So arbeiten Sie Medien richtig auf – ein Ratgeber für Web- & Desktop-Publishing

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Neue Medien haben sich im vergangenen Vierteljahrhundert eine Bedeutung erlangt, die niemand zuvor für möglich gehalten hätte. Im Internet finden Medien wie Text, Video, Grafik, Musik und Interaktive Animation zueinander. In immer neuen und überraschenden Kombinationen revolutionieren sie unsere Rezeption von Informationen und Unterhaltung. Hinzu kommt, dass auch die Werkzeuge zur Erstellung und Verbreitung dieser Medien in der gleichen Zeit eine Revolution durchlaufen haben.

Datenverarbeitung früher und heute

Begriffe wie Desktop-Publishing und Webdesign gab es vorher nicht. Dabei bezeichnet das Wort Desktop-Publishing (DTP) die Möglichkeit, lediglich mit dem Computer, ohne weitere Werkzeuge, also „vom Schreibtisch aus" Druckerzeugnisse zu entwerfen und bis zur fertigen Druckvorlage zu erstellen. Waren früher riesige und teure Setzmaschinen nötig, um einen Text für den Druck vorzubereiten, so leistet die gleiche Arbeit heute ein handelsüblicher Laptop mit einem Layoutprogramm. Mit spezieller Bildbearbeitungssoftware können Fotos für den Druck optimiert werden. So ist es prinzipiell jedem möglich, eigene Inhalte auf professionelle Weise zu verbreiten. Womöglich noch gravierendere Änderungen in der Informationsverbreitung brachte das World Wide Web mit sich. Es ist wohl die demokratischste und vielseitigste Plattform für Datenspeicherung und -übertragung. Im Internet finden alle Medien Platz, die es bisher gab und zusätzlich entstehen neue Möglichkeiten der Kommunikation wie zum Beispiel Videochat oder Online-Banking. Mit der weltweiten offenen Enzyklopädie Wikipedia hat jeder einen kostenlosen Zugriff auf einen riesigen Wissensfundus, sofern er einen Computer mit Internetanschluss besitzt. Wie Sie Ihre eigene Botschaft, Ihre Werbung oder auch private Inhalte wie Fotos, Filme, Musik oder Texte für die Veröffentlichung optimieren können, zeigt der folgende Überblick.

Desktop-Publishing (engl. für „Publizieren vom Schreibtisch aus")

Sei es ein witziger Flyer als Werbung für ein aktuelles Event oder ein gediegener Bildband – all das kann mit den Verfahren erstellt werden, die unter dem Begriff Desktop-Publishing zusammengefasst werden. Die beiden wichtigen Medien in diesem Bereich sind Grafik und Text. Als Grafiken werden dabei zum Beispiel Fotos, Zeichnungen oder grafische Elemente wie Linien oder farbige Balken zusammenfassend bezeichnet. Für fast jedes Druckerzeugnis unverzichtbar ist das Medium Text, seien es nur wenige Zeilen, die Ort und Zeit einer Veranstaltung beinhalten, oder auch große Mengen von Text, die sich über viele Seiten erstrecken, der sogenannte Fließtext.

Grundsätzlich und unabhängig vom Medium gibt es im DTP–Bereich zwei verschiedene Arten der Anzeige sichtbarer Elemente: Vektorgrafik und Pixelgrafik.

Vektorgrafiken

Vektorgrafiken definieren grafische Elemente auf besonders effiziente Art und Weise mit Maßen und Farbangaben. Um beispielsweise ein rotes Quadrat in der Mitte des Blattes zu definieren, braucht es lediglich die Angabe für die Position der linken oberen Ecke, die Höhe und Breite sowie die Farbangabe. So kann mit wenigen Bytes Information eine große Fläche eindeutig definiert werden. Die Vorteile dieser Speichervariante liegen auf der Hand: Der minimale Speicherbedarf ist einer davon. Weiterhin sind Vektorgrafiken verlustfrei skalierbar, das bedeutet, wenn das rote Quadrat doppelt so groß dargestellt werden soll, sind seine Kanten ebenso klar und sauber zu sehen. Vektorgrafiken werden deshalb besonders für die Darstellung von geometrischen Figuren wie Kreisen, Ellipsen oder Vierecken verwendet. Auch Schrift wird üblicherweise mithilfe von Vektoren dargestellt.

