So bestücken Sie ihr Wohnmobil mit einer Radioantenne

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So bestücken Sie ihr Wohnmobil mit einer Radioantenne

Unterwegs sein mit einem Wohnmobil oder mit einem Wohnwagen: eine Reiseart, die mehr und mehr Anhänger findet.
Was die Unterhaltungselektronik im Wohnmobil betrifft, können Camper schon fast aus dem Vollen schöpfen, um es ein wenig salopp auszudrücken – vom Fernseher über das Radio bis hin zur Spielkonsole ist alles möglich. Je nach Anspruch kann man denselben Komfort wie zuhause genießen: Im nachfolgenden Ratgeber erhalten Sie dabei Hinweise und Informationen über die verschiedenen Empfangsmöglichkeiten, die zur Verfügung stehen – dazu zählt natürlich auch eine Auto-Radioantenne, die den persönlichen Bedürfnissen entspricht und einen möglichst optimalen Empfang gewährleisten soll. Eine zum Teil heikle Angelegenheit gerade für Autofahrer und Camper, die häufiger den Standort wechseln.

Der Rundfunk: ein historischer Rückblick

Der Begriff "Radio" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „der Strahl". Die Geschichte des Rundfunks selbst reicht zurück bis in die 30er des letzten Jahrhunderts, als der Sender Funk-Stunde Berlin „on air" ging. Der Empfang war nur einer kleinen Zielgruppe vorbehalten, die sich die damals noch fast unerschwinglichen Radioapparate leisten konnte. Als kleines Bonmot am Rande: In manchen Regionen spricht man von „der Radio", was zunächst seltsam klingen mag, aber historisch von „der Radioapparat" abgeleitet wird.

Der bis heute noch aktuelle UKW-Rundfunk (Ultrakurzwelle) startete Ende der 50er-Jahre in Deutschland, verbreitete sich zunächst allerdings nur sehr langsam, da die Empfangsgeräte – zu Beginn noch Röhrenradios – für ein breites Publikum kaum erschwinglich und zudem sehr groß waren. Dies änderte sich erst mit der Einführung der ersten Transistorradios, die wesentlich kleiner und kostengünstiger gebaut werden konnten und mit zum Durchbruch des Mediums Rundfunk beitrugen.

Der analoge Radioempfang

Der analoge Radioempfang blickt auf eine etwa 90-jährige Geschichte in Deutschland zurück. Die Ausstrahlung erfolgt über

  • LW = Langwelle (AM);
  • MW = Mittelwelle (AM);
  • KW = Kurzwelle (AM);
  • UKW = Ultrakurzwelle (ab 1949 - FM).

Aufgrund der Sendenormen können Sie theoretisch (und praktisch) mit einem Röhrenradio aus der Anfangszeit immer noch Sendungen empfangen – aufgrund der Bauart natürlich weniger relevant für den Wohnwagen, allerdings ein schönes Sammelgebiet für Liebhaber.

Der wesentliche Unterschied der einzelnen oben gelisteten Frequenzbereiche liegt vor allem in der möglichen Reichweite, die gerade für Camper mit von entscheidender Bedeutung war und zum Teil noch ist. Spürbar ist dies vor allem beim Empfang im UKW-Bereich: Aufgrund der sogenannten Frequenzmodulation gegenüber der Amplitudenmodulation sind UKW-Sendungen weit weniger störanfällig. Im Gegenzug ist die Reichweite je nach Höhe der einzelnen Sendeantennen mit ca. 100 bis 130 km deutlich geringer. Wer viel auf der Straße unterwegs ist, kennt das Problem, dass häufig ein neuer Regional-Sender eingestellt werden muss. Bei modernen Autoradios ist dies zwar kein grundlegendes Problem, allerdings muss man sich letztlich mit anderen Inhalten begnügen, sofern der eigene Lieblingssender nicht mehr erreichbar ist.

