Siedlerspiele für Anfänger und Fortgeschrittene: gut zu wissen

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Siedlerspiele - Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene

Die Siedler - wachsender Aufbauspaß seit 20 Jahren

Die Wirtschafts- und Aufbausimulation "Die Siedler" hat sich seit ihrem Erscheinen im Jahr 1993 zu einem der bekanntesten und beliebtesten PC-Spiele dieses Genres entwickelt. Generationenübergreifend wird seit 20 Jahren voller Begeisterung gebaut, gewirtschaftet, gekämpft und das erlösende "Portal" gesucht. Der große Andrang hat für bisher sieben Hauptversionen des Spiels gesorgt, hinzu kommen etliche AddOns und Spezialausgaben. Obwohl die Ziele und Vorgehensweisen, die dem Spieler abverlangt werden, zu größten Teilen ähnlich geblieben sind, variieren die unterschiedlichen Versionen jedoch in ihrem Gameplay. Dies macht es Neueinsteigern bei gewissen Editionen schwerer, die unterschiedlichen Aus- und Zusammenwirkungen von Spielentscheidungen zu durchschauen. Mit ausreichend Übung und gewissen Hintergrundinformationen sollte es jedoch auch für den größten Laien in Sachen Aufbausimulation möglich sein, innerhalb kürzester Zeit vom gesamten Spielspaß der Siedler zu profitieren.

Allein oder zu mehreren spielen? Sie haben die Wahl!

Das Besondere an den "Die Siedler"-Spielen ist, dass sie die beiden Komponenten, Einzel- und Mehrspielerfunktion, wunderbar vereinen. Sämtliche Spiele verfügen über ein gut gestaltetes Mehrspieler-System. Dies erlaubt, alleine gegen computergesteuerte Gegner oder zusammen mit Freunden gegeneinander zu spielen. Hierfür ist in jeder Version eine ganze Bandbreite an Mehrspieler-Karten für bis zu acht Spieler verfügbar. Die neuesten Versionen erlauben sogar einen online geführten Mehrspieler-Spaß gegen Freunde und Unbekannte. Des Weiteren besitzen fast alle Versionen einen ausgefeilten Kampagnen-Modus. Dieser dient zum einen dazu, sich mit dem Spiel vertraut zu machen, erlaubt durch eine gut angelegte Story jedoch auch stundenlangen Spielspaß.

Die Siedler 1: Das Abenteuer beginnt

Im Jahre 1993 haben es sich die Entwickler von UbiSoft zur Aufgabe gemacht, den Markt für Aufbausimulationen grundlegend zu revolutionieren. Mit der ersten Ausgabe aus der "Die Siedler"-Reihe gelang es bereits 1993, die Spieler zu begeistern. Mit einer einfach gehaltenen Grafik und einem simplen Gameplay (steuerbar mit Maus, Tastatur oder Joystick) gelang es, die bewegende Geschichte der Siedler ins Rollen zu bringen. Die Siedler 1 widmet sich allein dem Mehrspielerspaß, eine Kampagne ist in dieser Version noch nicht enthalten. Der Mehrspieler-Modus verfügt über keine festen Karten, das Spiel-Szenario wird von Spiel zu Spiel neu und zufällig generiert. Diese Generierung erfolgt jedoch basierend auf einer Zahlenkombination, die ein erneutes Spielen oder Weitergeben der bereits generierten Karten ermöglicht.

Einzigartig ist jedoch die Art des Mehrspieler-Spaßes. Um zusammen zu arbeiten oder sich gegenseitig zu bekriegen, ist es bei "Die Siedler 1" nicht unbedingt notwendig, zwei verschiedene PCs zu verbinden. Den Spielern wird die Möglichkeit geboten, an einem PC zusammen zu arbeiten und die Aufgaben untereinander aufzuteilen, um so besser und schneller zum Erfolg zu kommen. Ein Splitscreen ermöglicht auch das Wetteifern gegeneinander am selben Computer. Das Gameplay ist auch insgesamt sehr simpel gehalten. Mit 20 Berufsgruppen und fünf verschiedenen Ritterstufen erlaubt "Die Siedler 1" ein einfaches und überschaubares Spielvergnügen.

Die veraltete Grafik, das wenig komplexe Gameplay und die nicht vorhandene Kampagne lassen das Spiel für heutige Verhältnisse natürlich sehr an Spielspaß einbüßen. Auch ist das für MS-DOS entwickelte Game auf den meisten heutigen PCs nicht mehr spielbar. Jedoch hat sich "Die Siedler 1" im Laufe der Jahre zu einem echten Sammlerstück entwickelt. Begeisterte des "Die Siedler"-Kults wissen die erste Version der Siedler-Reihe gerne in ihrem Besitz.

