Sicher übers Eis: Kaufratgeber für Schlittschuhe

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Hohlschliff und Polsterung: Was Sie beim Kauf von Schlittschuhen wissen sollten

Schwerelos über eine glatte Fläche gleiten – diesen Traum erfüllen sich Schlittschuhläufer, wenn Sie ihre Runden drehen. Möglich macht dies eine dünne Wasserschicht, die sich wie ein Polster zwischen Kufen und Eis bildet. Die dünne Schicht mindert die Gleitreibung. Während des Fahrens entsteht ein hoher Druck auf die Kufen, der die Kanten leicht in die Oberfläche drückt. Der daraus resultierende Widerstand wird vom Schlittschuhfahrer für die Fortbewegung genutzt.

Der Reiz, mit relativ wenig Kraftaufwand eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen, ist groß. Kinder und Erwachsene üben sich im langsamen Gleiten, im kunstvollen Drehen von Pirouetten und im Eishockey. Jede Sportart stellt andere Anforderungen an die Schlittschuhe. Dabei wurden in den Anfangsjahren dieser Wintersportart noch Schlittschuhe verwandt, die mit den heutigen Modellen kaum noch etwas gemein haben. Die neusten und schönsten Modell finden Sie bei eBay in unserem Wintersport Onlineshop

Historisches Schlittschuhlaufen: von Tierknochen bis zu chinesischen Bambusruten

Ob die ersten Versuche, auf Eis zu laufen, aus reinem Spaß gestartet wurden, oder ob nicht eher nach einer schnellen Fortbewegung für die winterliche Jagd gesucht wurde, ist noch die Frage. Als Menschen entdeckten, dass man auf einer Kufe schneller gleitet als auf der Schuhsohle, experimentierten sie mit verschiedenen Materialien. In Deutschland, Skandinavien, Russland und Großbritannien kamen unter die Schuhe geschnallte Tierknochen zum Einsatz. Funde aus einer Zeit von etwa 5.000 vor Christus beweisen die Existenz von Schlittschuhen in jener Periode. Erste Versuche sibirischer Ureinwohner mit Walrosszähnen waren ebenso erfolgreich wie solche der Chinesen mit Gleitern aus Bambusruten.

Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder spezielle Sonderformen des Schlittschuhlaufens: Als im 14. Jahrhundert in Nordeuropa diese Fortbewegungsart im größeren Stil aufkam, boten die Konstruktionen recht wenig Sicherheit. Um das Gleichgewicht zu halten und zum Abstoßen benutzte man Stöcke, die den heutigen Skistöcken ähnelten. Kanadiern und Dänen war die Geschwindigkeit anscheinend zu gering: Mithilfe von auf dem Rücken befestigten Segeln beschleunigten sie die Fahrt.

Eigenarten professioneller Schlittschuhe

Machte man sich anfänglich noch wenig Gedanken um die Fahreigenschaften der Schlittschuhe, tritt dieser Aspekt bei heutigen Modellen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Sportartikelhersteller feilen an der optimalen Zusammensetzung von Materialien. Auch die Beschaffenheit der Kufen ändert sich mit dem Verwendungszweck. Während bei Eishockeyspielern häufiges Sprinten und Abstoppen den Sport bestimmt, begünstigen Kufen von Eiskunstlauf-Schlittschuhen kurvenreiches Fahren.

Eiskunstlauf: Bei Sprüngen wirken gewaltige Kräfte

Im Profi-Eiskunstlauf sind Schlittschuhe die wichtigste Ausrüstungskomponente. Sie geben dem Fuß Halt und ermöglichen dem Sportler, Schritte, Drehungen und Sprünge auszuführen. Bei Wettkämpfen und im Training reihen Eiskunstläufer die einzelnen Techniken in schneller Folge aneinander. Diesen Belastungen muss ein Schuh gewachsen sein.

Bei dem Material des Schlittschuhs bringt Leder die besten Eigenschaften mit. Es umschließt den Fuß fest, ohne ihn einzuengen. Hinzu kommt, dass Leder dehnbar ist und sich somit optimal an den Fuß anpasst. Je fortgeschrittener der Läufer ist, desto fester ist das Sportgerät. Das liegt an der großen Belastung durch Sprünge wie Lutz, Flip oder Toeloop. Daher ist der Schaft teilweise mit Holz oder weiteren Materialien verstärkt. Bei der Landung fängt der Schuh das Vielfache des eigenen Körpergewichts ab. Beginnen Eiskunstläufer mit Doppel- oder Dreifachsprüngen, sind belastbare und stabile Schuhe ein Muss. Zusätzlichen Schutz gewährleisten weiche Polsterungen im Innenschuh.

