So bedienen Sie einen MD-Player & -Recorder

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So bedienen Sie einen MD-Player & -Recorder

Von den 1920er Jahren bis in die 1970er Jahre beherrschte besonders ein Medium die Tonträgerlandschaft: Die Schallplatte aus Schellack bzw. Vinyl. Nach der Einführung der Audio-Kassette zu Beginn der 1960er Jahre lösten sich in immer schnellerer Folge neue Tonträger miteinander ab.

Besonders die 1990er und frühen 2000er Jahre waren von einer Vielzahl an unterschiedlichen Daten- und Tonträgern geprägt. Einer dieser Tonträger war die von Sony entwickelte MiniDisc (MD).

Die MiniDisc war eigentlich angetreten, die Audio-Kassette bzw. das DAT zu ersetzen, wurde aber schnell von der populären MP3 und den dazugehörigen Playern verdrängt. In ihrer relativ kurzen Wirkungsgeschichte entwickelte sich eine Vielzahl unterschiedlicher MD-Typen und Abspielgeräte.

MiniDiscs werden noch heute hergestellt, die Geräte nicht

Doch 2011 stellte auch Sony die Produktion von MD-Playern und -Recodern ein. Panasonic, Sharp und einige andere Hersteller waren bereits im Vorfeld abgesprungen. MiniDiscs werden allerdings noch produziert. Die Abspielgeräte lassen sich heute günstig erwerben.

Wenn Sie noch über eine Sammlung von MiniDiscs verfügen oder einfach ein neues Medium ausprobieren wollen, kann Ihnen dieser Ratgeber einige Informationen und Hinweise über die Technik und den Gebrauch von MiniDisc-Playern und Recordern vermitteln. Dabei wird es – neben einem kurzen Rückblick – um den technischen Aufbau, unterschiedliche Gerätetypen und letztlich um Funktions- und Bedienmöglichkeiten der MiniDisc gehen.

Eine Übersicht über die Auktionen und „Sofort-Kaufen“-Angebote für MiniDisc-Player und –Recorder finden Sie über folgende Links: Angebote für stationäre MiniDisc-Geräte sowie Angebote für tragbare MiniDisc-Spieler.

Auf der MiniDisc lagen die Hoffnungen von Sony. Die Firma hatte mit diesem neuen Datenträger auch gleichzeitig ein neues Speicherverfahren eingeführt: Die MiniDisc ist ein rotierendes Speichermedium, das magnetisch beschrieben und optisch ausgelesen wird.

Neben der Audio-Kassette sollte die MiniDisc auch die bis zum Zeitpunkt Ihrer Einführung relativ unerfolgreiche DAT-Kassette ersetzen. Das war 1991. Ein Jahr später kamen die ersten Abspiel- und Aufnahmegeräte auf den Markt. Die Klangqualität der MiniDisc überflügelte die der Audio-Kassette bereits in diesem Jahr schon bei weitem, blieb aber hinter derjenigen der CD noch zurück. Dieser Rückstand wurde mit den Jahren durch die Weiterentwicklung des speziellen MD-Audiokompressionsverfahrens durch Sony jedoch aufgeholt.

Die MiniDisc, einst ein Renner in Japan

War die MD in Japan schnell populär, ließ die Verbreitung außerhalb Japans auf sich warten. Erst Mitte der 1990er Jahre wurden hierzulande Discs und Abspielgeräte billiger und dadurch auch von breiteren Käuferschichten erworben. Anfänglich hatte der Preis für eine einzige MiniDisc noch bei 20 DM gelegen.

1993 erweiterte Sony den Anwendungsbereich der MiniDisc. Die MD DATA war fortan auch zur Nutzung am Computer anwendbar. Angesichts der Bedrohung durch den MP3-Player konzipierte Sony die MiniDisc 2004 fast von Grund auf neu und brachte die „Hi-MD“-Technologie auf den Markt. Die weiterentwickelten Geräte und Datenträger konnten dabei wie eine externe Festplatte am Computer genutzt werden.

Diese Entwicklungen kamen jedoch zu spät und besaßen keinen nennenswerten Einfluss auf den Siegeszug der MP3 und ihrer Verwandten. Das hatte unter anderem auch damit zu tun, dass die MD das beliebte MP3-Format nicht oder nur indirekt unterstützte. 2011 beendete Sony die Produktion neuer Geräte.

