Selbstmontage leicht gemacht: Einbau von Egli Tuning-Teilen

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Selbstmontage leicht gemacht: Zum Einbau von Egli Tuning-Teilen brauchen Sie keine fremde Hilfe

Tatsächlich ist Tuning ein großes Thema für Kraftfahrzeuge, egal ob Auto oder Motorrad. Zwar steht das Tuning beim Auto mehr im Fokus als bei Zweirädern, in der Biker-Szene aber ist das Motorrad-Tuning kaum unbekannt und wird ebenso gern praktiziert wie bei den verwandten Fahrzeugen auf vier Rädern.

Selbst spezielle Tuner für Motorräder haben sich längst etabliert, die kaum weniger klingende Namen als Autotuner haben. Für gelungenes Motorradtuning steht beispielsweise der ehemalige Schweizer Rennfahrer Fritz Egli. Und genau von diesem Tuner soll der folgende Ratgeber handeln. Was Sie alles an Ihrem Motorrad tunen und nachbessern können und warum Tuning nicht nur mehr PS bedeutet, erfahren Sie hier.

Mehr ist mehr: das kleine Einmaleins des Motorrad-Tunings

Zunächst jedoch sollte der Begriff Tuning erklärt werden. Tuning setzen die meisten mit einer deutlichen Leistungssteigerung gleich, wobei Tuner den Motor oft gar nicht mal anrühren. Tatsächlich hat Tuning nicht allein mit dem Motor zu tun, sondern potenziell mit allen Teilen eines Kfz. Grob unterteilen lässt sich Tuning daher in vier Bereiche, die jeweils mehr oder weniger selbsterklärend sind. Ein zusätzlicher fünfter Bereich ist aufgrund der zunehmenden Tuning-Möglichkeiten später hinzugekommen.

Vier – nein: fünf Alternativen des Tunings 

Zum Ersten das bereits angedeutete Motortuning. Hier geht es ganz klar um mehr Leistung, mehr PS und noch mehr Drehmoment. Davon versprechen sich die meisten Halter wieder mehr Höchstgeschwindigkeit sowie einen besseren, weil schnelleren Sprint und mehr Anzug. Daneben gibt es jedoch noch drei Tuningbereiche, die mit dem Motor absolut nichts zu tun haben.

Beispielsweise das sogenannte Fahrwerkstuning. Hierzu zählt alles, was mit dem Fahrwerk und den Rädern zu tun. Also etwa ein Sportfahrwerk. Oder ein Gewindefahrwerk. Außerdem schicke Leichtmetallräder aus Aluminium. Oder extraleichte Schmiederäder. Ebenso natürlich Breitreifen. Auch die gern praktizierte Tieferlegung gehört zum Fahrwerkstuning.

Eine dritte Variante betrifft das Karosserietuning. Hierunter wird alles zusammengefasst, was irgendwie mit der Karosserie des Autos beziehungsweise der Verkleidung eines Motorrads zu tun hat. Beim Auto bieten sich schon allein wegen der größeren Oberfläche natürlich mehr Ideen, beispielsweise Spoiler, Kotflügelverbreiterungen, Schürzen, Motorhauben, Seitenschweller, Kofferraumdeckel oder neue Türen.

Motorräder bieten jedoch ebenfalls einige Möglichkeiten zum Karosserietuning, wenn auch zugegeben weniger. Eine erste Idee ist dabei die Halb- oder Vollverkleidung eines Naked Bikes. Außerdem gibt es selbst für Motorräder spezielle Karosserieteile, die angeschraubt werden können. Beispielsweise kleinere Spoiler oder ein besonderer Bugspoiler, der den oder die Krümmer schützen soll. Daneben gibt es außerdem noch Motorrad-Aufkleber. Die können zum einen aus „kosmetischen" Gründen verklebt werden, ebenso aber dem Schutz dienen. Wie beispielsweise Tankpads. Die sind als Lackschutz vor Kratzern gedacht, die gerade bei Rennmaschinen schnell zustande kommen. Nämlich durch die Motorradkombi des Bikers, dessen Reißverschluss sich nicht unbedingt mit dem Lack des Tanks verträgt.

Die letzte und vierte Tuning-Idee schließlich widmet sich dem sogenannten Interieurtuning, das allerdings allein dem Auto vorenthalten ist und quasi alle Tuningmöglichkeiten für den Innenraum beinhaltet.

