Sinnvolle Erweiterungen für Ihr Notebook – Steckkarten für (fast) jeden Zweck

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Sinnvolle Erweiterungen für Ihr Notebook – Steckkarten für (fast) jeden Zweck

Notebooks verfügen meist über zwei bis drei USB-Steckplätze, einen Audio-Ausgang, einen Anschluss für einen externen Monitor und häufig auch ein Kartenlesegerät – mehr nicht. Die Serienausstattung ist in der Regel mager. Dabei sind auf dem Markt zahlreiche Steckkarten erhältlich, die die Verwendungsmöglichkeiten stark erweitern. Jedes Gerät, das mit einem normalen Desktop-PC verbindbar ist, ist mit einer entsprechenden Steckkarte auch an einem Notebook einsetzbar. So werden die neuesten Geräte an alten Notebooks genauso einsetzbar wie alte Geräte mit veralteten Schnittstellen an neuen Notebooks.

Der folgende Ratgeber informiert Sie detailliert über die verschiedenen Möglichkeiten, mit denen Sie den Funktionsumfang Ihres Notebooks kinderleicht erweitern können.

Die unterschiedlichen Schnittstellen im Vergleich

Um den Funktionsumfang Ihres Notebooks zu erweitern, stehen drei verschiedene Schnittstellen zur Verfügung.

PCMCIA-Steckplatz

Die weitverbreitete, aber längst nicht mehr schnellste Erweiterungsmöglichkeit stellt der PCMCIA-Steckplatz dar. Die Steckkarte verschwindet vollständig im Gehäuse des Notebooks, störende Kabel entfallen komplett. Die PCMCIA-Karte mit 16-Bit ermöglicht Übertragungsraten von etwa 16 Mbyte/s. Die 32-Bit Variante ist vergleichbar mit einer PCI-Karte und ermöglicht eine Datenrate von maximal 132 Mbyte/s.

ExpressCard

Der Nachfolger der PCMCIA-Schnittstelle ist die ExpressCard, die fast viermal so schnell ist und ebenfalls ohne störende Kabel auskommt. Erhältlich ist diese in zwei Varianten: Die ExpressCard/34 hat die Maße 34 x 75 mm und ist 5 mm dick. Die ExpressCard/54 verfügt über die Maße 54 x 75 mm und ist ebenfalls 5 mm dick. Um die breiteren Erweiterungskarten ebenfalls nutzen zu können, empfiehlt sich der Kauf der ExpressCard/54.

USB-Port

Der USB-Port ist die dritte Möglichkeit, um den Funktionsumfang des Notebooks zu erweitern. Nachteil: Die neue Hardware verschwindet nicht im Notebook, und die USB-2.0-Schnittstelle ist im Vergleich zur PCMCIA-Schnittstelle nur halb so schnell.

Steckkarten oder USB-Port?

Mit einer Steckkarte besteht nicht nur die Möglichkeit, den Funktionsumfang zu vergrößern, es ist ebenso möglich, die Anzahl der Anschlüsse zu vergrößern. Steckkarten sind Erweiterungskarten, die in den PCMCIA-Steckplatz oder ExpressCard-Steckplatz eingesteckt werden. Die Datenübertragungsgeschwindigkeit des ExpressCard-Steckplatzes ist so schnell, dass auch eine externe Grafikkarte über diese betrieben werden kann, um die interne Grafikkarte zu entlasten und moderne Spiele zu spielen. Die PCMCIA- und ExpressCard-Schnittstellen sind miteinander nicht kompatibel, ein Adapter ermöglicht die Kommunikation zwischen beiden, hier brauchen Sie einen Bridging-Adapter von ExpressCard zu PCMCIA.

Bei beiden Varianten ist der Austausch der Erweiterungskarte im laufenden Betrieb problemlos möglich, dieses Verfahren nennt sich Hot Swap oder Plug & Play.

In vielen Fällen ist die Alternative über den USB-Port günstiger, jedoch langsamer und mit mehr Kabeln verbunden.

Steckkarten für mehr externe Anschlüsse an Ihrem Notebook

In vielen Fällen ist es sinnvoll oder gewünscht, die Anzahl der Schnittstellen an einem Notebook zu vergrößern, zu erweitern oder zu aktualisieren. Sei es, um mehr externe Geräte gleichzeitig zu verwenden oder um über schnellere Anschlüsse zu verfügen.

Angenommen, Ihr Notebook ist mit drei langsamen USB-1.0-Schnittstellen und einem PCMCIA-Steckplatz ausgestattet. Um Ihre externe Festplatte via USB mit Ihrem Notebook zu verbinden, empfiehlt sich mindestens ein USB-2.0-Port – noch schneller ist USB 3.0 –, um die maximal mögliche Geschwindigkeit der Festplatte auszunutzen. Eine PCMCIA-USB-Steckkarte ist genau das, was Sie in diesem Fall benötigen. Verfügt Ihr Notebook über einen ExpressCard-Steckplatz, empfiehlt sich die Verwendung einer ExpressCard-USB-Steckkarte.