Welche Kufen man sich aussucht, ist von den spezifischen Ansprüchen des Sports abhängig. In der Regel wählen Profisportler der Disziplinen Eistanz, Kunstlauf und Synchronized Skating unterschiedliche Modelle. Schlittschuhe für Anfänger müssen noch nicht spezialisiert sein. Erst mit der Spezialisierung in eine Richtung sollten Sie auf eine passende Kufe umsteigen. Da bei SYS und Eistanz keine großen Sprünge vorkommen, sind die Zacken des Eisens weniger ausgeprägt. Auch liegt der Schwerpunkt der Kufen weiter hinten. Diese Konstruktion ist den großen Schwüngen und häufigen Gewichtsverlagerungen geschuldet. Im Kunstlauf ist für Pirouetten maximale Stabilität vonnöten. Daher liegt der Schwerpunkt weiter vorne.

Eishockey: verschiedene Modelle für Stürmer, Verteidiger und Torwart

Eishockeyschuhe zeichnen sich im Vergleich mit anderen Schlittschuhen durch einige Besonderheiten aus. Zunächst einmal sind die Kufen wesentlich kürzer. Dadurch können die Spieler dynamischer und wendiger auf dem Eis agieren. Meist wird für die Kufen 5 Millimeter dicker Stahl verwendet. Entscheidend ist der Schliff: Die in Querrichtung geschliffenen Kufen sind in der Mitte hohl. Unter dem Maß des Schliffs versteht man den Radius des Kreises, welcher in den Hohlschliff passt. Je größer der Durchmesser, desto stumpfer wird die Kufe. Welchen Radius ein Spieler wählt, ist von seinem Gewicht, der Eishärte sowie der Fahrweise abhängig.

Auch die Aufstandsfläche (Rocker) der Kufen ist entscheidend. Dabei sollten Sie beim Kauf beachten, dass kürzere Rocker für mehr Wendigkeit stehen. So wählen Stürmer eine kurze und Verteidiger eine lange Aufstandsfläche.

Zacken, wie bei Eiskunstlaufschuhen, fehlen gänzlich. Schließlich sind die Spieler ständig in Bewegung oder stoppen abrupt ab. Kunststücke vollführen sie – abgesehen von dem halsbrecherischen Fahrstil – in der Regel keine.

Bei den Schuharten unterscheidet man nach Position der Spieler zwei unterschiedliche Macharten. Schlittschuhe für Feldspieler verfügen über einen Schaft, der über das Fußgelenk reicht. Das schont Versen sowie die Achillessehne der Eishockeyspieler, die bei diesem Spiel besonders belastet werden. Torhüter stellen andere Anforderungen an ihren Schuh. Da die Schoner über den Schuhen angebracht werden, endet der Schaft bereits über dem Knöchel. Aufgrund der Bewegungsabläufe eines Torwarts sind die Kufen anders gearbeitet.

Eisschnelllauf: Schnelligkeit durch Klappmechanismus

Beim Bahnensport Eisschnelllauf treten zwei Athleten oder Teams auf der Eisbahn gegeneinander an. Um bei den verschiedenen Distanzen als Sieger aus dem Rennen hervorzugehen, sind eine ausgefeilte Technik und eine unterstützende Ausrüstung sehr wichtig. Das Hauptaugenmerk der Sportler liegt auf ihren Schlittschuhen. Allein durch Schuhe, die dem neuesten Entwicklungsstand entsprechen, kann die Geschwindigkeit um einiges erhöht werden.

Lediglich bis unterhalb des Fußgelenks reichen die oberen Kanten der Eisschnelllaufschuhe. Meist aus Ziegenleder oder Kunststoff gefertigt, bieten sie optimale Bewegungsfreiheit. Die langen Kufen, die in den Anfängen gänzlich am Schuh befestigt waren, sind nach neuesten Erkenntnissen mit einem Klappmechanismus versehen: Die Kufen sind nur am Ballen an einem Gelenk mit dem Schuh verbunden. Beim Anheben der Ferse löst sie sich mithilfe einer Feder und klappt anschließend wieder an den Schuh. Bis zu 5% schnellere Zeiten erreichen die Läufer mit dieser Technik, bei welcher die Kufe länger auf dem Eis verbleibt. Indes formt die Kufe einen langen Hebel mit Angelpunkt an der Spitze. Diese Lauftechnik erfordert besonders kraftvolle Bewegungen, die in der Anstoßphase viel Energie erzeugen.