Die Siedler 2: Die Geschichte nimmt ihren Anfang

Die zweite Ausgabe der "Die Siedler"-Reihe avancierte schnell zum beliebtesten Teil der gesamten Serie. Auch heute noch gilt "Die Siedler 2" aus dem Jahre 1996 als das meist gespielte "Die Siedler"-Game. Der Originaltitel "Die Siedler 2 - Veni, Vidi, Vici" verfügt als Erstes über eine ausgebaute Kampagne, welche die Geschichte vom in einer fremden Welt gestrandeten Volk von Kaiser Octavian erzählt. Ziel des Spieles ist, die wirtschaftliche und vor allem militärische Stärke des eigenen Volkes auszubauen und in Besitz des "Portales" zu gelangen, welches das Volk in die nächste Welt teleportiert, allerdings aber meistens im Besitz des Feindes ist. Sowohl im Mehrspieler- als auch im Kampagne-Modus treten erstmals verschiedene Völker auf. In der Kampagne trifft der Spieler als angehöriger des Römer-Volkes auf andere Römer, Wikinger, Asiaten und Nubier. Im Mehrspieler-Modus darf der Spieler auch selbst unter den vier Völkern wählen, die sich allerdings nur in ihrem Aussehen unterscheiden. Das Gameplay ist im Vergleich zur Vorgänger-Version um einige Komponenten erweitert. So hat sich der Spieler um weitere Gebäude und Wirtschaftszweige zu kümmern, in der Hauptkampagne ist auch erstmals die Schifffahrt verfügbar.

Aufgrund des großen Andrangs und den Forderungen vieler "Die Siedler"-Fans entschieden sich die Entwickler im Jahre 2006 dazu, mit "Die Siedler 2 - Die nächste Generation" das Kultspiel um eine Neuauflage zu erweitern. Die neue Version ist auch auf den neuesten Betriebssystemen spielbar und verfügt über eine überarbeitete Grafik. Am Gameplay hat sich nichts geändert, lediglich die Kampagne wurde ein wenig umgestaltet. Bei der Originalversion von "Die Siedler 2 - Die nächste Generation" wurde auf das Volk der Wikinger verzichtet, diese lassen sich aber über das später nachgereichte AddOn "Die Siedler 2 - Die nächste Generation: Wikinger" hinzufügen.

Seit 2007 ist die zweite Edition der "Die Siedler"-Reihe auch auf dem Nintendo DS unterwegs spielbar. "Die Siedler DS" entspricht original der PC-Version, jedoch verfügt es über keinen Multiplayer-Modus.

Die Siedler 3: Bewegungsfreiheit für die Siedler

Beim dritten Teil der "Die Siedler"-Serie gewinnt das Spiel erstmals an Bewegungs-Dynamik für die kleinen Siedler. Diese bewegen sich nicht mehr strikt auf den gebauten Straßen von Fahne zu Fahne wie bei den Vorgänger-Editionen, sondern laufen frei von Haus zu Haus. Auch die Militär-Einheiten greifen nicht mehr selbstständig die ausgewählten Häuser des Gegners an und warten auf Duellpartner. Mit Nah-und Fernkampfeinheiten kann der Spieler bei "Die Siedler 3" das Offensivspiel taktisch selbst mit beeinflussen. Gespielt wird auch in der Kampagne abwechselnd mit und gegen die Völker der Römer, Ägypter und Asiaten. Erstmals verfügen die verschiedenen Völker auch über unterschiedliche Gebäude, Arbeiter, Wirtschaftszweige und Soldaten, was diese Edition weitaus komplexer als die Vorgänger-Versionen gestaltet. Mit dem AddOn "Die Siedler 3 - Die Amazonen" lässt sich das Spiel zusätzlich noch um das Volk der Amazonen erweitern. Außerdem wird das Gameplay durch einen "Götterfaktor" ergänzt. Angelehnt an die neue Kampagne müssen die Götter der Völker bei Laune gehalten werden, um militärische Fortschritte zu erzielen.