FireWire und SATA sind sehr schnelle Schnittstellen zur Datenübertragung zwischen Notebook und externen Geräten wie Festplatten oder Camcordern. Viele Notebooks verfügen nicht über eine eingebaute FireWire-Schnittstelle oder SATA-Schnittstelle. Der Einsatz eines Adapters für den USB-Port ist wenig sinnvoll, da USB 1.0 und USB 2.0 wesentlich langsamer sind. Stattdessen wird die FireWire- oder SATA-Schnittstelle im Idealfall über eine PCMCIA-FireWire (PCMCIA-SATA)- oder ExpressCard-FireWire (ExpressCard-SATA)-Schnittstelle bereitgestellt.

Kabellos vernetzt mit der entsprechenden Steckkarte: WiFi, UMTS/HSDPA, Bluetooth, Infrarot

Ihr Notebook kommuniziert über verschiedene Schnittstellen kabellos mit der Außenwelt. Um kabellos im Internet zu surfen, wird eine WiFi-Karte und/oder eine UMTS- bzw. HSDPA-Karte benötigt. Mit der WiFi-Karte wird das Notebook mit einem Router verbunden, eine UMTS- bzw. schnellere HSDPA-Karte verbindet Sie direkt über das Mobilfunknetz mit dem Internet. Die SIM-Karte, die Sie bereits von Ihrem Mobiltelefon kennen, wird in die HSDPA-Karte eingesteckt, und schon steht der mobilen Internetnutzung nichts mehr im Weg. Während moderne Notebooks in der Regel mit einer internen WiFi-Karte ausgestattet sind, ist ein Steckplatz für eine UMTS- bzw. HSDPA-Karte meist nicht vorhanden. Abhilfe schafft in allen Fällen eine entsprechende Steckkarte. Als Schnittstelle dient ebenfalls ein USB-Port (USB-WiFi, USB-HSDPA), der PCMCIA-Steckplatz (PCMCIA-WiFi, PCMCIA-3g) oder der ExpressCard-Steckplatz (, ExpressCard-HSDPA). Die Reichweite einer WiFi-Karte wird mit einer externen WiFi-Antenne erheblich erweitert. So steht im Garten oder Keller ebenfalls eine schnelle Internetverbindung zur Verfügung.

Die Bluetooth-Schnittstelle ermöglicht die kabellose Verbindung des Notebooks mit zahlreichen Geräten, wie z. B. einer Maus, einem Keyboard, Stereokopfhörer oder einem Smartphone. Direkter Sichtkontakt, wie bei einer Infrarot-Verbindung, ist dabei nicht vonnöten. Die Endgeräte müssen dazu natürlich ebenfalls bluetoothfähig sein. Ein Notebook, das nicht über Bluetooth verfügt, wird problemlos mit einer entsprechenden Steckkarte aufgerüstet. Wieder dienen USB-Port (USB-Bluetooth-Adapter) oder PCMCIA-Steckplatz (PCMCIA-Bluetooth-Adapter) als Schnittstellen. Entsprechend konfiguriert, synchronisiert sich Ihr Smartphone dann mit Ihrem Notebook, sobald Sie in Reichweite sind.

Die Infrarot-Schnittstelle ist weitestgehend von der Bluetooth-Schnittstelle verdrängt worden, da bei dieser keine direkte Sichtverbindung nötig und die Datenübertragungsgeschwindigkeit höher ist. Dennoch kann ein Notebook, das nicht über eine Infrarot-Schnittstelle verfügt, mithilfe eines entsprechenden USB-Infrarot-Adapters oder PCMCIA-Infrarot-Adapters erweitert werden. Die Funktionalität eines veralteten Modems oder einer ISDN-Verbindung kann natürlich auch heute noch mit einer entsprechenden Erweiterungskarte gewährleistet werden, wird jedoch kaum noch benötigt.

Mit Erweiterungskarte wird das Notebook zum Fernseher & Radio

Mithilfe einer entsprechenden Erweiterungskarte wird das Notebook zum Fernsehgerät und perfekten Videorekorder. Das analoge Fernsehen über die Antenne gehört weitgehend der Vergangenheit an. Längst strahlen die Sendemasten digital per DVB-T aus. Ein DVB-T-Empfänger wird über einen USB-Anschluss (DVB-T-USB), den PCMCIA-Steckplatz (DVB-T-PCMCIA) oder den ExpressCard-Steckplatz (DVB-T-ExpressCard) nachgerüstet, sodass das Fernsehprogramm mit dem Notebook empfangen wird. Das Signal via Satellit wird mithilfe einer DVB-S-Erweiterungskarte empfangen (z. B. USB-DVB-S). Der Empfang von Radiosendern ist mit einigen dieser Erweiterungskarten ebenfalls möglich und bereits integriert.

Mit GPS-Erweiterungskarte wird das Notebook zum Navigationsgerät

Das Notebook wird mit der richtigen Software und einem GPS-Empfänger im Handumdrehen zum Navigationsgerät. Diese Variante wird für Pkw kaum verwendet, bei Segeljachten ist das Notebook mit Navigationskarten und GPS-Empfänger jedoch häufig mindestens eine Back-up-Variante für den Fall, dass das bordeigene System ausfällt. Um das GPS-Signal zu empfangen, wird ein USB-GPS-Reciever oder PCMCIA-GPS verwendet.

