Seltene Taler & Doppeltaler aus Altdeutschland als Sammelobjekt

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Seltene Taler & Doppeltaler aus Altdeutschland als Sammelobjekt

Der Taler wurde das erste Mal im Jahre 1486 geprägt, zunächst unter dem Namen Tiroler Guldiner. Er hatte seine Wurzeln im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen, und diese Münzen wurden in Hall in Tirol im heutigen Österreich geprägt.

Von dort aus wurde er schrittweise zu einer der wichtigsten Münzen im ganzen europäischen Raum und blieb in Deutschland bis zum Jahre 1871, als die Deutsche Mark eingeführt wurde, die wichtigste Münze. Viele Münzen aus dieser langen Zeit der Geschichte sind bis heute erhalten geblieben, und Münzsammler finden bei eBay Taler und Doppeltaler aller Arten und Epochen.
Welche Arten von Talern die wichtigsten waren und in Ihrer Sammlung nicht fehlen sollten, wird im Folgenden kurz zusammengefasst. Der Tiroler Guldiner entstand im Prinzip aus einer Notidee heraus, denn man wollte eine Münze erschaffen, die im Wert dem Gulden gleichsteht, im Gegensatz zu diesem aber nicht aus Gold, sondern aus Silber gefertigt wird. Der Grund lag darin, dass Gold in Deutschland selten und die Produktion von Goldmünzen somit teuer und unrentabel war.
Um vom Wert mit dem Gulden gleichzuziehen, musste der Taler auf ein Gewicht von rund 32 Gramm kommen. Das Verhältnis zwischen Gold- und Silberpreis lag im 15. Jahrhundert bei eins zu 11,58 und ein Gulden enthielt damals rund drei Gramm Gold pro Münze. Tatsächlich schwankte das Gesamtgewicht dieser ersten Taler zwischen 27,17 und 32,02 Gramm, was zur damaligen Zeit ein immenses Gewicht für eine Münze war. Das Feingewicht lag bei 937,5 Tausendsteln, es handelte sich also um eine sehr hochwertige, fast reine Silbermünze.

Der Reichstaler – eine einheitliche Münze für das Heilige Römische Reich

Bereits seit 1524 versuchte der Reichstag auf seinen Versammlungen, einen Standard für den Taler zu schaffen, der von allen Mitgliedern des Reichstages ratifiziert und in allen Gebieten des Reiches durchgesetzt werden sollte. Vom ursprünglichen Gedanken war es jedoch ein langer Weg, der schrittweise seinem Ziel näher kam, aber erst 1566 vom Erfolg gekrönt war. Als man sich 1566 endlich auf die Einführung des Reichstalers einigen konnte, löste er den bis dato verbreiteten Guldiner als wichtigste Silbermünze ab und war zugleich auch die erste Münze, die offiziell den Namen Taler trug.
Ein Taler wurde auf den Wert von 68 Kreuzern gesetzt und besaß einen Silberfeingehalt von rund 27 Gramm. Der Reichstaler sollte bis ca. 1700 die Hauptmünze im Reich bleiben, und der letzte wurde nachweislich 1797 im Kurfürstentum Hannover geprägt, jedoch als Schaumünze und nicht als Zahlungsmittel.
Heute zählt diese erste, einheitliche Münze zu den seltensten und begehrtesten Talern der Geschichte. Bei eBay finden Sie originale Reichstaler aus dem 16. Jahrhundert und deren Nachfolger.

