Siebträger-Espressomaschinen: So kochen Sie Kaffee gerne unter Hochdruck

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Siebträger-Espressomaschinen: So kochen Sie Kaffee gerne unter Hochdruck

Für Kaffeegenießer ist besonders der aus Mailand stammende Espresso von großer Beliebtheit. Der Name geht vermutlich auf die Zubereitungsweise zurück. Bei der Zubereitung von Espresso wird heißes Wasser mit hohem Druck durch fein gemahlenes Kaffeepulver gepresst. Um den optimalen Espresso-Genuss zu erhalten, sind jedoch einige Kriterien zu beachten. Dazu gehört nicht nur die Auswahl der richtigen Kaffeebohnen, sondern auch die Menge und der Mahlgrad an Kaffeepulver und vor allem eine geeignete Kaffeemaschine.

Eine kurze Geschichte der Espressomaschine

Die erste Espressomaschine führte der Italiener Angelo Moriondo 1884 ein. Er hatte die Idee, die Wartezeiten der Gäste in Kaffeehäusern zu verkürzen. Seine Maschine bestand aus einem großen Wasserkessel, der das Wasser unter Druck durch das Kaffeepulver drückte. Im Vergleich zu heutigen Espressomaschinen war der Druck jedoch um das sechsfache geringer. Im Jahr 1906 brachte Desiderio Pavoni eine modernere Variante auf den Markt. Bis heute sind noch viele Teile dieser Erfindung in den Maschinen enthalten. Pavoni gelang es zwar, viel Kaffee in kurzer Zeit herzustellen, allerdings war der Druck immer noch nicht ausreichend. Dies führte dazu, dass der Kaffee einen sehr bitteren und verbrannten Beigeschmack hatte. 1938 verdrängte dann schließlich die Maschine von Achille Gaggia die Pavoni-Maschinen. Ihr Vorteil lag darin, dass sie statt Dampf Wasser für die Zubereitung des Espressos nutzte. Durch einen Federkolben entstand nun auch erstmals ein Druck, der auch den heutigen Espressomaschinen entspricht. Der Federkolben konnte mittels eines Hebels aktiviert werden. Durch den hohen erzeugten Druck entstand erstmalig auch eine Crema. Dennoch stellten sich weiterhin einige Probleme in den Vordergrund. Da der Hebel beispielsweise manuell betrieben wurde, war der Druck stark abhängig von der Kraft, die aufgewandt wurde. Somit war es nahezu unmöglich, gleichmäßige Ergebnisse zu erzielen.
Diesen Problemen konnte erst im Jahr 1961 Abhilfe geschafft werden, mit der Faema E61. Bei dieser Espressomaschine wurde der manuelle Hebel durch eine Pumpe ersetzt, die dafür sorgte, dass das Wasser genug Druck aufbaute. Dadurch konnte ein gleichbleibender Druck und somit auch eine gleichmäßige Zubereitung garantiert werden. Für eine Zubereitung mit relativ geringem Arbeitsaufwand und einem qualitativ ansprechendem Ergebnis sind heutzutage sogenannte Siebträger-Espressomaschinen vorteilhaft. Je nach Hersteller unterscheiden sich die Maschinen in ihrer Funktionsweise und natürlich auch im Design. Für Ihre individuellen Bedürfnisse wird eine große Auswahl an Siebträger-Espressomaschinen geboten. Die Produktpalette reicht dabei über verschiedenstes Zubehör bis zu zahlreichen Farbvarianten, wie beispielsweise roten Espressomaschinen oder weißen Espressomaschinen.

Funktionsweisen der Siebträgermaschinen

Im Allgemeinen werden bei Siebträgermaschinen zwei Funktionsweisen unterschieden. So gibt es Einkreismaschinen und Zweikreismaschinen. Bei einer Einkreismaschine wird das Wasser sehr schnell erhitzt. Wünscht man jedoch Milchschaum, so erhöht sich die Zubereitungszeit, da das Wasser zunächst auf ungefähr 120 °C erwärmt wird. Da die optimale Trinktemperatur eines Espressos bei 95 °C liegt, ist die Dauer beim Zubereiten von mehreren Kaffees hintereinander verlängert. Nach der Benutzung müssen Einkreismaschinen entlüftet werden. Wird also das Trinken von Espresso ohne Milch bevorzugt, sind diese Maschinen gut geeignet. Einkreismaschinen werden beispielsweise von den Herstellern Gaggia und AEG angeboten und sind auch bei eBay erhältlich.

