Sicherheit bei Puppen: Das sollten Sie bei Kindern unter 3 Jahren beachten

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Sicherheit bei Puppen: Das sollten Sie bei Kindern unter 3 Jahren beachten

Puppen sind nach wie vor das beliebteste Spielzeug von Kindern. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um einen Jungen oder um ein Mädchen handelt, Kinder jeden Geschlechts spielen gern mit Puppen. Doch das beliebte Spielzeug hat auch einen pädagogischen Nutzen: Mit Hilfe von Puppen lernen Kinder die sie umgebende Welt besser zu begreifen. Im Puppenspiel können Kinder bestimmte Verhaltensmuster nachstellen, sie können in verschiedene Rollen schlüpfen und erarbeiten sich so selbst die beobachteten sozialen Verhaltensnormen. Doch auch Sprache und Kommunikation insgesamt werden mithilfe einer Puppe gefördert, da das Kind spielerisch in Kontakt mit ihr tritt und sie in den Alltag einbezieht. Puppen dienen zudem der direkten Erfahrbarkeit von Gefühlen, das bedeutet, das Kind lernt Empathie und eine Menge über verschiedene Emotionen.
Puppen sind für alle Kinder geeignet, jedoch sollten Sie in jedem Fall für Ihr Kind eine Puppe wählen, die altersgerecht ist. Nur wenn die Puppe zum Entwicklungsschritt Ihres Kindes passt, wird die Puppe auch angenommen und zum Spielen verwendet.

Puppen früher und heute

Dass Puppen dem kindlichen Spiel dienen, ist noch eine recht neue Entwicklung. Ursprünglich dienten Puppen kultischen Zwecken und waren überwiegend religiöse Objekte, die ähnlich wie Masken verwendet wurden. Erst mit der Entdeckung der Kindheit im 18. Jahrhundert und dem sich entwickelnden Verständnis, dass Kinder eben mehr als zu klein geratene Erwachsene sind, wurden Puppen als Spielzeug für Kinder entwickelt und die erste Babypuppe kam auf den Markt.

Heute sind Puppen aus dem Kinderzimmer nicht mehr wegzudenken und haben ihren festen Platz neben Teddybären und anderen Kuscheltieren.

Die richtige Puppe für Kinder verschiedener Altersstufen

Für jede Altersklasse gibt es passende Puppen. Wichtig ist zu erkennen, dass das Puppenspiel mit zunehmendem Alter differenzierter wird. Die gewählte Puppe muss auf das Alter des Kindes angepasst sein, damit es altersgerechte Spiele mit der Puppe durchführen kann. Ältere Kinder haben demnach ein anderes Spielbedürfnis als kleinere Kinder oder gar Babys.

Kinder im Grundschulalter

Da sich Kinder im Grundschulalter für erste Hobbys begeistern und gern mit Freunden spielen, muss eine Puppe diesen Interessen entsprechen. Das bedeutet konkret, dass es möglich sein muss, mit der Puppe diese Aktivitäten nachzuspielen. Gut geeignet sind deshalb Stehpuppen, die dem Kleinkind ähnlich sehen. Eine sinnvolle Ergänzung ist Puppenkleidung, sodass die Spielpuppe passend zum Sport wie etwa Fußball oder Reiten eingekleidet werden kann. Zum Treffen mit Freunden muss die Puppe natürlich etwas anderes tragen, sodass ein Outfitwechsel ansteht, der mit genügend Puppenbekleidung kein Problem ist. Das bereits sehr realistische Spiel mit der Puppe unterstützen auch weitere Zubehörartikel wie beispielsweise Puppenautos oder auch Puppenfahrradsitze, die das Kind an seinem Fahrrad befestigen kann, um die Puppe tatsächlich auch in seinen Alltag integrieren zu können.

Kleinkinder

Für Kinder bis zu drei Jahren muss differenziert werden: Babys kuscheln in erster Linie mit der Puppe. Diese sollte deshalb besonders weich und anschmiegsam sein. Babys mögen Stoffpuppen, diese müssen weder biegsame Körperteile noch fein gemalte Gesichter haben.