Zuletzt gibt es noch einen fünften, recht neuen Bereich, der auch wieder auf Motorräder zutrifft, nämlich die Beleuchtung. Tatsächlich bieten sich hier neue Scheinwerfer ebenso an wie moderne LED-Motorradblinker.

Muss das sein? Wozu ein Motorrad überhaupt tunen?

Wobei sich letzten Endes eine ganz entscheidende Frage stellt: Warum sollten Sie Ihr Motorrad überhaupt tunen? Wie gesagt, Tuning heißt nicht allein mehr Leistung. Die gerade aufgeführten vier bzw. fünf Tuning-Bereiche erlauben einigen Spielraum, wobei das Motorrad gewisse Alternativen wie das Interieurtuning eigentlich ausschließt. Eigentlich – denn selbst Radio- oder CB-Funk kann bei einem Zweirad nachgerüstet werden, sind bei einigen wenigen Modelle sogar Serie.

Für das Tuning Ihres Bikes gibt es jedenfalls viele Ideen. Etwa mehr Leistung mit einem Rennmotor. Dazu passt wieder ein spezielles Renngetriebe, das kürzere Schaltzeiten erlaubt, somit das Bike schneller auf Geschwindigkeit bringt. Andere Möglichkeiten wie Aufkleber sollen dem Bike mehr Optik verleihen, möglicherweise auch einen „stärkeren" Eindruck erzeugen. Viele Tuningteile bieten jedoch einen durchaus tieferen Sinn. Jede Art von Verkleidung macht das Motorrad aerodynamischer. Mehr Aerodynamik bedeutet mehr Geschwindigkeit, ebenso weniger Luftwiderstand und somit womöglich gar ein komfortableres Fahren.

Gerade auf längeren Strecken zeigt eine Vollverkleidung oder zumindest ein entsprechender Windschutz einen enormen Vorteil. Denn der Fahrer ist deutlich weniger dem Fahrtwind ausgesetzt, der nach einigen Hundert Kilometern – insbesondere bei hohen Geschwindigkeit wie auf der Autobahn – jeden Muskel schlichtweg ermüden lässt. Die Folge: Spätestens beim Absteigen von seinem Motorrad ist der Biker erschöpft und spürt sprichwörtlich jeden Knochen im Leib.

Nicht nur mehr PS: Tuning ist mehr als nur Leistung

Im Fazit hat Tuning somit nicht immer – um genau zu sein, eigentlich eher weniger – ausschließlich mit mehr Leistung zu tun. Bestimmte Verkleidungsteile bieten mehr Komfort, andere Teile oder Karosserie Aufkleber mehr Optik und „Look", wieder andere Teile einen gewissen Schutz. Der bereits genannte Bugspoiler etwa soll die Krümmer schützen, die bei der „Bewältigung" eines zu hohen Bordsteins schnell aufsetzen und entsprechend beschädigt werden können.

LED-Scheinwerfer oder LED-Blinker wiederum helfen beim Energiesparen, womit selbstredend auch Verbrauch und somit Kosten gedrückt werden. Obendrein halten die neumodischen Dioden wohl länger als das Motorrad selbst, minimieren also die Kosten für künftige Ersatzteile. Im Fazit ist fast jedes Motorradzubehör Tuning, was selbst für Koffer gilt. Es geht nicht immer um Leistung, sondern oft genug um Komfort oder einfach schlichten Schutz.

Eine Geschichte: Wer war oder ist Fritz Egli?

Tuner und Zulieferer haben das selbstverständlich längst erkannt, weswegen entsprechendes Zubehör in einem breiten wie spezifischen Angebot zu finden ist. Einer, der sich gezielt auf das Tunen von Motorrädern und typischen Motorradteilen spezialisiert hat, ist Fritz Egli. Fritz Egli – eigentlich Fritz Walter Egli – fuhr früher selber Rennen, nämlich Bergrennen auf einer Vincent Black Shadow.

Deren Motor konnte Egli überzeugen, das Fahrwerk hingegen weniger. Also baute Egli der Black Shadow ein neues Fahrwerk samt Rahmen ein und kürte sich mit dieser getunten Maschine 1978 zum Schweizer Meister. In den 1970ern baute Egli mit seinem Team vor allem japanische Motorräder um, beispielsweise die Honda CB 750 Four. Auf Basis der Kawasaki Z 900 stellte Egli außerdem seine legendäre MRD1 auf die Räder, die dank Turbo und Lachgaseinspritzung mehr als 180 PS lieferte und 297 km/h Spitze erzielte.

