Selbstständig mit einer LIMITED Gründung-VORSICHT

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Liebe Ebaygemeinde,

heute schreibe ich einen Ratgeber der, wie ich denke, für viele Existenzgründer interessant sein dürfte. Es geht sich um eine Neugründung einer Firma in Form einer englischen LIMITED mit deutscher Niederlassung im Heimatort.
Seit Anfang diesen Jahres haben ich wir uns Gedanken über eine Gründung der englischen Gesellschaftsform LIMITED / Ltd. gemacht. Ich habe diverse Gründungsagenturen durchforstet mit einer Preisstruktur von knapp 200.- EUR bis zu knapp 6000.- EUR.Meine Wahl fiel auf ein Ebaystartseitenangebot das doch so einiges versprach ( leider nicht alles hielt ).
Man konnte sich aus zwei Treuhandangeboten das für sich passende raus suchen.Nach einigen Telefonaten mit dem dortigen Geschäftsführer in Berlin, entschied ich mich für das Treuhand Angebot 1 mit einem Preis von 2150.- EUR incl. MwSt. Darin war alles enthalten von der Gründung in England bis zur Gewerbeanmeldung im Heimatort sowie die Betreuung in rechtlichen Dingen durch dessen Hausanwalt. Also „all inklusive“ !Da auch ich bei solch hohen Beträgen ein gesundes Misstrauen in punkto Vorkasse hege ( was sich im Nachhinein für richtig rausstellte ), fragte ich telefonisch einen Termin an und machte mich auf den Weg nach Berlin. Immerhin satte 600 km hin und 600 zurück. Aber ich wollte meinem künftigen Geschäfts und Treuhandpartner in die Augen sehn. Wir fuhren dann am 9.8.07 nach Berlin. Bei einem Gespräch mit dem dortigen Geschäftsführer wurden wir dann über alle Dinge informiert und uns wurde versprochen das die Anmeldung bis spätestens Freitag den 10.8. erledigt sein sollte so das wir die Gründungspapiere und alles was im Angebot versprochen wurde spätestens am 14.8. im Berliner Büro sowie der Bank in Empfang nehmen können. Kurz noch die erste hälfte der 2150.- EUR angezahlt und schon traten wir frohen Mutes den Rückweg nach Hause an.
Und damit begann der Spießrutenlauf.Man hörte zunächst nichts mehr von der Firma. Am Mittwoch dem 15.8. haben wir uns dann telefonisch bei der Firma gemeldet und nachgefragt was denn nun Sache sei. Man erklärte uns dass die Anmeldung in England erfolgt sei und man nun noch auf Unterlagen warten würde. Man sagte uns einen Rückruf zu. Nichts geschah. Genau eine Woche später riefen wir wieder dort an um in Erfahrung zu bringen wann wir denn endlich unsere Unterlagen holen können.Jetzt teilte man uns mit das man vergeblich versucht habe uns telefonisch zu erreichen ( was nachweislich nicht der Fall war ) und man einen Termin zur Übergabe für den 29.8. plante.Ok, wieder ins Auto und ab nach Berlin. Wir sollten uns um 14 Uhr im Büro einfinden und die zweite Hälfte der 2150 EUR mitbringen. Da wir davon ausgingen das alles fertig sei und wir  mit allen Unterlagen samt Bankunterlagen der neugegründeten Firma nach Hause fahren würden war dies auch kein Problem für uns. Im Büro ließ man uns dann erstmal ne gute halbe Stunde warten bevor wir den restlichen Betrag zahlen sollten. Dann wurden wir gebeten mit einem Stapel Kopien zur Bank um die Ecke zu gehen da man uns dort erwarten würde. Wir gingen zur Bank und siehe da, niemand wusste was von uns. Aber egal. Besagter Bankmensch ( der, der uns erwartet haben sollte ) gab sich dann doch die größte Mühe uns weiter zu helfen. Er eröffnete das Geschäftskonto und wir waren eigentlich zufrieden. Bis auf die Tatsache dass wir nicht wie im Angebot der Gründungsfirma beschrieben und zugesagt alles sofort mitnehmen konnten, nein, wir bekamen alles erst wesentlich später per Post. In der Bank bekamen wir einen Anruf  dass wir erst so gegen 16 Uhr wieder ins Büro kommen sollten. (Es waren grade mal 14:45 Uhr)Gegen 16 Uhr fanden wir uns wieder im Büro ein. Man stellte uns dem für uns zuständigen Rechtsanwalt Herrn Dr. ….vor. Dieser gab uns dann wieder einige Unterlagen und wir sollten um 18 Uhr zum Notar zwecks Handelsregistereintrag und Beglaubigung der Unterschriften. Dort wurden wir dann höflichst um 160.