Sigma 105mm f2,8 EX Makro

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Ich habe mich für meine Vollformat-Digitalkamera mit Nikonbajonett für das Sigma Pendant entschieden und nicht für das angeblich bessere Nikkor Mikro 105mm. Der Grund war rein preislicher Natur, obwohl ich mir da schon einige Gedanken gemacht habe: So eine teure Kamera und nun sparst Du am Objektiv, eigentlich genau der falsche Weg. Aber ich wurde eines besseren belehrt, mittlerweile ist das mein Lieblingsobjektiv, das ich am meisten nutze! Erst aber mal zu den technischen Daten: Bei Vollformatsensoren und analogen Apparaten ist das ein prima Portraitobjektiv mit seinen 105mm, bei Digitalkameras mit kleinerem Chip entspricht es schon eher einem leichten Tele. Die Anfangsöffnung von f2,8 erlaubt auch ein fotografieren bei wiedrigen Lichtverhältnissen, was aber auch eine knappe Schärfentiefe ergibt - bei Portrait gewollt, wenn man alles scharf haben will muss man schon die Blende zuschrauben. Die kleinste Blende ist bei meinem Modell f32, die Modelle für Canon sollen sogar bis zu f45 abblendbar sein. Aber nach einigen Versuchen mit meiner Digitalkamera bei den geschlossenen Blenden kann ich jedem nur abraten solche Blendenwerte zu nutzen, denn es macht sich dann jedes bißchen Staub auf dem Sensor negativ auf dem Bild bemerkbar. Wer viel Zeit hat und Spass hat in Bildbearbeitungsprogrammen die schwarzen Flecken auszustempeln, der kann das tun. Denn Staub auf dem Sensor lässt sich leider nicht vermeiden wenn man Objektive auch mal wechseln möchte. Das Objektiv hat Autofokus, in dem Falle ist der breite Ring am Objektiv im Leerlauf. Stellt man Kamera und Objektiv auf Manuell Fokussieren, dann nutzt man den breiten Ring um bequem scharf zu stellen, was bei der Lichtstärke auch sehr gut und punktgenau funktioniert. Der Autofokus lässt sich auch in kürzere Bereiche einteilen, d.h., dass man der Kamera durch einen kleinen Schalter entweder auf Nahaufnahmen oder auf weitere Obejkte einstellt, der Schärfebereich ist dann begrenzt und die Kamera kann bedeutend schneller scharf stellen und fährt nicht den kompletten Fokusbereich ab. Nun aber zur Praxis: Wie oben schon geschrieben hat das Objektiv nur eine sehr kleine Tiefenschärfe bei Makroaufnahmen und ganz geöffneter Blende. Wer sich also der Makrofotografie widmen will muss auch für viel Licht in Form einer Blitzanlage oder einem Ringblitz sorgen. Ich nutze beides einzeln oder auch in Kombination und bin begeistert um die Ergebnisse. Ohne derart viel Licht komme ich bei einem Abbildungsverhältnis von 1:1 und f2,8 nur auf etwa 1mm Schärfentiefe! Ich nutze deshalb auch draussen bei Makroaufnahmen von z.B. Blüten oder kleinen Tieren ein Ringblitz und kann es jedem nur empfehlen um große Bereiche im Bild scharf zu bekommen. Durch die nicht rotierende Fassung vorne (Innenfokussierung) bleibt der Ringblitz oder auch Filter (Verlaufsfilter/Polfilter) perfekt in Position. Ich habe bisher noch keinen Nachteil des Objektivs entdeckt, es bildet extrem scharf ab, Farben wie Hauttöne werden kräftig und natürlich wieder gegeben. Auch habe ich bisher noch keine Abbildungsfehler feststellen können, keine chromatische Abberation und Verzeichnungsfehler. Das ist halt der große Vorteil von Festbrennweiten gegenüber Zooms, die immer wieder damit zu kämpfen haben. Vorallem ist es auch schön leicht um überall mitgenommen zu werden - weiter entfernte Objekte lassen sich auch bestens mit offener Blende fotografieren, es wird trotzdem alles scharf und super abgebildet. Wer kleine Objekte noch größer fotografieren will, der kann zu dem Objektiv noch passende Nahlinsen dazu kaufen - ich komme dann auf Größen bis zu 4:1 bei sehr guter Bildqualität! Übrigends habe ich das Objektiv hier bei eBay neu gekauft und nutze es zu 90% der Fotos, die ich für meine Waren, die ich zum Verkauf anbiete. Wie schon erwähnt es ist mein Lieblingsobjektiv und ich kann es jedem nur weiter empfehlen. Preis/Leistungsverhältnis: Super. Gut Licht allen, viel Spass und Erfolg Euer Nachtschreck


Nachtrag: Ich wurde kürzlich von einem User angeschrieben, leider verhindert eBay eine Antwort auf seine Nachricht. Deshalb:
Ich habe Hama-Nahlinsen mit +1. +2. und +4. Dioptrin. Wer das nachmachen will, muss damit rechnen, dass man seeeeehr viel Licht benötigt, denn die Schärfentiefe wird knapper und die Qualität sinkt dadurch leider auch beträchtlich. Die Linsen schlucken Licht und die Fotos werden auch etwas unscharf. Bei allen drei Linsen braucht man viel Geduld, denn an ein Ringblitz ist da nicht mehr zu denken und das Objektiv wirft je nach Standort der Blitzanlage auch noch Schatten ;)
Wer also nicht die Grenzen austesten will wie ich, der wird trotzdem mit Nahlinsen glücklich - solange man nicht alle auf einmal drauf schraubt und das arme kleine Tier mit dem Objektiv zerdrückt (fast passiert...). Da aber auch auf Qualität achten, die Linsen müssen einwandfrei sein und die Vergütung muss intakt und gleichmäßig sein.

Viel Spass
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