Seerosen richtig pflanzen

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Wie pflanzt man eine Seerose?

 

Schritt 1

Einen passenden Behälter besorgen. Hier haben sich einfache schwarze Baueimer, die man in jedem Baumarkt kaufen kann, bestens bewährt. Er sollte ein Volumen von ca. 30 Liter haben oder Mauerbütt 50 bis 80 Liter. Keine Löcher reinbohren, da diese absolut sinnlos sind.
 

Warum keine Seerosenkörbe?


1. Die Seerosenkörbe sind meistens viel zu klein! Das absolute Minimum sollte ein Inhalt vonfünf Litern sein. Darin wachsen die Zwergsorten gut und die mittelgroßen noch einigermaßen. Besser sind für die mittelgroßen Sorten aber zehn Liter Inhalt, und für die wirklich großen Sorten eher noch mehr. Einige Hybriden von Nymphaea odorata blühen erst dann zufriedenstellend, wenn ihre Rhizome eine kleine Kolonie gebildet haben - für diese Sorten sollten Sie ein Gefäß von 50 - 60 Zentimetern Durchmesser wählen.

2. Die Seerosenkörbe sind Körbe und haben deswegen Löcher. Wozu eigentlich? Damit Luft an die Wurzeln kommt? Das funktioniert unter Wasser nicht. Stattdessen büchsen die Wurzeln von wüchsigen Wasserpflanzen durch die Löcher aus, und man bekommt doch einen völlig zugewucherten Teich. Schlimmer ist aber folgende Eigenschaft der Körbe: Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade Ihre neu erworbene Seerose in einen Korb gepflanzt und stellen sie jetzt ins Wasser. Während Sie den Korb nach unten bewegen, dringt Wasser durch die Löcher ein und schwemmt einen Teil der Erde aus. Wenn Sie den Korb noch einmal herausheben müssen (vielleicht war der Platz für die Seerose doch nicht der richtige), dann passiert das Gleiche noch einmal auf dem Weg nach oben - aber jetzt muss der Korb an der richtigen Stelle ja wieder ins Wasser und es wird zum dritten mal Erde ausgeschwemmt. Auf diese Weise geht leicht die Hälfte (!) der Erde verloren. Das Problem hat sich offensichtlich bis zu den Produzenten der Seerosenkörbe herumgesprochen, denn mittlerweile werden Textileinlagen für die Körbe angeboten, die das Ausschwemmen verhindern sollen. Eine intelligente Lösung: erst macht man Löcher in die Gefäße, und dann legt man etwas hinein, das die Löcher wieder stopfen soll.

3. Seerosenkörbe brechen leicht. Das Material wird nach einigen Jahren spröde und bricht, wenn man versucht den Korb aus dem Teich zu heben.
 

Beispiel

Meine Zwergseerosen (N. Aurora und N. Alba) sind im 20 Ltr. Baueimer gepflanzt. Alle 3-4 Jahre (Frühjahr) werden sie geborgen. Hierzu habe ich eine verzinkte Kette am Baueimer befestigt, daran eine durchsichtige stabile Angelsehne. Die Kette lasse ich zum Teichgrund fallen und die Sehne befestige ich am Teichrand, Absolut stressfreie und trockene Hebung der Seerosen.

Die Maurerbütt setze ich bis ca. 70 cm Pflanztiefe (N. Marliacea Rosea ) ein, zum herausheben (ca. alle 4 - 5 Jahre) empfehle ich einen zweiten Mann.

Zur ggf. nötigen Düngung benutze ich ein Rohr (ca. 2,5 cm Durchmesser, Länge je nach Tiefe)  mit Mandrain (Holzstab 20 cm länger als das Rohr). In einander gesteckt (endbündig, ggf. Markierung am oberen Ende) in die Nähe der Seerosenwurzel stecken, Holzstab raus,  nun den Düngekegel ins Rohr, ein wenig Lehmsandgemisch hinterher mit Stab stopfen, das „Düngekegelapplikationsgerät „ wieder rausziehen. Der Vorgang wiederholt sich 4-5 mal. 

