So bleibt Ihre PKW-Kühlung lange in Bestform

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So bleibt Ihre PKW-Kühlung lange in Bestform

Die richtige Kühlung eines Automotors ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es um Langlebigkeit und Leistungsfähigkeit Ihres Fahrzeugs geht. Defekte Kühlungen können zu Motorschäden führen im Falle einer aktiven Fahrt zu einem erhöhtem Unfallrisiko. Dem Motor-Kühlsystem kommt dabei die Aufgabe zu, den Motor zu kühlen, indem es Wärme an die Außenluft abgibt. Zur gleichen Zeit kann die produzierte Wärme auch dazu dienen, den Fahrzeuginnenraum zu heizen. Kühlsysteme tragen auf diese Weise auch zum Komfort bei, während Sie ansonsten eher einen praktischen Nutzen verfolgen. Die folgende Übersicht soll dabei helfen, Ihrer Motorkühlung ein möglichst langes Leben zu bescheren.

Welche Arten von Kühlsystemen gibt es und wie funktionieren diese?

Der Verbrennungsmotor jedes Fahrzeugs hat die Aufgabe, Energie in Wärme umzuwandeln. Die Pkw-Kühlung hilft dabei bei der Regelung der Betriebstemperatur des integrierten Motors. Diese sollte schnell erreicht und anschließend möglichst stabil eingehalten werden. Da der Verbrennungsmotor nicht all seinen kompletten Energiehaushalt in Bewegungsenergie umwandeln kann, ist es unvermeidlich, dass ein Teil dieser Wärme an die Umwelt abgeben werden muss.

Es gibt drei unterschiedliche Formen von Kühlsystemen:

  • Luftkühlung
  • Wasser- bzw. Flüssigkeitskühlung
  • Ölkühlung

Luftkühlung – der leichte und preiswerte Klassiker für kleinere Motorentypen

Die Luftkühlung gehört zu den äußeren Kühlungsformen. Hierbei werden die besonders wärmebeanspruchten Teile mit einer großen durchlässigen Oberfläche, den Kühlrippen, versehen. Die Luft wird durch besondere Kanäle oder mittels spezieller Luftbleche in großer Geschwindigkeit an diesen vorbeigeführt, wahlweise durch den Fahrtwind oder ein separates Gebläse. Diese Variante ist leichter, simpler und preiswerter, allerdings auch wesentlich lauter und mit geringerer thermischer Ausbalancierung.

Luftkühlungen werden in erster Linie bei Motorrädern, Rasenmähern, Motorsägen oder Flugmotoren eingesetzt, schon lange nicht mehr bei Autos, auch, weil das System nicht mehr modernen Abgaskriterien entspricht.

Wasser- beziehungsweise Flüssigkeitskühlung – der moderne Standard bei Pkws und größeren Fahrzeugen

Diese Variante ist mit Sicherheit die gängigste Form der Kühlung. Sie arbeitet mithilfe eines speziellen Kühlmittels. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus Leitungswasser und Frostschutzmittel (Glykol), das zusätzlich mit diversen Zusätzen (Bitterstoffe, Silikat, Antioxidantien, u.v.m) versehen und eingefärbt ist. Es hält große Hitzeentwicklung aus und fängt bei guter Mischung erst bei ca. 120 °C an, zu sieden.

Der Kühlerkreislauf beinhaltet die wichtigen Elemente Wasserpumpe, Thermostat, Kühler sowie einen Ausgleichsbehälter, der dann nötig ist, wenn sich die Flüssigkeit bei Erwärmung ausdehnt. Diese Komponenten werden teilweise direkt im Motorblock eingebaut und mittels Schläuchen miteinander verbunden. Das System ist in sich geschlossen, das Kühlmittel wird in ihm durch eine mechanische oder elektrische Pumpe angetrieben.

Durch diese Zirkulation wird Wärme an die Außenluft abgeführt und das Kühlmittel auf diese Weise abgekühlt. Die zusätzlich eingebauten Lüfter unterstützen den Prozess dabei, zwei Ventile im Deckel des Ausgleichsbehälters öffnen sich automatisch, sobald der Druck der. Der Kühlmittelfluss wird durch ein Thermostat gesteuert, was wichtig ist, um die Temperatur der Flüssigkeit relativ konstant zu halten. Das Thermostatventil öffnet sich bei ca. 75 °C, um auf diesem Weg den Hauptwasserkühler in den zirkulierenden Kreislauf zu integrieren.

