Sichtschutz und Abgrenzung in Garten, Terrasse oder Schrebergarten

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Zaungäste? Tipps zu Sichtschutz und Abgrenzung in Garten, Terrasse oder Schrebergarten

Manchmal möchte man unter sich sein – zum Beispiel im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Damit Sie sich vor lästigen und neugierigen Blicken schützen können, gibt es Abgrenzungen, hinter denen Sie tun und lassen können, was Sie möchten. Die Produkte sind modern und sehen gut aus, denn schließlich fühlt sich hinter Barrikaden oder eintönigen Betonwänden niemand wohl. In diesem Ratgeber geben wir Ihnen zahlreiche Tipps zum Thema Sichtschutz für Garten, Terrasse und Balkon.

Bambusmatten als Sichtschutz

Der wohl am häufigsten verwendete Sichtschutz ist Bambus. Aus dem Material werden Matten gefertigt, die Sie nur noch auseinanderrollen und befestigen müssen. Bambusmatten sind kostengünstig und sind über verschiedene Gesellschaftsschichten verteilt. In der kleinsten Studentenbude bis hin zu großen Edel-Terrassen wurden Bambusmatten schon als Sichtschutz eingesetzt. Das natürliche Material hat Charme und hilft dabei, Ihre persönliche grüne Oase zu erschaffen.

Bambuspflanzen als Sichtschutz

Doch nicht nur Bambusmatten, sondern auch Bambuspflanzen bieten Schutz vor neugierigen Blicken. Viele Fargesien-Bambussorten sind für die Kübelhaltung geeignet. Je nachdem, wie viel Platz die Gewächse haben, können sie bis zu fünf Meter hoch werden. In einem Kübel wird sich das Wachstum aber in Grenzen halten – normal sind circa zwei bis drei Meter. Das Blattwerk der Pflanzen ist sehr dicht. Wenn Sie einige Exemplare nebeneinander stellen, haben Sie einen lebenden und natürlichen Sichtschutz, den Sie sowohl auf Balkonen auch als auf Terrassen oder in Gärten einsetzen können.

Bambus ist pflegeleicht und verträgt sonnige als auch schattige Standorte. Die meisten Fargesien-Sorten, wie zum Beispiel Fargesia Rufa, sind winterhart. Wenn Sie in einem entsprechend geschützten Gefäß wachsen, vertragen sie sogar Temperaturen von bis zu -26 Grad Celsius. Allerdings sollte der Bambus aus dem kalten Wind genommen werden und zum Beispiel direkt an einer Hauswand stehen.

Kletterpflanzen sorgen für Grün

Auch Kletterpflanzen eignen sich als Sichtschutz. Es gibt einjährige Schnellkletterer, die innerhalb eines Jahres enorm wachsen. Wenn Sie etwas mehr Geduld haben, können Sie auch mehrjährige Pflanzen verwenden, die langsame Kletterer sind. Wenn Sie beide Sorten mischen, entsteht ein vielseitiger und ganzjähriger Sichtschutz. Alle Kletterpflanzen benötigen aber eine Rankhilfe, die aus einem Rankgitter oder einem Drahtgeflecht bestehen kann. Auf dem Balkon können Sie die Pflanzen in Kübeln unterbringen, im Garten direkt in der Erde. Einjährige Pflanzen sind zum Beispiel Ballonwein, Duftwicke oder japanischer Hopfen. Mehrjährige Kletterer sind Waldreben, Efeu oder Wein. Zwischen die Kletterer können Sie noch Himbeeren oder Brombeeren pflanzen, sodass der Sichtschutz sogar Früchte trägt.

Für Geduldige: Hecken

Noch langsamer als Kletterpflanzen wachsen Hecken, die wie andere Pflanzen auch für mehr tierisches Leben im Garten sorgen. Um einen möglichst natürlichen Look zu erreichen, sollten Sie verschiedene Heckenpflanzen kombinieren. Wenn Sie eher ein ordentliches Aussehen Ihrer Hecke bevorzugen, können Sie diese regelmäßig trimmen und zurechtschneiden. Buchsbaum, Wacholder, englischer Lorbeer, Eibe oder Stechpalme eigenen für die Heckenpflanzung. Denken Sie immer daran, dass eine Hecke pflegebedürftig ist und sich nicht so einfach aufstellen lässt wie ein Gartenzaun.

Für Ungeduldige: Gartenzäune

Die wohl schnellste Methode, einen Sichtschutz zu schaffen, ist das Bauen eines Zauns. Zäune halten die Blicke Ihrer Nachbarn von Ihrem Grundstück fern und schaffen einen privaten Raum, in dem Sie sich wohlfühlen können. Damit dies gelingt, eignen sich am besten natürliche Materialien wie Holz. Hinsichtlich des Stils sollte der Zaun Ihr Haus ergänzen.

