinuierlich zurück auf lediglich noch 2.500 im Jahr 1956. Horex versuchte dem Absatzrückgang Einhalt zu gebieten, indem das Unternehmen 1953 zusätzlich zur 350er-Regina eine 250er, die eigentlich nur für die Schweiz und Österreich vorgesehen war, und eine 400er auf den Markt brachte.

Im Gegensatz zu den größeren Maschinen wiesen die 250er mit einer Leistung von 17 PS bei 6.500 Umdrehungen pro Minute nur einen Auspuff auf. Da sie als preiswertes Volksmodell konzipiert war, sollte sie die Marke zum Erfolg zurückführen. Das 400er-Modell mit 22 PS bei 5.750 Umdrehungen pro Minute war vor allem für den Seitenwagenbetrieb vorgesehen. Während der Herstellungsdauer wurden aus Gründen der Modellpflege viele Einzelheiten überarbeitet. Beispielsweise wurde der Nockenwellenantrieb mehrfach verändert, und der Zylinderkopf der letzten Regina-Motorräder war aus Leichtmetall gearbeitet. Die Leistung der 350er-„Regina" wurde von 18 PS bei 5.800 Umdrehungen pro Minute im Jahr 1950 auf 19 PS bei 6.200 Umdrehungen pro Minute im Jahr 1953 angehoben. Vorher hatte Horex das Modell „Regina Sport" mit 20 PS als Variante mit Einport-Leichtmetallzylinderkopf auf den Markt gebracht. Sämtliche Reginas waren mit 19-zölligen Laufrädern ausgestattet.

Das Spitzenmodell, die Horex Imperator

Horex präsentierte 1951 das Zweizylindermodell Imperator mit einem 500-Kubikzentimeter-Motor. Der Antrieb war mit einer obenliegenden Nockenwelle im Leichtmetallzylinderkopf ausgestattet. Horex gab für die Imperator eine Leistung von 30 PS bei 6.800 Umdrehungen pro Minute sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h an. Allerdings gingen die sechs hergestellten Exemplare nicht in den Verkauf, sondern waren zur Erprobung im Motorsport vorgesehen. Erst 1954 begann die Serienfertigung nach einer Verkleinerung des Hubraums auf 392 Kubikzentimeter, was immer noch 26 PS bei 5.800 Umdrehungen pro Minute erbrachte. Eine auf 18 PS gedrosselte Variante wurde auch als sogenannter Stationärmotor angeboten. Die Horex-Imperator wurde vom Unternehmen wahlweise mit Vorderradschwinge oder Telegabel in den Handel gebracht. In den letzten Jahren der Fertigung wurde der Antrieb erneut vergrößert, und zwar bei einem quadratischen Hubverhältnis auf 450 Kubikzentimeter. Dieser Motor der Imperator erreichte nun 30 PS bei 5.700 Umdrehungen pro Minute. Die Maschine wurde unter der Bezeichnung „Zündapp Citation" in die Vereinigten Staaten von Amerika exportiert. Allerdings konnten von diesem Motorrad aufgrund von Rechtsstreitigkeiten, die die Verwendung der Markenbegriffe Zündapp und Horex in den USA berührten, dort lediglich etwa 250 Stück an den Mann gebracht werden. Der Restposten wurde verschrottet oder verramscht, eine ganze Reihe von Exemplaren und verschiedenen Werkzeuge wurden an Friedel Münch verkauft.

Bei dem Imperator-Antrieb befindet sich die obenliegende Nockenwelle zwischen den beiden Zylindern. Hermann Reeb reichte für diese Anordnung unabhängig von der Art des Antriebs per Kette oder Königswelle allgemein für Zwei- und Mehrzylindermotoren ein Patent ein. Die Anmeldung hierfür erfolgte am 22. August 1950, am 10. September 1953 wurde die Erteilung in der Patentschrift veröffentlicht. Beim serienmäßigen Motor des Imperator verwendet der Nockenwellenantrieb eine Kette mit einem hydraulischem Spanner.

