So Pflegen Sie Ihr Akustisches Klavier oder Ihren Flügel

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So pflegen Sie Ihr Klavier

Allgemeines

Klaviere und Flügel bestehen zum größten Teil aus Holz. Sie sind dafür konstruiert, sich im selben Klima "wohl zu fühlen" wie wir Menschen. Holz ist ein natürlicher Werkstoff, der auf die gegebenen Klimaverhältnisse reagiert. Werden bestimmte Mindestanforderungen an das Raumklima nicht eingehalten, kann diese Eigenschaft negative Folgen haben und zu beachtlichen Schäden am Instrument führen.

Standortfaktoren

Da ein Klavier sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse reagiert, sollten Sie es nicht direkt an der Heizung oder an einem Ofen aufstellen, direkter Sonnenbestrahlung aussetzen (bei geöffnetem Flügeldeckel noch wichtiger) oder in feuchten Räumen (Keller) aufstellen. Sie sollten es auch vermeiden, das Klavier direkt in ständigen Durchzug zu stellen. 

Standortfaktor Fußbodenheizung

Klaviere/Flügel und Fußbodenheizung vertragen sich nicht optimal miteinander. Die aufsteigende, warme Zug-Luft (im Klavier unterstützt durch die Kaminzugwirkung) wirkt unmittelbar auf das Material. Das Risiko von sehr schnell auftretenden Beschädigungen ist in diesem Falle sehr hoch (z.B. Risse im Resonanzboden und Stimmstock). Falls Ihr Instrument auf Fußbodenheizung steht, sollten Sie auf jeden Fall regelmäßig die Faktoren zum richtigen Raumklima überprüfen und das Instrument regelmäßig stimmen lassen (mind. 2x jährlich).

Raumklima 

Holz passt sich mit einer geringen zeitlichen Verzögerung dem Raumklima an. Je nachdem, wie hoch der Wassergehalt in der Luft ist (relative Luftfeuchtigkeit), kann auch der Wassergehalt im Holz steigen und fallen. Holz verändert sein Volumen in Abhängigkeit von seiner Feuchte. Aber nicht nur das Holz quillt und schwindet, sondern auch die im Klavier/Flügel verbauten Materialien Leim, Filz und Papier reagieren darauf. Diese Veränderungen spielen sich zwar im Bereich von wenigen Millimetern ab, sie sind jedoch oft unmittelbar am Klang und Tastengefühl zu erkennen. Es ist besonders wichtig, dass die Luftfeuchtigkeit in dem Raum, in dem das Klavier steht, möglichst konstant gehalten wird. Starke Luftfeuchtigkeits- und Temperaturschwankungen und extrem hohe oder niedrige Werte können an ihrem Klavier große Schäden anrichten! Die relative Luftfeuchtigkeit im Raum ist durch ein Hygrometer messbar.

Das ideale Raumklima liegt bei 18° C bis 24° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50% bis 70%.

Es sollte darauf geachtet werden, dass die relative Luftfeuchtigkeit nicht um mehr als 30% schwankt, und sich keinesfalls dauerhaft über 75% oder unter 45% rel. Luftfeuchte einstellt. 

Bei zu großer Luftfeuchtigkeit (zum Beispiel wenn der Sommer sehr feucht ist) nimmt das Holz so viel Wasser auf, bis der Sättigungspunkt erreicht ist. Wenn jetzt keine Luftzirkulation stattfindet, fängt es an zu schimmeln, und die Stahlsaiten und Wirbel korrodieren. Filzteile quellen ebenfalls und Tasten bleiben hängen. Im Extremfall können sich sogar Leimverbindungen lösen. Damit dies nicht geschieht, sollten sie den Raum regelmäßig kurz und stoßweise lüften. 

Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit (im Winter, wenn stark geheizt wird, aber auch an besonders trockenen Sommertagen) schwindet das Holz und zieht sich zusammen. Dadurch können Risse entstehen, Mechanikteile können verklemmen und Tasten können klappern oder schwergängig werden. Sinkt die Luftfeuchtigkeit auf unter 40% rel. Luftfeuchte ab, sollten sie unbedingt einen Luftbefeuchter aufstellen, der die Raumluft und somit indirekt das Instrument befeuchtet. (An kalten und trockenen Wintertagen versorgt ein solches Gerät die Luft mit mehreren Litern Wasser; ein kleines Gefäß auf der Heizung oder im Klavier reicht deshalb in diesem Fall leider nicht mehr aus!)

Eine regelmäßige Kontrolle der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Klavierpflege. Bei falschem Raumklima können Schäden sehr schnell auftreten und deuten sich häufig nicht über einen längeren Zeitraum an.

Pflege

Moderne Klaviere und Flügel sind meist mit Polyesterlack hochglanzpoliert. Solche Lacke können Sie am besten mit einem feuchten Fensterleder reinigen. Bei starker Verschmutzung geben sie einen Schuss Glasreiniger ins Wasser oder benutzen eine spezielle Klavierpolitur. Die Tasten reinigt man am besten mit einem nur leicht mit Spülwasser angefeuchteten Tuch. Dabei muss  unbedingt darauf geachtet werden, dass kein Wasser und kein Spülmittel zwischen die Tasten läuft! Die Tasten sind seitlich aus unbehandeltem Holz, und quellen schnell auf, was ein Hängenbleiben der Tasten zur Folge haben kann.

Fehlersuche

  • Klangliche Fehler werden meist von äußeren Faktoren verursacht oder beeinflusst.
  • Hängende oder schwergängige Tasten sind meist Anzeichen falscher Luftfeuchte/ Raumtemperatur.
  • Ein Klirren oder Rasseln des Instruments ist meist auf andere im Zimmer mitschwingende Gegenstände zurückzuführen (Tonverwandtschaft). Nur in seltenen Fällen liegt es am Instrument selbst und rührt hier zum Beispiel häufig vom im Schloss belassenen Schlüssel, vom  Schloss selbst, vom nicht richtig geschlossenen Deckel oder von auf dem Klavier abgestellten Gegenständen.
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