Bei der Langwelle breiten sich die Wellen entlang des Horizonts als Bodenwellen aus, was je nach Antennenaufwand zu Reichweiten von mehreren Tausend Kilometern führen kann. Beim Empfang von Mittelwellen-Sendern ist die Sache etwas komplizierter, da die Reichweite aufgrund atmosphärischer Gegebenheiten sich bei Tag (bis etwa 150 km) und bei Nacht (bis 1.000 km und mehr) deutlich unterscheidet. Bei der Kurzwelle ist die generelle Reichweite sehr hoch und kann unter optimalen Bedingungen, je nach Sonnenaktivität, weltweit umspannend sein. Früher oder später jedoch wird das Analog-Radio laut verschiedener Aussagen abgeschaltet werden.

Digitalradio und die Zukunft

Es liegt auf der Hand, dass sich die Anbieter ähnlich wie bei den Fernsehanstalten mit dem Aussenden digitaler Hörfunk-Programme beschäftigen, allerdings verläuft der Übergang deutlich schleppender als zuvor vermutet. Laut verschiedener Prognosen wird es das analoge Radio (UKW) zumindest noch bis 2025 geben. Im Zusammenhang mit dem Digitalradio müssen einige Unterschiede beachtet werden, die nachfolgend erläutert werden:

DAB steht für Digital Audio Broadcasting und ist ein weltweit gültiger Sendestandard für die digitale Übertragung von Hörfunk-Programmen über terrestrische, also speziell erdgebundene Sendetechnologien. Aufgrund des Frequenzbereichs von 30 MHz bis 3 GHz besteht jedoch auch die Möglichkeit der Kabel- oder Satellitenübertragung. Innerhalb etwa von Deutschland sowie einigen anderen Ländern kann allerdings das engmaschige UKW-Sendenetz genutzt werden, was deutliche Vorteile beim Empfang in Wohnmobilen und Automobilen mit sich bringt.

DAB ist die Weiterentwicklung des DAB-Standards, allerdings ist die Kompatibilität aufgrund der unterschiedlichen Codierungsverfahren nur abwärts auf DAB gegeben, umgekehrt leider nicht. Steht der Kauf eines Autoradios an, müssen Sie entsprechend darauf achten, ob es sich um ein DAB-Autoradio oder ein DAB -Autoradio handelt, dass für die Zukunft vermutlich richtungsweisend sein wird.

DRM (Digital Radio Mondiale) sowie DRM sind weitere digitale Varianten: In der ersten Generation ist diese nur auf den Empfang im AM-Bereich (KW, MW, LW) abgestimmt, DRM dagegen ist als Ergänzung für den FM-Bereich (UKW sowie im VHF-Band III identisch zu DAB und DAB ) vorgesehen. Beide haben das Ziel, den analogen Rundfunk abzulösen und die Empfangsqualität zu verbessern – und zwar, wie es die Bezeichnung bereits impliziert – weltweit, wie es zuvor für den AM-Bereich galt.

Digital und analog: die Funktionsweise

Zum analogen Empfang von Hörfunksendungen werden elektromagnetische Wellen durch die Sendeantennen zunächst in sogenannte Freiraumwellen umgewandelt. Im Umkehrschluss werden die Freiraumwellen an der Empfangsantenne wieder in leitungsgebunde elektromagnetische Wellen umgewandelt. Bei dem digitalen Empfang werden die Signale sozusagen in die Computersprache umgewandelt, es gibt dabei nur die binären Zustände 0 und 1, über die nahezu alles übertragen werden kann – von Musik bis hin zu kompletten Filmen.

Ein weiterer Unterschied liegt in den verschiedenen Frequenzbereichen, die für analoge und digitale Signale festgelegt wurden, was sich auch auf die Auswahl der Radioantennen auswirkt: Aufgrund der unterschiedlichen Frequenzbereiche eignet sich etwa eine UKW-Autoantenne nicht für den Empfang digitaler Sendungen. Moderne DAB-Fahrzeugantennen sind jedoch durchaus in der Lage, analoge und digitale Signale zu empfangen – achten Sie beim Kauf auf die Angaben der Anbieter.

Wie man ein Wohnmobil mit einer Radioantenne bestückt

Die Auswahl der Autoantenne ist für Wohnmobile nicht immer einfach, vor allem, da viele Besitzer sich davor scheuen, ein Loch für die Befestigung in den Aufbau zu bohren und zusätzlich ein Antennenkabel in den Innenraum zu verlegen. Die Bedenken sind nicht aus der Luft gegriffen, da die Dichtigkeit des Aufbaus deutlich beeinträchtigt werden kann.