Bevor Sie im Garten alles niederreißen, um einen Zaun zu bauen, nehmen Sie ihn genau unter die Lupe. Achten Sie auf natürlich Strukturen, die zum Bau genutzt werden können. Kleine Hügel lassen sich bestens in den Zaun integrieren und es entsteht eine ansprechende Wellenform. Bereiche neben der Garage oder dem Haus eignen sich, um dort einen Patio-Bereich unterzubringen. Über die Holzstreben des Patios können dann Pflanzen wachsen und es entsteht langsam eine grüne Oase. Ihr neuer Holzzaun kann zum Beispiel aus Holzbauteilen bestehen, die Sie selbst aufbauen können. Die Zaunelemente lassen sich auf verschiedenste Weise zusammenfügen und sind am Stück erhältlich. Denken Sie aber auch daran, dass sie unter Umständen Gartentore kaufen müssen.

Für Eilige: Gabionen

Sehr flexibel einsetzbar und dennoch massiv und sicher sind Gabionen der ideale Sichtschutz für alle, die es pflegeleicht und modern mögen. Die mit Steinen gefüllten Drahtkörbe lassen sich nicht nur als Abgrenzung und Sichtschutz nutzen, sondern sind auch echte Könner am Hang. Sie stützen und sichern auch steile Hanglagen und eignen sich ebenso zur Gestaltung des Gartens.
Wenn Sie Gabionen kaufen möchten, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Formen und Größen und auch die Füllung kann oft frei gewählt werden. Einfüllen lassen sich alle Steine ganz nach persönlichem Geschmack. Ob gelber Sandstein oder grauer Granit, ob wenige große oder viele kleine Steine, Gabionen lassen sich recht individuell gestalten und an den Stil des Gartens anpassen. Gabionen eignen sich als Zäune, als Bänke, Pflanztöpfe oder Hochbeete. Als Sichtschutz im Garten sind sie besonders attraktiv, wenn sie mit Holz kombiniert und leicht mit Blühpflanzen bewachsen sind. 
 

Klärende Gespräche vor dem Baustart

Bei dem Bau eines massiven Zauns sollten Sie sich vorher beim Stadt- oder Gemeindeamt erkundigen, ob es Einschränkungen gibt. Auch ein Gespräch mit den Nachbarn ist sinnvoll, um späteren Ärger zu vermeiden. Je massiver und höher der Zaun, desto windanfälliger ist er. Daher sollte ein hoher Zaun professionell aufgebaut werden. Notfalls lassen Sie sich von einem Fachmann beraten.

Beschattung und Sichtschutz in einem Produkt

Auch Sonnensegel oder Sonnenschirme können als Sichtschutz dienen. Gerade für Balkone und Terrassen sind die Produkte eine praktische und optisch ansprechende Möglichkeit, sich vor Blicken zu schützen und ein wenig Privatsphäre zu schaffen. Noch dazu spenden sie Schatten. Klassische Sonnensegel sind meist dreieckig und sehen modern aus. Sie können unterschiedliche Seitenlängen haben, gleichwinklig oder gleichschenklig sein.

Tipps zum Befestigen eines Sonnensegels

Bei der Montage eines Sonnensegels sollten Sie immer einen Neigungswinkel einbauen. Denn sowohl bei regendichten als auch bei wasserdurchlässigen Produkten können sich nach starkem Regen Wasseransammlungen bilden. Wenn sich viel Wasser ansammelt, stehen die Segel sowie die Befestigungsschnüre gewaltig unter Spannung. Wenn Sie einen Neigungswinkel bei der Montage eingebaut haben, kann das Wasser abfließen und sammelt sich nicht auf dem Segel. Das Gefälle sollte in etwa 30 Prozent betragen. Denken Sie daran, dass das Gefälle möglichst in eine Richtung geht, in der Sie das Wasser nicht stört. Denn ein Gefälle direkt vor der Balkontür zu haben, kann unangenehm werden. Optimale Befestigungspunkte sind immer in der Verlängerung der Symmetrieachsen. Dort sind seitens der Hersteller fast immer die Befestigungen angebracht.

Wenn Sie Ihr Sonnensegel im Garten aufbauen, können Sie Pfosten zur Befestigung verwenden. Wenn die Pfosten nach außen hin geneigt sind, sieht das Segel optisch noch ansprechender aus. Um für eine optimale Stabilität zu sorgen, können Sie die Pfosten im Garten auch einbetonieren. Bevor Sie das Segel spannen, sollte der Beton mindestens zwei Tage aushärten. Denken Sie bei der Montage an eine geeignete Höhe für das Segel. Auch das größte Familienmitglied sollte bequem unter dem Sichtschutz stehen können.

