Schuppige Kopfhaut: Entstehung und Behandlung

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Schuppige Kopfhaut: Entstehung und Behandlung

Was sind Schuppen?

Wenn man von Schuppen (med.: Squama) spricht, denken die meisten Menschen an Kopfschuppen. Kopfschuppen können durchaus so beschaffen sein, dass man sie ärztlich behandeln muss. So dramatisch ist es jedoch in den selteneren Fällen. Sie kommen ebenso bei Männern wie bei Frauen vor.

Ganz einfach gesagt handelt es sich bei Schuppen um abgestorbene Hautzellen. Die menschliche Haut besteht aus mehreren Schichten, die wiederum aus einzelnen Hautzellen bestehen. Die Hautzellen durchwandern mit der Zeit die Schichten von innen nach außen bis zur Hautoberfläche. Auf der obersten Hautschicht werden Sie zu so genannten Hornzellen. Dort sterben die Zellen dann ab und werden abgestoßen. Dies ist ein ganz natürlicher und notwendiger Vorgang, der normalerweise unbemerkt bleibt. Als Schuppen werden die Hautzellen erst wahrgenommen, wenn sich mehrere hundert Zellen miteinander verklumpen.

Trockene und fettige Schuppen

Kopfschuppen kommen in zwei Varianten vor: trocken und fettig. Dafür verantwortlich ist der individuelle Hauttyp der Kopfhaut. Trockene, weiße Schuppen kommen bei trockener Kopfhaut vor. Aber auch austrocknende Shampoos und Pflegeprodukte, heißes oder häufiges Föhnen, trockene Luft im Winter und Hitze im Sommer können eine Ursache sein.

Fettige Schuppe erkennt man an einer gelblichen Färbung. Dafür verantwortlich ist die vermehrte Talgproduktion der Talgdrüsen der Kopfhaut. Daher fühlen sie sich meist ölig an und verklumpen auch zu größeren Einheiten. Diese Klebrigkeit führt auch dazu, dass sie sich nicht so schnell von der Kopfhaut lösen. Dies begünstigt wiederum das Wachstum eines Hefepilzes namens "Malassezia furfur". Grundsätzlich gehört dieser Hefepilz zu einer normalen Hautflora. Tritt er jedoch vermehrt auf, kommt es zu mikroskopisch kleinen Entzündungsherden auf der Haut. Dies wiederum fördert das verfrühte Absterben der Hornzellen, also der Hautzellen, die abgestoßen werden. Das verfrühte Absterben der Hautzellen ist auch verantwortlich für Juckreiz, Hautirritationen und Hautrötungen.

Die häufigsten Ursachen für Schuppen

Meist sind die Ursachen für Schuppenbildung eher harmloser Natur. Es kommen aber auch einige Erkrankungen der Haut in Betracht.

Ein weniger bekannter Grund können Hormonschwankungen sein. Durch Änderungen im Hormonhaushalt kann es zu vermehrter Fettproduktion der Haut kommen. Gerade in der Pubertät führt diese vermehrte Talgausschüttung zu Pickeln, Mitessern und fettiger Kopfhaut, die wiederum Ursache für fettige Schuppen ist. Frauen in den Wechseljahren leiden oft unter trockener Haut, was wiederum die Bildung trockener Schuppen begünstigt.

Haarpflege würde man zunächst einmal nicht als Ursache vermuten – eher als ein Mittel zur Bekämpfung. Jedoch führen häufige Haarwäschen, die Benutzung von aggressiven Pflegeprodukten und heißes, ausgiebiges Föhnen zu trockener Haut und dann in der Folge zu Schuppen.

Temperatur- und Klimawechsel sind ebenfalls begünstigende Faktoren für Schuppen und Juckreiz. Heiße Temperaturen und ein trockenes Klima führen zur Austrocknung der Haut. Aber auch die trockene Heizungsluft beheizter Innenräume im Winter hat denselben Effekt.

Weiterhin hat man festgestellt, dass in manchen Familien Kopfschuppen vermehrt auftreten. Es spricht daher Einiges dafür, anzunehmen, dass die Neigung zu Kopfschuppen erblich ist, was dafür verantwortlich ist, wurde jedoch noch nicht herausgefunden.

Eine häufige Ursache ist auch Stress. Eine erhöhte psychische Belastung wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus. Dadurch werden die Abwehrkräfte geschwächt, Pilze können sich verstärkt vermehren. Eine erhöhte Schuppenbildung ist die Folge.

Krankheiten als Auslöser für Schuppen

Weniger harmlos und schwerer zu behandeln sind Erkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis, Pilze und Allergien.