Mit Erweiterungskarte alte Endgeräte mit neuem Notebook weiterhin benutzen

Sind Sie im Besitz eines in die Tage gekommenen Druckers mit Parallel-Port-Anschluss, einer Tastatur oder Maus mit PS/2- oder gar Seriell-Port-Anschluss oder eines anderen Geräts, dessen Anschluss inzwischen veraltet ist? Eine Erweiterungskarte ermöglicht die weitere Benutzung dieser Geräte auch mit neueren Notebooks. Verwenden Sie eine PCMCIA-Parallel-Steckkarte oder eine ExpressCard-Seriell-Steckkarte. Die meisten Schnittstellen sind ebenfalls weiterhin mithilfe entsprechender USB-Adapter erreichbar. Ein serieller RS-232-Ausgang wird über eine PCMCIA-Erweiterungskarte bereitgestellt.

Speicherkarten mit Erweiterungskarte auslesen

Speicherkarten sind in Digitalkameras, Camcordern, MP3-Playern, Handys, Smartphones, Navigationsgeräten etc. enthalten. Einige Notebooks sind serienmäßig mit Kartenlesern ausgestattet, die jedoch längst nicht alle Formate lesen und beschreiben können. Ein PCMCIA-Adapter oder ExpressCard-Adapter ist in einem solchen Fall die beste Lösung. Für den USB-Port sind ebenfalls Lösungen erhältlich.

Professionellen Sound dank Erweiterungskarte

Die in Notebooks verbaute Soundkarte entspricht meist nicht der Qualität, die sich ambitionierte Gamer oder professionelle Musiker wünschen. Eine On-Board-Soundkarte kann beispielsweise keine atmosphärischen Effekte übertragen, die bei Spielen für mehr Realismus sorgen. Über die PCMCIA-Schnittstelle oder ExpressCard-Schnittstelle wird eine Soundblaster-Karte angeschlossen. Einschränkungen bei der Wiedergabequalität gehören damit der Vergangenheit an. Ihr Notebook spielt mit der richtigen Erweiterungskarte Dolby-Surround-Sound ab, sodass einem hochwertigen Heimkino-Erlebnis nichts mehr im Weg steht. Professionelle Musiker haben die Möglichkeit, über die Schnittstelle Wandlerkarten zu installieren, die hochwertige Aufnahmen ermöglichen.

Dank Gigabit-LAN-Erweiterungskarte mit Maximalgeschwindigkeit im Internet unterwegs

Viele Netzwerkkarten bieten eine maximale Geschwindigkeit von bis zu 100Mbit/s an. Für den normalen DSL-Anschluss zu Hause reicht das völlig. Eine Gigabit-LAN-Karte hingegen ermöglicht eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 1.000 Mbit/s. Gerade in Firmennetzwerken, aber auch in Ihrem Netzwerk daheim kann so von einer deutlich höheren Geschwindigkeit profitiert werden. Verfügt Ihr Notebook nicht über eine interne Gigabit-LAN-Karte, schaffen Sie mit einer Erweiterungskarte Abhilfe. Dazu eignet sich eine PCMCIA-Ethernet-Karte oder eine ExpressCard-Gigabit-Karte.

Erweiterungskarte für jeden Zweck

Erweiterungskarten für Notebooks schaffen unbegrenzte Möglichkeiten. Nahezu jedes alte Gerät mit einer veralteten Schnittstelle kann dank einer entsprechenden Erweiterungskarte weiterhin genutzt werden. Die serienmäßige Ausstattung eines Notebooks wird ohne großen Aufwand und ohne das Notebook aufschrauben zu müssen erweitert. Bevor in neue Hardware investiert wird, lohnt sich die Überprüfung, ob die vorhandene Hardware nicht mit einer Erweiterungskarte weiter verwendbar bleibt. Wer eine externe Tastatur und Maus, einen Bildschirm, Drucker und Scanner via USB mit seinem Notebook verbinden möchte, stößt sehr schnell an die Grenzen der zur Verfügung stehenden Anschlussmöglichkeiten. Ein USB-Hub schafft Abhilfe, sodass alle Geräte gleichzeitig verwendbar sind. Solch ein Hub wird über einen USB-Port, eine PCMCIA- oder ExpressCard-Steckkarte mit dem Notebook verbunden. Wenn Sie Ihr Notebook vom Schreibtisch entfernen, muss lediglich die Steckkarte oder ein Kabel gezogen werden, und alle angeschlossenen Geräte sind getrennt. Mithilfe der Erweiterungskarten ist ebenso der Anschluss zum Beispiel eines Barcode-Scanners oder eines Kreditkartenlesegerätes an ein Notebook möglich. Bei eBay wird ein umfassendes Sortiment an Erweiterungskarten für jeden Zweck angeboten.

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