So arbeitet ein Spindelmäher

Aufrufe 2 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
So arbeitet ein Spindelmäher

So arbeitet ein Spindelmäher

Der Spindelmäher – seine Funktionsweise, seine Einsatzbereiche und seine Vorteile

Vor über 175 Jahren wurde der Rasenmäher erfunden – und es war ein Spindelmäher. Vor allem in England und auch in Australien steht der Spindelmäher ganz weit oben in der Beliebtheitsskala. Anders verhält es sich in deutschen Landen, wo der Spindelmäher in Gärten und Vorgärten kaum zu finden ist und ein Schattendasein führt. Das ist umso weniger verständlich, als insbesondere Handspindelmäher die einzigen Rasenmäher sind, die auch ohne Benzin und ohne Stromkabel auskommen. Sie sind außerdem eine exzellente Möglichkeit, die Muskeln zu trainieren. Dieses Plus an Fitness, ihre Umweltverträglichkeit und ihre Wendigkeit sind positive Attribute, die Spindelmäher nicht nur für Naturliebhaber interessant machen. Und es gibt einfach keine schonendere Methode, den Rasen zu mähen. Mit seiner speziellen Schnitttechnik ist der Spindelmäher der Rasenmäher, mit dem jeder Gartenliebhaber die größten Chancen hat, die zu mähende Rasenfläche in einen englischen Vorzeigerasen in sattem Grün zu verwandeln.

Die Funktionsweise eines Spindelmähers

Im Zentrum des Spindelmähers steht die rotierende Spindel mit waagrechter Achse, die in einem Winkel von 90 Grad zur Bewegungsrichtung des Mähers ausgerichtet ist. Die Schnittblätter zum Schneiden des Grases sind in einer leichten Schraubenlinie verlaufende Messer. Für den Schneidevorgang laufen sie an einem feststehenden Gegenmesser vorbei, das parallel zur Rotationsachse der Spindel angeordnet ist. Während die meisten Rasenmäher wie der Benzinrasenmäher, der Elektro- oder auch der Akkumäher nach dem Sichelprinzip funktionieren und das Gras einfach abhacken, arbeitet der Spindelmäher nach dem Scherenprinzip.

Beim Sichelmäher wird der Grashalm durch den vom Messer erzeugten Luftstrom aufgerichtet, der dann vom Sichelmesser geradezu abgeschlagen wird. Der Grashalm franst bei diesem Prozedere aus, was bei unscharfen Messern zu Verletzungen führen kann. Das führt wiederum dazu, dass die Spitzen der Grashalme braun werden. Anders verhält es sich beim Spindelrasenmäher. Er schneidet den Grashalm sauber über das Messer ab, was durch die feststehende Gegenschneide ermöglicht wird. Dadurch, dass die Grashalme akkurat abgeschnitten werden, treten keine Fransen auf. Die Wunden sind kleiner und können sich schneller schließen, wodurch die Rasenfläche nicht braun wird, sondern ihr sattes Grün behält.

Die Schnitthöhe ist abhängig davon, wie weit das Gegenmesser vom Boden entfernt ist. Auffällig ist das hübsche Streifenmuster, das der Spindelmäher nach dem Mähen auf dem Rasen hinterlässt und das man vor allem von Fußballplätzen kennt. Dieser Effekt wird auf zweierlei Weise erreicht. Zum einen sind hinter dem Untermesser als Abstandshalter Stützrollen angebracht, die aufgrund des Mähens von einer Seite auf die andere und wieder zurück und aufgrund der verbleibenden Neigung der Grashalme zu diesem für den Spindelmäher charakteristischen Streifenmuster führen. Zum anderen wird auf Fußballfeldern nur jeder zweite Streifen im Abstand von nur wenigen Tagen gemäht.

Die Schnittqualität ist abhängig von der Anzahl der Messer an der Spindel. Die Angebotspalette von Spindelmähern ist groß und beginnt bei mit der Hand betriebenen Einstiegsmodellen. Sie verfügen lediglich über fünf bis sechs Messer. Die Schnittbreite dieser handbetriebenen Spindelmäher liegt zumeist bei rund 35 Zentimetern. Handelt es sich hingegen um einen Spindelmäher, der mit einem Elektromotor angetrieben wird oder um einen mit Benzin betriebenen Verbrennungsmotor, sind mehrere Mähwerke nebeneinandergeschaltet, die eine Schnittbreite von bis zu einem Meter erzielen können.

