So behalten Sie den Überblick über ihre Audio-Anlagen

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Stromleisten, Kabelbinder und farbige Kabel - so behalten Sie den Überblick über ihre Audio-Anlagen

Mit einer Audio-Anlage genießen Sie Ihre Lieblingsmusik in vollendeter Qualität. Ob Klassik, Pop oder Rock – moderne Komponenten wie Digitaltuner, CD- und MP3-Player sowie innovative Lautsprechersysteme versetzen Sie regelrecht in den Konzertsaal. Mit weiteren Extras wie Mischpult oder Mikrofon sind Sie mit Ihrer Audio-Anlage sogar für die nächste Party bestens gerüstet.

Bestandteile einer Audio-Anlage

Bis auf wenige Mini-Anlagen besteht eine Audio-Anlage aus mehreren einzelnen Geräten. Dazu gehören neben dem Verstärker die Tonquellen wie Kassettendeck, CD- oder MP3-Player, Tuner sowie Plattenspieler. Mit einem Mikrofon und Mischpult gestalten Sie auf Ihrer Party Ihr eigenes Programm. Zur Wiedergabe von Sprache und Musik benötigen Sie pro Stereokanal mindestens einen Lautsprecher. Hochwertige Anlagen besitzen separate Lautsprecher zur Wiedergabe der tiefen und hohen Töne. Für das Übertragen der Ton- und Lautsprechersignale benötigen Sie spezielle Kabel mit Klinken- oder Cinch-Stecker. Darüber hinaus erfordert jedes einzelne Gerät einen Anschluss an die Netzsteckdose. Alles in allem ergibt sich daraus ein Kabelgewirr, das Ihrer Audio-Anlage ein unprofessionelles Aussehen verleiht und die Fehlersuche erschwert.

Schluss mit Kabelsalat

Eine Audio-Anlage besteht aus einer Anzahl von einzelnen Geräten, die über Kabel miteinander in Verbindung stehen. Diese Kabel üben einen wesentlichen Einfluss auf die Funktion der gesamten Anlage und die Qualität der Wiedergabe aus. Der folgende Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit farbigen Kabeln trotz der zahlreichen Anschlüsse die Übersicht behalten. Außerdem berät er Sie über das richtige Verlegen der Kabel. Ein paar Tipps zum Selbstbau von Kabeln bilden den Abschluss dieses Ratgebers. Damit vermeiden Sie einen Fehlkauf durch falsche Kabelsorten oder Steckertypen und schützen Ihre Audio-Anlage vor möglichen Schäden.

Anschließen der einzelnen Komponenten

Für das richtige Anschließen der einzelnen Komponenten benötigen Sie keine fachspezifischen Kenntnisse. Stecker und Buchsen sind in der Regel genormt und farblich gekennzeichnet. Audiokabel mit Cinch-Stecker besitzen je Kanal eine weiße und rote Farbe. Für den Anschluss der Lautsprecher an den Verstärker benötigen Sie ein zweiadriges Lautsprecherkabel, das Sie als Meterware erhalten. Der Netzanschluss erfolgt entweder mittels eines zweiadrigen Kabels mit Eurostecker oder einer Kaltgeräteleitung mit Schukostecker. Zum Verteilen der Netzspannung auf die einzelnen Geräte haben sich Steckdosenleisten mit Schalter und Überspannungsschutz bewährt.

Audio- und Netzkabel

Audio- und Netzkabel erhalten Sie in unterschiedlichen Längen und Farben. Somit können Sie jeder Tonquelle eine Farbe zuordnen, was den Aufbau und die Fehlersuche vereinfacht. Insbesondere beim Einbau der Komponenten in Racks, Regalen und Schrankwänden profitieren Sie von den unterschiedlichen Farben der einzelnen Kabel. Dazu leistet ein schematisch dargestellter Plan Ihrer Audio-Anlage in Form eines Blockschaltbildes gute Dienste. Alternativ markieren Sie einfarbige Kabel mit beschrifteten Etiketten.

Die Kabel unterscheiden sich in der Anzahl der Adern und dem Querschnitt. Audiokabel zum Anschließen der Tonquellen an den Verstärker besitzen eine Abschirmung und ähneln vom Aufbau her dem Koaxialkabel. Das aus Kupfer bestehende Abschirmgeflecht verhindert das Eindringen von Störsignalen, beispielsweise vom Netzteil. Die Kabelenden tragen Cinchstecker in Rot und Weiß oder einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker. Audiokabel erhalten Sie fertig konfektioniert in Längen von 1,5 bis 15 Metern.

