So bauen Sie Sitzbänke & Bezüge selbst ein

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So bauen Sie Sitzbänke & Bezüge selbst ein

Der alte Sitz im Auto ist durchgesessen und es macht keinen Spaß mehr darauf zu sitzen, denn ergonomisches Fahren geht so nicht? Ihr alter Sitzbezug ist abgerieben oder hat fleckige Stellen, die nicht mehr entfernt werden können? Die Sitzposition, an Ihrem Autositz lässt sich nicht richtig verstellen, oder Sie hätten gerne eine Sitzheizung? Oder Ihre Autositze gefallen Ihnen einfach nicht, weil das Design oder die Farbe nicht Ihrem Geschmack entspricht? Es gibt viele Gründe, warum Autofahrer andere Sitzbänke oder andere Bezüge in ihrem Auto haben wollen. Und Sie müssen nicht gleich ein neues Auto kaufen, nur um die Sitze so zu haben, wie Sie es sich wünschen.

Sitzbänke und Sitzbezüge können nachgekauft und nachgerüstet werden, ja sogar selbst eingebaut werden. Wie dies gemacht wird und worauf Sie schon vor dem Kauf und erst recht bei der Montage achten sollten, erklären wir Ihnen in diesem Ratgeber. Damit Sie in Zukunft auf dem Sitz, den Sie sich wünschen, sitzen können und rundum zufrieden mit der Ausstattung sind.

Erwägungen vor dem Kauf der Sitzbank: Position und Passform beachten

Bevor Sie überhaupt zum Einbau einer neuen Sitzbank kommen oder einen neuen Bezug aufziehen können, benötigen Sie natürlich eine neue Sitzbank oder einen neuen Sitzbezug. Hier sollten Sie bereits vor dem Kauf einige Dinge beachten, die Ihnen später die Arbeit erleichtern werden und Frustrationen vermeiden können. Wir gehen im Folgenden näher darauf ein, welche Erwägungen Sie bereits vor dem Kauf treffen sollten.

Die passende Sitzbank für das Auto auswählen: Größe und Passform 

Nichts ist schlimmer als eine Sitzbank oder einen Sitzbezug gekauft zu haben und erst bei der Montage festzustellen, dass es nicht möglich ist, die Sitzbank einzubauen oder den Bezug aufzuziehen. Ebenfalls riskant sind Fälle, in denen eine Sitzbank sich zwar verbauen lässt, aber nicht richtig sitzt. Ganz besonders, wenn auch die Gurte ausgetauscht werden müssen. Dann gehen Sie ein großes Sicherheitsrisiko ein und wissen es vielleicht noch nicht einmal. Es ist daher wichtig darauf zu achten, eine Sitzbank zu kaufen, die auch für den Einbau in Ihr Auto geeignet ist. Größe und Passform von Sitzbänken sind natürlich bei vielen Autoherstellern verschieden und Sitze können in den meisten Fällen nicht einfach von einer Marke zur anderen ausgetauscht werden. Selbst bei Autos derselben Marke können von Modell zu Modell erhebliche Unterschiede bestehen.

Die Sitzbank für Ihren Autotyp

Suchen Sie also zum Beispiel online nach einer passenden neuen Sitzbank, ist es wichtig noch vor dem Blick auf das Material, die Farbe und die Ausstattung, den richtigen Fahrzeugtyp einzubeziehen. Je nachdem, ob Sie zum Beispiel VW, Opel, Renault, Ford, Toyota fahren, sollten Sie sich danach richten. Eine weitere Eingrenzung nach genauer Marke Ihres Autos ist noch besser. So sind Sie auf der sicheren Seite und müssen keine Enttäuschung bei der Montage erleben.

Die Einbauposition beachten: Vorder- oder Rücksitze kaufen?

