So befestigen Sie fachgerecht Lautsprecher in Ihrem Auto

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So befestigen Sie fachgerecht Lautsprecher in Ihrem Auto

Wer sich eine neue Car-HiFi-Anlage leistet, muss natürlich auch darauf achten, dass der Einbau professionell erfolgt. Denn nur so kann das neue Teil mit hoher Klangqualität überzeugen und der Sound zu einem echten Vergnügen werden. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Einbau der Lautsprecher zu. Dieser Ratgeber soll zeigen, worauf man dabei im Besonderen achten muss.

Auch Lautsprecher brauchen ein gutes Klima

Pkw entwickeln zu allen Jahreszeiten ein eigenes Innenleben. Soll heißen, sie sind vom Klima draußen abhängig und werden mal trocken, mal etwas feuchter sein. Besonders Letzteres wirkt sich auf die Anfälligkeit von Lautsprechern aus. Sie sollen, raten Experten, mit einer Gummisicke versehen und mit einer Membran ausgestattet sein, die feuchtigkeitsunempfindlich ist. Das ist bei Materialien wie Glasfaser, Aluminium und Carbon der Fall.

Wo werden die Lautsprecher meistens eingebaut?

Da im Armaturenbereich der Einbau von Lautsprechern meist nicht oder nur sehr schwer zu realisieren ist, sind die Türen der bevorzugte Standort für Lautsprecher. Dabei spielt auch deren  Einbautiefe eine wichtige Rolle. Es soll schließlich nach dem Einbau sowohl die Tür als auch das Fenster noch einwandfrei zu öffnen beziehungsweise zu schließen sein. Die meisten Lautsprecher haben eine Euronorm-Abmessung von 130 oder 165 Millimetern. Das Gehäuse für die Lautsprecher ist der gesamte Türinnenraum. Wichtig ist, dass dieser Raum dicht und stabil ist. Der Lautsprecher muss fest in dieser "Box" sitzen und die von der Membran verdrängte Luft nach beiden Seiten, in Auto und Gehäuse, bewegen können.

Kriterien für einen sachgerechten Einbau von Lautsprechern

Eine ganz wichtige Forderung für den Lautsprechereinbau lautet, dass im Innenraum um den Lautsprecher nichts mitschwingen darf. Eine gute Dämmung ist demzufolge besonders wichtig für einen fachgerechten Einbau. Die erreicht man mit einfachen Bitumenmatten oder speziellen Produkten aus dem Fachhandel. Erstere sind preiswert und man kann große Flächen schnell abdämmen. Bei kleinen Flächen wird die Verarbeitung schon aufwendiger. Der Fachhandel dagegen bietet Produkte, die sich sowohl großflächig als auch auf kleinsten Raum gut verarbeiten lassen. Der Wermutstropfen dabei: die relativ hohen Kosten. Die Alternative kann darin bestehen, eine Kombination der Produkte umzusetzen.

Auch muss man darauf achten, dass die Verkabelung der Lautsprecher optimal erfolgt. Das gilt auch für die Weichen mehrerer Lausprecher, die im Türinnenraum gut abgedichtet fest an der Tür fixiert werden sollen. Oberster Grundsatz beim Einbau ist außerdem, dass der Lautsprecher luftdicht verbaut werden muss. Alle diesbezüglichen Schwachstellen führen zu einem verzerrten Klangbild. Sichergestellt werden muss darüber hinaus, dass die Lautsprecher durch falsche Polung nicht gegeneinander arbeiten und sich der Schall damit aufhebt.