Schuppenflechte

Die Kopfhaut-Psoriasis ist eine besondere Form der Schuppenflechte. Bei dieser Krankheit verhornen die Hautzellen der oberen Hautschicht sehr schnell (Hornzellen). Sie lösen sich jedoch noch nicht gleich ab. Neue Zellen werden vermehrt nachgebildet. Es entstehen auf der geröteten Haut weiße, schuppenartige Flächen.

Hefepilz

Eine Begleiterscheinung von Kopfschuppen ist der Hefepilz Malassezia furfur, der zur natürlichen Flora der menschlichen Kopfhaut gehört. Er ernährt sich hauptsächlich von den Fettsäuren aus den Talgdrüsen. Steigt deren Talgproduktion an, findet der Pilz gute Wachstumsvoraussetzungen. Diese zeigt sich durch eine juckende Kopfhaut und fettige Schuppenbildung.

Neurodermitis

Stark juckende, quälende und schuppende Hautausschläge kennzeichnen das Atopische Ekzem, die Neurodermitis. Die Haut wird trocken, ist häufig entzündet. Durch Kratzen kommt es zu Entzündungen. Häufig tritt diese Erkrankung schon im Kindesalter auf und befällt in einer untypischen Variante den Hals und Kopf des Patienten.

Seborrhoisches Ekzem

Beim seborrhoischen Ekzem sind Gesicht und Kopfhaut besonders betroffen. Bedingt durch die stark erhöhte Talgproduktion bei diesem Krankheitsbild sind die Schuppen gelblich und werden besonders groß. Ein weiterer Spezialfall sind Kontaktallergien. Durch Körperreaktionen auf allergene Stoffe kann es zu Juckreiz, Schorf, Krusten und Schuppenbildung kommen.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Wenn sich Schuppen nicht mit einer Eigentherapie in den Griff bekommen lassen und länger als einen Monat anhalten oder wiederkehren sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie einen Arzt aufsuchen. Kommt es zu Rötungen und Schwellungen der Kopfhaut, die einhergehen mit einem starken Juckreiz, sollten Sie ebenfalls den Rat eines Fachmannes einholen. Weitere Alarmsignale sind Haarausfall, Entzündungen und Brennen der Kopfhaut oder gar nässende und verkrustete Stellen.

Was können Sie selbst dagegen tun – die Eigentherapie?

Liegt keine Erkrankung vor, können betroffene Männer und Frauen mit einer Eigentherapie beginnen. Es gibt viele Maßnahmen die Schuppenbildung einzudämmen. Meist verspricht eine Kombination von mehreren Maßnahmen den besten und lang anhaltenden Erfolg. Jedoch kommt es nach erfolgreicher Behandlung bei vielen Betroffenen zu einem erneuten Auftreten der Schuppen.

In solchen Fällen muss der Betroffene eine Art Erhaltungstherapie für sich finden. Dabei gilt es, einen individuellen Weg zwischen ausreichender Behandlung und möglichst hoher Schonung der Kopfhaut und Haare zu finden.

Haarpflegegewohnheiten überprüfen

Ein erster Schritt kann die Überprüfung der eigenen Haarpflegegewohnheiten sein. Ein zu häufiges Waschen gerade, bei fettigen Haaren, führt zu Austrocknung und damit zur vermehrten Fettproduktion der Kopfhaut. Mit einem Intervall von ein bis drei Haarwäschen die Woche sollten Sie beginnen. Der Säureschutzmantel der Haut kann sich so erholen.

Shampoo wechseln

Der Wechsel zu einem sanften Shampoo ist der nächste Schritt. Milde Shampoos reizen die Kopfhaut weniger, was insgesamt zu einer Beruhigung und Normalisierung der normalen Prozesse beiträgt. Das Waschen sollte mit nicht zu heißem Wasser erfolgen. Nach der Wäsche spülen Sie gründlich aus, um alle reizenden Stoffe zu entfernen.
Möchten Sie etwas gründlicher gegen Schuppen vorgehen, greifen Sie zu einem Schuppenshampoo. Hier kann man ein medizinisches Shampoo wählen. Medizinische Shampoos haben einen höheren Wirkstoffgehalt an wirksamen Substanzen wie Zinkpyrithion, Selendisulfid, Bifonazol, Ketoconazol. Hauptsächlich wirken solche Mittel gegen die verursachenden Pilze, indem deren Wachstum gemindert wird. Grundsätzlich sollten Sie solche Produkte nicht öfter als zwei bis drei Mal pro Woche und nicht länger als einen Monat verwenden. Auch in der Nachbehandlung, sparsam eingesetzt, leisten solche Shampoos gute Dienste. Milde Schuppenshampoos sind in der Wirkstoffkonzentration schwächer als medizinische. Diesen scheinbaren Nachteil kann man sich jedoch gerade in der Nachbehandlung nach dem Einsatz eines medizinischen Shampoos zu Nutze machen. Weniger aktive Wirkstoffe greifen die ohnehin schon gereizte Haut in geringerem Maße an.
Zur Unterstützung des Shampoos können Sie eine Apfelessig-Spülung machen. Dazu verdünnen Sie Apfelessig mit Wasser solange, bis die Lösung noch sauer aber nicht mehr zu intensiv schmeckt. Die Spülung macht man dann vor der eigentlichen Haarwäsche. Angebote und weitere Tipps zur Gesundheitspflege mit Apfelessig finden Sie auf eBay.