Daten und Fakten zur MiniDisc

Die MiniDisc besitzt Abmessungen von 72 x 69 x 5 mm. Dies gilt allerdings nur für ihr Gehäuse. Die eigentliche Disc im Inneren besitzt einen Durchmesser von von 64 mm. Das Gehäuse schützt sie beständig vor äußeren Einflüssen und gehört damit auch zu einem ihrer großen Vorteile gegenüber anderen Ton- und Datenträgern.

Das Gehäuse selbst besteht aus Kunststoff und besitzt eine Aussparung, durch die die Disc zugänglich ist. Über der Aussparung ist eine Schieber angebracht, der die Disc vor Staub schützt.

Die Disc selbst ist etwa 1,2 mm dick und besteht zum größten Teil aus Polykarbonat. Auf ihrer oberen Seite befindet sich die Datenschicht. Diese ist durch eine Deckschicht vor Beschädigungen geschützt. Die Daten werden digital auf der Datenschicht gespeichert und von unten berührungslos von einem Infrarotlaser gelesen.

Von der Audio-MiniDisc existieren unterschiedliche Typen. Dies bezieht sich zum einen auf ihre Aufnahmekapazität. Hier sind Discs mit 60, 74 und 80 Minuten Spieldauer zu nennen.

Was passiert bei einer Aufnahme?

Während der Aufnahme bzw. Speicherung von Daten bedient sich die MiniDisc eines magneto-optischen Verfahrens. Dabei wird die magnetisierbare Datenschicht durch den Laser punktuell stark erhitzt. Von der Oberseite aus werden die Daten dann von einem kleinen Elektromagneten aufmoduliert. Dieser ist an einem Schreibarm befestigt, der auf der rotierenden MiniDisc liegt.

Nachdem die Disc abgekühlt ist, bleibt die Magnetisierung erhalten, auch in der Nähe störender externer Magnetfelder. Die Daten auf einer MiniDisc sind dabei wie bei einer Diskette in Sektoren eingeteilt. Ein Inhaltsverzeichnis gibt Auskunft über die Belegung der Sektoren mit Daten.

Die MiniDisc benutzt ein eigens entwickeltes Dateiformat

Die Musik wird auf einer MiniDisc in ein komprimiertes Dateiformat namens ATRAC gespeichert. Die Kompression ist erforderlich, damit die Daten einer handelsübliche Audio-CD auf der MiniDisc Platz finden können.

Dabei benutzt der ATRAC-Codec ein dem MP3-Format ähnliches psychoakustisches Verfahren. Hiermit werden Frequenzen, die für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar sind, herausgefiltert und gelöscht. Der Vorteil: Es lässt sich einiges an Speicherplatz sparen.

Das ATRAC-Verfahren wurde über die Jahre von Sony weiterentwickelt. Die erste Version benutzte eine Datenrate von 292 kbps. Mit der Einführung des MDLP- (ATRAC3-) Verfahrens wurde es möglich 160 bzw. 320 Minuten auf einer MiniDisc unterzubringen, die standardmäßig für 80 Minuten ausgelegt ist. Dies wurde durch zwei Longplay-Modi (LP) realisiert.

In der kurzen Zeit zwischen 1992 und 2011 haben sich zwei verschiedene Formfaktoren für MiniDisc-Spieler etabliert. Auf der einen Seit sind das MiniDisc-Spieler, die als Baustein für eine Hi-Fi-Anlage dienen. Sie haben genormte Abmessungen und in der Regel mehrere unterschiedliche Audioschnittstellen. Besonders digitale Aus- und Eingänge sind sehr beliebt, da sie eine verlustfreie Aufnahme garantieren. Für diesen Formfaktor wurden sowohl Geräte mit als auch ohne Aufnahmefunktion angeboten.

Auf der anderen Seite waren auch direkt nach der Einführung der MiniDisc tragbare Varianten von MD-Spielern verbreitet. Genauso wie ihre größeren Brüder für den Hi-Fi-Turm gab es sie als einfache Playerversionen. Darüber hinaus existierten jedoch auch tragbare Modelle mit Recorderfunktion.

