Simson AWO 425: Was Sie beim Kauf dieses Oldtimer-Motorrads beachten sollten

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Simson AWO 425: Was Sie beim Kauf dieses Oldtimer-Motorrads beachten sollten

Legendär schon zu Bauzeiten: die AWO 425. Einmaliges Fahrgefühl und voller Maschinensound überzeugen jeden Motorradfan. Das Motorrad kaufen, restaurieren und fahren: Gibt es für Sie ein schöneres Gefühl? In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf eines dieser Motorräder achten sollten. 

 

Der “Dampfhammer“ entstand im Simsonwerk Eisenach auf Anweisung der russischen Besatzer

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel das ehemalige Simsonwerk Suhl in russische Hände. Bis zur Umwandlung in einen volkseigenen Betrieb hieß das Werk AWO. Russisch: Awto-Weloziped, selbstfahrendes Motorrad - das bildete die Vorlage für die Abkürzung AWO. Während dieser Zeit entstand das legendäre Motorrad mit der schmeichelhaften Bezeichnung "Dampfhammer". Ein echtes Stahlross mit zwei Rädern und Kultstatus.

 

Bevor Sie eine alte AWO erwerben, denken Sie an die Kosten der Restauration

Mancherorts steht eine alte AWO noch in der Scheune. Erwerben Sie das Kultmotorrad als baufälligen Oldtimer, liegt vor dem Fahrgenuss die Zeit des Flottmachens. Nach einem ersten Überblick erkennen Sie schnell die Mängel sowie den Aufwand der Restauration. Achten Sie beim Kauf darauf, dass keine wesentlichen Teile fehlen. Zwar sind bei eBay oder Oldtimer-Firmen Originalteile zu finden, doch diese haben ihren Preis. Inzwischen bieten Hersteller Nachbauten von Ersatzteilen wie Zylinderkopf oder Motoren mit Getrieben an. Dennoch bleibt der Wiederaufbau einer alten AWO kostenintensiv.

 

Die Magnetzündung entpuppte sich bereits während der Bauzeit als Schwachpunkt

Bevor Sie sich an das Erlebnis wagen, überdenken Sie den Sinn und Zweck eines Kaufs. Die AWO ist eine alte Maschine, die Baujahre liegen zwischen 1950 und 1963. Obwohl die Auftraggeber eine seitenwagentaugliche Maschine wollten, gilt der Rahmen als labil. Die Elektronik basiert auf sechs Volt. Der Zündmagnet ist eine echte Schwachstelle, die bereits während der Bauzeit auffiel. Die nachträgliche Umrüstung auf Batteriezündung macht von der geladenen Batterie abhängig. Zu empfehlen ist die Ausstattung der AWO mit beiden Zündsystemen. Touren- und Sportvariante der AWO galten schnell als veraltet und zudem als Abklatsch der BMW R 23. Die Technik der 1950er Jahre bezeichnen Fans als einfach und beherrschbar. Dennoch ist es aufwendig, eine AWO fahrtauglich zu halten. Vor Erwerb sollten Sie zwischen Aufwand und Nutzen einer Restauration abwägen.

 

Bei der AWO stecken weitere Besonderheiten im Antrieb

Beim Kauf zu beachten sind ebenfalls die kleinen Besonderheiten der AWO. Wie das direkte Vorgängermodell, die BMW R 23, besitzt die AWO einen Kardanantrieb. Im Gegensatz zum Kettenantrieb erfolgt die Kraftübertragung über die Kardanwelle. An dieser sitzen Kardangelenke, die durch einen Tunnel laufen und so den Vorschub gewährleisten. Kaufen Sie eine AWO 425, achten Sie auf dieses Detail. Die Konstruktion erfordert andere Ersatzteile als ein Kettenantrieb. Nach Kauf und vielleicht aufwendiger Restauration entschädigt der Sound der AWO für jede Mühsal.

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