Pixelgrafiken

Pixelgrafiken funktionieren grundsätzlich anders: Hier wird jedes Pixel (jeder Bildpunkt) einzeln definiert. Diese Definition beinhaltet die Angabe der Position des Punktes im Bild sowie seiner Farbe. Es ist klar, dass die nötige Informationsmenge proportional zur Fläche des Bildes ansteigt. Ein weiteres Kriterium ist die Auflösung. Je höher die Auflösung des Bildes, umso schärfer und deutlicher wird es dargestellt. Das Maß für die Auflösung (engl.: resolution) ist die Dichte der Bildpunkte. Üblicherweise wird diese mit der Maßeinheit dpi (dots per inch / Bildpunkte pro Zoll) angegeben. Beachten Sie, dass eine Verdoppelung der Auflösung eine Vervierfachung der Anzahl der Bildpunkte mit sich bringt. Es gilt deshalb genau abzuwägen, für welches Medium welche Auflösung geeignet ist. Eine Auflösung über diese Grenze hinaus bringt keine sichtbare Qualitätsverbesserung. Der Vorteil von Pixelgrafiken sind die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Ihr Nachteil ist die relativ große Dateigröße und die begrenzte Skalierbarkeit. Als Faustregel für geeignete Auflösungen kann gelten: Je näher der Betrachter das Druckerzeugnis vor Augen hat, umso besser sollte dessen Auflösung sein. Mit bloßem Auge sollten die einzelnen Bildpunkte nicht sichtbar sein. Für Poster ist deshalb eine Auflösung von 150 dpi geeignet, für Prints, die der Betrachter in der Hand hält, sind 300 dpi meist ausreichend. Im Zeitungsdruck wird mit einer Auflösung von ca. 75 dpi gearbeitet, bei hochwertigen Katalogen oder Bildbänden kann sie mehr als 300 dpi betragen. Letztlich sollte sich Ihre Druckvorlage auch an den technischen Möglichkeiten der Druckerei orientieren.

Druckverfahren

Die Wahl des Druckverfahrens wiederum ist abhängig von der gewünschten Stückzahl, der Anzahl der verwendeten Farben und anderen Kriterien. Moderne Druckereien bieten meist Digitaldruck und Offsetdruck als Varianten an. Schließlich verlangen verschiedene Druckverfahren für eine optimale Darstellung verschiedene Bildmodi. Hierbei sind die zwei wichtigsten der RGB–Modus (rot – grün – blau) und der CMYK (Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz / Key). Mit der Kombination verschiedener Anteile der entsprechenden Grundfarben kann dabei mit beiden Modellen jede Farbe dargestellt werden. Holen Sie von Ihrer Druckerei rechtzeitig die nötigen Informationen über das gewählte Druckverfahren ein.

Gestaltungsgrundlagen für Printerzeugnisse

Damit der Betrachter ein Druckerzeugnis gern anschaut, sollte es gut gestaltet sein. Einerseits gilt es, seine Aufmerksamkeit beim ersten Blick zu fesseln, andererseits sollten Informationen übersichtlich dargestellt und eine gute Lesbarkeit gewährleistet sein. Auch ohne ein professioneller Grafiker oder Layouter zu sein, können Sie durch die Beachtung einiger Grundregeln ansprechende Druckerzeugnisse gestalten. Verwenden Sie möglichst wenige Schriftarten. Ihre Verwendung sollte stilistisch zum Inhalt passen. Der Einsatz verschiedener Schriften sollte begründet sein und der Übersichtlichkeit dienen. Das Gleiche gilt für die Verwendung von Farben. Überlegen Sie sich vor Beginn der eigentlichen Gestaltungsarbeit, welche Farben Sie verwenden wollen, und überprüfen Sie, welche Assoziationen die gewählte Farbpalette weckt. Vermeiden Sie unmotivierte Effekte wie Schatten und 3D-Darstellung. Auch eine übertriebene Verwendung von Rahmen und Linien ist nicht anzuraten: Oft wirken diese eher einengend als gliedernd. Letztlich gilt hier wie überall: Regeln sind zum Brechen da. Wenn Sie die Gestaltungsregeln kennen und bewusst verletzen, können Sie damit unter Umständen besondere Effekte erzielen.

