So entscheiden Sie sich für den richtigen Terminalserver

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eBay-Ratgeber: So entscheiden Sie sich für den richtigen Terminalserver

So finden Sie den Terminalserver, der zu Ihrem Netzwerk passt

Früher waren Terminalserver physische Geräte, die über RS232-Anschlüsse mit den jeweiligen Arbeitsplätzen innerhalb eines Netzwerkes verbunden wurden. Heute sind es reine Anwendungen, die innerhalb eines Computers durch verschiedene Applikationen abgebildet werden. Auf einem Terminalserver werden keinerlei Daten gespeichert. Er dient lediglich dazu, die Kommunikation innerhalb des Netzwerkes zu ermöglichen und die einzelnen Nutzer entsprechend ihrer Rechte im Netzwerk zu authentifizieren.

In Verbindung mit den entsprechenden Thin Clients können so Anwendungen innerhalb des Netzwerks wartungsarm und preiswert allen Benutzern zur Verfügung gestellt werden. Die ersten Terminalserver dieser Art stellten nur einfache Commandline-Funktionen – Kommandozeilen, die eingegeben werden mussten – zur Verfügung. Heute jedoch bieten Terminalserver vollständige grafische Oberflächen an.

Dieser Ratgeber macht Sie mit den wichtigsten Funktionen vertraut und hilft Ihnen so dabei, den geeigneten Terminalserver für Ihr Netzwerk zu bestellen.

Eine Idee, die sich durchgesetzt hat

Terminalserver haben die Netzwerktechnik entscheidend beeinflusst. Sie sollten folgende Ideen in die praktische Ausführung umsetzen:

  • Daten und Anwendungen unabhängig von einem Endgerät zentral zur Verfügung zu stellen;
  • den weltweiten Zugriff von einem beliebigen Endgerät auf das Netzwerk zu ermöglichen;
  • dafür sorgen, dass die Daten und Anwendungen das interne Netzwerk nicht verlassen.

Es erfolgt also lediglich eine Übertragung der Bildschirmausgabe zum Terminal. Im Gegenzug werden ausschließlich Tastatureingaben und Mausbewegungen übertragen. Für diese Funktionen genügt eine sehr eingeschränkt leistungsfähige WLAN-Leitung, die es aber trotzdem erlaubt, mit sehr komplexen Programmen zu arbeiten. Bekannt ist diese Arbeitsweise heute unter dem Begriff Cloud Computing.

Dazu werden Client-seitige Programme ausgeführt, die sowohl unter Windows als auch unter Unix verwendet werden können. Inoffiziell sind diese Anwendungen aber auch unter Windows Mobile oder Symbion OS möglich. Während des Verbindungsaufbaus zu einem Secure-Shell- oder Telnet-Server wird die Identität des Benutzers überprüft.

Ist die Berechtigung zur Teilnahme am Netzwerk nachgewiesen, können in einer textorientierten Terminal-Sitzung Befehle erteilt werden, die auch auf weit entfernten Systemen ausgeführt werden.

So funktioniert ein Terminalserver

Anwendungen, die für alle Netzwerkteilnehmer zugänglich sein sollen, werden bei einem Terminalserver auf die herkömmliche Weise installiert. Eine Managementkonsole sorgt dafür, dass – je nach individueller Berechtigung der Netzwerkteilnehmer - einzelne Anwendungen oder sogar der ganze Desktop zugänglich gemacht werden.

Die Anwender, in der Regel handelt es sich dabei um Thin-Clients, arbeiten dabei direkt auf dem Desktop des Servers. Es ist dabei für den Einzelnen nicht erkennbar, ob er gerade allein arbeitet, oder ob noch andere Netzwerkteilnehmer dieselben Programme benutzen. Sie sehen nur ihre eigenen Prozesse. Behinderungen untereinander gibt es nicht.

Dabei wird häufig die lokale Festplatte des Terminalservers ausgeblendet, und die Anwender haben lediglich Zugriff auf die Netzlaufwerke, für die sie eine Berechtigung haben. Wie viele Thin-Clients an einem Terminalserver arbeiten können, hängt ab von den Anwendungen, die sie benutzen, und von der vorhandenen Hardware.

Hinweis: Seit es Terminalserver mit 64-Bit-Technologie gibt, ist die herkömmliche Begrenzung des Arbeitsspeichers auf vier Gigabyte entfallen. Deshalb ist die Anzahl der Benutzer, die über den Terminalserver arbeiten können, theoretisch nicht mehr beschränkt.

