Schon mal einen Käfer mit Spoilern gesehen?

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Schon mal einen Käfer mit Spoilern gesehen?

Ein Kultauto rüstet auf - der Käfer und sein Spoiler

Wer kennt es nicht? Das kleine, kugelförmig anmutende Kultauto – den Käfer. In den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts erstmalig konzipiert und ab 1946 in Serie aus der Fabrik des deutschen Automobilherstellers Volkswagen gerollt, startete der Käfer seinen Siegeszug einmal um den gesamten Erdball. Ob männlich oder weiblich, Senior oder Vorschulkind – jeder erkennt einen Käfer, sobald ein solcher auf der Straße an ihm vorbeifährt. In nahezu allen Farben, als Cabrio oder Limousine und durch einige technische und gestalterische Verbesserungen in der Vergangenheit hinweg, ist der Käfer bis zum heutigen Tage nicht von den Straßen dieser Welt wegzudenken. Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Käfer per Abstimmung durch einen dänischen Autohändler-Verband sogar zum Automobil des Jahrhunderts gewählt, und laut dem Verband der Automobilindustrie – kurz VDA – zählt der Käfer neben zwei Modellen von Mercedes zu den drei beliebtesten Oldtimern der Vergangenheit und Neuzeit. Es gibt einen florierenden Markt für original Autoteile, Ersatzteile und Tuningzubehör. Sowohl Sammler als auch Nostalgiker und Retro-Fans erfreuen sich an dem Kleinwagen aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders und basteln bis zum heutigen Tage mit Hingabe an diesem herum. Doch was macht die Faszination Käfer aus?

Der Käfer – ein Wagen mit Geschichte

Was viele Menschen nicht wissen ist, dass der heute so allseits beliebte Käfer seinen Namen nicht von Anfang an trug. "Kraft durch Freude"-Wagen – kurz KdF-Wagen – war die offizielle Bezeichnung, als die Räder des ersten VW Käfers über den Asphalt der Straßen Deutschlands rollten. Erst durch seinen Export in die USA und den dort in den 50er-Jahren zunehmenden Erfolg des Wagens kam dieser zu seiner markanten und allerorts beliebten Bezeichnung. Von den amerikanischen Käufern aufgrund seiner kugel- und käferähnlichen Form "Beetle" oder auch "Bug" genannt, setzte sich die Übersetzung schnell auch andernorts durch und mutierte in kürzester Zeit zu dem bis heute gängigen Namen Käfer. Kleine Abänderungen oder Verniedlichungen des Namens, wie beispielsweise die Titulierung "Brezelkäfer", dienten dazu, eine bestimmte Baureihe, wie in diesem Fall die ersten KdF-Wagen, zu bezeichnen. Durch Film und Fernsehen endgültig in den Kultstatus erhoben, galt der Käfer lange Zeit als der deutsche Wagen schlechthin. Robust, günstig in der Anschaffung, leistungsfähig und sparsam im Verbrauch – das waren die maßgebenden Attribute, die dem kugelförmigen Kleinwagen zugeschrieben wurden. Ursprünglich in erster Linie für die breite Masse konzipiert und gedacht, wies der Käfer Defizite wie beispielsweise ein geringes Ladevolumen und ein fehlerhaftes Heizungssystem auf. Diese Defizite konnten die Begeisterung der Menschen für diesen Kleinwagen jedoch in keinster Weise schmälern.

Meistverkauft und viel geliebt

Im Jahre 1950 wird der 100. 000ste Käfer produziert, und bereits ein Jahr später knackt der Automobilhersteller die Viertelmillion-Marke. 1955 rollt der einmillionste Käfer vom Band der Produktionsstätte in Wolfsburg. Im Jahre 1972 gelingt es dem Käfer, den bis dato meist produzierten Wagen, das Modell T von Ford, vom Thron zu stoßen. Wie es scheint, möchte jeder einen Käfer haben, sodass die Produktions- und Verkaufszahlen bis in die Mitte der 70er-Jahre stetig steigen. Erst danach ist ein langsamer Rückgang der Zahlen zu verzeichnen, doch trotz der Tatsache, dass die Produktionsstätte daraufhin von Wolfsburg nach Puebla in Mexiko verlagert und die Produktion Jahrzehnte später gänzlich eingestellt wird, ist der Käfer bis heute einer der meistverkauften Kleinwagen der Geschichte.

