Schon mal geklöppelt? Für Hobby- & Künstlerbedarf die passenden Garne und Klöppelbriefe

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Schon mal geklöppelt? Für Hobby- & Künstlerbedarf die passenden Garne und Klöppelbriefe

Vielen Menschen ist in ihrer Freizeit nicht so sehr an Trubel und abenteuerlichen Unternehmungen gelegen. Ihnen ist mehr nach Entspannung und ruhigen Tätigkeiten in häuslichem und anderem kleinen Kreise zumute. Eine Handwerkskunst, die sich hier bereits seit Längerem einer großen Beliebtheit erfreut, ist das Klöppeln. Kompliziert mutet es oft an, doch schwören Aktive auf die ruhige, konzentrierte Fähigkeit, die bei nicht wenigen zum Ausbruch des Klöppelfiebers geführt hat.

Um die Begeisterung für das traditionelle Handwerk etwas genauer nachvollziehen zu können, finden Sie an dieser Stelle eine Einführung in diese beliebte Domäne der Textilverarbeitung. Dabei soll es nicht nur um grundlegende Techniken der Fertigung, sondern auch um Hinweise zur Zusammenstellung einer ersten Klöppelausrüstung gehen.

Die Kunst des Klöppelns

Beim Klöppeln handelt es sich um eine traditionsreiche Handarbeitstechnik, bei der Garn zu Spitzen verflochten werden. Das Handwerk ist mit vergleichsweise geringem Aufwand durchführbar und als Freizeitbeschäftigung beliebt. Es sind lediglich der Stoff, Stecknadeln, Klöppelhölzer und ein Klöppelbrief notwendig. Bei Letzterem handelt es sich um eine Art Vorlage, die man auf einem dicken Polster (dem Klöppelkissen) fixiert. Auf dem Klöppelbrief sieht man verschiedene Nadelpunkte. Sie bestimmen die Form, die die Spitze später einmal haben wird.

Das Klöppeln ist eine anspruchsvolle Kunst, die vom Anwender Geduld, Geschicklichkeit und ein scharfes Auge erfordert. Trotz dieser Voraussetzungen können die Grundzüge von jedem Interessierten schnell erlernt werden. Wichtig sind allein die Ausdauer und der Wunsch, sich stetig zu verbessern.

Wer das Klöppeln zu seiner Freizeitbeschäftigung macht, kann sich auch nach Jahren der aktiven Tätigkeit noch verbessern. Immer wieder schnappt man neue technische Raffinessen und Entwürfe auf. Man muss sich dabei nicht nur auf die Vorlagen der Klöppelbriefe verlassen. Mit ausreichend Übung fertigt man eigene Muster und klöppelt individuell.

Wie bei vielen anderen Freizeitaktivitäten hat sich auch im Klöppelbereich ein reges Vereinsleben gebildet. Es gibt viele Orte, an denen sich Klöppler und Klöpplerinnen regelmäßig treffen, um gemeinsam ihrem Textilhandwerk nachzugehen. Bei überregional stattfindenden Klöppeltagen bezieht man aus Kursen, Ausstellungen und Vorträgen Inspirationen für neue eigene Projekte. Eine der größten Veranstaltungen dieser Art ist der jährlich stattfindende Kongress des Deutschen Klöppelverbandes.

Diese Ausrüstung benötigen Sie zum Klöppeln

Eine Klöppelausrüstung besteht aus fünf Komponenten, von denen jede eine wichtige Aufgabe übernimmt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um:

  • Das Klöppelkissen: Diese auch als Rolle bezeichnete Unterlage ist mit Heu oder Sägespänen gefüllt. Bei der Auswahl eines Kissens achten Sie darauf, dass es dicht gestopft ist. Nur so ist die notwendige Stabilität gewährleistet.
  • Die Klöppel: Stellen Sie sich Ihre erste Ausrüstung zusammen, genügen 12 Paar. Sie werden aus Plastik, Holz und Leder angeboten. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt letztlich von Ihrem Geschmack ab. Viele Experten schwören jedoch auf Holz.
  • Der Zwirn: Der Zwirn ist das Material, aus dem zum Schluss das kunstvolle Flechtwerk entsteht. Es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen. Verbreitet ist Zwirn aus Leinen. Auch Wolle und Baumwolle können Sie zum Klöppeln nutzen. Sind Sie bereits erfahrener im Umgang mit der Technik, könnten Sie sich auch einmal an edler Seide versuchen.
  • Die Stecknadeln: Die Stecknadeln haben die Aufgabe, die im Entstehen begriffene Klöppelarbeit auf dem Kissen und dem Begriff zu fixieren. Wichtig ist dabei, dass alles gut hält und vor dem Verziehen geschützt ist.
  • Der Klöppelbrief: Unter der Bezeichnung Klöppelbrief versteht man die Vorlage, die man zum Klöppeln nutzt. Die Spitzenarbeit wird darauf gefertigt.