Was man bei der Dämmung, Versteifung und Abdichtung beachten sollte

Türverkleidungen und -bleche sind meist nachgiebig. Man kommt, um Schwingungen zu mindern oder auszuschließen, nicht um Versteifungen herum. Das gilt unter anderem für das Türaußenblech, das nach einer gründlichen Entfettung zum Beispiel mit Glasfasermatten auflaminiert werden kann. Das ergibt nach einigen Lagen eine recht komfortable Versteifung. Diese Machart nennt der Fachmann "statisch". Es genügt aber auch, wenn das Gehäuse "dynamisch" stabil ist. Das erreicht man, wenn Bitumenplatten oder Schwerkunststoffplatten zum Aufkleben verwendet werden. Es tritt dann kein unkontrollierbares Nachschwingen auf. Löcher in der Türverkleidung schließt man am besten mit Lagen aus Glas- oder Kohlefaser. Nicht empfehlenswert ist dagegen das Verschließen von großen Löchern durch Zukleben. Das schließt eine später Reparatur unter anderem von Türschloss und Fenster weitgehend aus. Der Lautsprecher sollte aber nicht an die Türverkleidung, sondern besser an das Türblech montiert werden. Das bedingt einen Aufnahmeadapter, der sich dort dicht anlegen und stabil verschrauben oder verkleben lässt. Ratsam ist es, zu probieren, ob in jedem Fall die Fensterführung noch einwandfrei funktioniert.

Außerdem sind Schnittkanten mit Rostschutzfarbe zu versiegeln und Späne im Türinnenraum zu entfernen, da auch diese die Gefahr des Rostens in sich bergen. Nicht fehlen darf auch ein dünner Dichtring aus Schaumstoff oder Filz zwischen Lautsprecher-Korbrand und dem Montageadapter. Zum Schutz gegen eintretendes Wasser über den Fensterschlitz baut man am besten innen ein v-förmiges Dach über dem Lautsprecher. Der Beachtung bedarf darüber hinaus die Größe des Gitters, dessen Öffnungsfläche so groß wie die gesamte Membranfläche des Lautsprechers sein sollte. Das Volumen vor der Membran hinter dem Gitter sollte so klein wie möglich sein. Arbeitet man hier nicht genau, wirkt das Gitter wie ein Tiefpassfilter.

Was man über die Ausrichtung der Lautsprecher wissen sollte

Um einen guten Klangeffekt zu erreichen, muss man sich auch die Frage nach der Ausrichtung der Lautsprecher im Auto stellen. Erreicht werden soll ja bekanntlich ein akustischer Effekt wie bei einem Live-Konzert. Bei sogenannten 2-Wege-Komponenten-Systemen werden die Tiefmitteltöner vorn unten in den Vordertüren eingebaut. Die Hochtöner befinden sich auf den Spiegeldreiecken oder den A-Säulen, also der Verbindung zwischen Fahrzeugdach und vorderer Spritzwand.

Bei den Hochtönern muss man sich Klarheit darüber verschaffen, ob man sie direkt oder indirekt hören möchte. Eine Mischung aus beiden schmälert die angedachte Positionierung der Musiker auf der fiktiven Bühne und damit die Sauberkeit der hohen Töne. Bei dem direkten Hören sind die Klangkalotten, also die Lautsprecher, mindestens acht Zentimeter weit von benachbarten Reflexionsflächen entfernt. Bei indirektem Hören sind die Kalotten vom Hörer weg gerichtet und werfen die Töne an die reflektierenden Flächen, beispielsweise die Fenster. Über diese Reflexion gelangt der Schall dann zum Zuhörenden.

Die Ausrichtung für die direkt abstrahlenden Hochtöner ist nicht ganz unkompliziert. Die Hochtöner sind in den beiden gedachten Achsen der A-Säulen und Spiegeldreiecke so anzuordnen, dass sich die Achsen zehn Zentimeter unter dem Innenspiegel schneiden. Das bedarf einer gewissen Fertigkeit, die man sich am besten über Probieren aneignet. Grundsätzlich gilt: mit steigender Zahl der Hochtöner, auch Tweeter genannt, wird die gedachte Klangbühne immer einseitiger. Man hört die Interpreten der Hochtöner, denen man näher sitzt, nicht nur lauter, sondern einseitig zusammengedrängt. Schauen sich die Tweeter gegenseitig an, spielt die Musik zentraler, kann aber durchaus auch dumpfer klingen. Die Frequenzen werden bei über 10 kHz nicht mehr ideal, sondern auf Achse abgestrahlt werden. Deshalb empfiehlt sich der Einsatz von Metallkalotten mit vorgesetzter Phasenkorrekturlinse, die ein besseres Rundstrahlverhalten haben. Der Nachteil dabei: Beim Einsatz solcher Kalotten gibt es bei sehr hohen Frequenzen unschöne Verzerrungen, die man ja eigentlich vermeiden will.