Erfolg auf der ganzen Linie

Der Käfer ist ein Produkt seiner Zeit und der Ausdruck eines Lebensgefühls für Tausende einer Generation. Bis zu der Einstellung der Produktion wurden laut Angaben des Automobilherstellers mehr als 21,5 Millionen Stück der runden Kleinwagen verkauft. Noch während der Käfer produziert wurde, avancierten die ersten Modelle dieses Kraftfahrzeuges bereits zu beliebten Oldtimern und teuer bezahlten Sammlerstücken. Der ursprünglich als kostengünstiges Automobil für jedermann konzipierte Käfer erlangte eine ungeahnte Popularität und mauserte sich zum echten Kultwagen. Fortlaufend verbessert und weiterentwickelt veränderte er mit den Jahren sukzessive sein Aussehen.

Aufgrund dessen kommt es bei Käufen von Ersatzteilen darauf an, Typ und Baujahr des Modells genau zu wissen. Die einen lieben den Käfer als Sammlerstück und erkennen ihn nur im Original erhalten oder mit original Auto- und Ersatzteilen restauriert als das echte Kultobjekt an. Die anderen lieben ihn wegen seiner Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Seine Popularität und die damit einhergehende Nachfrage sorgt für ein riesiges Angebot an Ersatzteilen. Dieser Umstand macht es bis heute möglich und für Fans des Wagens einfach, ihn auch über 70 Jahre nach der Erstzulassung noch am Laufen zu halten. Nicht zu unterschätzen ist auch der boomende Markt für Tuningteile. Scheinwerfer, Auspuffe und Spoiler verleihen dem Käfer einen individuellen Look, ganz nach dem persönlichen Geschmack des Besitzers gestaltet. 

Was ist ein Spoiler?

Abgesehen davon, dass ein Spoiler für die optische Aufwertung eines Pkw sorgen soll, hat er durchaus auch eine konstruktive Funktion und erhöht bei richtiger Platzierung und Montage den Fahrkomfort. Es gibt Spoiler für fast jeden Fahrzeugtypen, wobei sie entweder serienmäßig ab Werk montiert sind oder fachmännisch nachgerüstet werden können.

Die grundlegende Aufgabe eines Spoilers ist es, die Fahrzeugströmung zu verändern. Er dient dazu, die Windschnittigkeit eines Wagens zu verbessern. Ein Spoiler stört den reibungslosen Verlauf der Luftströmung, die während der Fahrt auf den Wagen trifft, und beeinflusst als Folge dessen Aerodynamik. In der Regel aus Blech oder Kunststoff gefertigt, dient ein Spoiler beispielsweise dazu, eine bessere Bodenhaftung des Wagens herbeizuführen. Die ursprüngliche Funktion eines Spoilers ist folglich eine luftabweisende und muss grundsätzlich im Zusammenspiel mit der Aerodynamik der Karosserie eines Fahrzeuges betrachtet werden.

Im Wesentlichen gibt es drei unterschiedliche Spoiler-Typen für Pkw. Zum einen ist da der Front- oder Bugspoiler. Dieser wird an der Vorderseite des Fahrzeuges angebracht, und bei richtiger Justierung kann der Frontspoiler nicht nur die Antriebskraft der Vorderachse anheben, sondern gleichzeitig auch den Luftstrom derart lenken, dass sowohl die Bremsen als auch der Motor zusätzlich gekühlt werden. Zum anderen gibt es den sogenannten Heckspoiler, der am hinteren Teil des Wagens angebaut wird und bei korrekter Montage den Antrieb der hinteren Achse absenkt. Insbesondere bei Fahrzeugen mit Vorderantrieb verbessert sich das Fahrverhalten eines Wagens mit Heckspoiler, da das Auto durch den gebrochenen Luftstrom auf die Straße gedrückt wird. Ein Heckspoiler dient entweder der Verlängerung des Daches oder wird auf dem Kofferraumdeckel des Wagens montiert. Er kann in der Größe je nach Fabrikat des Wagens und eigenem Wunsch des Besitzers variieren.

Zu guter Letzt gibt es noch den Radspoiler, der sowohl an den Vorder- als auch an den Hinterrädern montiert werden kann, um für eine verbesserte Radumströmung zu sorgen.