Sie wollen es einmal probieren? So funktioniert das Klöppeln

Das Klöppeln basiert auf einem Mehrfachsystem, bei dem Fäden in einem festgelegten Wechsel verdreht, verkreuzt, verknüpft und verschlungen werden. Mit dieser Herstellungsweise fertigt man Kanten, Accessoires, Unterleger, Tischdeckchen, Bilder, Kleidungsstücke, Einsätze und Meterware.

Die Kante ist noch heute eine der am weitesten verbreiteten Klöppelspitzen. Ursprünglich fertigte man sie, um Kleidungsstücken einen dekorativen und gleichzeitig festen Rand zu geben. Mit der Idee, die Technik zu vereinfachen, wurde die Klöppelspitze schließlich nicht mehr aus dem Saum der Kleidung, sondern separat gefertigt.

Beim Klöppeln per Hand sind je zwei Klöppel paarweise am Klöppelkissen fixiert. Die an den kleinen Holzstäben befestigten Fäden werden durch Kreuzen und Verdrehen miteinander verbunden. Je nach Komplexität und der Größe des Musters können bis zu einhundert Klöppel gleichzeitig benötigt werden. Sie alle sind über die Fäden mit der gesamten Arbeit verbunden. Man nimmt jeweils nur die Klöppel auf, die man an der aktuellen Stelle benötigt. Alle anderen bleiben ruhig neben der Arbeit liegen und werden erst bei Bedarf aufgenommen.

Bei der Herstellung einer Klöppelarbeit kommt in den meisten Fällen Leinengarn zum Einsatz. Grund hierfür ist seine besondere Reißfestigkeit. Haben Sie beim Klöppeln einen Abschnitt fertiggestellt, fixieren Sie ihn mit Ihren Stecknadeln. Stecken Sie sie hierzu einfach so ins Kissen, dass das Gewebe gespannt bleibt. Sobald Sie die Spitze festgestellt haben, entfernen Sie die Nadeln wieder aus dem Kissen und nehmen Ihr Werk ab.

Auch beim Klöppeln ist aller Anfang schwer

Schaut man sich einmal ein paar der komplexen und grazilen Klöppelspitzen an, so erscheint es schwer vorstellbar, dass nur zwei Bewegungen zu ihrer Herstellung notwendig waren. Tatsächlich aber besteht jede Arbeit aus einer sehr hohen Anzahl von Kreuzungen und Drehungen. Jeder angehende Klöppler lernt zuerst diese zwei Bewegungen. Beim Kreuzen wird ein Klöppel nach rechts über den anderen gehoben. Beim Drehen wird ein Klöppel links über den anderen gehoben. Durch die vielfache Kombination dieser einfachen Bewegungen entstehen Muster mit unbegrenzter Variationsvielfalt.

Ausdruck findet diese nicht zuletzt in der Vielzahl verschiedener Klöppelarten, die es gibt. Die meisten Regionen, in denen das Handwerk betrieben wird, besitzen eine ganz eigene Ausführung. Unterschiede betreffen das Material, die Form und die Größe der Klöppel. Gemein ist ihnen allein die Aufgabe, das verwendete Garn aufzuspulen.

So groß, wie die Bandbreite bei den Klöppeln ist, zwischen so vielen Klöppelkissen kann man auch wählen. Es gibt quadratische und rechteckige Ausführungen, abgerundete und anderweitig gewundene. Weiterhin unterscheidet man flache Ausführungen von solchen mit Sofakissenform, Rollen von gänzlich runden. Welche davon Sie wählen, hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab. Für den Anfang empfiehlt sich ein relativ flaches Kissen. Man kann leicht darauf arbeiten. Achten Sie besonders darauf, dass es fest genug ist, um alle Nadeln sicher zu halten.