Nicht bzw. wenig föhnen

Ein Föhn kann Temperaturen bis zu 100 Grad erzeugen. Föhnen sollte man nach Möglichkeit nicht oder wenn, dann nicht zu heiß und nicht zu lange. Auch Lockenstäbe arbeiten mit heißer Luft und sollten daher mit Bedacht verwendet werden. Bürsten und Kämme sollten Sie regelmäßig reinigen, damit sich dort keine Krankheitserreger festsetzen können.

Milde Stylingprodukte

Möchten Sie auf Stylingprodukte wie Spülungen, Festiger, Haarspray und Gel nicht verzichten, sollten Sie zu milden und nicht reizenden Produkten greifen. Auf jeden Fall sollten sie frei von Ethanol sein, da das die Austrocknung der Kopfhaut fördert.

Sonnenschutz

Nicht so naheliegend wie ein Schuppenshampoo, ist ein Sonnenschutz. Sonne in Maßen schadet der Kopfhaut nicht. Schuppenbildende Pilze fühlen sich bei Sonneneinstrahlung nicht besonders wohl. Zu viel Sonne führt dann jedoch zu dem gegenteiligen Effekt: Die Haut trocknet aus. An heißen Sommertagen bietet eine leichte und luftige Kopfbedeckung einen wirksamen Schutz. Je nach Typ und Geschmack bieten sich Hüte oder Tücher an. An kalten Wintertagen sind leichte und locker sitzende Mützen die erste Wahl.

Ernährung umstellen

Bestimmte Nahrungsmittel wie Alkohol, Zucker und Kaffee führen zu einem guten Nahrungsangebot für Pilze auf der Haut. Fettige Mahlzeiten regen die Produktion der Talgdrüsen an. Die Einnahme von Vitaminen A und E und Biotin fördern hingegen eine gesunde Haut.

Auch einige Heilkräuter wie Brennnessel, Birke oder Frauenfarn können Sie als Hilfemittel einsetzen. Man bereitet davon eine Art Tee, den man in kleinen Portionen gründlich einmassiert oder die Kopfhaut damit spült.

Ebenfalls ein hilfreiches Naturprodukt sind ätherische Öle von Kamille, Lavendel, Schafgabe und Teebaum. Man kann das Öl in neutrale Shampoos träufeln oder vermischt es mit Wasser und spült damit die Kopfhaut.

Die aus der Homöopathie bekannten Schüssler-Salze können zusätzlich zur Unterstützung eingesetzt werden. Die Schüssler-Salze Nr. 6, 8 und 10 können einzeln oder in einer Kombination eingesetzt werden. Man nimmt zwei bis drei Tabletten dreimal täglich ein. Salz Nr. 8 löst man mit Wasser auf und wendet es direkt auf der Kopfhaut an.

Wie können Sie vorbeugen?

Die Verbeugung gegen Schuppen ist vergleichbar mit der Behandlung von Schuppen. Wichtig dabei ist die Vermeidung von all den Dingen, die die Kopfhaut reizen. Haarewaschen sollten Sie nicht öfter als drei Mal in der Woche. Nicht zu lange oder zu heiß föhnen, am besten ganz auf das Föhnen verzichten. Milde oder neutrale Shampoos sparsam eingesetzt beugen der Austrocknung der Haut vor. Bürsten und Kämme regelmäßig zu reinigen verhindert die Ausbreitung von Keimen. Zu lange oder intensive Sonneneinstrahlung sollten Sie meiden. Das Tragen von Hüten, Tüchern oder Mützen kann vor der Sonne schützen. Grundsätzlich sollten Kopfbedeckungen jedoch locker und luftig sein. Den Konsum von Alkohol, Zucker, Kaffee und fettigen Speisen sollten Sie reduzieren.

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