Sicherheitsdatenblätter Folge 2

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Dieser Ratgeber behandelt den Inhalt der Gliederungspunkte 1 bis 4 von Sicherheitsdatenblättern.

Sicherhaltsdatenblätter sollen dem beruflichen Anwender wichtige Informationen über Handhabung, mögliche Gefahren und Gefährdungen, über die Prävention und über das Verhalten im Gefahrenfall geben.

Im Gliederungspunkt 1 erfahren Sie alle nötigen Angaben zur Bezeichnung des Stoffes bzw. der Zubereitung, wer der Lieferant (Inverkehrbringer) ist, wie er erreichbar ist. Wichtig ist, das seit kurzem eine Emailadresse angegeben sein muß.  Unter der angegebenen Notfall-Rufnummer erreichen Sie jemand im Unternehmen oder eine öffentliche Beratungsstelle. Wichtig: Wenn ein Notfall passiert ist, dann vorrangig den Arzt aufsuchen und das Sicherheitsdatenblatt mitnehmen. In der Richtlinie "Verordnung (EG) Nr. 1907/2006", dort im Anhang II, ist nicht genannt, welche Funktion diese Notrufnummer erfüllen muß. Meines Ermessens kann sie nur dazu dienen, einen Gefahrenfall zu melden.

Der Gliederungspunkt 2 "Mögliche Gefahren" ist eine Zusammenfassung des später folgenden Gliederungspunktes Nr. 15. Hier sind die Gefahren genannt, und auch die R-Sätze sowie die Einstufung. Die Einstufung anhand er Inhaltsstoffe gibt an, ob ein Produkt beispielsweise Reizend, Ätzend Gesundheitsschädlich usw. ist.

Der Punkt "3" Zusammensetzung/Angaben zu den Bestandteilen dient zur Identifikation der Zubereitung. Hier müssen gesundheitsgefährdende und umweltgefährliche Inhaltsstoffe aufgeführt werden, aber auch Stoffe genannt sein, für die es Grezwerte für die Konzentration am Arbeitsplatz innerhalb der Europäischen Gemeinschaft gibt. Die Mengenangaben sind meist in prozentualen Spannen gehalten.

Anhand dieses Gliederungspunktes kann man beispielsweise abschätzen, wie hoch tatsächlich das Risiko ist. Wenn beispielsweise ein kennzeichnungspflichtiger Inhaltsstoff zwar enthalten ist, jedoch in geringen Anteilen, so muß die gesamte Zubereitung zwar zum Beispiel als "Umweltgefährlich" eingestuft werden, wobei es keine Rolle spielt, ob bei der bestimmungsgemäßen Anwendung tatsächlich eine Umweltgefährdung geschieht. Ein Beispiel ist hierfür, wenn ein Stoff enthalten ist, der aufgrund seiner Eigenschaft gefährlich für Gewässer ist. Das heißt, er ist unter Umständen als "Umweltgefährlich" gekennzeichnet. Nun ist das Produkt jedoch z.B. zum Reinigen von Oberflächen gedacht, und es verflüchtigt sich schnell. Das heißt, es wird unter normalen Anwendungsgegebenheiten nie in Gewässer gelangen und kann daher seine Schädlichkeit nicht dort entfalten.
Ich möchte damit nur deutlich machen, daß man die Angaben schon kritisch studieren sollte, es sieht manchmal schlimmer aus als es ist, was keinesfalls heißen soll, daß solde Einstufungen oder angegebenen Gefährdungen vernachlässigt werden sollen. Nur man sollte sich auch die Frage: "Was kann mir bei der geplanten bestimmungsgemäßen Anwendung passieren?" stellen. Im später folgenden Gliederungspunkt 7 des Sicherheitsdatenblattes gibt es konkrete Angaben zur Anwendung und Handhabung des Produktes. Das macht deutlich, dass man die Informationen zur Charakterisierung eines Produktes stets nur in der Gesamtheit aller Informationen des Sicherheitsdatenblattes verwenden kann.

Die Gliederungspunkte 4-6 von Sicherheitsdatenblättern sind wichtige Angaben für Gefahrenfälle.
Punkt 4 gibt Erste Hilfe-Maßnahmen an, Punkt 5 Maßnahmen im Brandfall / zur Brandbekämpfung und Punkt 6 Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung (in die Umwelt).

Im Punkt 4 "Erste Hilfe Maßnahmen" sind Angaben wie folgt gegliedert aufgeführt:

Allgemeine Hinweise, Nach Einatmen, Nach Hautkontakt, Nach Augenkontakt, Nach Verschlucken...und wenn verfügbar auch Hinweise für den Arzt.

Wichtig ist, daß diese Angaben nur einen kurzen, knappen Überblick geben und nur ergänzend zu den S-Sätzen und R-Sätzen im Gliederungspunkt 15 "Rechtsvorschriften" gelten können. Es ist meiner Meinung nach zudem selbstverständlich, dass man einen Arzt aufsucht wenn Komplikationen vermutet werden beziehungsweise schon zu verzeichnen sind, auch wenn es nicht in diesem Abschnitt "4. Erste-Hilfe-Maßnahmen" steht, denn erstens reagiert jeder Mensch anders und zweitens sollen die Angaben kurz und knapp gehalten sein. Drittens liegt es auf der Hand, daß es im Umgang mit chemischen Produkten Verhaltensregeln gibt , die zur Allgemeinbildung gehören, und das Aufführen dieser allgemeinen Regeln würde den Inhalt des Sicherheitsdatenblattes unübersichtlich machen.

In der Nächsten Folge geht es dann um die folgenden Inhaltspunkte.

Ich hoffe, der Ratgeber war, auch wenn er weniger als Fachinformation sondern mehr als persönlicher Kommentar über das Thema zu sehen ist, interessant für Sie. Ich würde mich in diesem Fall über eine Ja-Bewertung freuen.
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