Ölkühlung – die Sonderform der flüssigen Kühlung verhindert Gefahr durch leitende Materialien

Die sogenannte Ölkühlung stellt eine Sonderform der Flüssigkeitskühlung dar, bei welcher statt Wasser oder Kühlflüssigkeit Öl verwendet wird. Besonders bei elektronischen Geräten kann dies von Relevanz sein, da Wasser hier als leitendes Material eine gewisse Gefahr bürgt. Auch bei sehr hohen Belastungen werden die Kolben gern mittels Schmieröl abgekühlt. Die Zirkulation entsteht auch hier mittels einer Pumpe. Spezielle Kühlrippen oder Materialien, wie zum Beispiel Aluminium, helfen dabei, den Wärmeübergang durch die Ölwanne zu verbessern.

Häufig wird die Ölkühlung zur Unterstützung der traditionellen Luftkühlung verwendet, weshalb Sie sich vorzugsweise in älteren Fahrzeugmodellen wiederzufinden. Ansonsten findet diese Variante sehr häufig im Elektroniksektor Verwendung. Viele heimische PC-Systeme nutzen das System vorzugsweise gegenüber der klassischen Wasserkühlung.

Obwohl die Motorkühlsysteme einen wichtigen und geradezu entscheidenden Faktor innerhalb der Funktionsweise eines Autos ausmachen, sind Sie nicht die einzigen Bereiche, die gekühlt werden müssen. Auch Motor- und Getriebeöl müssen gekühlt werden, genauso wie der Kraftstoff oder die Ladeluft. In modernen Hybridfahrzeugen kommt außerdem noch die Komponente des zusätzlichen Elektromotors ins Spiel. Deren Generatoren müssen gleichermaßen vor Überhitzung geschützt werden.

Bei heißem Motor kühlen Kopf bewahren – wie Sie im Fall einer Überhitzung reagieren sollten

Ein überhitzter Motor ist mit Sicherheit kein vergnügliches Ereignis, besonders während der Fahrt. Schnelles und besonnenes Handeln ist wichtig, wenn es darum geht, einen dauerhaften Schaden und damit auch ein erhöhtes Unfallrisiko zu vermindern. Erste Anzeichen lassen sich bei einem Blick auf die Wassertemperaturanzeige feststellen, welche sich nie im roten Bereich bewegen sein sollte. Ein Abfallen der Anzeige bedeutet nicht automatisch einen Defekt, evtl. muss auch nur ein Gitter gereinigt werden.

  • In jedem Fall sollten Sie, gerade bei fließendem Verkehr, erst einmal einen sicheren Standplatz aufsuchen. Auf der Autobahn ist dies der Seitenstreifen, behalten Sie dabei stets den aktiven Verkehr im Auge und aktivieren Sie die Warnblinkanlage und positionieren das Warndreieck.
  • Schalten Sie den Motor zuerst ab, da dieser sich durch den wegfallenden Fahrtwind nicht mehr ausreichend genug selbst kühlen kann.
  • Öffnen Sie als nächstes die Motorhaube und kühlen Sie den Motor damit zusätzlich ab. Warten sie ein paar Minuten und prüfen Sie dann, ob weiterhin Dampf oder gar Kühlflüssigkeit aus dem Motor austritt.
  • Versuchen Sie nicht, bei Erhitzung den Kühlerdeckel oder Ausgleichsbehälter zu öffnen. Selbst nach einem gewissen Ruhezustand kann hier sehr heißes Wasser austreten. Auch sollten Sie kein aufgeheiztes Wasser über den Motor gießen, da dies aufgrund des Schockeffektes zu weiteren Schäden führen kann.
  • Erst nach einer gewissen Ruhezeit und wenn der Motor vollständig ausgekühlt ist, sollen Sie zuerst neue Kühlflüssigkeit einfüllen und dann die Fahrt langsam und aufmerksam fortsetzen.

Professioneller Rat ist in jedem Fall aufzusuchen. Sollte das Auto nach der Weiterfahrt erneut Probleme aufzeigen, dann sowieso. Doch schon bei vereinzelt auftretenden Problemen empfiehlt sich der Gang in die örtliche Werkstatt, und sei es nur aus Gründen der Vorsorge.