Zum Anschließen der Lautsprecher an den Ausgang des Verstärkers benötigen Sie ein zweiadriges Lautsprecherkabel. Dieses erhalten Sie auf eBay in verschiedenen Längen und mit unterschiedlichem Querschnitt. Vor allem zum Beschallen größerer Räume benötigen Sie entsprechend große Kabellängen. Achten Sie auf einen ausreichend großen Querschnitt. Mit jedem Meter Kabellänge steigt der Widerstand und somit der Verlust des Nutzsignals. Für übliche Wohnräume genügt ein Querschnitt von 0,75 Quadratmillimeter pro Ader. Bei größeren Entfernungen empfehlen sich Kabelquerschnitte von bis zu vier Quadratmillimetern. Kopf- und Ohrhörer schließen Sie mittels 3,5-Millimeter-Klinkenstecker direkt an den entsprechenden Ausgang des Verstärkers an.

Adapter

Neben den verschiedenen Kabeln benötigen Sie einige Adapter. Kleingeräte wie tragbare MP3-Player verfügen über keine Cinch-Buchsen. Abhilfe schafft ein Adapter, der einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker sowie zwei Cinchstecker besitzt. Auf die gleiche Weise schließen Sie die Soundkarte Ihres PCs oder Netbooks an den Verstärker an.

Worauf Sie beim Kauf von Steckern und Kabeln achten sollten

Achten Sie beim Kauf von Steckern und Kabeln auf hohe Qualität und solide Verarbeitung. Die Kabel übertragen die Tonsignale von den Tonquellen zum Verstärker und weiter zu den Lautsprechern. Minderwertige Kabel und schlechte Kontakte haben hohe Übergangswiderstände und somit enorme Verluste oder Störungen zur Folge. Oft kommt es zum Rauschen oder Brummen in der Wiedergabe. Lautes Knacken und Aussetzer entstehen durch Kontaktfehler an den Steckern und Buchsen oder sogenannten kalten Lötstellen. Investieren Sie daher in hochwertige Kabel mit vergoldeten Steckern, die eine bestmögliche Kontaktgabe garantieren. Bei Verstärkerausgängen und Lautsprechern mit Klemm- oder Schraubanschlüssen empfiehlt sich das Ancrimpen von Aderendhülsen. Diese verhindern ein Abbrechen der feinen Litzen des Lautsprecherkabels und verringern den Übergangswiderstand an den Anschlüssen.

Auf Überspannungsschutz achten

Beim Netzanschluss kommt es auf einen zuverlässigen Überspannungsschutz an. Nahe Blitzeinschläge führen oftmals zu irreparablen Schäden an den Komponenten Ihrer Audio-Anlage. Zahlreiche Steckdosenleisten verfügen über einen beleuchteten Ein- und Ausschalter. Mit diesem trennen Sie die gesamte Audio-Anlage vom Stromnetz und umgehen den kostenintensiven Stand-by-Betrieb. Steckdosenleisten gibt es für drei bis zehn Schuko- und Eurostecker. Achten Sie beim Kauf auf eine solide Verarbeitung, da minderwertige Steckdosenleisten die Gefahr eines Brandes und elektrischen Schlags bergen.

Machen Sie es kurz

Zum Vermeiden von Verlusten und Störungen empfiehlt es sich, Audiokabel so kurz wie möglich zu halten. In der Regel stellen Sie die einzelnen Komponenten Ihrer Anlage mit Ausnahme der Lautsprecher über- oder nebeneinander auf. Daraus ergeben sich kurze Verbindungen zwischen den Geräten, was der Wiedergabequalität zugutekommt. Audiokabel erhalten Sie komplett mit Stecker zwischen ein und fünfzehn Metern Länge. Vermeiden Sie nach Möglichkeit ein Verlängern mittels Kupplungen, da jeder zusätzliche Kontakt Dämpfungsverluste mit sich bringt. Zu lange Kabel können Sie mit Kabelbindern zu einem Ring binden. Allerdings verschenken Sie auch hier wertvolle Power aus Ihrer Anlage.

Lautsprecher richtig aufstellen

Dagegen erhalten Sie Antennen- und Lautsprecherkabel als Meterware. Die Länge hängt von der Größe Ihres Raumes sowie dem Standort Ihrer Audio-Anlage und den Lautsprecherboxen ab. Einen optimalen Stereoklang erhalten Sie, wenn Lautsprecherboxen und Sitzplatz des Zuhörers ein gleichseitiges Dreieck bilden. Bestellen Sie die Lautsprecherkabel länger als notwendig, haben Sie genügend Spielraum bei der Standortsuche für die Boxen. Ein "Stückeln" mit Lüsterklemmen wirkt unprofessionell und verschlechtert die Qualität der Wiedergabe.