Die Horex Resident

Als Nachfolger der Regina erschien 1955 die Horex Resident. Dieses Motorrad war mit einer vorderen Langarmschwinge und einer Hinterradschwinge sowie leistungsstärkeren Ein-Zylindermotoren von 250 und 350 Kubikzentimetern Hubraum ausgestattet. Die Verkleidung der Resident-OHV-Motoren ähnelte dem des Imperator-OHC-Antriebs. Die technisch ausschlaggebende Verbesserung gegenüber der Regina bestand im geänderten Hubverhältnis zur Reduzierung der bei Höchstleistung erreichten Kolbengeschwindigkeit. Beide Triebwerke wiesen eine 77-Millimeter-Bohrung auf, der Motor der 250er allerdings lediglich 53,4 Millimeter Hub anstelle der 75 Millimeter des 350er-Motors. Durch diese Weiterentwicklungen konnte der 250er-Antrieb auf eine Höchstleistung von 18,5 PS bei 7.100 Umdrehungen pro Minute, der 350er auf 24 PS bei 6.500 Umdrehungen pro Minute gesteigert werden. Bei dieser Ausführung wurden die Stoßstangen durch die unten liegende Nockenwelle über Stößel betätigt. In der Regel waren bei den Regina- und bei sämtlichen SB-35-Motoren für diesen Zweck Schlepphebel vorgesehen. Die Resident-Motorräder waren mit 19-Zoll-Laufrädern ausgestattet.

Das Aus von Horex und seine Nachfolger

1956 beendet die Firma Horex aufgrund von Absatzschwierigkeiten die Motorradherstellung. In den Vereinigten Staaten von Amerika wurden Restbestände des Imperators unter dem Namen Zündapp mit den entsprechenden Zeichen am Gefährt bis zum Beginn der 60er-Jahre vertrieben. Absichten, aus dem Imperator-Antrieb einen Flugzeugmotor zu entwickeln, konnten nicht mehr in die Tat umgesetzt werden. Der Daimler-Benz-Konzern, für den Horex schon zuvor als Zulieferer tätig geworden war, übernahm 1960 die Betriebsstätten. Die Rechte an der Marke wurden nach der Schließung der Produktionsanlagen in Bad Homburg von der Familie Kleemann an Friedel Münch übertragen, dem Inhaber der Münch Motorradfabrik GmbH. Dieser fertigte unter der Bezeichnung Horex 1400 TI ein Motorrad für Liebhaber in Einzelanfertigung. Später veräußerte Münch die Rechte an den Zweiradimporteur Fritz Röth aus Hammelbach im Odenwald.

In der 1980er-Jahren ließ Röth sowohl Mokicks, Mofas, Enduros als auch Straßenmaschinen unter dem Namen Horex mit Einbaumotoren unterschiedlicher Hersteller und italienischen Fahrwerken herstellen. Von Röth wanderten die Namensrechte an die Berliner Bajaj-Motorfahrzeug-Vertriebsgesellschaft, die von 1990 bis 1998 die Marke Horex ihr Eigen nannte. Unter der Bezeichnung MZ-B Horex wurden in dieser Zeit in kleinen Serien Motorräder mit den Namen Regent und Imperator produziert. Allerdings wiesen diese Maschinen keinerlei technische Verwandtschaft mit den klassischen Horex-Motorrädern auf, sondern wurden überwiegend aus Lawa- und MZ-Bauteilen zusammengestellt. Bis 2009 gehörten die Markenrechte der HÖRMANN-RAWEMA GmbH in Chemnitz. Die derzeitige Inhaberin der Marke, die HOREX GmbH aus Garching, präsentierte 2010 ein neues Modell namens Horex VR6.

Wie Horex Ersatzteile heute angeboten werden

Zu kaufen finden Sie diverse Ersatzteile für Horex-Modelle:

  • Ventildeckel inklusive Ventilausheber für Motor für Horex Regina
  • Zahnrad-Nockenwelle aus Aluminium für die Horex Regina 250 bis 400 Kubikzentimeter
  • Horex Regina, original Steuergehäuse-Deckel mit Ölpumpe, 1950er-Jahre
  • Horex Regina-Kipphebelbock für Aluminium-Zylinderkopf
  • Gehäuse für die Fußschaltung für die Horex Regina

Ersatzteile für die verschiedenen Modellen der Firma Horex aus Bad Homburg sind auch heute noch bei Liebhabern nostalgischer Motorräder heiß begehrt.

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