Die richtige Pflege ist entscheidend - wie Sie Ihre Kühlung instand halten

Um das Szenario des plötzlichen Motorschadens zu vermeiden, empfiehlt sich die regelmäßige Prüfung und Wartung des Systems. Vom Fahrzeughersteller werden dabei häufig speziell auf das Gefährt zugeschriebene Wartungsintervalle vorgegeben, an denen Sie sich orientieren sollten. Ein solcher Werkstatt-Check testet die Funktionalität des Kühlsystems und untersucht das Material auf eventuelle Schäden oder Abnutzungserscheinungen. Darüber hinaus empfehlen sich folgende Tipps, um ihre Pkw-Kühlung länger leben zu lassen:

  • Regelmäßige Kontrolle der Wassertemperaturanzeige. Es sollte dabei weder zu großartigen regelmäßigen Schwankungen noch zu einem Abfall in den kritischen roten Bereich kommen.
  • Benutzen Sie stets das richtige Kühlmittel, vor allem dosieren Sie Wasser und Frostschutzmittel in diesem ausreichend. Der Kühlwasserstand sollte immer entsprechend hoch sein, im kalten Zustand nahe an der Maximum-Markierung, im betriebswarmen Zustand nie unterhalb der Minimal-Markierung. Es ist also nie verkehrt, eine Flasche auf Reserve vorrätig zu haben.
  • Säubern Sie in regelmäßigen Abständen und suchen Sie nach undichten Stellen. Das gilt auch für Schläuche und Schellen. Bei kleineren Rissen können Kühlerdichtungsmittel helfen. Sie werden in den Ausgleichsbehälter des Kühlsystems gegeben und können nach dem Start des Motors kleinere Risse abdichten.
  • Überlegen Sie bei einem entsprechend leistungsstarken Auto mit viel Wärme fördernden Komponenten, ob Sie nicht zusätzliche Kühlvorrichtung, beispielsweise in elektronischer Form einbauen.
  • Testen Sie den Motor immer wieder auf Öl- und Fettverschmutzung. Vor allem sollte kein Öl in das Kühlwasser eindringen.
  • Achten Sie auf Ungereimtheiten bei der Temperaturentwicklung im Alltag. Sollte sich der Motor beispielsweise unnatürlich schnell beim Warten an der Ampel erhitzen, können Sie von einem Problem ausgehen.

Worauf sollten Sie beim Kauf und dem Auffüllen des Frostschutzmittels achten sollten?

Das regelmäßige Nachfüllen der Kühlflüssigkeit lässt sich dauerhaft nicht vermeiden. Im Falle des Motors ist es sehr wichtig, dass das Frostschutzmittel sehr hitzebeständig ist, da sich das Kühlmittel hier schnell erhitzen kann. Füllen Sie das Kühlmittel nur bei kaltem Motor ein. Achten Sie darauf, dass es das Material der Schläuche oder Gummidichtungen im Kühlsystem schont und keinen Dreck hinterlässt. Dies ist besonders für das Frostschutzmittel in der Scheibenwischeranlage entscheidend.

Frostschutzmittel sind gesundheitsschädigend und sollten daher immer in sicherer Umgebung aufbewahrt werden. Fahrzeughersteller empfehlen dabei in der Regel ausdrücklich bestimmte Marken von Flüssigkeiten, die besonders verträglich für die eigenen Fahrzeugmodelle sind. Versuchen Sie sich daran zu halten und auch in keinem Fall Flüssigkeiten unterschiedlicher Hersteller zu vermischen.

Um idealen Schutz für Ihr Kühlsystem zu bieten, sollte das Frostschutzmittel stets 1:1 mit sauberem und klarem Wasser gemischt werden. Die Flüssigkeit bleibt ganzjährig im System, hält die Leitung sauber und schützt dabei auch gegen Rost. Achten Sie drauf, dass sich beim Einfüllen keine Luftbläschen bilden, da in diesem Fall der Kühler gleichzeitig gelüftet werden muss.

Die Mischung aus Kühlmittel und destilliertem Wasser wird dann von Ihnen mittels Trichter oder Gießkanne in Ihr Auto gegeben. Es empfiehlt sich dabei, besonders falls Sie den Hersteller des Kühlmittels wechseln, die alte Flüssigkeit vorher abzulassen. Dies kann je nach Marke unterschiedlich vonstattengehen, lesen Sie dafür die Betriebsanleitung. Achten Sie auch darauf, dass beim Austausch der Flüssigkeiten die Umwelt nicht verschmutzt wird.

Das Kühlmittel sollte bis zur MAX-Markierung befüllt werden, der Deckel des Ausgleichsbehälters allerdings noch nicht geschlossen werden. Zünden Sie dann erst den Motor und bringen Sie diesen auf Betriebstemperatur. Sollte die Flüssigkeit nicht unter die MIN-Marke fallen, dann reicht die Menge. Tut sie es, muss noch nachgefüllt werden.

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