- EUR gebeten. Dieser Betrag wurde ebenfalls im Gründungsangebot bereits als inclusiv angepriesen wovon der Notar allerdings nichts wusste. Nach dem Notartermin fanden wir uns dann wieder im Büro des Rechtsanwalts ein. Nach kurzer Durchsicht aller Unterlagen kamen dann die ersten Fehler zu Tage.Die Firma wirbt mit völliger Anonymität des tatsächlichen Geschäftsinhabers/Gesellschafter was sich als absolut falsch heraus stellte.Denn dem zuständigen Finanzamt wird sehr wohl mitgeteilt wer der tatsächliche Inhaber der Gesellschaft ist.Und somit auch allen Behörden die das wissen möchten. Laßt euch da bloß keinen Bären aufbinden. Eine nachträgliche Änderung des Auftraggebers, der durch den Geschäftsführer selber falsch eingetragen war, wurde dann noch mal mit satten 840.- zzgl. MwSt. berechnet obwohl man das ohne weiteres noch einmal mit korrekten Daten hätte ausdrucken können.Und hier war der Punkt an dem unser Misstrauen erst richtig stark wurde.Der Anwalt, der für uns zuständig ist, entpuppte sich dann als, naja sagen wir mal heimlicher Staubsaugervertreter. Er versuchte uns nun mit allen erdenklichen Variationen der Einschüchterung auf das Treuhand Angebot 2 in dem dann der Anwalt selbst als Geschäftsführer fungiert mit immerhin satten 3400 EUR Aufpreis hin zu lotsen (sogar mit 12 monatiger Ratenzahlung). Wir lehnten dies jedoch dankend ab, akzeptierten zähneknirschend die erneute Rechnung über 840.- EUR netto ( uns blieb nichts anderes übrig da sonst keine Steuernummer angefordert würde) und traten total enttäuscht und verunsichert gegen 19 Uhr den Rückweg nach Hause an. Im Angebot wird auch mit einem „individuell gestalteten“ Anstellungsvertrag für den Geschäftsführer geworben. Pustekuchen ! Auf telefonische Nachfrage wurde uns gesagt dass dies noch mal 200 EUR netto kosten würde. Davon wüsste man in der Kanzlei nichts, obwohl es dick und fett im Angebot steht. Man übermittelte uns per PDF Mail dann einen Standardvertrag den wir uns selber zu Recht machen könnten. Die Gewerbeanmeldung in unserer Gemeinde wurde ebenfalls nicht wie im Angebot beschrieben für uns gemacht und bezahlt, statt dessen bekamen wir einen Internetausdruck und einige Kopien mit die wir dann selber bei der Gemeinde einreichen und natürlich auch bezahlen sollten. Ganz zu Schweigen von der Beantragung der Steuernummer und der Steuer ID. Die haben wir bis heute nicht und wir schreiben den 10.9.07!!! Wohl gemerkt das all dies im Gründungspreis bereits enthalten und demnach nereits bezahlt war.
Wegen des Anstellungsvertrag sowie einiger noch offenen Fragen haben wir mehrfach versucht per Mail sowie telefonisch Auskunft bei dem Geschäftsführer sowie dem für uns zuständigen Anwalt Dr.   zu erhalten. (von wegen rechtliche Betreuung aller Belange im Gründungspreis enthalten!) leider ohne Erfolg. Keine Mail mit Aufklärung, kein Rückruf. Letzten Freitag habe ich dann nach zig Anrufen einen deutlich genervten Anwalt erreicht und wurde von diesem in einer Art und Weise angefahren die seines gleichen sucht. Ich wusste bis dahin nicht dass deutsche Rechtsanwälte sich auf ein solches Niveau herablassen und eine Frau am Telefon so angehen können.Wir haben unsere Konsequenzen daraus gezogen und hoffen dass andere nicht auch auf solche haltlosen Versprechen hereinfallen wie wir.

Sollte man doch ein solches oder ähnliches Angebot annehmen, auf keinen Fall per Vorkasse zahlen, und erst dann komplett zahlen wenn alles korrekt abgewickelt wurde und man als Kunde zufrieden ist.

Es gibt mit Sicherheit auch gute Agenturen zur Gründung und Treuhänderschaft. Nur die wollen gefunden werde. Ich rate daher jedem davon ab irgenwelche Beträge per Vorkasse zu zahlen. Man sollte erst dann zahlen wenn man auch die Leistung bekommen hat für die man bezahlt hat.

In unserem Fall entpuppte sich die auch noch so toll nach aussen wirkende Kanzlei und Unternehmensberatung  als absolut nicht empfehlenswert.

Viel Glück bei der Gründung. (wir hatten es leider nicht)



1.2.08

Ich möchte hier nun noch weitere Angaben machen da es immer verwirrender wird. Obwohl wir die neu eröffnete LTD nicht nutzen können bekommen wir immer weiter Rechnungen für Leistungen die wir garnicht genutzt haben. Auch bekommen wir Rechnungen vom Notar der seine erbrachte Leistung abrechnen will obwohl diese bereits im Gründungspreis enthalten waren.

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