So bauen Sie einen Sportauspuff selbst ein

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So bauen Sie einen Sportauspuff selbst ein

Wer es gerne sportlich mag, der hat die Möglichkeit, sein Fahrzeug mit einem Sportauspuff aufzurüsten. Das macht nicht nur optisch was her, sondern bietet auch einen tollen, aggressiven Sound. Macht der Sportauspuff mein Auto denn auch sportlicher oder ist das die reine Show? Diese und weitere Informationen rund um den Sportauspuff finden Sie im folgenden Ratgeber.

Eine Auspuffanlage bildet aus vielen Teilen ein komplexes System zur Abgasreinigung

Eine Auspuffanlage besteht aus mehreren Teilen. Diese können in Form und Aufbau etwas variieren. Ein grundlegender Aufbau sieht aber wie folgt aus:

•        die Lambdasonde: Sie ist ein Instrument zur Abgasregelung.

•        der Abgaskrümmer: Er bildet das Verbindungsstück zwischen dem Motor (Zylinderkopf) und dem Auspuff.

•        das Hosenrohr: Wenn der Krümmer die Auslasskanäle nicht bündelt, bildet das Hosenrohr ein Sammelrohr.

•        der Katalysator: Er bildet den Filter der Anlage.

•        die Schalldämpfer: Er reduziert den Geräuschpegel

•        das Endrohr: Es leitet die Abgase nach außen ab.

Dieselfahrzeuge weisen noch eine Besonderheit auf. Sie besitzen einen Diesel-Partikelfilter. Dieser Filter sorgt dafür, dass die Rußpartikel im Abgasstrom zurückgehalten werden.

Natürlich besteht die Auspuffanlage noch aus weiteren Teilen, die das Ganze zusammenhalten und für die Aufhängung am Fahrzeugboden sorgen. Dies sind Teile wie Halterungen, Klemmschellen, Gummipuffer, Sicherungs-Klips und diverse Schrauben und Muttern.

Unterschiede zwischen einem Standard-Auspuff und dem Sportauspuff:

Werksauspuffanlagen arbeiten mit Fiberglaswolle bei der Dämpfung, Sportauspuffanlagen dagegen mit Metallwolle, die deutlich stabiler ist. Sie sorgt dafür, dass die Wärmeableitung besser funktioniert. Außerdem bringt das Material eine höhere Verschleißfestigkeit mit sich. In den Rohren machen sich folgende Unterschiede deutlich: Zum einen ist der Durchmesser größer, was dafür sorgt, dass sich der Abgasdruck weniger staut. Das wird außerdem dadurch begünstigt, dass es weniger Stellen im Rohr gibt, wo sich etwas stauen kann. Die zusätzliche Perforierung der Rohre sorgt für eine einfachere Ableitung der Abgase. Das kostet den Motor weniger Kraft, weil der Druck nicht so hoch sein muss. Diese Energie macht sich in der Motorleistung deutlich. Die Leistungssteigerung kann sogar Werte von drei bis fünf Prozent erreichen. Verzichtet man ganz auf den Katalysator, steigern sich diese Werte noch. Das wäre allerdings wegen der hohen Schadstoffbelastung nicht für den öffentlichen Straßenverkehr geeignet. Außerdem würden dadurch auch die Betriebskosten steigen.

Leistungssteigerung durch Sportauspuff 

Eine Leistungssteigerung durch den Einbau eines Sportauspuffs erreichen Sie allerdings nur, wenn Sie die komplette Auspuffanlage austauschen. Bei den meisten Umbauten handelt es sich nur um den Austausch vom Endtopf. Ein Komplett-Umbau ist sehr teuer und aufwendig. Möglicherweise wird sogar eine Neueinstellung der Lambdasonde notwendig. Deswegen gehört diese Sorte von Umbau zu den gehobenen Tuningmaßnahmen. Der bloße Austausch des Endstückes ist die weitaus häufigere Maßnahme. Diese bietet jedoch nur einen „Show-Effekt“ und keine wirkliche sportliche Aufrüstung.

Diese optischen und klanglichen Vorteile bietet ein Sportauspuff

Ein Sportauspuff bietet viele Möglichkeiten, sein Fahrzeug sportlich aufzurüsten. Doppelrohrblenden schinden richtig Eindruck, quadratische Endtöpfe stellen sich als Blickfang heraus, und V-förmige Endrohre sind mal was anderes. Diese optischen Argumente haben, genauso wie der sportliche Klang des Motors aber eher Show-Charakter.

