Schwebestative für den mobilen Einsatz auf eBay entdecken

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Schwebestative für den mobilen Einsatz auf eBay entdecken

Stative für eine feste Kameraposition gibt es in allen möglichen Formen und Größen. Vom klassischen Dreibeibeinstativ über Einbeinstative bis hin zu Saug- oder Klemmstativen – für fast jeden Ort gibt es eine geeignete Art, eine Kamera vibrationsfrei zu fixieren und somit verwacklungsfreie Fotos oder Videos zu ermöglichen. Leider gilt dies aber nur für feste, unbewegliche Kamerastandorte. Wie verhält es sich aber, wenn die Kamera während der Aufnahme bewegt wird? Bei einer Fotoaufnahme ist es nahezu unerheblich, da ja nur ein Standbild aufgenommen wird. Folgt die Kamera gerade dem sich bewegenden Motiv, wird mit etwas Geschick oder Glück oder einer Kombination aus beidem das Motiv scharf eingefangen, während der Hintergrund durch Bewegungsunschärfe verwischt wird – oft ein durchaus gewollter Effekt. Was es insgesamt zu beachten gibt, soll in diesem Ratgeber geklärt werden.

Mit dem richtigen Equipment hochwertige Filme & Fotos machen

Jeder kennt das: Verwandte oder Freunde müssen unbedingt ihre Urlaubserlebnisse, die sie mit ihrer Videokamera oder dem Handy vermeintlich publikumsreif festgehalten haben, vor versammelter Mannschaft präsentieren. Solange man sich das auf dem Handy-Display ansieht, mag es noch gehen. Mittlerweile ist aber jedes mittelprächtige Smartphone in der Lage, HD-taugliches Videomaterial aufzunehmen – der Nachwuchsregisseur mag sich also verpflichtet fühlen, das mit dem neuen iPhone so kreativ gestaltete Material auf dem 50-Zoll-Flatscreen-Fernseher wirkungsvoll zur Geltung zu bringen. Doch verwackelte Aufnahmen und abenteuerliche Kameraschwenks, die gerade eben auf dem kleinen Display noch so niedlich aussahen, geraten auf dem großen Bildschirm schnell zu einer visuellen Achterbahnfahrt, die im besten Fall einfach nur schlecht zu verfolgen ist, bei manch zarter besaitetem Zuschauer aber schnell auch mal Gleichgewichtsstörungen verursachen kann.

Mancher hoffnungsvolle Jungfilmer wird sich dann vielleicht fragen, warum die eigenen bewegten Bilder nicht so elegant und wackelfrei wie im Fernsehen aussehen. Die Antwort ist einfach: Bei professionellen Produktionen werden Kamerafahrten (Szenen, die mit einer mobilen Kamera aufgenommen werden) nur mit speziellem Equipment gedreht. Das sind oft schienengeführte Kamerakonstruktionen (GoCam), bei denen die Kamera auf einem Rollwagen montiert wird, der auf einer Schiene eine bestimmte Strecke entlang geführt werden kann. Ähnlich funktionieren auch seilgeführte Systeme (SkyCam). Vibrationsfreie Szenen sind damit ein Kinderspiel, aber so ein Schienensystem steht den wenigsten Hobbyregisseuren zur Verfügung, außerdem helfen Schienen- und Seilsysteme nicht, wenn spontane Reaktionen erforderlich sind. Wenn bei einem plötzlichen Schwenk das monströse Schienensystem ins Bild gerät, ist der ganze Aufwand umsonst. Auch ein Kamerakran, eine weitere Variante für butterweiche Kamerafahrten, dürfte außerhalb der finanziellen Reichweite der meisten Hobbyfilmer liegen. Aber selbst wenn Geld keine Rolle spielen sollte, ist an vielen Locations einfach kein Platz für aufwändige Konstruktionen. In solchen Situationen kommen Schwebestative wie die Steadicam zum Einsatz.

Funktionsweise einer Steadicam

Das wohl bekannteste Schwebestativ ist die Steadicam, die in den Siebziger Jahren von dem Kameramann Garrett Brown entwickelt wurde. Der Begriff "Steadicam" (im Gegensatz zu "Steadycam") ist lizenzrechtlich geschützt und derzeit im Besitz der Tiffen Company. Garrett Brown erhielt für die Entwicklung der Steadicam 1978 einen Oscar. Das Grundprinzip ist, wie bei fast allen genialen Erfindungen, simpel. Das System nutzt die Trägheit zur Stabilisierung der Kamera. Bei einer in Ruhe befindlichen Steadicam, auf die eine Kraft einwirkt (Bewegung des Kameramannes), wird die statische Trägheitskraft genutzt, um eine 1-zu-1-Übertragung der Bewegung auf die Kamera zu vermeiden. Die Kamera neigt dazu, in ihrer bisherigen Position zu verharren und wird von der Steadicam nur sanft in Bewegung gesetzt. In der gegensätzlichen Situation wird bei einer sich bewegenden Steadicam das dynamische Trägheitsmoment verwendet, um unkontrollierte Bewegungen des Kameramannes abzudämpfen. Die Kamera wird von der Steadicam sanft abgebremst. Ruckartige Bewegungen erreichen die Kamera nicht. Erreicht wird das hauptsächlich durch zwei Maßnahmen: Die Kamera wird an ein Gestell montiert, an dessen anderem Ende Gegengewichte befestigt werden. Die Gegengewichte müssen so dimensioniert und positioniert sein, dass sich der Schwerpunkt der gesamten Konstruktion im Aufhängungspunkt des Gestells befindet. Hier wird das physikalische Prinzip genutzt, dass Kräfte, die auf den Schwerpunkt eines Gegenstandes wirken, keine Rotation verursachen. Auch Vibrationen setzen sich nicht ungebremst fort.