Der Käfer und der Spoiler – eine gemeinsame Geschichte

Der erste Spoiler für ein Serienfahrzeug wurde tatsächlich für den Käfer entworfen. Es handelte sich dabei um einen Frontspoiler. Dieser wurde erstmalig in den 50er-Jahren für diesen Fahrzeugtyp gebaut und vorne an den Stoßstangenaufhängern montiert. Der Konstrukteur Karl Meier war zeitweise einer der technischen Leiter von Volkswagen und präsentierte seine Erfindung zum ersten Mal 1953 auf dem Genfer Autosalon einer breiten Öffentlichkeit. Der Spoiler sollte den Fahrkomfort und die Spurstabilität des hecklastigen Kleinwagens verbessern. Aufgrund eines schwerwiegenden Mangels sollte es jedoch noch rund zwanzig Jahre dauern, bis der Spoiler verkehrstauglich wurde: Die ersten Spoiler-Modelle waren schlicht und ergreifend nicht für hohe Bordsteinkanten und für die Unebenheiten der Straßen ausgelegt, obgleich auf ebener Strecke der gewünschte Effekt – die Verbesserung der Aerodynamik – merkbar vorhanden war.

Rennsport bringt Durchbruch

Erst durch die Einführung aerodynamischer Hilfsmittel im Rennsport wurde die Idee des Spoilers in den 1970er-Jahren wiederentdeckt, optimiert und schlussendlich massen- und serientauglich. Wurde Karl Meier für seine Erfindung 1953 noch belächelt, feierten Automobilfans ihn fortan. Innerhalb kürzester Zeit stieg die Nachfrage rasant an, und der Spoiler eroberte die Automobilwelt in einem Erfolgszug ähnlich dem des Käfers. 1972 kam ein Frontspoiler für den kugelförmigen Kleinwagen auf den Markt, und es folgten weitere Spoiler-Modelle auch für andere Fahrzeugtypen. Es dauerte nur wenige Jahre – und geübte Bastler konnten mithilfe sogenannter Kits den jeweils gewünschten Spoiler in der heimischen Werkstatt ohne die Hilfe eines Fachmanns selbst an ihrem Fahrzeug montieren.

Ihr Käfer und sein Spoiler

Sollten Sie planen, Ihren Käfer mit einem Spoiler auszustatten, sollten Sie zwei Punkte unbedingt beachten:

1. Wenn serienmäßig kein Spoiler an einem Wagen befestigt ist, achten Sie vor dem Kauf und der Anbringung des Fahrzeugteils nicht nur darauf, dass dieser zu Ihrem Fahrzeugtyp passt, sondern auch darauf, dass dieser nach der Montage vom TÜV eingetragen wird. Dazu bedarf es einer Allgemeinen Betriebserlaubnis, kurz ABE genannt. Spoiler müssen in den Fahrzeugpapieren Ihres Wagens eingetragen werden. Ohne die Begutachtung und Genehmigung durch einen ausgewiesenen Fachmann gilt Ihr Wagen als nicht tauglich für den Straßenverkehr.

2. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihren Käfer in Zukunft als Oldtimer deklarieren zu lassen, könnte die Anbringung eines Spoilers – sowie jeglicher anderer Auto- und Tuningteile – zu Problemen führen. Eine Oldtimer-Prüfung, wie sie vom TÜV durchgeführt wird, besteht aus zwei Teilen: der technischen Abnahme, wie sie auch bei einer normalen TÜV-Prüfung erfolgt, und der detaillierten Untersuchung und Beurteilung des Originalzustandes Ihres Käfers. Holen Sie also im besten Fall bereits im Vorfeld genaue Informationen darüber ein, welches Spoiler-Modell Sie ohne Probleme montieren dürfen und welches nicht. Der Rat eines Fachmanns bewahrt Sie davor, nach der Montage eines nicht zulässigen Spoilers das Nachsehen bei einer späteren Oldtimer-Prüfung zu haben. Ist Ihr Käfer jedoch in einem einwandfreien, technischen Zustand und im Original erhalten beziehungsweise mit Hilfe von Originalteilen restauriert, steht einer Deklarierung zum Oldtimer nichts im Wege.

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