Die Bedienung von MiniDisc-Playern und -Recordern unterscheidet sich in keiner Weise von der Steuerung anderer moderner Wiedergabegeräte. Genauso wie beispielsweise ein CD-Player, ist der MD-Spieler mit den grundlegenden Wiedergabefunktionen ausgestattet.

Wiedergabe, Aufnahme, Stopp und Pause sind die Grundfunktionen. Darüber hinaus sind MD-Player mit Titel-Skip-Tasten und Suchlauffunktionen ausgestattet. Eine digitale Anzeige gibt Auskunft über den derzeitigen Pegel, der sich per Regler einstellen lässt.

Wiederbespielbarkeit

Darüber hinaus bieten MiniDisc-Geräte die Möglichkeit, einzelne Titel und ganze Alben zu benennen. MiniDiscs waren auch wegen ihrer Wiederbespielbarkeit sehr beliebt, die bei einem einfachen CD-Rohling nicht gegeben war.

Außerdem lässt sich die MiniDisc leicht editieren. Man kann mit den Geräten Titel verschieben, löschen, voneinander trennen und zusammenführen sowie abschnittsweise löschen.

Auf der Habenseite kann die MiniDisc ihre Stabilität und Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Umwelteinflüssen verbuchen. Außerdem ist die Editierbarkeit direkt am Gerät ein weiterer Vorteil, den die MiniDisc auch von ihren Konkurrenten unterscheidet.

Die enorm hohe Wiederbespielbarkeit von bis zu einer Millionen mal und ihre Langlebigkeit machen die MiniDisc ebenfalls attraktiv. Wenn Sie sich für ein tragbares Gerät interessieren, können Sie in der Regel von einer sehr hohen Akkulaufzeit ausgehen.

Das verwendete ATRAC-Dateiformat besitzt ebenfalls seine Vorzüge. Im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Formaten beherrscht ATRAC das sogenannte Gapless Playback – und das ohne Umwege. Gapless Playback stellt die unterbrechungsfreie Übertragung von Titeln sicher. Normalerweise würde zwischen den Titeln eine kurze Pause entstehen.

Neben den Vorzügen gibt es auch ein paar Nachteile

Ein wesentlicher Nachteil der MiniDisc hat mit der verlustbehafteten Kompression der Audiodaten zu tun. Für den professionellen Bereich, beispielsweise in Tonstudios, ist die MiniDisc somit nicht zu gebrauchen. Erst mit der Hi-MD ist eine verlustfreie Aufnahme per PCM möglich.

Im Vergleich zum DAT ist die MD mit einer niedrigeren Samplingfrequenz von 44,1 kHz ausgestattet. Das „Digital  Audio Tape“ kann hier eine Rate von 48 kHz bei der Aufzeichnung von analogen Quellen aufweisen.

Ein weiterer Nachteil kommt hinzu, der allerdings nur die ganz alten Geräte betrifft. Diese waren zumeist noch nicht oder nur teilweise mit Datenpufferspeichern ausgestattet. So kann es bei älteren Geräten durch Stromausfall oder zu frühem Auswurf der Disc zu Datenverlusten kommen.

Ihren MiniDisc-Player finden

Bei näherer Betrachtung der Angebote an MiniDisc-Playern bei eBay wird schnell deutlich, dass Sie hier alle der bereits angesprochenen Player- und Recordertypen vorfinden. Da keine neuen Geräte mehr hergestellt werden, werden Sie sich somit wahrscheinlich für ein gebrauchtes Gerät entscheiden.

Günstigerweise wurde der angebotene MD-Player oder MD-Recorder im Vorfeld noch einmal fachmännisch überprüft. Sollten Sie Fragen haben, die die Artikelbeschreibung nicht beantworten kann, zögern Sie nicht, den Verkäufer direkt zu kontaktieren.

Dieser Ratgeber konnte Ihnen hoffentlich einen ersten Einblick in das Thema „MiniDisc-Spieler und ihre Bedienung“ liefern. Dabei wurde deutlich, dass die MiniDisc über vielfältige Editiermöglichkeiten verfügt, die direkt am Gerät vorgenommen werden können.

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