Der nächste Schritt liegt in der Entkoppelung der Kamera von dem Körper des Kameramannes. Dazu wird eine Aufhängung benutzt, die das durch die Gegengewichte beträchtliche Gewicht der Kamera aufnimmt und in einer Tragweste verankert. Vereinfacht ausgedrückt besteht dieser Tragarm aus einem Hebelparallelogramm, der durch starke, exakt auf das Kameragewicht abgestimmte Federn in der Lage ist, die Kamera frei schwebend in einer für den Kameramann bequemen Höhe zu halten. Würde der Kameramann jetzt auf und ab hüpfen, würde die Kamera nahezu in der gleichen Höhe verharren. Stiege der Kameramann eine Treppe hinauf, würde die Kamera in einer leicht verzögerten, gleitenden Bewegung aufwärts folgen. Der Tragarm des Kameramannes ist vollkommen belastungsfrei und unterliegt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Das komplette Gewicht des Steadicamsystems liegt auf den Schultern und der Wirbelsäule des Kameramannes. Belastungen für die Wirbelsäule lassen sich leider nicht ausschließen, aber es wird bereits an Weiterentwicklungen der Tragweste gearbeitet, die die Wirbelsäule des Kameramannes entlasten sollen. 

Schwebestative für den privaten Gebrauch

Viel häufiger findet man Schwebestative für den Hausgebrauch, die auch bei weitem nicht so teuer sind wie eine Steadicam. Diese Schwebestative sind deutlich kleiner und leichter, weil die zum Einsatz kommenden Kameras ebenfalls deutlich kleiner und leichter sind als die professionellen Filmkameras, für die eine Steadicam ausgelegt ist. Das Grundprinzip ist aber auch hier das gleiche: Gegengewichte, die dem Gewicht der Kamera entsprechen, bringen den Schwerpunkt der Kamera-Stativ-Kombination in die Position des Handgriffs, so dass das Trägheitsgesetz beim Dämpfen der Bewegungen des Kameramannes helfen kann. Durch das vergleichsweise geringe Gewicht des Stativs ist ein Handbetrieb möglich, ohne sofortige Ermüdungserscheinungen befürchten zu müssen. Auf ein Entkoppelungssystem wie bei der Steadicam wird hier, sicher auch aus Kostengründen, verzichtet. Manche Schwebestative bieten durch eine innovative Aufhängung des Handgriffs über Kardansysteme zusätzlichen Komfort in der Bedienung.

Auch wenn die Wirkung dieser kleinen Schwebestative nicht an die einer echten Steadicam heranreichen kann, bewirkt ihre Verwendung doch einen deutlichen Qualitätsgewinn für die Video- bzw. Filmaufnahmen. Ein verhältnismäßig geringer finanzieller Aufwand macht sich schnell bezahlt, denn die selbstgedrehten Videos sind nun keine visuelle Zumutung für die Zuschauer mehr. Schwebestative gibt es für Digitalkameras mit Videofunktion, insbesondere digitale Spiegelreflexkameras, Camcorder, mittlerweile aber auch für diverse Smartphones, deren Videofunktionen in der letzten Zeit eine rasante Entwicklung erlebt haben.

Das sollte beim Kauf eines Schwebestativs beachtet werden

Das Stativ sollte zu der Größe bzw. zu dem Gewicht der Kamera passen. Bei häufiger Verwendung sollten sich Schnellwechselplatten montieren lassen, um beim Befestigen der Kamera nicht unnötig Zeit zu verlieren. Die Gewichte sollten bequem justierbar sein, um Änderungen des Gewichts oder des Schwerpunktes korrigieren zu können. Ein Objektivwechsel oder die Verwendung einer Kameraleuchte könnte sonst zu einem Problem werden. Bei größeren Schwebestativen empfiehlt sich ein Modell mit Körperfixierung, etwa einer Armstütze, um Ermüdungserscheinungen in der Tragehand vorzubeugen.

Fazit

Wer als Hobbyfilmer seine Verwandten, Nachbarn oder Freunde mit hochwertigen Video- oder Filmaufnahmen überraschen möchte, sollte den Kauf eines Schwebestativs in Erwägung ziehen. Auch ohne eine hochprofessionelle Steadicam mit Tragweste und zusätzlicher Gyroskop-Stabilisierung lassen sich zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Schwebestative für den privaten Gebrauch bringen ein spürbares Plus für Ihre privaten Aufnahmen. Viele Modelle sind zudem auch im gebrauchten Zustand tadellos und können dem Fotografen wertvolle Unterstützung zum kleinen Preis bieten. Mit ausgereiften Techniken namhafter Hersteller können Sie Ihre Kameraausrüstung perfektionieren und sich für alle Eventualitäten wappnen. Profitieren Sie vom vielfältigen Angebot bei eBay und durchforschen sie den Marktplatz nach dem optimalen Schwebestativ für Ihr Kamerasystem, um bessere Ergebnisse beim Filmen und Fotografieren zu erhalten.

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