Nötige Vorkehrungen, um Ihr Fahrzeug mit einem Sportauspuff auszustatten

Bevor Sie Ihren neuen Sportauspuff montieren können, sind noch einige Vorkehrungen vorab zu treffen. Da Sie höchstwahrscheinlich nicht über eine Hebebühne oder eine Grube verfügen, müssen Sie sich anderer Mittel bedienen. Zum einen gibt es die Möglichkeit, Ihr Fahrzeug auf Auffahrrampen zu stellen. Zum anderen können Sie Unterstellböcke nutzen. Mithilfe eines Wagenhebers bekommen Sie Ihren Wagen auf die gewünschte Höhe hochgebockt. Ist das Auto erst mal oben, sollten Sie unbedingt die Standfestigkeit prüfen. Das Fahrzeug darf weder wackeln, noch rutschen. Ein absolut stabiler Stand ist unbedingt notwendig. Benutzen Sie Unterlegkeile, um die Vorderräder zu blockieren. Ist dafür gesorgt, dass sich das Fahrzeug nicht bewegen kann, können Sie fast schon mit dem Einbau Ihres Sportauspuffes beginnen.

Diese Werkzeuge werden benötigt

Zu den optimalen Arbeitsbedingungen gehört auch ein Satz an passendem Werkzeug. Sorgen Sie vorab für die Bereitstellung. Wichtig sind ein Hammer, eine Rohr- und Kneifzange und diverse Schraubenzieher. Um den alten Auspuff eventuell von Rost zu befreien, sollten Sie Rostlöser sowie eine Drahtbürste besorgen. Ein Satz Ringschlüssel wird für das Öffnen der Klemmschellen benötigt. Legen Sie sich etwas Küchenpapier bereit, das kann nicht schaden. Ein kleiner Winkelschleifer mit dünner Trennscheibe ist ebenfalls hilfreich. Wenn Sie einen Rohrschneider besitzen, legen Sie auch den parat.

Sie sollten auch an Ihren eigenen Schutz denken. Arbeitshandschuhe sowie eine Schutzbrille sind dringend zu empfehlen. Der Unterboden eines Fahrzeuges ist voller Schmutz und rostiger Teile. Da diese auch scharfkantig sein können, sollten Sie keinesfalls auf die Brille verzichten. Die Handschuhe schützen Sie vor scharfkantigen Teilen.

Mit diesen Schritten bauen Sie einen Sportauspuff in Ihr Fahrzeug ein

Wenn sie den Einbau vorbereitet haben, kann es losgehen. Zunächst müssen Sie Ihren alten Endschalldämpfer entfernen.

Ausbau

Als Erstes muss die Rohrschelle zum Vorschalldämpfer gelöst werden. Befreien Sie die Schrauben und Muttern vom Rost, zuerst mit der Drahtbürste und sprühen Sie dann Rostlöser auf. Versuchen Sie, die Schrauben mit einem Ringschlüssel zu lockern. Wenn dies nicht gelingt, trennen Sie die Schrauben durch. Entfernen Sie nun auch den Haltergummi, entweder indem Sie ihn aushängen oder durchtrennen. Sie wollen diesen ja sowieso durch einen Neuen ersetzen. Nun müssen Sie den Überwurf am Vorschalldämpfer einritzen. Mit einem Trennschleifer geht es ganz einfach. Wenn Sie jedoch keinen zur Hand haben, können Sie auch einen Meißel oder Schraubenzieher benutzen, um dann mit einer Kneifzange das Blech abzuziehen. Ziehen Sie dann den Endtopf vom Rohr herunter, indem Sie ihn drehen, bis er sich lockert.

Einbau

Nun kommen Sie zum Einbau des neuen Sport-Endschalldämpfers. Bevor Sie diesen anbringen, nehmen Sie etwas Schmirgelpapier und schleifen Sie das Endrohr glatt. Dadurch lässt sich das neue Teil deutlich besser aufstecken. Mit Sprühöl können Sie sich die Arbeit noch zusätzlich erleichtern.