Allrounder: die perfekten Schuhe für Freizeitsportler

Freizeitsportler nutzen ihre Schlittschuhe, um Runden auf winterlich zugefrorenen Seen zu drehen oder um in der Halle Eis zu laufen. Sie erwarten von ihrem Sportgerät einen optimalen Sitz. Auch wer nur ab und zu gleitet, möchte keine Druckstellen und wunde Füße bekommen. Gerade wenn man an die außerordentlichen Belastungen nicht gewöhnt ist, stellen sich leicht schmerzende Hautabschürfungen ein. Ein weiteres Entscheidungskriterium ist die Nutzung. Wer besonders schnell auf den Beinen sein möchte, wählt Eishockeyschuhe. Kleine Eisprinzessinnen, die sich in Drehungen üben, finden in Eiskunstlaufschuhen ein tolles Sportgerät.

Natürlich sind Allrounder weniger professionell ausgestattet. Das soll jedoch nicht heißen, dass sie zwangsläufig unbequem sind. Ganz im Gegenteil.

Guter Tragekomfort lässt sich an mehreren Punkten ausmachen.

  • Fester Halt: Allrounder sind in der Form dem Fuß nachempfunden. Mit einer abgesenkten Hacke und einem engen Schaft bieten sie einen optimalen Halt. Neben einer Schnürung besitzen Eishockeyschuhe Schnallen und Klettverschlüsse. Die Prozedur des Schließens ist hierbei zwar aufwendiger, doch sie erlaubt eine sehr genaue Anpassung.
  • Polsterung: Gerade im Bereich des oberen Abschlusses ist die Reibung am größten. Schlittschuhe mit einer weichen Polsterung beugen Verletzungen vor.
  • Kufen mit Hohlschliff: Ein Hohlschliff sorgt für Stabilität und verbessert dadurch die Laufeigenschaften enorm. Leider werden jedoch viele Allrounder ohne den besonderen Schliff angeboten. Es ist unbedingt zu empfehlen, seine Schlittschuhe beim Messerschleifer, im Sportgeschäft oder an der Eisbahn schleifen zu lassen.

Wichtige Kriterien beim Kauf von Schlittschuhen

  • Wer Schlittschuhe als Sportgerät benötigt, sollte sich nach der für die Sportart entsprechenden Ausführung umschauen.
  • Achten Sie auf einen optimalen Sitz, bei dem sich die Zehen bewegen können.
  • Für ein sicheres Fahrgefühl muss der Schuh stabil sein. Ausschlaggebend ist der Halt im Bereich des Sprunggelenks. Er sorgt für die nötige Kufenkontrolle. Wackelt der Fuß bei der Anprobe, sollten Sie auf ein festeres Modell umsteigen.
  • Mitwachsende Schlittschuhe für Kinder sind praktisch und sparen Geld. Doch auch hier sollte auf sicheren Halt geachtet werden.
  • Um Druckstellen zu vermeiden, sind Ski- und Wandersocken oder Baumwollstrümpfe die erste Wahl. Wolle kratzt nicht nur, sie schlägt auch Falten. Die Strümpfe sollten über den Schaft des Schlittschuhs hinaus ragen.
  • Lassen Sie die Kufen regelmäßig nachschleifen, um Stürze zu verhindern.
  • Ein Kufenschutz erfüllt zwei Funktionen: Er verhindert Verletzungen durch scharfe Kanten und schützt die Kufen vor Abnutzung.
  • Einen Hinweis auf die Sicherheit der Schlittschuhe geben das GS-Prüfzeichen sowie das blaue Oktagon des TÜV.

Auf die Pflege kommt es an

Schlittschuhe aus Leder bedürfen der gleichen Pflege wie Straßenschuhe. Durch Pflegecremes bleibt das Material weich und dehnbar. Modelle aus Kunststoff sollten Sie nach dem Tragen mit einem Baumwolltuch abtrocknen. Damit sich auf dem Stahl der Kufen kein Rost bildet, sollten Sie es nach jedem Einsatz von Feuchtigkeit befreien, bevor Sie die Schoner überziehen. Bilden sich dennoch Roststellen, werden diese vom Fachhändler entfernt. Achten Sie bei der Lagerung auf gemäßigte Temperaturen. Durch Feuchtigkeit entsteht Rost; Trockenheit lässt Materialien spröde werden. Wenn Sie zu Beginn die Schuhe auf Funktionsfähigkeit testen und notwendige Reparaturen durchführen, werden Sie lange Spaß an den Schlittschuhen haben.

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