Für ältere Babys und Kleinkinder ab etwa zwei Jahren eignen sich erste Babypuppen, die sich baden, kämen und anziehen lassen. In dieser Zeit beginnen Kinder, ihren Alltag nachzuahmen und eine Puppe sollte dieses Spiel ermöglichen.

Puppenspiele bei Kindern unter 3 Jahren

Das erste Spiel mit der Puppe, das als solches eigentlich noch keines ist, erfolgt dann, wenn ältere Babys beginnen, sich von der Mutter zu lösen. Der erste Schritt dazu ist, dass die Mutter als eigenständige Person verstanden wird. Das, was selbstverständlich erscheint, ist es für Babys in keinem Fall: Während der gesamten Schwangerschaft bilden sie eine Einheit mit ihrer Mutter, sie werden automatisch versorgt und beide Organismen sind eng miteinander verbunden. Auch nach der Geburt benötigt das Baby viel Körperkontakt und sollte von der Mutter nicht getrennt werden. Jede Trennung, und wenn es sich nur um eine sehr kurze handelt, kann es nicht verkraften und weint, um den Zustand der Trennung möglichst schnell zu beenden, indem die Mutter wieder herbeigerufen wird.

Die Puppe als Übergangsobjekt

Der für das Kind oft schmerzhafte Prozess der Loslösung von der Mutter wird für viele Kinder einfacher, wenn sie sich einem speziellen Übergangsobjekt zuwenden. Dieses kann eine Puppe oder auch ein Kuscheltier sein. Manche Kinder verwenden auch ein Schmusetuch, eine Kuscheldecke oder ein Kissen. Das Übergangsobjekt steht symbolisch für die Mutter. Ist diese körperlich abwesend, wird ihre Anwesenheit dennoch für das Kind erfahrbar, da das Übergangsobjekt verfügbar ist. Puppen und Kuscheltiere, die als Übergangsobjekte dienen, werden vom Kind heiß und innig geliebt. Sie bekommen einen persönlichen Namen und sind als Teil der kindlichen Seele zu verstehen. Es mutet als Spiel an, wenn diese Übergangsobjekte dieselben Dinge erleben, die auch dem Kind im Alltag begegnen. Zahnt das Kind, dann bekommt auch die Puppe einen neuen Zahn. Hat das Kind Bauchschmerzen, ziept es auch im Bauch der Puppe. Die Puppe ist als Ersatzbild des seelischen Zustandes des Kindes zu verstehen. Auch viele physische Eigenschaften stimmen häufig zwischen Puppe und Kind überein: Die Puppe ist so alt wie das Kind und hat entweder gemeinsam mit dem Kind Geburtstag oder direkt danach, nämlich dann, wenn das Kind beginnt, die Erlebnisse seines Geburtstags zu vergegenwärtigen und zu verarbeiten. Die Puppen der Kleinkinder scheitern an denselben Herausforderungen des Alltags, die auch dem Kind Probleme bereiten.

Mit einer Puppe die Welt der Erwachsenen verstehen

Mit der Puppe verarbeiten die Kinder die Entdeckung der erwachsenen Welt. Denn während Erwachsene Gedanken bewusst reflektieren, Fragen formulieren und über Geschehnisse sprechen, können Kinder Erlebnisse noch ungenügend verbalisieren. Stattdessen drücken Kinder Ihre Gedanken und die Reflexion ihrer Wirklichkeit, das ist die Welt, wie sie Kinder erlebt haben und erleben, im Spiel mit der Puppe aus. Das Spiel selbst ist unterbewusst geleitet, es handelt sich nicht um einen geplant ablaufenden Prozess, der mit einem intendierten Rollenspiel vergleichbar ist. Das kindliche Spiel ist rein emotional angeleitet.