Konventionstaler – das Bestreben nach einer stabilen Währung

Im 17. Jahrhundert setzte ein zunehmender Verfall des Währungssystems innerhalb des Heiligen Römischen Reiches ein. Dies hatte vor allem zwei Gründe: Der erste war der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, welcher zu einer immensen Inflation führte und die Stabilität der Münzen ins Wanken brachte, da ihr Materialwert schnell den Handelswert überschritt. Man wirkte dem entgegen, indem man die Relation des Reichstalers zum Kreuzer immer weiter erhöhte - und so war zu seiner Spitzenzeit ein Reichstaler nicht mehr 68 Kreuzer wert, sondern zwischen 600 und 1000 Kreuzern.
Der zweite Grund war die Verschlechterung der Qualität der Silbertaler. Viele Münzherren senkten absichtlich den Gehalt an Silber in den Münzen, was auch der immer geringer werdenden Ausbeute an Silber aus den deutschen Bergwerken geschuldet war. Die Folge war, dass der Reichstaler an Attraktivität verlor und sich andere, ausländische Währungen unter der Bevölkerung durchsetzten, da diese stabiler waren. Der französische Écu zum Beispiel, seit 1641 in Frankreich im Umlauf, etablierte sich derart in Deutschland, dass er den Namen „Laubtaler“ oder auch „Federtaler“ erhielt.

Einführung des Werteaufdrucks

Mit dem Konventionstaler, der 1753 erstmals geprägt wurde, wollte man diese Situation wieder in den Griff bekommen und sich von ausländischen Währungen unabhängig machen. Als Neuerung wurde mit dem Konventionstaler der Werteaufdruck eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte man die unterschiedlichen Taler nur an ihrer Größe unterscheiden. Auf dem Konventionstaler fand sich nun zum Beispiel der Aufdruck „X Eine feine Mark“, was für einen ganzen Taler stand. „XX Eine feine Mark“ kennzeichnete einen halben Taler.
Den Anfang hatte dieser Taler in einer Absprache zwischen Bayern und Österreich, die besagte, den Münzfuß des österreichischen Reichsspeziestalers zu übernehmen. Dieser hatte einen Feingehalt von 833,33 Tausendsteln, was bei einem Gewicht von 28,063 Gramm einen Silbergehalt von 23,386 Gramm pro Münze ergab. Ab 1763 wurde der Konventionstaler auch im Norden von Deutschland Zahlungsmittel, jedoch bewertete man ihn hier nur mit drei Vierteln des Wertes, den er im Süden hatte.
Im 19. Jahrhundert folgte nach und nach die Abkehr von diesem Taler: In Deutschland wurden die letzten Konventionstaler 1838 geprägt, während in Österreich dieser Taler noch bis 1858 offizielles Zahlungsmittel blieb. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Epoche ist der Maria-Theresia-Taler, den Sie bei eBay oftmals finden.

Der Kronentaler in Belgien und Süddeutschland

Der Kronentaler wurde 1755 im heutigen Belgien eingeführt. Die Habsburger Monarchie wollte damit in den österreichischen Niederlanden eine neue Währung etablieren. Zwar gehörte auch diese Region noch zum Heiligen Römischen Reich, sah sich aber zunehmend unabhängig von diesem. Die Geschichte des Kronentalers teilt sich in zwei Abschnitte. Bis 1800 wurden sie unter österreichischer Aufsicht in Belgien geprägt, jedoch wurde die Münze seit 1792, als Frankreich das Gebiet der österreichischen Niederlande eroberte, von der französischen Währung abgelöst und wurde fortan Zahlungsmittel im süddeutschen Bereich.
Als ab 1809 der Kronentaler knapp wurde, begannen mehrere Münzprägestätten in Süddeutschland damit, eigene Prägungen der Münze herauszugeben. Während für den Kronentaler von 1755 bis 1800 einheitliche Maße und Gewichte galten, bediente man sich bei den Neuauflagen Schätzungen, sodass diese Taler in Fein- sowie Gesamtgewicht größere Unterschiede aufweisen.
Achten Sie also beim Kauf der Kronentaler darauf, aus welcher Epoche sie stammen. 1838 wurden die letzten Kronentaler geprägt: die süddeutschen Staaten gaben diese unzuverlässige Währung auf mit dem Hintergrund, ihr Münzsystem zu vereinheitlichen. Der ursprüngliche, von Österreich geprägte Kronentaler wog 29,54 Gramm und hatte einen Feingehalt von 871,53 Tausendsteln. Dies entspricht einem Silberanteil von 25,75 Gramm pro Münze.
Die ab 1809 unter den gleichen Namen in sieben verschiedenen Teilen Süddeutschlands geprägten Taler hingegen schwanken in ihrem Silberanteil zwischen 25,47 und 25,74 Gramm. Kronentaler sind heute ziemlich selten und besonders die Prägungen aus der zweiten Epoche sind unter Sammlern beliebt, da deren Auflage geringer war als die der österreichischen Kronentaler.