Kabel richtig verlegen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das richtige Verlegen und Fixieren der einzelnen Kabel. Je nach Ausstattung Ihrer Audio-Anlage kommen mehr als zehn verschiedene Kabel zusammen. Lose Audio- und Netzkabel schaden dem Anblick und stellen eine erhebliche Unfallgefahr dar. Mit Kabelbindern und -managern fixieren Sie die Kabel an Möbelteilen oder der Wand. Kurze Audiokabel – etwa zwischen Tuner und Verstärker – können Sie hinter dem Phonoregal oder der Schrankwand lose hängen lassen. Die langen Lautsprecherkabel zwischen Verstärker und den Boxen verschwinden dezent in Kabelkanälen aus Kunststoff oder hinter den Möbeln.

Kabelmanager

Sogenannte Kabelmanager erlauben das Verlegen von mehreren Kabeln an Wänden und Möbeln. Ihre Montage erfolgt durch einfaches Kleben auf allen glatten und sauberen Flächen oder mit Schrauben. Letztere Variante empfiehlt sich zum Fixieren schwerer und steifer Kabel wie Netz- oder Antennenleitungen. Die Klebevariante eignet sich eher für dünne und flexible Kabel. Kabelmanager erhalten Sie mit einer unterschiedlichen Anzahl an Öffnungen zum Fixieren der Kabel und für verschiedene Querschnitte.

Kabelbinder

Kabelbinder bestehen aus einem flexiblen Kunststoffband und sind in unterschiedlichen Längen und Breiten zu haben. Sie erlauben das Zusammenfassen mehrerer einzelner Kabel zu einem festen Strang. Darüber hinaus fixieren Sie mit Kabelbindern lose Teile wie Verteilerboxen oder Steckdosenleisten an Möbeln, Regalen oder anderen geeigneten Teilen. Kabelbinder erhalten Sie in mehreren Farben sowie als Einweg- und Mehrwegkabelbinder. Neben Kabelbindern eignen sich Kabelschläuche zum Zusammenfassen mehrerer Kabel, die zu einem Gerät führen. Die Schläuche bestehen aus einem weichen Kunststoff und ähneln einer Spirale. Mit einer zum Kabelschlauch mitgelieferten Einziehhilfe ziehen Sie mehrere Kabel mit einem Arbeitsgang in den Schlauch ein.

Kabelkanäle

Kabelkanäle aus Kunststoff haben ihren Ursprung in der Elektroinstallation. Sie eignen sich zum Verlegen von längeren Netz-, Antennen- und Lautsprecherkabeln. Diese erhalten Sie in unterschiedlichen Querschnitten in den Farben Weiß, Grau und Braun. Der Kabelkanal besteht aus dem eigentlichen Kanal, der die Kabel aufnimmt, und einer Abdeckung. Seine Montage erfolgt mit Schrauben, auf glatten Flächen auch durch Kleben.

Was sonst noch zu beachten ist

Verlegen Sie Kabel leicht zugänglich. Vermeiden Sie einen zu engen Biegeradius sowie das Berühren der Kabel mit heißen Flächen, scharfen Ecken und Kanten. Achten Sie darauf, Netzkabel nicht zusammen mit Audiokabeln in einem Strang zu verlegen. Das Streufeld des Netzkabels induziert in dem Audiokabel eine Wechselspannung, die Sie als Brummen im Lautsprecher hören. Bauen Sie Ihre Geräte in Regale oder Schrankwände ein, ist auf eine ausreichende Luftzirkulation zu achten.

Selbstbau von Kabeln für Ihre Audio-Anlage

Mit Ausnahme von Steckdosenleisten können Sie Kabel für Ihre Audio-Anlage auch in eigener Regie herstellen. Auf eBay finden Sie eine große Auswahl an Klinken-, Cinch- und Koaxialstecker sowie die passenden Kabelsorten. Für den Selbstbau benötigen Sie handwerkliches Geschick, das richtige Werkzeug einschließlich Lötkolben und das nötige Grundwissen. Kabelbrüche oder Kurzschlüsse spüren Sie mit einem Durchgangsprüfer oder Kabeltester auf. Zum Messen des Kabelwiderstandes eignet sich ein Ohmmeter oder Multimeter. Achten Sie bei Audiokabeln auf die richtige Zuordnung der Stecker und Buchsen für den linken und rechten Kanal. Ein Vertauschen der beiden Kanäle verfälscht den stereofonen Höreindruck. Durch den Selbstbau passen Sie die Kabellängen optimal an die Gegebenheiten an und sparen beim Kauf von Meterware an den Kosten.

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