Das Spiel mit der Puppe ahmt die Welt der Erwachsenen nach. Das Kind behandelt die Puppe so, wie es selbst behandelt wird oder wie es beobachtet, wie andere behandelt werden. Kinder üben sich auf diese Weise in sozialem Verhalten und in Fürsorge. Doch nicht nur positive Emotionen werden mit der Puppe geteilt, auch negative Emotionen werden im Puppenspiel ausgelebt: Das Kind ahmt zum einen Handlungen nach, die es beobachtet hat, aber auch Emotionen, die es selbst in sich trägt. Es ist durchaus möglich, dass die Puppe grob behandelt wird. Während es im echten Leben nicht möglich ist, die Reaktion des Geschwisterkindes zu testen, wenn es angeschrien oder geschubst wird, weil dann die Eltern einschreiten, wird dies mit der Puppe ausgetestet. Kinder schlüpfen beim Puppenspiel in verschiedene Rollen, auch um diverse Verhaltensmuster zu erproben und für sich einen gangbaren Weg zu finden.

Puppen für Babys – darauf müssen Sie achten

Puppen für Babys sind zum Kuscheln gedacht. Zunächst geht es nicht darum, dass das Kind mit der Puppe spielt, sondern sich an sie schmiegt. Aus diesem Grund sollten Sie für ein Baby in jedem Fall eine weiche Stoffpuppe wählen. Der gesamte Körper, auch Kopf, Hände und Füße, sollten aus Stoff bestehen. Ebenfalls geeignet sind Puppen, deren Kopf und Hände etwas fester als Knoten gearbeitet sind. Die Puppe eignet sich dann auch, um ausgiebig mit dem Mund erkundet zu werden, und bietet verschiedene Anregungen. Zugleich kann sie auch als Zahnungshilfe verwendet werden, da das Kauen in Zahnungsphasen auf den festen Knötchen angenehm massierend wirkt.

Bei allen Puppen für Babys sollten Sie Wert darauf legen, dass die Augen entweder gestickt oder aufgemalt sind. Keinesfalls sollten die Augen aus Knöpfen oder anderen Teilen bestehen, die angenäht oder geklebt sind und die sich lösen könnten. Bei einem versehentlichen Verschlucken der Teile besteht Erstickungsgefahr für Ihr Baby!

Wählen Sie eine Puppe, die die Fantasie des Kindes anregt. Die Augen brauchen für ein Kind dieses Alters nur angedeutet zu sein, Pünktchen genügen völlig. Ebenso sollte das Gesicht weitgehend ausdruckslos sein, damit noch genügend Spielraum für das eigene Vorstellungsvermögen des Kindes gegeben ist.

Für Babys können Stoffpuppen auch sehr einfach selbst genäht werden, beispielsweise aus dem Lieblingsstoff. Als Haare können Wollfäden eingezogen werden, die mit dem Stoff verknotet werden. Anregungen für einfache und dennoch schöne Puppen für Babys bieten Ihnen viele Bastelbücher.

Puppen für Kleinkinder bis 3 Jahre

Auch für Kleinkinder sollten Sie auf Puppen, die auf Knopfdruck weinen, schreien, lachen oder urinieren, verzichten. Diese Puppen mögen anfangs eine magnetische Wirkung auf Ihr Kind ausüben, sind aber meist bereits nach wenigen Spielversuchen uninteressant. Sie schränken das kindliche Spiel zu sehr ein, da bereits alles vorgegeben ist. Besser ist es auch für Kleinkinder, eine Puppe zu wählen, die viel Raum für eigene Vorstellungen lässt: Die Augen sollten nur angedeutet sein, es genügen einfache Gesichtszüge. Dennoch sollten Sie eine Puppe wählen, die kindlich aussieht: Puppen mit pinken Haaren und grüner Haut sind für das alterstypische Spiel weniger gut geeignet als realistische, also menschenähnliche Puppen.

Babypuppen, die einen weichen Körper haben, werden von Kindern oft bevorzugt. Sie sind kuschelig und anschmiegsam wie die Stoffpuppen der Babyzeit und dennoch sind es realistisch wirkende Babys mit echt wirkenden Köpfen. Mit diesen Puppen lassen sich Handlungen wie Füttern, Stillen und Ins-Bett-Bringen gut nachstellen.

Auch bei Puppen für größere Babys und Kleinkinder sollten Sie auf lose Kleinteile achten. Kinder bis zum 3. Lebensjahr stecken viele Dinge in den Mund, um sie zu erkunden, sodass kleine Babyschnuller oder andere Teile gefährlich werden könnten.

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