Was Sie ebenfalls vor dem Kauf bedenken sollte: Ob Sie Vorder- oder Rücksitze austauschen möchten. In aller Regel sind die hinteren Sitze nämlich eine einzige Bank, während die Vordersitze aus zwei einzelnen Sitzen bestehen. Das hat auch Auswirkungen auf den Einbau. Die Rücksitze können an einem einzigen Montagerahmen befestigt sein und sind fest und nicht verrückbar. Manche Ausführungen haben allerdings Rückenlehnen, die umgeklappt werden können. Vordersitze müssen also jeweils einzeln verbaut werden, während Rücksitze im Ganzen in das Fahrzeug verbracht werden müssen. Achten Sie beim Kauf auf die richtige Position der Sitzbänke, die Sie kaufen wollen, da diese zwischen Vorder- und Hintersitzen in aller Regel nicht austauschbar sind.

Der Einbau einer Sitzbank in ein Auto: Beispiel Rücksitze

Der Einbau von Sitzen unterscheidet sich, wie bereits angedeutet, von Automarke zu Automarke und auch zwischen Vorder- und Rücksitzen. In aller Regel gestaltet sich der Einbau jedoch nicht weiter schwierig und kann oft mit normalen Haushaltswerkzeugen erledigt werden. Der Zeitaufwand beträgt meist nur etwa eine Stunde, wenn Sie ungestört sind und sich gut vorbereitet haben. Zunächst muss die alte Rückbank ausgebaut werden. Bei einem Kombi sollte die Laderaumwanne zunächst umgeklappt werden, um einen besseren Zugang zu ermöglichen. Entfernen Sie dann die Schrauben, mit denen die alte Rückbank an der Sitzkonsole befestigt ist. Dies können von Modell zu Modell unterschiedlich viele sein. Bei manchen Sitzen ist auch eine zusätzliche Befestigung an Seitenkonsolen zu finden, die ebenfalls entfernt werden muss. Da bei Rücksitzen zumeist keine Verstellung der Position nötig ist, ist die Rückbank vermutlich direkt an der Konsole befestigt und es befinden sich dort keine zusätzlichen Schienen. Bei Vordersitzen sind zwischen Konsole und Sitz noch Sitzschienen angebracht, die nicht falsch herum eingebaut werden dürfen. In aller Regel können die Schrauben jedoch nur in einer Richtung eingebracht werden, sodass Verwechslungen nicht möglich sind.

Einbau ohne Kratzer

Die Sitzbank lässt sich nun aus dem Auto entfernen, indem Sie erst leicht nach vorne gezogen und dann seitlich herausgezogen wird. Da die Sitzbank recht sperrig ist, ist es jetzt wichtig darauf zu achten, dass die scharfen Metallteile der Schiene oder andere harte Plastikelemente keine Verkleidung zerkratzen.

Bei Seitenairbags zu beachten 

Bei Vordersitzen ist unbedingt zu beachten, dass manche Vordersitze in der Lehne Seitenairbags integriert haben. Vor dem Aus- oder Einbau der Sitze muss dann unbedingt die Batterie abgeklemmt werden und die Airbags müssen unter dem Sitz angesteckt und ebenfalls montiert werden. Zusätzlicher Elektronikaufwand kommt auch bei Sitzen mit Sitzheizung dazu. Hier sollten Sie genau die Anleitung zum neuen Sitz beachten. Je nach Modell des Sitzes kann die Verkabelung unterschiedlich ausgeführt sein.

Neue Sitzbezüge für das Auto: Die einfache Art den Autositz aufzubessern

Wenn Sie nicht gleich einen neuen Sitz verwenden möchten und Ihnen der Einbau ohnehin zu viel Arbeit wäre, können Sie einen Autositz optisch auch mit einem neuen Bezug aufbessern. Auch die Bequemlichkeit kann sich dadurch erheblich erhöhen, wenn Sie einen ergonomisch gepolsterten Bezug wählen, der Ihren Rücken schont. Ganz nebenbei haben Sie dann auch noch die Wahl, sich eine Farbe auszusuchen, die Ihnen gefällt. Auch bei Sitzbezügen brauchen Sie die passende Größe für Ihre Automarke, da Sitze in unterschiedlichen Größen und Formen verbaut werden. Entweder Sie entscheiden sich für einen Autositz, der ausgewiesenermaßen zu Ihrer Automarke passt  oder für Universalsitzbezüge.