Wissenswertes über die Hardware

Normale Netzwerkserver sind im Bereich ihrer Hardware meist nur ansatzweise ausgelastet. So bleiben viele Ressourcen ungenutzt. Terminalserver hingegen können, weil die Anzahl der angeschlossenen Benutzer nicht eingegrenzt ist, stark bis sehr stark ausgelastet sein.

Normalerweise werden deshalb sehr platzsparende Hardware-Varianten eingesetzt, die keine eigene Datenspeicherung vornehmen. Platzsparende Varianten sind zum Beispiel Rack-Server oder Blades. Ein Blade besitzt normalerweise eine eigene Hauptplatine, die mit Mikroprozessoren und einem Arbeitsspeicher versehen ist. Es kann ohne, aber auch mit einer oder zwei Festplatten für das Betriebssystem arbeiten. Werden mehr Platten benötigt, lassen sie sich über Erweiterungsmodule anschließen.

Alle Blades, die für einen Terminalserver benötigt werden, verwenden die gleichen Ressourcen. Sie haben eine gemeinsame Stromversorgung und auch nur einen Lüfter. Je nach Ausführung des Racks können bis zu 84 Blades angeschlossen werden, die 1.344 Prozessorkerne enthalten können.

Die kompakte Bauweise ist einer der großen Vorteile dieses Systems. Weitere Vorteile sind:

  • eine hohe Leistungsdichte;
  • die Skalierbarkeit (Erweiterungsmöglichkeiten der Ressourcen);
  • die Flexibilität,
  • die einfache Verkabelung;
  • die schnelle und einfache Wartung.

Für den gesamten Baugruppenträger wird nur ein Controller für Tastatur, Maus und Grafik benötigt.

Inzwischen gibt es Terminalserver, bei denen überhaupt keine Systemfestplatte mehr erforderlich ist. Sie verwenden ein Virtualisierungssystem, das direkt über einen USB-Stick gestartet wird. Terminalserver sind ideal geeignet, um Mehrkernprozessoren effektiv zu nutzen.

Achtung: Die Skalierung der Hardware kann an ihre Grenzen stoßen, wenn die Netzwerkkarte oder das Festplattensubsystem durch eine hohe Anzahl von angeschlossenen Benutzern die jeweiligen Anforderungen nicht mehr erfüllen können. Um das zu verhindern und auch um die Ausfallsicherheit zu erhöhen, werden in großen Unternehmen und Rechenzentren inzwischen sogenannte Terminalserver-Farmen eingesetzt. Darunter versteht man einen Zusammenschluss von mehreren Terminalservern zu einer Einheit.

Die bevorzugten Einsatzgebiete von Terminalservern und ihre Wirtschaftlichkeit

Terminalserver sind immer dann sinnvoll, wenn eine große Anzahl von Benutzern mit identischen Programmen arbeitet. Das ist häufig bei großen Unternehmen oder Behörden der Fall. Alle notwendigen Anwendungen befinden sich dann auf dem Terminalserver, und die Mitarbeiter erhalten das Recht, über ihre Thin Clients (minimal PCs) darauf zuzugreifen, ohne sich gegenseitig zu behindern.

In den meisten Fällen ist es eine Frage der Wirtschaftlichkeit, mit einem Terminalserver zu arbeiten. Da alle relevanten Anwendungen auf einem leistungsstarken System (Host) zentral installiert sind, können die einzelnen Arbeitsplätze mit wesentlich günstigeren Thin Clients ausgestattet werden. Die Missbrauchsrisiken werden durch das zentrale Authentifizierungsverfahren deutlich reduziert.

Weitere Aspekte, die bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Terminalservers berücksichtigt werden, sind unter anderem:

  • Aufwandsbegrenzung für die Pflege der einzelnen Anwendungen: Es muss nicht mehr jeder Client-PC gewartet werden, sondern nur noch der Terminalserver;
  • Sicherung der Datenbestände: Die Ausfall- und Missbrauchsrisiken werden minimiert;
  • Reduzierter Aufwand für die Clients und deren lokale Sicherung. Das reduziert die Hardware-Wartungs- und Betriebskosten.

Einer der größten Vorteile von Terminalservern ist, dass aus dem Netzwerk heraus jederzeit darauf zugegriffen werden kann. Die installierten Anwendungen sind damit von jedem Ort der Welt aus erreichbar, sofern eine Internetverbindung genutzt werden kann.

Einige Nachteile, die Sie beachten sollten

Natürlich dürfen in einem Ratgeber zur Wahl des richtigen Terminalservers auch die Nachteile nicht unberücksichtigt bleiben. Hier sind in erster Linie folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Es ist grundsätzlich ein Netzwerk notwendig, um einen Terminalserver zu nutzen.
  • Die Software, die auf dem Terminalserver zum Einsatz kommt, muss mit dem jeweiligen Lizenzmodell übereinstimmen.