Ein weiterer Schritt ist notwendig, den neuen Endtopf vorzubereiten. Vergleichen Sie zunächst ihren alten und neuen Endtopf. Nehmen Sie eine neue Bügelschelle sowie einen neuen Gummi und befestigen beides schon vorab handfest am Unterboden der Karosserie. Schmieren Sie nun noch etwas Auspuffmontagepaste um das Endrohr des Vorschalldämpfers und setzen Sie dann den neuen Endtopf auf. Schrauben Sie jetzt noch den Halter am Endtopf fest. Dann können Sie den Auspuff noch exakt ausrichten und anschließend mit einer neuen Klemmschelle fixieren. Achten Sie dabei darauf, dass alle Gummihalterungen gleichmäßig belastet werden.

Kontrollieren Sie zu guter Letzt noch den Nachschalldämpfer, ob auch er gerade sitzt. Lassen sie nun ihr Auto an und prüfen bei laufendem Motor die Dichtigkeit der Auspuffanlage.

Diese Probleme beim Einbau bekommen Sie locker in den Griff

Der Einbau eines neuen Sportauspuff bereitet in der Regel eigentlich keine Probleme. Es kann trotzdem passieren, dass der Einbau nicht sofort klappt, aufgrund von nicht zu lösenden Schrauben, festsitzenden Teilen, oder nicht passenden Formaten. Wie Sie mit auftretenden Schwierigkeiten umgehen, erfahren Sie hier.

Problem mit den Schrauben

Wenn sich verrostete und alte Schrauben nicht lösen lassen, versuchen Sie es mit Rostlöser, den Sie eventuell längere Zeit einwirken lassen. Mechanisch lässt sich Rost auch gut mit einer Drahtbürste entfernen. Ist das Profil einer Schraube gar nicht mehr vorhanden, und sie deswegen nicht greifbar, muss sie mit einem Winkelschleifer oder Ähnlichem durchtrennt werden. Wird eine Schraube trotz Rostlöser nicht locker, können Sie einen Hammer zur Hilfe nehmen. Setzen Sie den passenden Ringschlüssel an und nutzen Sie die verstärkende Kraft des Hammers.

Denken Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit an die entsprechenden Vorkehrungen

Legen Sie sich niemals unter ein Fahrzeug, das ausschließlich mit Wagenhebern angehoben wurde und keine weiteren Stützen besitzt. Außerdem sollten Sie Ihren Wagen zusätzlich mit Unterlegscheiben vor den Vorderrädern absichern. Achten Sie auf eine entsprechende Schutzbekleidung. Sie sollten unbedingt Schutzhandschuhe tragen, um sich nicht an rostigen und scharfkantigen Teilen zu verletzen. Tragen Sie auch die Schutzbrille, wenn Sie Arbeiten unter dem Auto vornehmen. Das schützt Sie vor herunterfallendem Schmutz.

Berücksichtigen Sie beim Lösen der Schrauben und Halterungen, dass sich dadurch die komplette Auspuffanlage oder -teile lösen und mit einem ordentlichen Gewicht herunterstürzen kann.

Beim Umgang mit Werkzeug ist ebenfalls Sorgfalt gefragt. Prüfen Sie den Abstand von Ihrem Gesicht zur Säge, wenn Sie die Rohre durchtrennen müssen. Benutzen Sie einen Winkelschleifer, dann schützen Sie sich vor dem Funkenflug.

Die Aufrüstung mit einem Sportauspuff bringt einen super Klang und tolle Optik

Wer es gerne sportlich mag, sollte sich für den Kauf eines Sportauspuffes entscheiden. Er verleiht Ihrem Auto nicht nur einen satten Sound, sondern auch eine tolle Optik. Wer sich eine sportliche Verbesserung durch den bloßen Einbau eines Sportauspuffes erhofft, wird leider enttäuscht. Eine Leistungssteigerung Ihres Motors ist zwar möglich, aber ziemlich aufwendig. Sie müssten die komplette Anlage gegen eine Sportauspuffanlage austauschen. Das ist ziemlich viel Arbeit und erfordert meist sogar die Neueinstellung der Lambdasonde.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Auspuff eine Betriebserlaubnis hat oder zulassungsfrei ist. Sonst müssen Sie zum TÜV und den Auspuff extra eintragen lassen. Unbedingt sollten Sie auch die Passgenauigkeit prüfen. Vergleichen Sie alle Daten Ihres Fahrzeugscheines mit den Angaben des Herstellers. Es kann trotz alledem sein, dass der Auspuff nicht passt. In dem Fall kann man sich einen Adapter besorgen, der die beiden Teile miteinander verbindet. Entscheiden Sie sich je nach Geschmack und achten Sie beim Kauf auf eine gute Qualität. 

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