                                              
    Zwergseerose N. Alba


 








     N. Aurora die Morgenröte





 

Meine Pflanzenempfehlung

 

Marliacea Rosea

Latour-Marliac 1887, Blütenfarbe: zartrosa, Wasserstand: 50-100 cm. Diese Sorte erhält die Auszeichnung „Hard-to-Kill“ Was Sie auch anstellen mögen mit der „Rosea,“ sie passt sich willig an und blüht noch obendrein. Selbst wenn andere Seerosen Sommerpause machen, bringt sie eine nach der anderen Blüte hervor.
                                   
 

 








 







Schritt 2

Das Pflanzsubstrat. Auf keinen Fall reine Teicherde verwenden. In den seltensten Fällen kennt man deren Zusammensetzung. Daher besser das Substrat selbst mischen. Einfache ungedüngte Gartenerde mit etwa 1/6 Lehm und 2/6 Sand mischen. Da man in vielen Regionen keine Lehmprodukte als Bodenverbesserer kaufen kann bzw. sich nur schwer auftreiben läßt, verwendet man am besten gleich Natur-Katzenstreu (Bio/Öko Katzenstreu  unbehandelt und frei von Duftstoffen). Biologische Katzenstreu besteht zu 100% aus Bentoniten, was nix anderes als Lehm darstellt. Die 1/6 Angabe für den Lehm basiert auf der Verwendung dieser Katzenstreu, da diese sehr quellfähig ist, und so das Mischungsverhältnis am Ende etwa bei 1/3 Erde, 1/3 Lehm und 1/3 Sand liegen dürfte. Was auf keinen Fall in der Erde sein darf, sind organische Dünger (also Mist und ähnliches), Torf, Kompost und Rindenmulch. Alle diese Materialen bewirken Fäulnisprozesse, die die Seerose zum Absterben bringen können. Ihre Seerose braucht reichlich Dünger, wenn sie reichlich blühen soll. Der einzig geeignete Dünger ist in diesem Fall ein Mineraldünger (z.B. Osmocote Düngekegel oder Naturagart Seerosendünger), biologische Dünger sind leider Seerosenkiller und überdüngen außerdem das Wasser.

 

Schritt 3

Das Bepflanzen. Als erste befüllt man nun den Behälter etwa 1/3 mit unserem selbst gemischten Substrat. Danach wird das Ganze erst mal anständig gewässert, bis eine richtig schöne Pampe entsteht. Darauf gibt man dann wieder etwa die gleiche Menge Substrat und düngt dann auch gleich. Am besten haben sich hierzu Düngekegel (Osmocote, im Bauhaus 25 Stck :ca.7 EUR) oder Naturagart Seerosendünger (gibt es nur bei Naturagart (Internet)1 Stck: 1,60 EUR bewährt, da dies ein Langzeitdünger ist. Und keine Angst, diese Aktion wird jetzt nicht den gesamten Teich düngen, sondern wirklich nur die Seerose. Ich verwende bei einem 20 L-Eimer pro Saison 4-5-6 dieser Düngekegel.
3-4 Düngekegel werden nun relativ weit unten im Substrat verteilt. Dann wird wieder so lange gewässert, bis dieser schöne Sumpf entsteht. Das ist wichtig, denn das schützt das Rhizom der Seerose beim Einpflanzen. Der Behälter sollte jetzt  zu 2/3 mit dem Substrat befüllt sein. Die Seerose setzt man nun vorsichtig ein, ohne dabei das Rhizom viel zu bewegen. Wenn an der Seerosenwurzel noch dieser Lehmballen hängt, dann diesen einfach so wie er ist mit einpflanzen. Die eingesetzte Seerose nun bis knapp unter die Oberkante des Rhizoms mit dem übrigen Substrat bedecken und die restlichen Düngekegel am Rand des Eimers bis auf Höhe der Wurzel etwa in die Erde drücken. Das ganze anschließend noch mit einfachem Sand oder Quarzkiesel (verhindert Erdauftrieb) etwa 2-3 Finger breit bedecken.

Jetzt nur noch im Teich versenken. VIEL SPASS !


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