Bei seinen Rahmen setzt Fritz Egli traditionell auf ein zwölf Zentimeter starkes Rückgratrohr, außerdem werden in der Regel ausschließlich gerade Rohre verbaut. Motoren werden zudem meist noch einmal überarbeitet und mit mehr Leistung versehen.

Tuning by Fritz Egli: Welche Teile können Sie erwerben?

Wenig überraschend hat Fritz Egli über die Jahre einige Ideen entwickelt, die nicht nur getunte Motoren umfassen, sondern ebenso Rahmen, Fahrwerke und Anbauteile. Der Fokus von Egli Tuning liegt jedoch nach wie vor auf Motor und Fahrwerk, schließlich bieten die Schweizer bis heute komplette Motorradumbauten ganz nach speziellem Kundenwunsch an.

Erhältlich sind jedenfalls diverse Bauteile wie Felgen, Federbeine, Gabeln, Tankdeckel und andere. Neben den genannten Fahrwerksteilen bietet Egli auch einige Motorenteile, wobei diese wohl nur von Profis verbaut werden können.

Leicht gemacht: So montieren Sie Egli-Tuningteile in Eigenregie

Hobbyschrauber finden daher vor allem in Fahrwerksteilen oder Anbauteilen Möglichkeiten zum Tunen. Tatsächlich sind solche Teile samt und sonders ohne großen Aufwand einzubauen. Ein Tankdeckel muss sicher nicht erklärt werden, neue Felgen wohl ebenso wenig. Bei einer neuen Gabel wird der Einbau wohl schon schwieriger, erst recht bei einem komplett neuen Rahmen.

Der „Einbau" eines solchen Rahmens dürfte schon sehr versierten Heimwerker vorenthalten sein, wobei echte Biker mit dem gewissen technischen Verständnis in einem solchen Fall keinen großen Aufwand sehen. Doch um den Rahmen zu wechseln, muss quasi das „alte" Motorrad komplett demontiert werden, um dann auf dem neuen Egli-Rahmen wieder ebenso komplett montiert zu werden. Der Austausch setzt somit passende Räumlichkeiten, entsprechendes Werkzeug, einiges an Know-how und auch nicht wenig Zeit voraus.

Doch aufgepasst: Wichtig in Deutschland ist die ABE

Viele andere Teile aus der Egli-Tuningschmiede wie ein Motorrad-Sportluftfilter werden hingegen recht simpel angeschraubt oder eingebaut, entsprechende Angebote sind schnell selbst zu recherchieren. Wichtig bei den neuen Tuningteilen ist eines: die ABE. Die Buchstaben stehen für die „allgemeine Betriebserlaubnis" und müssen tuningbegeisterten Bikern wohl ebenfalls nicht erklärt werden.

Wird das neue Bauteil ohne ABE geliefert, müssen Sie bei TÜV, Dekra oder einer anderen Prüforganisation vorbeischauen und Ihr Bike neu abnehmen lassen – ansonsten wäre Ihr Motorrad schlichtweg illegal und auf deutschen Straßen nicht zugelassen. Gerade beim Tuning von Kraftfahrzeugen schauen die Prüfer gern sehr genau hin, eine Abnahme neu verbauter Teile kann Ihnen niemand garantieren. Ohne ABE gehen Sie also ein gewisses Risiko ein, das womöglich damit endet, dass Sie Ihr Motorrad zurück rüsten müssen.

Weitere Angebote: Egli bietet auch komplette Motorräder

Doch selbst hier kann Fritz Egli helfen, denn längst bieten die Schweizer auch komplette Motorräder an. Beispielsweise vermarktet Egli nagelneue Motorräder der indischen Marke Royal Enfield sowie ebenso von Norton Motorcycles aus England. Selbst fabrikneue MZ-Motorräder haben die Schweizer noch auf Lager, und auch Modelle von Sachs sind zu bekommen.

Und hier noch ein Tipp für den Kauf kompletter Motorräder direkt bei Fritz Egli als Hersteller oder Tuner: Die Schweizer rechnen in Franken, weswegen natürlich auch die Preise in Schweizer Franken genannt sind. 

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