Wenn Sie Ihren Kaffee gern mit Milch genießen, so sind Zweikreismaschinen im Vergleich zu Einkreismaschinen von Vorteil. Denn bei Zweikreismaschinen findet die Erhitzung für Kaffee und Milch gleichzeitig statt. Zusätzlich kann durch einen höheren Druck ein besserer Milchschaum hergestellt werden und das Entlüften erübrigt sich bei diesen Maschinen. Zweikreismaschinen sind zum Beispiel von den Herstellern Saeco und DeLonghi zu erhalten.

Der Siebträger einer Espressomaschine

Der Siebträger einer Espressomaschine enthält das gemahlene Kaffeepulver. Wichtig bei einem Siebträger ist das Material. Ein stabiles Material ist für die Wärmespeicherung und natürlich für die Haltbarkeit verantwortlich. Es gibt Siebträger, die eher für den privaten Gebrauch geeignet sind und Siebträger, die eher im gastronomischen Bereich eingesetzt werden. Der Unterschied besteht darin, dass Siebträger, die für den privaten Haushalt gedacht sind, den benötigten Druck selbst aufbauen, wohingegen der Kaffee durch Siebträger im gastronomischen Bereich stärker vom Tampern beeinflusst wird.

Die Druckpumpe einer Siebträgermaschine

In den meisten Fällen sind Siebträgermaschinen mit einer elektrischen Druckpumpe ausgestattet. Es gibt aber auch Maschinen, bei denen der Druck manuell durch einen Hebel erzeugt wird. Diese werden als Handhebelmaschinen bezeichnet. Im Vergleich sind Siebträgermaschinen zu bevorzugen, da diese mit weniger Zeitaufwand und einer einfacheren Handhabung verbunden sind. Sie sollten bei den Druckpumpen vor allem darauf achten, dass diese qualitativ hochwertig sind, da es sonst zu unnötigem Lärm bei der Benutzung des Gerätes kommen kann. Eine Druckleistung von mindestens neun bar ist optimal für die Zubereitung.

Brühgruppe und Wassertank der Siebträgermaschine

Der Brühgruppenkopf ist der Teil der Maschine, in die der Siebträger nach Befüllung eingesetzt wird. Mit Hilfe der Brühgruppe wird das erhitzte Wasser aus dem Kessel zum Kaffeepulver transportiert und möglichst gleichmäßig darüber verteilt. Durch diesen Mechanismus wird das Wasser häufig auf die optimale Temperatur von 95 °C gebracht, entweder durch Erhitzen oder Abkühlen.

Der Wassertank enthält das für die Zubereitung des Espressos benötigte Wasser. Um für eine hygienisch einwandfreie Reinigung zu sorgen, sind abnehmbare Wassertanks, sowie abnehmbare Abtropfbehälter zu bevorzugen. Durch die Beseitigung aller Rückstände kann eine Vermehrung von Bakterien vermieden werden.

Der Kessel einer Siebträger-Espressomaschine

Der Prozess der Wassererhitzung ist abhängig vom Material, der Größe und der Wanddicke des Kessels. Ein Kessel aus Stahl oder Messing ist beispielsweise für eine länger andauernde Speicherung der Wärme geeignet. Kleinere Kessel, wie sie in Einkreismaschinen üblich sind, heizen sich schneller auf. Bei größeren Kesseln wird oftmals ein Wärmetauscher eingesetzt, um ein zügiges Erhitzen zu garantieren. Der Wärmetauscher befindet sich innerhalb des Kessels und ist röhren- oder kapselförmig. Das Wasser wird dabei vom Tank über den Wärmetauscher in den Brühkopf geleitet. Während sich das Wasser im Wärmetauscher befindet, wird es vom umgebendem Kesselwasser erwärmt.

Der Tamper einer Siebträgermaschine

Ein Tamper dient dazu, das Kaffeepulver bzw. Kaffeemehl im Siebträger zu verdichten. Durch die Komprimierung können die Aromen des Kaffees optimal extrahiert werden.