Nachfolgend wird eine Auswahl an Antennenarten aufgeführt und erläutert, wie diese nachträglich montiert werden können, sofern die vom Fahrzeughersteller oder Verkäufer gebotene Lösung als nicht ausreichend empfunden wird. Eine Bewertung der jeweiligen Empfangsqualität wird dabei nicht vorgenommen, da sich die Erfahrungen deutlich unterscheiden können.

Ein Klassiker ist nach wie vor die Scheibenantenne: Diese wird in der Regel von innen an der Frontscheibe verklebt. Der Vorteil liegt in der einfachen Montage und man kann die richtige Positionierung erst einmal unterwegs testen, bevor man diese fest verklebt.

An- und Aufbauantennen verschiedenster Prägung können ebenfalls ein guter Lösungsansatz sein, sind allerdings mit einem erhöhten Montageaufwand verbunden: Dieser fällt an bei der Dachmontage ebenso wie bei der Anbringung etwa an einem Kotflügel. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, klappbare Radioantennen an den Querholmen der Dachreling anzubringen, sofern diese vorhanden ist. Dafür ist ein wenig handwerkliches Geschick notwendig, zudem sollten die Sicherheitsaspekte und die Kabelverlegung berücksichtigt werden. Soll das Kabel bei einer Außenanbringung durch das Fenster verlegt werden, sind sogenannte Antennen-Flachkabel sicherlich eine gute Lösung, da die Fenster jederzeit verschließbar sind.

Neben der Befestigung der Radioantenne selbst kommt – wie zuvor angedeutet – die Kabelverlegung mit ins Spiel. Am Wohnmobil gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Kabel unsichtbar und ohne Bohrungen nach außen zu verlegen: An den Staukästen am Boden des Wohnmobils befinden sich in der Regel etwa Schächte für die Zwangsentlüftung, die Platz für ein Kabel bieten, um nur ein Beispiel zu benennen.

Eine weitere Möglichkeit besteht über DVB-T Antennen sowie Sat-Anlagen für den Campingbereich, über die zusätzlich auch Radiosender empfangen werden können. Grundsätzlich gilt, dass relativ wenige Radiosender ihr Programm über DVB-T senden. Die Empfangsqualität hängt generell davon ab, ob Sie in ländlichen Regionen unterwegs sind oder in Ballungszentren – dies verhält sich ähnlich wie beim Mobilfunk und hat mit der Flächenabdeckung zu tun.

Bei mobilen Sat-Anlagen ist natürlich die Schwierigkeit, dass sich diese während der Fahrt immer wieder neu ausrichten müssen. Gewährleistet wird dies zum Teil durch Nachführungssysteme bei vollautomatischen Sat-Anlagen, die die Position gegenüber dem Satelliten halten – Radio- und Fernsehsendungen können gleichermaßen während der Fahrt empfangen werden. Ein konkretes Beispiel wäre die Shipman Sat-Anlage von Megasat, die allerdings auch ihren Preis hat. Bedacht werden sollte bei der Verwendung von Sat-Anlagen für unterwegs zudem, dass sich das Fahrverhalten hinsichtlich der Anfälligkeit gegen Seitenwinde verändert und natürlich der Kraftstoff-Verbrauch enorm steigen kann.

Fazit

Gegenüber dem festen Wohnsitz ist der Anspruch an Radioantennen an Fahrzeugen wie etwa einem Wohnmobil deutlich höher, da sich die Empfangsvoraussetzungen je nach Aufenthaltsort immer wieder verändern. Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man diesem Anspruch gerecht wird, was natürlich auch davon abhängt, ob man deutschlandweit unterwegs ist, quer durch Europa reisen will oder gleich per Verschiffung andere Kontinente befahren möchte. Um die richtige Antennenlösung zu finden, bedarf es also der Recherche über die Empfangsmöglichkeiten in den bevorzugten Reiseländern oder Regionen und vor allem, ob es ein reiner Radio-Empfang oder eine Kombination mit dem TV-Empfang sein soll.

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