Für die Anordnung der Hochtöner auf der A-Säule gilt, diese nicht zu tief, aber auch nicht zu hoch anzusetzen. Letzteres wirkt sich negativ auf das Zusammenspiel mit den Tiefmitteltönern aus. Der Hochtöner sollte also, akustisch gesehen, auf der A-Säule sitzen. Bei einer Anordnung der Hochtöner in den Spiegeldreiecken empfiehlt es sich, die Position weit hoch und aufbauend vorzunehmen.

Möglichkeiten des Einbaus und der Ausrichtung der Tiefmitteltöner

Die Tiefmitteltöner sind mehrheitlich vorn unten in den Vordertüren montiert. Eine Anwinkelung in irgendeine Richtung entfällt meist schon aus technologischen Einbaugründen, denn sie erfordert mehr Platz, der in diesem Bereich nicht gegeben ist. Flache Lautsprecher-Lösungen sind aber bei Tiefmitteltönern eher unüblich, weil sie wegen des Einsatzes von Spezialwerkzeugen mit wesentlich höheren Produktionskosten verbunden sind. Die Lösung wäre, die Lautsprecher zu schneiden und umzubauen.

Eine Möglichkeit besteht darin, statt der kostenintensiven 165er Flachlautsprecher die 130er Tiefmitteltöner zu verwenden, die sich sogar anwinkeln lassen. Das hat zur Folge, dass die unteren Frequenzen nach allen Seiten kugelförmig abstrahlen. Ein Anwinkeln der Lautsprecher hebt die imaginäre Bühne. Soll heißen, die Musik spielt über dem Armaturenbrett. Das ist in Sachen Hall und Ambiente auch gewünscht, alle Musikanteile sind sowohl von oben als auch von hinten zu hören. Das erübrigt den Ansatz des Einbaus von Hecklautsprechern. Die richtige Anordnung von Hoch- und Tiefmitteltönern hat man dann gefunden, wenn der Klang im Zusammenspiel wie "aus einem Guss" klingt. Die fiktive Bühnenhöhe sollte eher höher als niedriger erscheinen. Bekommt man das nicht passabel auf die Reihe, empfiehlt es sich, einen Fachmann hinzuzuziehen, der die Abstimmung von Frequenzweichen beherrscht.

Worauf muss man vor dem  Einbau noch achten?

Die Möglichkeiten des Einbaus von Car-HiFi-Anlagen und damit auch Lautsprechern sind natürlich auch von den speziellen Automodellen abhängig. Für den Einbau ist umfassendes Grund- und Fachwissen notwendig. Das trifft auch auf die Verwendung der im Kfz-Bereich gängigen Kabel und Anschlüsse zu. Die Einhaltung von speziellen Sicherheitsvorschriften im Rahmen der Einhaltung der Betriebserlaubnis der Pkw ist inbegriffen. Ist das nicht gewährleistet, können beispielsweise Kabelbrände und Differenzspannungen in der Fahrzeugmasse beziehungsweise am Anlasser, der Lichtmaschine und im Verteiler des Motors entstehen. Sie machen sich auf den Klang der Anlage negativ bemerkbar. In manchen Fällen führt dies auch zu Fehlfunktionen der Bordelektronik.

Es ist also empfehlenswert, vorher entsprechende Recherchen anzustrengen, die es beispielsweise mit den Möglichkeiten des Internets gibt. Denn nicht alle Lautsprechertypen sind für jeden Pkw-Typ optimal einsetzbar. Das gilt auch für den Einbau von Lautsprecheranlagen im Kofferraum, die Auswahl der Subwoofer-Gehäuse, die sinnvolle und sichere Verlegung entsprechender Kabel und den erforderlichen Strombedarf. Nicht zu unterschätzen ist auch der Einsatz von Kühlung. Entsprechende Lüfter sollten geräuscharm sein und gleichermaßen in Kombination den Hin- und Abtransport der Luft gewährleisten.

Nicht zu vergessen ist auch der Sicherheitsaspekt: Das Bedienen der Anlagen während der Fahrt birgt Unfallgefahren in sich. Das gilt auch für Verkehrsgeräusche wie Hupen und Sondersignale, die unter Umständen bei zu hoher Lautstärke nicht ausreichend wahrgenommen werden können.

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