Kauftipp: Prüfen Sie vor der Auswahl des Terminalservers, ob er kompatibel ist zu der von Ihnen verwendeten Standardsoftware. Das ist nicht bei jedem Modell der Fall.

Die Skalierbarkeit von Terminalservern

Unter der Skalierbarkeit versteht man Vorgänge, die die Leistung eines Systems erhöhen können. Hier gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten:

Die vertikale Skalierung (scale up)

Bei der vertikalen Skalierung werden dem System Ressourcen hinzugefügt. Es können zum Beispiel Speicherplatzerweiterungen, zusätzliche CPUs oder eine leistungsstärkere Grafikkarte eingesetzt werden. Damit kann das gesamte System unabhängig von der implementierten Software eine höhere Geschwindigkeit erzielen. Allerdings erreicht man hier irgendwann den Punkt, an dem Ressourcenerweiterungen nicht mehr möglich sind.

Die horizontale Skalierung (scale out)

Hier sind aus Sicht der Hardware keine Grenzen gesetzt. Die horizontale Skalierung sieht vor, dass zusätzliche Rechner beziehungsweise Knoten eingesetzt werden. Diese Art der Skalierung ist aber abhängig von der vorhandenen Software. Sie muss sich an die veränderten Anforderungen durch die höheren Rechnerleistungen anpassen lassen.

Auch bei der Art der Skalierbarkeit gibt es Unterschiede

Es ist also wichtig, dass Sie sich bereits vor dem Kauf des Terminalservers darüber klar sind, welche Möglichkeiten er Ihnen beim weiteren Netzausbau in der Zukunft bieten sollte. Man unterscheidet hier in:

  • Lastskalierbarkeit
  • räumliche Skalierbarkeit
  • zeitlich-räumliche Skalierbarkeit
  • strukturelle Skalierbarkeit.

Die räumliche und die zeitlich-räumliche Skalierbarkeit sind unter Umständen für Rechenzentren oder für Suchmaschinenbetreiber interessant, sind aber für normale Firmennetzwerke eher ungeeignet. Anders sieht es bei der Lastskalierbarkeit und der strukturellen Skalierbarkeit auf.

Die Lastskalierbarkeit ist immer dann wichtig, wenn man ein konstantes Systemverhalten über alle Auslastungen hinweg erreichen möchte. Das bedeutet, dass das System sowohl bei geringer als auch bei hoher Belastung verzögerungsfrei alle Anfragen rasch abarbeiten kann.

Die eleganteste Lösung ist ein Terminalserver, der sich strukturell skalieren lässt. Hier ist sichergestellt, dass das System verzögerungsfrei auch dann funktioniert, wenn neue Elemente (weitere Terminalserver oder zusätzliche Clients) hinzugefügt werden.

Zusatzfunktionen, die die Nutzbarkeit von Terminalservern verbessern

Die Weiterentwicklung von Terminalservern gestattet eine immer breitere Nutzungsmöglichkeit. So lassen sich inzwischen moderne Geräte wie MP3-Player oder digitale Kameras auf den Terminalserver umleiten. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der verwendete Terminalserver das jeweilige Gerät auch unterstützt.

Hinweis: Normalerweise wird dem Benutzer im Bereich „Lokale Geräte und Ressourcen“ angezeigt, welche Plug-and-play-Geräte der Terminalserver unterstützt. Wird das aktuell angeschlossene Gerät nicht angezeigt, kann das unter Umständen daran liegen, dass das Gerät selbst nicht kompatibel zum im Terminalserver verwendeten Protokoll ist. Im Bedienungshandbuch von MP3-Player oder Digitalkamera finden Sie hinweise darauf, welche Protokolle (MTP oder PTP) als Voraussetzung notwendig sind. Zusätzlich können Sie sich darüber auch auf der Webseite des Herstellers informieren.

Kauftipp: Wenn Sie in Zukunft mit einem Terminalserver und mit externen Plug-and-play-Geräten arbeiten möchten, achten Sie gleich beim Kauf der jeweiligen Hardware darauf, dass die verwendeten Protokolle miteinander kompatibel sind.

Weitere detaillierte Informationen zu Terminalservern, die den Rahmen dieses Ratgebers sprengen würden, können Sie den detaillierten Produktinformationen entnehmen oder auf der Webseite des Herstellers finden. Hier ist auch angegeben, für wie viele Clients Lizenzen enthalten sind. Wählen Sie den Terminalserver von Anfang an groß genug, damit Sie die Anzahl der Clients bei Bedarf ohne den Erwerb zusätzlicher Lizenzkarten erhöhen können.

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