Meistens werden die Tamper manuell benutzt, nur selten sind sie bereits in die Espressomaschinen eingebaut. Manuelle Tamper sind in unterschiedlichsten Materialien zu erwerben, wie beispielsweise Aluminium, Holz, Kunststoff oder auch Edelstahl. Damit das Kaffeepulver an allen Stellen gleichmäßig verdichtet wird, sollte der Tamper genau dem Durchmesser des Siebträgers entsprechen. Wird der Kaffee nicht gleichmäßig komprimiert, kann es dazu kommen, dass das Wasser durch die Stellen mit dem geringsten Widerstand läuft und der Kaffee nicht richtig extrahiert wird. Das Aussehen und die Form von Tampern können mitunter stark voneinander abweichen. Die Entscheidung, welcher Tamper sich am besten eignet, ist dabei jedem selbst überlassen. Bei Siebträger-Espressomaschinen ohne integrierten Tamper wird dieser im Allgemeinen mitgeliefert.

Die Röstung der Kaffeebohnen für den Espresso

Kaffeebohnen, die für die Zubereitung von Espresso verwendet werden, unterscheiden sich lediglich in ihrer Röstung. Espressobohnen werden dunkler geröstet als Bohnen für den herkömmlichen Kaffee. Durch eine dunkle Röstung kommt es zu einem erhöhten Koffeinverlust der Bohne und einer geringeren Menge an Kaffeesäure.

Beim Röstungsvorgang werden die Bohnen Temperaturen von 100 °C bis zu fast 300 °C und enorm hohem Druck ausgesetzt. Das noch in den Kaffeebohnen enthaltene Wasser entweicht bei der Röstung, da die Bohnen durch die Erhitzung aufplatzen. Die Röstzeit, die Temperatur und die Art der Bohne beeinflussen die spätere Entwicklung von Geschmack und Aromen. Kaffeebohnen, die sich für einen Espresso eignen, werden auf circa 225 °C erhitzt. Die dunkle Färbung der Bohnen kommt durch die sehr lange Röstzeit zustande. Bei der Röstung ist der Koffein- und Kaffeesäureverlust zwar höher, jedoch findet die Röstung von Espressobohnen unter Verwendung von weniger Wasser statt, sodass der Koffeingehalt schließlich wieder höher ist als bei einer helleren Röstung.

Tipps zum Umgang mit einer Siebträger-Espressomaschine

Bevor Sie den Espresso richtig genießen können, sollten noch einige Punkte bei der Vorbereitung und Zubereitung beachtet werden. Wenn Sie die Siebträger-Espressomaschine zum ersten Mal benutzen, sollte die Maschine zunächst mit heißem Wasser durchgespült werden. Somit wird eine negative Beeinflussung des Geschmacks vermieden. Im nächsten Schritt sollte unbedingt die Tasse vorgewärmt werden, da Espresso am besten sehr heiß getrunken wird. Dies kann entweder durch das Ausspülen der Tasse mit heißem Wasser aus der Dampfdüse erfolgen. Manche Maschinen sind auch mit einer Tassenaufwärmplatte ausgestattet.

Weitere Kriterien, die zu einem unerwünschten Geschmack führen können, sind folgende: Die Menge des Kaffeepulvers, der Mahlgrad, die Qualität der Kaffeebohnen und des Wassers sowie die richtige Temperatur und der optimale Druck des Wassers. Sind die Kaffeebohnen beispielsweise nicht mehr frisch oder ungeeignet für die Zubereitung von Espresso, so kann dies zu einem sauren und wenig aromatischem Geschmack führen. Auch der falsche Mahlgrad kann sich negativ auf den Geschmack ausüben. Generell gilt, dass das Kaffeepulver weder zu grob noch zu fein gemahlen sein sollte. Ist das Pulver beispielsweise zu fein, braucht das heiße Wasser viel länger, um durch das Sieb hindurch zu gelangen. Dadurch werden viel mehr Bitterstoffe extrahiert und es entsteht keine entsprechende Crema. Um eine gute Crema zu erzeugen, ist neben dem Mahlgrad auch auf die Temperatur zu achten. Ist die Brühtemperatur zu hoch oder zu niedrig, so ist auch die Crema zu dunkel beziehungsweise zu hell. Eine zu geringe Menge an Crema ist meist auf die Frische der Kaffeebohnen oder eine Verunreinigung der Maschine zurückzuführen.

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