Wie die meisten Handwerkstechniken lässt sich das Klöppeln nur unzureichend mit Worten beschreiben. Um die vielen Feinheiten der Kunstform zu erlernen, ist visuelles Anschauungsmaterial wichtig. Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie dabei die Hilfe eines Lehrers in Anspruch nehmen wollen, oder eine DVD zu dem Thema entleihen. Möglicherweise haben Sie auch jemanden in Ihrem Bekanntenkreis, der seit langer Zeit klöppelt. Von ihm erlernen Sie die Grundzüge, die Sie im Anschluss sukzessive erweitern.

Wichtig ist dabei, dass Sie sich langsam steigern. Beginnen Sie mit einfachen Bändern. So erlernen Sie erst einmal die grundlegenden Klöppelschläge. Im Anschluss folgen Bänder mit Mustern. Ecken und Kurven. Ein schwierigerer Klöppelbrief erfordert weit mehr Aufmerksamkeit. Er sollte nur von erfahrenen Klöpplern und Klöpplerinnen als Vorlage genutzt werden. Erst bei ausreichend Routine läuft das Klöppeln so automatisiert ab, dass man sich auf die Fixierung der feinen Verbindungen konzentrieren kann.

Besonderheiten des Klöppelkissens

Wie bereits angesprochen ist das Klöppelkissen in vielen Fällen abgerundet. Damit es leichter möglich ist, lange Klöppelspitzen herzustellen, ist diese Rolle drehbar in zwei Gelenken gelagert. Weiterhin gibt es Ausführungen, bei denen eine Walze in die Mitte des Kissens integriert ist. Ein Modell, das besonders bei großen Arbeiten zum Einsatz kommt, ist der im Erzgebirge bekannte Klöppelsack. Es handelt sich dabei um ein senkrecht herunterhängendes Kissen, an dem mehrere Personen zeitgleich arbeiten können.

Die Schablone mit dem Muster (Klöppelbrief) wird um das zylinderförmige Kissen herum aufgespannt. Wichtig ist dabei, dass sich das Ende und der Anfang des Musters berühren. An den Einstichpunkten auf der Schablone erkennt der Klöppler, wo er den Faden binden und kreuzen muss. Die Klöppel und Stecknadeln, die an dieser Stelle eingesteckt werden, fixieren den Klöppelbrief fest an seinem Platz. Die Nadeln bleiben nur an den Stellen stecken, die aktuell benötigt werden. Haben Sie eine Stelle beendet, entfernen Sie die Nadeln und stecken Sie an eine neue Stelle.

Das müssen Sie bei der Auswahl der Klöppel beachten

Bei der vielfältigen Auswahl an Klöppeln auf dem Markt fällt es dem Einsteiger häufig gar nicht leicht, sich für ein Modell zu entscheiden. Es gibt dänische Klöppel, englische Klöppel mit Perlenringen, Bein- und Ebenholzklöppel und viele weitere Ausführungen. Darüber hinaus muss man sich zwischen verschiedenen Materialien, Lackierungen und Ausführungen festlegen. Um sich den Einstieg etwas leichter zu gestalten, greift man als Einsteiger auf Holzklöppel zurück. Sie liegen besonders angenehm in der Hand. Wichtig ist dabei, dass sie nicht zu groß sind. Außerdem sollten Sie lackiert sein. Der Gedanke dahinter ist der Schutz des Garns. Klöppel von rauer Qualität neigen eher dazu, die feine Gewebestruktur zu beschädigen. Lackierte und anderweitig geglättete Modelle minimieren dieses Risiko.

Ein weiterer Aspekt, der beachtet werden sollte, ist die Reinheit des Garns. Besonders bei weißem Stoff ist dies zu berücksichtigen. Arbeitet man länger daran, kann es immer einmal zu Verschmutzungen oder Ablagerungen von Schweißanteilen kommen. Um dies zu verhindern, nutzen Sie Klöppel mit Hülsen. Sie minimieren das Risiko von Verschmutzungen. Handumgedreht sind sie etwas schwieriger zu handhaben als Klöppel ohne Hülse. Sie sind aus diesem Grund eher für fortgeschrittene Klöppler zu empfehlen.

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