DTP – Software

Für den Hausgebrauch ebenso wie für professionelle Anwendungen gibt es eine breite Palette von Softwareprodukten, die alle Features bieten, um Ihren Entwurf perfekt umzusetzen. Aktuelle Layoutsoftware wie QuarkXpress oder InDesign ist sowohl für die Gestaltung eines Flyers als auch für den Zeitungs- oder Buchsatz geeignet. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Adobe Photoshop können Sie nicht nur Fotos für das entsprechende Medium optimieren, sondern auch Text formatieren oder Zeichnungen einfügen. Die Unterstützung von Bildebenen ermöglicht dabei ein komfortables Bearbeiten komplexer Entwürfe. All diese Programme vereinen dabei die Bearbeitung von Pixel- und Vektorgrafiken in einer Anwendung.

Von der Datei zum fertigen Druck

Alle professionellen Programme bieten die Möglichkeit, Ihren Entwurf im PDF-Format zu speichern. Dieses Format ist optimiert für die Speicherung von Druckvorlagen. Es unterstützt sowohl Vektorgrafiken wie Schriftfonts als auch die Einbindung von Fotos. Dabei vereint es die Vorteile beider Grafikkonzepte: PDF–Dokumente sind verlustfrei skalierbar, die Qualität ist dabei immer optimal, so werden Texte in jeder Größe klar und sauber dargestellt. Die Qualität von Fotos ist nur durch die Auflösung des verwendeten Ausgangsmaterials begrenzt. Mit einer minimalen Dateigröße können Sie so Ihren Entwurf online an die Druckerei übermitteln. Viele Druckereien verlangen das PDF–Format verbindlich als Druckvorlage. Für kleinere Auflagen, die im Digitaldruck produziert werden, ist oft auch das Bildformat jpg geeignet und wird von Druckereien akzeptiert.

Webdesign – benutzerfreundlich und barrierefrei

Im Webdesign gelten ähnliche Grundsätze wie im Printbereich, allerdings kommen einige Dinge dazu, die es hier zu beachten gilt. Da moderne Browser native Sound- und Videoplayer bereitstellen, können diese auf einer Website durchaus neben Bildern und Texten stehen. Hier stellt sich die Frage der Benutzerfreundlichkeit: Neben einer übersichtlichen und eindeutigen Navigation sollten so einfache Dinge beachtet werden wie die Funktionalität verschiedener Player.
Bei Sounds und Videos gilt es, einen klugen Kompromiss zwischen Dateigröße und Qualität zu finden. Der Benutzer soll möglichst ohne Wartezeit Videos und Sounds abspielen können. Dabei sollte man ihm die Entscheidung überlassen, welches der Angebote er wann wahrnimmt. Eine Musik, die beim Öffnen der Seite von selbst startet, kann ein schöner Effekt sein, wird aber meist als störend wahrgenommen, zumal, wenn es keine Möglichkeit gibt, den Sound abzuschalten. Mehrere Player auf einer Seite haben oft den Nachteil, dass sie manuell gestoppt werden müssen, weil sonst unter Umständen mehrere Sounds oder Videos gleichzeitig wiedergegeben werden. Weniger ist also oft mehr: Achten Sie auf eine klare Strukturierung Ihres Angebots, möglichst effiziente Dateiformate und eine eindeutige Navigation. Eine weitere Besonderheit von Html–Seiten ist, dass der Textumbruch nicht statisch festgelegt ist, sondern sich nach der Größe des Browserfensters richtet. Hier können Sie mit der Formatierung mittels CSS (Cascading Style Sheet) kleine Wunder erreichen: Im besten Fall sieht Ihre Website auf allen Bildschirmgrößen und -formaten gut aus und ist für den Betrachter vollständig zu sehen.
Schließlich sollten Sie bei der Formatierung noch auf eine browserübergreifend einheitliche Darstellung achten. Bedenken Sie, dass eine Homepage, die mit Ihrem Lieblingsbrowser hervorragend funktioniert, eventuell durch andere Browser verfälscht dargestellt wird. Testen Sie deshalb Ihren Entwurf vor der Veröffentlichung auf den gängigen Browsern wie Firefox, Internet Explorer, Opera oder Google Chrome. Beim Stöbern auf eBay werden Sie sicher günstige Angebote für Ihre bevorzugte Software finden.

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