Die Einsatzbereiche eines Spindelmähers

Handbetriebene Spindelmäher eignen sich vor allem für kleinere Rasenflächen und Gärten. Motor betriebene Spindelmäher, beispielsweise zum Aufsitzen, werden vor allem für das Mähen von Sportanlagen, Parkanlagen und für Golfplätze eingesetzt. Diese professionellen Spindelmäher werden mit einem Verbrennungsmotor betrieben, die mit einem Seilzug gestartet werden. Andere wiederum verfügen über einen Elektrostarter. Da die Grashalme durch die besondere Schnitttechnik, den Scherenschnitt, nicht ausfransen, sondern glatt abgeschnitten werden, verhindert dies ein Braunwerden des Grases sowie ein Austrocknen. Das Mähen mit einem Spindelmäher ist die schonendste Methode des Rasenmähens überhaupt. Der Einsatz eines Spindelmähers ist an bestimmte Voraussetzungen und Rahmenbedingungen geknüpft.

Das zu mähende Gelände darf durchaus weitläufig sein, zumindest wenn mit einem motorbetriebenen Spindelmäher gemäht wird. Allerdings sollte es einigermaßen eben und – ähnlich wie auf Golfplätzen – allenfalls leicht wellig sein. Grundsätzlich empfiehlt sich für das Mähen mit einem Spindelmäher ein wöchentlicher Rhythmus, was gleichermaßen für handbetriebene und motorenbetriebene Spindelmäher gilt. Dieser häufige Schnitt führt im Ergebnis nicht nur zu einer gepflegten Rasenfläche, sondern auch zu einem erhöhten Wasserverlust der Grashalme. Dies hat wiederum zur Folge, dass die Rasenfläche ausreichend Wasser benötigt, also in trockeneren Zeiten regelmäßig künstlich bewässert werden muss, was wiederum zusätzliche Ausgaben bedeutet. So lässt es sich erklären, warum Spindelmäher vor allem in England und in regenreichen Gebieten Australiens zu den beliebtesten Mähern gehören.

Warum der Spindelmäher so fein schneidet

Der Spindelmäher schneidet so fein und so sauber, dass sich mit ihm auch ohne Weiteres dünnes Papier schneiden lässt. Wer also ausprobieren möchte, ob die Walze noch scharf ist, verwendet dafür ein Blatt Papier. Je mehr Messer spiralförmig auf der Walze eines Spindelmähers angebracht sind, umso feiner fallen die Mäharbeiten aus. Allerdings schneidet der Spindelmäher maximal solche Grashöhen, die der Hälfte des Durchmessers der Spindel entsprechen. Von entscheidender Bedeutung für den sauberen Schnitt eines Spindelmähers ist vor allem die genaue Anordnung der Messer, deren Abstand zur Gegenschneide sehr exakt ist. Diese Schärfe haben die Messer allerdings nur bei Gras, während sie beim Schneiden anderer Gegenstände, beispielsweise Erde oder Rindenmulch, sehr schnell ihre Schärfe verlieren. Kommen regelmäßig andere Gegenstände in das Schneidewerkzeug des Spindelmähers, können dessen Spindel oder Teile von ihr tatsächlich unscharf werden. Dann ist aufwendiges Schleifen vonnöten. Diese Aufgabe sollte ein Profi übernehmen. Die Spindeln werden dazu in eine spezielle Schleifmaschine gespannt. Dabei wird jedes einzelne Messer, und zwar auf der gesamten Spindelbreite, so lange geschliffen, bis es seine ursprüngliche Schneidequalität wiedererlangt hat.