Universalsitzbezüge

Auch diese Universalsitzbezüge passen nicht immer und überall in jedes Auto, jedoch werden Sie bei den Angaben des Herstellers immer nachlesen können, in welchen Fällen der Universalbezug nicht angebracht werden kann. So können Sie gut entscheiden, ob ein Universalbezug vielleicht für Sie geeignet ist. Einschränkungen kann es zum Beispiel bei Sportsitzen geben oder wenn die Kopfstützen nicht abgenommen werden können. Schauen Sie sich die Beschreibung gründlich an, bevor Sie zu einem Universalsitzbezug greifen.

So ziehen Sie einen neuen Universal-Sitzbezug auf einen Autositz

Einen Universalsitzbezug für alle Sitze in Ihrem Auto aufzuziehen ist in ungefähr 15 Minuten erledigt. Es kostet Sie also nicht viel Zeit, auch wenn der Aufwand etwas höher ist als bei einem passenden Bezug, da einige Löcher geschnitten werden müssen. Zunächst müssen Sie bei einem Vordersitz die Kopfstütze entfernen und den lehnen Bezug auf die Lehne ziehen. Da dieser nun noch nicht straff ist, wird er von der Rückseite aus zwischen Lehne und Sitzfläche hindurchgezogen und gespannt. Dort befindet sich dann auch ein Klettverschluss, mit dem Sie den Lehnenbezug straff befestigen können. Anschließend wird der Bezug der Sitzfläche aufgezogen und unter die Abdeckung der Sitzfläche geschoben, damit er straff sitzt. Die meist mitgelieferten Montagehaken müssen in die Schlaufen eingesetzt und verhakt werden. Zu guter Letzt muss nur noch Platz für die Kopfstützen geschaffen werden, die noch durch Stoff verdeckt sind. Hierzu schneiden Sie mit einer scharfen Haushaltsschere an den entsprechenden Stellen vorsichtig zwei Löcher. Dies gilt natürlich nicht, wenn der Sitz nicht über Kopfstützen verfügt. Der Stoff ist so gefertigt, dass er nicht weiter einreißen kann, auch bei starker Beanspruchung. Nun werden die Kopfstützen wieder angebracht und fertig ist Ihr neuer Bezug.

Beim Bezug einer Rückbank wird etwas anders vorgegangen. Hier starten Sie mit dem Bezug der Sitzfläche, die im Ganzen aufgelegt wird. Befestigen Sie nach dem Glattziehen und Straffen des Bezugs wieder die Montagehaken und bringen Sie diese unter der Rückbank an. Nun sitzt alles straff. Nun muss eine Öffnung für das Schloss der Gurte in der Sitzfläche geschnitten werden. Nehmen Sie hier wieder eine scharfe Haushaltsschere und gehen Sie vorsichtig vor. Nun werden die Kopfstützen entfernt. Bevor Sie den Lehnenbezug aufziehen, müssen Sie die Gurtführung montieren. Dann den Bezug aufziehen und mit den Montagehaken die Gummischlaufen spannen. Auch an der Lehne muss nun eine Öffnung auf jeder Seite für den Sicherheitsgurt freigeschnitten werden, sowie jeweils zwei Löcher für die Kopfstützen. Nun werden die Kopfstützen wieder angebracht und fertig ist auch der Bezug für die Rückenlehne.

Zumeist verfügen diese Rückenlehnen über einen Reißverschluss in der Mitte, sodass die Rückenlehnen bei Bedarf auch einzeln umgeklappt werden können.

Mit den Tipps in unserem Ratgeber können Sie ohne viel Aufwand neue Sitzbänke oder Bezüge einbauen und sich nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen den Innenraum Ihres Fahrzeugs selbst gestalten.

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