Die Siedler 4: Der Kampf geht weiter

Für die vierte Ausgabe der "Die Siedler"-Reihe haben sich die Entwickler größtenteils an der Vorgängerversion orientiert. Mit einer höheren Auflösung und verbesserten Grafik wirkt das Äußere von "Die Siedler 4" um einiges ausgearbeitet. Kleine Spieldetails, die zusätzlich hinzugefügt wurden, erweitern sowohl den Spielspaß als auch die Komplexität, was es Anfängern des Genres erschwert, sich schnell einzufinden. Hinzu kommt außerdem das "Dunkle Volk". Dieses ist jedoch nur vom KI spielbar. Mit dem AddOn "Die Siedler 4: Die Neue Welt" stehen dem Spieler die vier Völker der Römer, Wikinger, Mayas und Trojaner zur Auswahl.

Die Siedler 5: Die soziale Komponente rückt in den Mittelpunkt

Die fünfte Version von "Die Siedler", "Die Siedler - Das Erbe der Könige" unterscheidet sich erstmals grundlegend von allen Vorgängerversionen. Der Schwerpunkt des Spiels liegt nicht mehr auf dem Aufbau einer großen Wirtschaft und funktionierender Warenkreisläufe, sondern auf den Siedlern selbst. Diese müssen mit Nahrung und Schlafplätzen versorgt werden, um bei Laune gehalten zu werden. Der Spieler hat sich um insgesamt rund 60 verschiedene Arbeiter und Soldaten zu kümmern. Weiterhin verfügt die fünfte Edition als erste "Die Siedler"-Version über eine ausgefeilte 3D-Grafik, was den bisher charakteristischen "Wuselfaktor" der "Die Siedler"-Spiele verdrängt. Das völlig veränderte Gameplay ermöglicht auch unerfahrenen Spielern einen einfachen Einstieg. Für "Die Siedler - Das Erbe der Könige" sind auch zwei AddOns erhältlich, die das Spiel unter anderem um einen Karten-Editor erweitern. So ist es dem Spieler erstmals möglich, eigene Karten zu erstellen und im Internet weiterzugeben.

Die Siedler 6: Wichtig ist das Volk

Ähnlich wie bei der fünften Edition ist die wirtschaftliche Komponente bei "Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs" eher Nebensache. Die wirtschaftlichen Zusammenhänge sind sehr vereinfacht, es wird verstärkt Wert auf die Entwicklung des eigenen Volkes gelegt. Der Spieler muss auf seine Bevölkerung achten und diese unbedingt bei Laune halten, um Proteste zu vermeiden. Hierzu muss auf ausreichend Nahrung, Sauberkeit, Unterhaltung und Kleidung geachtet werden. Des Weiteren arbeitet "Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs" erstmals mit Klima- und Jahreszeitenwechseln. Aufgrund der simplen Wirtschaftsfaktoren und der Nähe zu sozialen und familiären Angelegenheiten fungiert auch die sechste Version von "Die Siedler" als einfachere Einstiegsversion.

Die Siedler 7: Back to the Roots

In der siebten und bisher letzten Version besinnen sich die Entwickler wieder auf das originale Spielprinzip, das die Spieler noch von den Teilen eins bis vier kennen. In den Mittelpunkt rücken wieder wirtschaftliche Produktions- und Warenketten. Als neue Komponente wird bei "Die Siedler 7" der technologische Fortschritt eingeführt. Der Spieler kann verschiedene Schwerpunkte im Spiel setzen und so neue Technologien in Handel, Wissenschaft und Militär erhalten. Dies ermöglicht erstmals das Gewinnen des Spiels, ohne zwangsläufig zur militärischen Supermacht aufzusteigen.

Weiterhin verfügt "Die Siedler 7" über eine ausgearbeitete Online-Mehrspieler-Funktion. Da diese bei der Ursprungsversion mit einigen Fehlern behaftet ist, sollten Onlinespiel-Begeisterte auf das AddOn "Die Siedler 7: Gold Edition" zurückgreifen. Hier ist das Onlinespiel überarbeitet und wird durch per Download erhältliche Zusatzpakete fortlaufend ergänzt.

Hilfe für Einsteiger und Verbesserungswillige

Viele der "Die Siedler"-Spiele sind sehr komplex und das Vergessen von Kleinigkeiten kann oftmals die gesamte Wirtschaft lahmlegen. Um derartige Probleme im Spiel zu vermeiden, wird vor allem Neulingen des Genres das Nutzen von Hand- und Lösungsbüchern nahegelegt. Diese erklären, worauf es zu achten gilt, und geben wichtige Hilfestellungen bei kniffligeren Momenten im Kampagnen-Modus.

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