Doppeltaler – seltene Ausgaben mit doppeltem Wert

Unter einem Doppeltaler versteht man eine Talermünze, die den Wert von zwei Talern hat. Sie wurde das erste Mal 1838 in Preußen geprägt und gehörte zur Serie der Graumannschen Taler. Sie lösten die Konventionstaler als Zahlungsmittel im deutschsprachigen Raum ab und blieben bis Anfang des 20. Jahrhunderts im Umlauf. Der Doppeltaler ging aus dem preußischen Taler hervor, der bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Johann Philipp Graumann erschaffen wurde.
Im Gegensatz zu den anderen Talern im Reichsgebiet errechnete er beim preußischen Taler den tatsächlichen Wert in Relation zu den bereits im Umlauf befindlichen Währungen und kam dann auf ein Feingewicht von 16,706 Gramm Silber pro Münze. Der preußische Taler, ebenso wie der Doppeltaler, wurde mit einem Gehalt von 750 Tausendsteln gefertigt, was ein Raugewicht von 22,272 Gramm beim preußischen Taler und 44,544 Gramm beim Doppeltaler ergab. 1838 beschlossen zehn der 18 deutschen Zollvereinsstaaten, den preußischen Taler als Währung zu übernehmen.
Bis 1858 schlossen sich elf weitere deutsche Staaten an, sodass de facto der preußische Taler zur Landeswährung wurde. In Anlehnung an die Zollvereine, die die Einführung absegneten, nannte man ihn fortan auch Vereinstaler.

Seltene Ausgaben von Talern

In der langen Geschichte des Talers gab es verschiedene Ausgaben, die entweder nur für sehr kurze Zeit in Umlauf gebracht oder nur regional begrenzt ausgegeben wurden. Einer dieser Taler ist der Lübeck-Stadt-Taler. Er wurde das erste Mal zur Zeit der Hanse im 16. Jahrhundert geprägt, als Lübeck zu einer der reichsten Städte in Deutschland zählte und zahlreiche Privilegien genoss, unter anderem das Recht zur Prägung eigener Münzen.
Bei den Ausbeutetalern handelt es sich um lokale Sonderausgaben, die aber als normale Zahlungsmittel akzeptiert wurden. Das Silber zur Produktion stammte zumeist aus nur einem bestimmten Bergwerk und die Prägung gibt Hinweis auf die Region, aus welcher der Taler stammt. Ihre Prägebilder weichen dabei von den herkömmlichen Talern ab und daran lassen sich die Ausbeutetaler leicht von den normalen Talern unterscheiden. Sie zählen aufgrund ihrer limitierten Auflagen zu den beliebtesten und seltensten Talermünzen.
Bei eBay haben Sie gute Chancen, rare Versionen dieser Taler zu finden. Sie wurden vor allem ab dem 15. Jahrhundert geprägt und es gibt unzählige dieser lokalen Talerarten. Bremen war wie Lübeck eine der reichen Hansestädte und verfügte auch über eigene Versionen der Talermünzen. Zu den seltensten dieser Münzen zählen die Sonderausgaben aus den Jahren 1863, 1865 und 1871, die zwar den Aufdruck „EIN THALER GOLD“ tragen, aber aus Silber geprägt wurden. Der Grund dafür liegt im Bremer Goldtaler, eine Währung, die im 18. Jahrhundert in Bremen eingeführt wurde, aber nur auf dem Papier existierte.
Münzen dieser drei Prägungen finden Sie mitunter bei eBay, ebenso wie ältere Bremer Taler, denn bereits seit 1541 besaß die Stadt das Recht zur Münzprägung. Erst 1872, im Zuge der Gründung des Deutschen Kaiserreiches, erlosch dieses Privileg. Talermünzen wurden in Bremen bereits seit 1542 gefertigt.

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