Tipps zum Kauf von Sonnenschirmen

Bei Sonnenschirmen gibt es zwei Varianten: Ampelschirme und Mittelstockschirme. Bei Ampelschirmen befindet sich der Mast außerhalb des Schirmdaches. Diese Schirme lassen sich fast immer neigen und drehen. Daher sind sie als Sichtschutz besser geeignet als klassische Sonnenschirme, denn Sie können die Produkte in eine bestimmte Richtung neigen und sich so abschirmen. Für Balkone sind halbrunde Sonnenschirme geeignet. Sie sind an einer Seite gerade und können daher direkt gegen die Wand gestellt werden. So bieten Sie optimalen Schutz. Am einfachsten lassen sich diese Produkte mittels Wandhalterungen befestigen. So verlieren Sie keinen Platz durch klobige Schirmständer.

Markisen als Alternative zu Sonnensegeln

Klassische Markisen sind ebenfalls als Sicht- und Sonnenschutz geeignet. Im Gegensatz zu Segeln oder Schirmen sind die Produkte teurer. Der Vorteil von Markisen liegt klar auf der Hand, denn bei Kassettenmarkisen werden Tuch und Gelenkarme vor Wind, Wasser und Schmutz geschützt, wenn Sie eingerollt sind. Allerdings sollte eine Markise vor dem Verstauen immer vollständig trocknen. Wenn es geregnet hat oder Sie die Markise gereinigt haben, rollen Sie den Stoff nicht auf. Denn auf dem feuchten Tuch können sich Schimmel oder Stockflecken bilden. Im Winter bleibt die Markise einfach geschlossen und wird in der Kassette vor Witterungseinflüssen geschützt. Hartnäckige Flecken wie Vogelkot können Sie mit einem Schwamm und ein wenig Feinwaschmittel selbst entfernen.

Textilbahnen für den Balkon

Eine preisgünstige Variante, um Ihren Balkon vor Blicken von unten zu schützen, sind Textilbahnen. Die Produkte gibt es in den verschiedensten Farben und Längen. In die Bahnen sind Ösen eingearbeitet, die Sie verwenden können, um den Stoff an die Brüstung zu knoten. Daher lässt sich dieser Sichtschutz schnell anbringen – und auch im Handumdrehen rückstandslos wieder entfernen. Von der Straße oder anderen unten gelegenen Balkonen aus kann nach der Befestigung niemand mehr auf Ihren Balkon blicken – und trotzdem können Sie noch die Sonne genießen.

Balkon-Sichtschutz für die Seiten

Ein Buch lesen, Mittagessen oder Sonnenbaden ist viel angenehmer, wenn man dabei nicht beobachtet wird. Für Balkone gibt es Produkte, die vor neugierigen Blicken von Nachbarn schützen. Sie werden an der Seite angebracht, sodass Sie nach vorne noch genügend Licht und Sonne abbekommen.

Die einfachste Möglichkeit sind Balkonrollos, die wie ein normales Rollo für den Innenbereich funktionieren. Die Rollos sind allerdings nicht wetterfest und flattern bei Wind herum. Daher sollten Sie die Modelle immer zusammenrollen, wenn Sie für längere Zeit den Balkon verlassen. Wetterfeste Varianten schützen nicht nur vor den Blicken Ihrer Nachbarn, sondern auch vor Wind und Regen. Glas- oder Kunststoffwände können an den Seiten eingezogen werden. Allerdings müssen diese Produkte mit der Hauswand verschraubt werden, weshalb Sie als Mieter vor dem Anbringen eine Genehmigung des Vermieters einholen sollten.

Paravents schaffen Privatsphäre

Eine Alternative sind Paravents. Bohrmaschine und Schrauben werden bei den Produkten nicht benötigt, denn Paravents werden einfach aufgestellt. Es gibt sie mit Stoffüberzügen oder aus Holz – die meisten Produkte sind auch für den Innenbereich geeignet. Mit dem Aufstellen eines Paravents schaffen Sie sich Privatsphäre und können die Produkte ganz nach Wunsch jederzeit wieder abbauen oder schlichtweg anders positionieren. Wenn Sie wetterfeste Modelle dauerhaft auf der Terrasse oder dem Balkon anbringen möchten, können Sie den Sichtschutz an der Hauswand befestigen, sodass er selbst bei Wind stehen bleibt.

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