Die Vorteile eines Spindelmähers

Es gibt einige Vorteile, die der Spindelmäher bietet. Anders als der in deutschen Gärten am häufigsten verwendete Sichelmäher ist mit dem Spindelmäher eine deutlich tiefere Schnitthöhe möglich. Das begünstigt insbesondere das Wachstum der nahe am Boden befindlichen Seitentriebe, was zur Folge hat, dass der Rasen zum Wachsen angeregt und immer dichter wird. Anders als der Sichelmäher, der die Grashalme geradezu abschlägt, schneidet der Spindelmäher einen Halm nach dem Scherenprinzip ab. Der Spindelmäher hat also im Vergleich mit dem Sichelmäher einen glatten Schnitt. Der Rasen wirkt dadurch insgesamt sehr viel grüner und die einzelnen Grashalme können sich wesentlich schneller vom Rasenmähen erholen. Der Spindelmäher ist der einzige Rasenmäher, der sowohl als handbetriebenes Gerät als auch motorbetrieben angeboten wird. Während sich die handbetriebene Variante vor allem für kleinere Rasenflächen eignet, ist die motorbetriebene Variante für große Flächen wie beispielsweise Fußballfelder und Golfplätze geeignet. Abhängig von der Kondition, vom Krafteinsatz und von der Sportlichkeit können natürlich auch große Rasenflächen mit einem handbetriebenen Spindelmäher bearbeitet werden.

Doch die Liste der Vorteile des Spindelmähers ist noch lange nicht zu Ende. Für die Inbetriebnahme eines Handspindelmähers ist weder ein beim Mähen lästiges Kabel notwendig noch die Zugabe von Benzin. Als handbetriebene Variante ist ein Spindelrasenmäher überaus umweltfreundlich, denn er verbraucht keine Ressourcen und ist ausgesprochen leise. Der Handspindelmäher ist ein Leichtgewicht und deshalb sehr wendig. Außerdem benötigt er für die Aufbewahrung wenig Platz, ist schnell zu reinigen und kaum zu warten. Er schont darüber hinaus auch noch den Geldbeutel. Denn die Anschaffungskosten für einen Handspindelmäher liegen jim Vergleich zu motorbetriebenen Mähern vergleichsweise niedrig.

Doch bei allen Vorteilen darf ein Nachteil nicht außer Acht bleiben: Mindestens einmal pro Woche muss der Rasen geschnitten werden, was in der Tat gegenüber anderen Rasenmähern mehr Arbeitsaufwand bedeutet. Und es bedeutet auch, dass Gras, das höher ist als der Spindelradius, nur sehr schlecht von einem Spindelmäher gemäht werden kann. Bevor hier der Spindelmäher zum Einsatz kommen kann, muss ein Sichelmäher eingesetzt werdenran. Beim anschließenden Spindelmäher-Einsatz sind die anfallenden Grasrückstände übrigens sehr gering, sodass sie meistens auf dem Rasen verbleiben können. Der Dank für diesen regelmäßigen Rasenschnitt ist ein gepflegter Rasen in sattem Grün.

Eine abschließende Bemerkung

Tatsächlich wird der Spindelmäher hierzulande noch immer belächelt. Als Handspindelmäher hat er weder einen Motor noch einen Grasfangkorb, weshalb er von vielen Menschen als geringwertig angesehen wird. Tatsächlich hat er als Spindelmäher dem Sichelmäher einiges voraus. Man kann ruhigen Gewissens am Sonntag mit ihm den Rasen mähen, da er sehr geräuscharm ist, muss kein Benzin nachfüllen und kein nerviges Kabel im Auge behalten und in eine komplizierte Logistik mit einbeziehen. Leicht und deshalb wendig, umweltfreundlich, platzsparend und preislich attraktiv bringt der Spindelmäher alle Attribute mit, um seine Konkurrenten abzuhängen.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und seinen Sichelmäher gegen einen Spindelmäher einzutauschen gedenkt, sollte jedoch berücksichtigen, dass es dann einer Umstellung der bisherigen Mähgewohnheiten bedarf. Der ideale Zeitpunkt für das Mähen mit dem Spindelmäher ist der frühe Morgen, wenn noch Tau den Rasen ziert. Die Schnitthöhe des Rasens wird langsam und nach und nach reduziert, denn die Schnitthöhe bei Sichelmähern liegt bei 2,5 Zentimetern und die eines Spindelmähers bei 1,5 Zentimetern. 

Wer sich nun für einen Spindelmäher entscheidet, darf sich wohl bald über schönere Rasenflächen und exzellente Schnittbilder freuen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden